Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots im Gamezone-Test

    Kojima hat seinen Fans, mehr aber noch seinem großen Helden Snake würdig die Ehre erwiesen, und das mit fliegenden Fahnen.

    Ist Hideo Kojima genial oder wahnsinnig? Liegt ja bekannterweise recht nah zusammen und kaum ein Spiel bringt das so gut zum Ausdruck wie Metal Gear Solid 4. Ganz sicher haben er und der Name "Metal Gear" aber Macht. Zumindest bei Konami. Wie sonst hätte er ein Softwarehaus dazu bringen können etwas abzusegnen, was Euch nur an ausgesuchten Punkten überhaupt das machen lässt, was jeder als "spielen" definieren würde. Kein anderer hätte ein Spiel wie dieses abliefern können. Keiner hätte es je versucht.

    So aber nimmt Kojima sich einfach alle Zeit die er möchte um den letzten Akt seines Opus Magnum bis zum bittersüßen Ende zu erzählen. Jeder Charakter der letzten fast 20 Jahre Metal Gear bekommt seinen Auftritt oder wenigstens eine würdige Erwähnung, jeder lose Faden wurde eingesammelt und zu einer Auflösung geführt. Alles macht irgendwie und auf mitunter auch sehr krude Art einen Sinn, viele Fragen bleiben nicht mehr offen.

    Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Das fast es jetzt Spoilerfrei zusammen und Fans brauchen sich wirklich keine Gedanken machen, sondern spielen bereits. Sie werden nicht mit jeder der Wendungen einverstanden sein, manch Passagen erscheinen auch ein wenig zwanghaft auf die Linie gebracht, aber man muss dabei Kojima hoch anrechnen, dass er es schaffte trotz 20 Jahren halbfertiger Geschichten diese endlich zu Ende zu bringen und damit auch alles was noch offen war. Seid Ihr jedoch kein Insider bleibe nehme ich mal einen Vergleich mit einer TV-Serie. Vielleicht ist die PS3 Eure erste Konsole oder Ihr seid einfach vorher nicht dazu gekommen und jetzt erwischt Euch von der ersten Minute an das Gefühl, dass man Euch die Serie "24" ab der 18. Folge gucken lässt. Ihr habt nicht den leisesten Hauch einer Ahnung wer diese Leute sind, was sie waren, was sie motiviert oder warum sie mit all diesen Namen um sich werfen.

    Liquid, Shadow Moses, REX, RAY, Big Boss, Meryl... Sollte man die kennen, was passiert hier? Ihr zweifelt nie daran, dass es eine große Geschichte dahinter gibt und das Geschehen ist spannend und interessant genug, um Euch zumindest ein Weilchen bei Laune zu halten. Nur ganz erfassen werdet Ihr es hier nie. Kojima gibt Euch nicht die Chance, er will hier sein Epos erzählen und geht dabei über die Leichen der neu Dazugekommenen.

    Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Quelle: Sony Und so werden einige von Euch dann wohl der schieren Masse der Sequenzen noch kritischer gegenüberstehen. Es ist ja durchaus so, dass auch die ersten drei Metal Gear Solids ausgesprochen redselig waren, nur treibt es Teil 4 gnadenlos auf die Spitze. Während des Tests ging meine PS3 kaputt und ich musste auf dem Ersatzgerät die ersten drei Kapitel noch einmal spielen. In diesem zweiten Durchgang drückte ich alle Sequenzen weg, die ich im ersten Durchgang noch genoss und siehe: Die reine Spielzeit schmolz auf einen Bruchteil.

    Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots In der weitschweifigen Story dreht es sich um Bösewichte, Waffen und private Armeen, Kriege, letztlich aber um in erster Linie um Kontrolle und freien Willen. Und ich werte es als einen Schritt geradezu brillanten Zynismus, dass er Euch in seinem Spiel praktisch nur das absolut notwendige Maß an Kontrolle gibt und dass auch nur, wenn es gar nicht anders geht. Zum Ende der ersten Episode ruft Liquid "We're free!" Schön für ihn, Snake, Euer eigener Held, der Mann den Ihr spielen sollt, windet sich unsteuerbar am Boden, während Ihr von Einer Sequenz zur nächsten gereicht werdet. Und Ihr könnt sicher sein: Je mehr das Spiel über Kontrolle und Freiheit referiert, desto seltener werdet Ihr frei sein und spielen dürfen.

    Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Quelle: Sony Die Sequenzen werden länger und länger und es fühlt sich immer mehr so an, als hätte man nur noch als Alibi überhaupt gelegentlich die eine oder andere spielbare Passage eingefügt. Der Filmkritiker Roger Ebert stellte einmal die Theorie auf, dass Videospiele niemals die Stufe von Kunst im Sinne großer Dramen, bedeutender Filme, Kompositionen oder Bilder erreichen können. Ihre Natur verbietet es Ihnen, weil die Kontrolle über Aufbau, Ablauf und Dramatik an den Spielenden abgegeben werden muss. Jeder erlebt ein Spiel zwangsläufig anders. Von diesem Standpunkt aus könnte Metal Gear Solid 4 das erste Spiel sein, dass Eberts Definition von Kunst sehr nahe kommt.

    Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Kojima denkt kaum daran, Euch die Kontrolle zu geben und es gibt nur zwei Gründe, warum ich das hier einfach nicht so verurteile, wie ich es bei einem Geringeren sicher getan hätte: Kojima kann erzählen und ca. 50 - 60 % der Dialoge und Geschehnisse sind dramatisch inszeniert, stimmig erzählt und einfach gut anzuschauen. Bei dem Rest wäre es völlig in Ordnung gewesen, es auf ein Zehntel der Länge einzudampfen. Kojima verrennt sich von Zeit zu Zeit immer noch in seinen eigenen Gedankenketten und die Helden müssen halt sehen, wie sie den roten Faden wiederfinden. Das kann mitunter ein wenig dauern.

    Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Die minimale Interaktivität in den Sequenzen rettet da nicht viel und stört die Inszenierung mehr als dass es Euch involviert. Von Zeit zu Zeit wird eine Taste eingeblendet, die einen kleinen Flashback überblendet oder den Sichtwinkel verändert. Drückt Ihr sie nicht, gut Ihr halt weiter einfach nur Snake und seinen Gesprächspartner an. warum also solltet Ihr darauf verzichten, die Taste zu drücken? Es muss wohl als trauriger Versuch gewertet werden, zu lang geratene Szenen lebendiger zu gestalten. Würze in der Kürze zu suchen, wäre hier wohl eher die Wahl gewesen.

    Trotzdem geben Euch die Videos viel Einblick in die düstere Zukunft von Kojimas Privatuniversum und halten Euch mit wohlgestrecken Info-Happen bei Laune immer noch ein wenig mehr erfahren zu wollen. Über das Schicksal alter Freunde und Freunde, die mysteriösen Patriots und alles was es in einer Welt, die sich nur über Krieg und Kontrollwahn definiert, zu wissen gibt. Und ein Charakter glänzt heller in dieser Welt als alle anderen zusammen und das trotz grauem Haars.

    Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots Die Welt um Snake herum hat sich so schnell verändert, dass er darin auch ohne seine durch Krankheit rapide beschleunigte Alterung nicht mehr zeitgemäß wirken würde. Aber es verdeutlicht es sehr schön und drastisch. Er grummelt sich souverän durch einen ihm auf den Leib geschriebenen Plot, der viel Zeit zum Glänzen lässt. Ihr leidet mit ihm und gebt einem alten Freund das Geleit, das er sich hier redlich verdient hat. Wenn Kojima es schaffte, sich dem Film anzunähern, dann ist es im Charakter von Snake.

    Der zweite Faktor, der mich Metal Gear Solid 4 gegenüber gnädig stimmt ist das Spiel selbst. In den Momenten, in denen Ihr nicht nur einfach das Pad locker im Schoss liegen habt und passiv das Geschehen verfolgt. Hier bekommt Ihr eine seltsame Art von Freiheit. Die kleinen, teilweise geradezu winzigen Passagen zwischen zwei Cutscenes sind so gradlinig wie es nur wird, weit vom Weg abkommen werdet Ihr nirgendwo, das Ziel ist stets klar definiert.

    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 12/2016 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
991808
Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots
Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots im Gamezone-Test
Kojima hat seinen Fans, mehr aber noch seinem großen Helden Snake würdig die Ehre erwiesen, und das mit fliegenden Fahnen.
http://www.gamezone.de/Metal-Gear-Solid-4-Guns-of-the-Patriots-Spiel-14822/Tests/Metal-Gear-Solid-4-Guns-of-the-Patriots-im-Gamezone-Test-991808/
24.06.2008
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2008/06/MGS4_d1220_02.jpg
tests