Nachdem die Konsolen in Form der Xbox 360 und der PlayStation 3 schon seit Monaten mit der Metal Gear Solid HD Collection versorgt sind, folgt nun in diesen Tagen die Version für die PS Vita, die allerdings in leicht abgespeckter Form daher kommt. Ein Drittel fehlt leider.
Da ist sie also nun, die Metal Gear Solid HD Collection für die PS Vita,, wobei der Zusatz "HD" ein wenig verwirrend ist, da hier längst nicht die Auflösung der Konsolen erreicht wird. Neben Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty freuen sich die Käufer auf Metal Gear Solid 3: Snake Eater. Der erste MGS-Teil, mit dem Hideo Koijma auf der PlayStation 1 ein wahres Meisterwerk gelungen ist, ist leider nicht an Bord. Vermutlich hätte es zu viel Aufwand gekostet, das Spiel in das neue Zeitalter zu bringen, da das Ausgangsmaterial der alten PS1 dafür einfach zu grob ausfällt. Und wenn es um Metal Gear Solid: The Twin Snakes für den GameCube geht, da hat Nintendo die Rechte inne, weswegen hier offensichtlich keine Umsetzung möglich gewesen ist. Darüber hinaus ist es etwas unverständlich, dass plötzlich Metal Gear Solid: Peace Walker weggelassen wurde. So geht sehr viel Umfang im Vergleich zu den Konsolen verloren, bei einem mittlerweile ähnlichen Preis.
Quelle: Konami
Auf der Metal Gear Solid HD Collection für PS Vita wurde Peace Walker leider ersatzlos gestrichen. (3)
Nachdem das Spiel gebootet hat, darf man sich in einem Auswahlbildschirm für die zwei Spiele entscheiden. Obwohl Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty als erstes Spiel erschienen ist, ist es zeitlich hinter MGS3 angesiedelt, weswegen man selbst entscheiden muss, in welcher Reihenfolge man die Titel nun bestreiten möchte. Aber fangen wir mit Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty an. Trotz der aufgefrischten Optik ist dieser Titel aus dem Jahr 2001/2002 wahrscheinlich am schlechtesten gealtert. Die Umgebungsgrafik, bedingt durch den tristen Tanker und die Bohrinsel, wirkt grau in grau und mittlerweile ein wenig zu detailarm. Besonders die recht groben Charaktermodels machen einen nicht mehr ganz so taufrischen Eindruck. Aber dennoch, das Spiel sieht trotzdem ganz OK aus und einige grafischen Effekte vermögen noch heute zu begeistern. Zudem wirkt das Geschehen auf dem kleinen und knackscharfen Bildschirm nicht ganz so altbacken wie zum Beispiel auf der PS3. Man bemerkt durchaus, dass der Titel seiner Zeit damals voraus war. Spielerisch wirken die Schleicheinlagen und die Steuerung mit ihrer nicht justierbaren Kamera aber mittlerweile überholt. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Durchspielen, für absolute Neulinge und Spieler, die nochmals in Erinnerungen schwelgen möchten.
Zunächst ist es sehr löblich, dass Konami die Subsistance-Version von Metal Gear Solid 3: Snake Eater hergenommen hat, die damals einige Zeit nach der Erstauflage erschienen ist. Das hat gleich mehrere Vorteile, denn zum einen sind die beiden MSX-Klassiker Metal Gear und Metal Gear: Solid Snake an Bord, zum anderen kann man sich nun mit dem rechten Analogstick völlig frei umsehen, was Metal Gear Solid 3: Snake Eater zu einem modernen Action-Adventure macht, das sich noch heute nicht verstecken muss. Die Grafik-Kur ist diesem Spiel eigentlich mit Abstand am besten bekommen. Klar, die Texturen lassen oft zu wünschen übrig, aber ansonsten gibt es nur wenig Grund zum meckern. Auf dem kleinen Bildschirm der PS Vita macht MGS eine sehr gute Figur.
Quelle: Konami
Auf der Metal Gear Solid HD Collection für PS Vita wurde Peace Walker leider ersatzlos gestrichen. (6)
Doch warum ist nun kein Metal Gear Solid Peace Walker mehr dabei, vor allem weil das Spiel ja ursprünglich für Handhelds, also die PSP, gedacht war? Man weiß es nicht. Wenn es um die Features der PS Vita geht, dann wurde der Touchscreen recht dezent integriert, was aber als positiv angesehen werden kann, da auf diese Weise nichts erzwungen wirkt. Da zwei Schulterbuttons an der PS Vita fehlen, kann man die Waffen und die Ausrüstung recht bequem über den Touchscreen auswählen, was überraschend gut funktioniert. Zudem ist das Transfarring-System eine nette Idee. Hier kann man die Speicherdaten zwischen der PS3- und Vita-Version tauschen und so zum Beispiel das Abenteuer in der Bahn fortsetzen, das man am Abend zuvor auf der PlayStation 3 angefangen hat. Ja, auch die mobile Version ist gelungen, vor allem bei Metal Gear Solid 3: Snake Eater, das am besten bzw. kaum gealtert ist. Hinzu kommt noch die absolut saubere, technische Umsetzung ohne Slowdowns oder Tearing. Der Soundtrack und die Sprachausgabe (in Englisch) sind immer noch hervorragend und insgesamt kommt über die kleinen Lautsprecher eine gute Soundkulisse rüber. Und wer Trophäen scharf ist, der wird sich freuen, das jedes der beiden Spiele seinen eigenen Satz hat.
