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  • Metroid Prime 3: Corruption im Gamezone-Test

    Metroid Prime brilliert erneut mit einem genialen Mix aus Adventure und Ego-Shooter-Action.

    Unter allen Methoden, eine etablierte Videospielserie evolutionär voranzutreiben, ist eine ganz besonders heikel: Der Sprung aus der zweiten in die dritte Dimension. Viele Franchises sind daran gescheitert und verschwanden in dem Graben zwischen 2D und 3D. Andere hingegen vollzogen diesen unumgänglichen Schritt bravourös: Mit Super Mario 64 und Zelda: Ocarina of Time bewies Nintendo bereits auf dem Nintendo 64 Ende der 90er, dass sie ihre populären Hausmarken ohne jeglichen Qualitätsverlust ins neue Gamingzeitalter führen können. Eine weitere wichtige Nintendoheldin erfuhr ihre Neuerfindung jedoch verspätet, nämlich erst auf dem Gamecube: Unter den Fittichen der Retro Studios gelang es Nintendo nach fast 10 Jahren Samus-Abwesenheit, die galaktische Kopfheldjägerin mit einem Paukenschlag wieder ins Konsolenfeld zu führen. In Metroid Prime bewies die zarte Dame in dem rabiaten Kampfanzug, dass es Nintendo auch mit einem cleveren Mix aus First-Person-Action und Adventure gelingen konnte, den legendären Flair der Weltraumodyssee wiederaufleben zu lassen, ohne aus dem Spiel eine plumpe Ballerei zu machen oder die Marke vollkommen zu entfremden. Diesem breitflächig euphorisch aufgenommenen Kunstgriff setzen die Retro Studios im Abschluss der Metroid Prime-Trilogie nun die Krone auf - weshalb das so ist, werde ich euch nun vorstellen:

    Lang ists her...

    Metroid Prime 3: Corruption Metroid Prime 3: Corruption ... seit Samus zum ersten Mal ihre überaus breiten Schultern aus ihrem Raumschiff schwang, in Metroid, einem NES-Sidescroll-Shooter, die garstigen Metroids erstmals in die Mangel nahm und damit den Grundstein für eine famose Erfolgsgesichte legte. Etwas mehr als 20 Jahre später haben sich die Maßstäbe geändert: Im Zeitalter optisch perfekt durchkomponierter Schlachtenshooter, die einen zwischen Filmen wie Der Soldat James Ryan und einem Spiel kaum mehr unterscheiden lassen und Videogamemeisterwerken, die mit einem Umfang von mehr als 200 Stunden riesige, detailverliebte Welten in unser Wohnzimmer tragen, müssen sich alte Ideale neu beweisen. Trotz der überwältigenden Zensuren von Metroid Prime auf dem Gamecube, das vor allem durch Atmosphäre, abwechslungsreiches Gameplay und eine wunderschöne Grafik bestach, waren viele vor Erscheinen des Schlussstriches unter der Trilogie skeptisch: Wie imposant sind die Welten neben den mit ihren grafischen Muskeln spielenden PS3 und XBOX 360 heute noch? Wie wurde die neue Wii-Steuerung zum Einsatz gebracht? Und vor allem: Wird es ein "richtiges" Metroid sein? Die Antwort auf all jene Fragen werde ich euch nun geben.

    Der alte Kampf

    Metroid Prime 3: Corruption Metroid Prime 3: Corruption Metroid Prime 3 setzt genau da an, wo der zweite Teil endet: Nachdem die gefährliche Verseuchung durch das mutationsfördernde Phazon vorerst eingedämmt wurde und die Weltraumpiraten, Erzschurken in der Metroid-Serie, nebst aggressiver Mutanten und Dunkler Samus, einer aus Phazon bestehenden Kopie der Heldin, wieder in die Weiten des Alls zurückgeschlagen wurden, finden wir uns diesmal auf dem Kommandoschiff der galaktischen Föderation, quasi Brötchengeber der Kopfgeldjägerin wieder und sollen im Zuge einer ominösen Mission zu einer Unterredung mit dem Kommandanten. Diese jedoch wird durch einen Überfall der Weltraumpiraten schnell beendet und Samus wird mitsamt der anderen einbestellten Jäger beauftragt, den Stützpunkt der Föderation auf Norion zu verteidigen - und schon zieren die Ränder des Visiers und der futuristische HUD unseren Bildschirm und man fühlt sich, als hätte man Samus Anzug seit Metroid Prime 2 im Jahr 2004 nie verlassen.
    Auf den ersten Blick ist alles beim Alten: Oben rechts die 3D-Karte, in der Mitte die Energieanzeige und unten rechts Platz für die obligatorischen Missiles - doch dann genügt eine sanfte Bewegung des Wii-Motes und: Der Waffenarm bewegt sich geschmeidig! Mit filigraner Präzision imitiert er jede Bewegung und binnen Sekunden entsteht ein Flair, den es in keinem der beiden Vorgänger gab: Shooter-Feeling. Man kann zwar immer noch mittels Lock-on den Blick auf den Gegner fixieren, doch treffen muss man von nun an selbst. Es genügen zehn kurze Minuten, um ein Gefühl für die Sensibilität von Samus brachialem rechten Arm zu erlangen - und dann kann es losgehen! Actionreicher als je zuvor liefert man sich hitzige Schießereien mit immer raffinierter bewaffneten Weltraumpiraten und genießt das Flair einer echten Weltraumballerei. Weitere Umstellungen sind kaum erforderlich, abgesehen von der aus dem neuen Controller resultierenden neuen Tastenbelegung hat sich am Bewegungsprinzip nämlich nichts geändert. Doch das soll keinesfalls bedeuten, dass hier bereits die Möglichkeiten der als revolutionär angepriesenen Wii-Steuerung ausgeschöpft seien: Egal ob man Hebel umlegen muss, Codes auf Zahlenfeldern eingetippt werden sollen oder eine Tür mittels des neuen Grapple-Lassos rauszureißen ist - alles wird direkt umgesetzt. Dies wirkt sich ungemein auflockernd auf den Spielfluss aus und nutzt die neuen Möglichkeiten perfekt. Bisher wurde in keinem First-Person-Spiel auf Wii eine derartig intuitive und vielseitig genutzte Auslegung des Controllerpotentials vorgelegt wie hier, nie zuvor hatte man eine Waffe in einem Spiel der Ego-Perspektive so behände und störungsfrei in den virtuellen Griffeln - und nach spätestens 2 Stunden fragt man sich, wie man es die letzten 10 Jahre aushielt, Shooter auf Konsolen mit Analogstick oder gar Steuerkreuz zu spielen. Denn zurück in diese Zeit will man nach dieser intensiven Erfahrung definitiv nicht mehr.

    Exotischer als je zuvor

    Metroid Prime 3: Corruption Metroid Prime 3: Corruption Was macht eigentlich ein im klassischen Sinne schönes Spiel aus? Kommt es bloß auf trockene Daten bezüglich Frames pro Sekunde, der Auflösung oder dem Grad der Kantenglättung an? Metroid Prime 3 verneint diese Frage eindeutig: Auch ohne ganz an die Rechenpower einer Playstation 3 oder Xbox 360 heranzureichen, auch ohne deren butterweiche Kanten und ohne Spiegelungen, die einem manchmal nicht mal in der Realität so begegnen würden ist im Jahr 2007 grafisch überzeugende Videospielkost möglich - denn das, was sich hinter den aufgrund kurzen Ladens verzögert öffnenden Türen offenbart, fasziniert ab der ersten Minute: Wenn in den Wäldern Bryyons dichte, pulsierende Ranken uralte Ruinen umschlingen, während Käfer auf ihnen umherkriechen und die Grashalme im Wind wehen öffnet sich das Herz eines jeden Vollblutzockers ebenso wie bei Streifzügen durch unheimliche Metroid-Forschungslabore im Scheine seltsam leuchtender Apparaturen. Das anfängliche Verlangen nach etwas schärferen Kanten und höheren Texturen an den Türen weicht mit jedem Raum mehr und mehr: Geschäftige Miniroboter, die sich zwischen den Kabeln einer Himmelsstadt, wie sie in jedem Star Wars hätte auftauchen können, ihren Weg bahnen und fliegende Drohnen, die Funken sprühend stählerne Leitungen löten, unbeeindruckt durch die vorbeischreitende Samus, erzeugen im Zusammenspiel mit erstaunlichen architektonischen Konstrukten eine fesselnde Atmosphäre, die so nur äußerst selten angetroffen wird. Dieses Gefühl, eine vollkommene Welt betreten zu haben, egal ob man sich in einer Grotte oder dem Lift einer Cybermetropole befindet, wird noch dadurch untermauert, dass sich einem eine Vielzahl grundverschiedener Terrains bietet: Egal ob Lavaflüsse den Boden unter Samus Füßen glühen lassen oder Schneeflocken sanft an Eisstalaktiten vorbei in verschneite Schluchten gleiten - die Hingabe zum Detail entdeckt man hinter jeder Tür neu. Eines jedoch ist unverkennbar: Selbst wenn die grafische Leistung im Vergleich zu Zeitgenossen der anderen beiden Konsolen nicht ganz so besticht, wird uns hier die mit Abstand beste Grafik der Wii geboten. Abgesehen von einigen Treppchenbildungen oder der ein oder anderen matschigen Textur wird unseren Augen mit wunderschönen Effekten und sehr ansprechenden Kreaturmodellen ein ums andere Mal geschmeichelt. Damit braucht sich Metroid Prime 3 auch vor der Konkurrenz nicht zu verstecken und setzt die Messlatte für künftige Wii-Spiele um einiges nach oben.

    Metroid Prime 3: Corruption Metroid Prime 3: Corruption Das gilt auch für die zuweilen bizarren Kreaturen, die sich Samus in den Weg stellen: Alte und neue Monster, allesamt überarbeitet, pflastern den Weg von Nintendos eiserner Lady und sorgen für Abwechslung - denn teilweise sind sie ohne Scannen kaum zu überlisten. Der aus den beiden Prequels bekannte Scanvisor ist wieder eine der zentralen Inkredenzien im First-Person-Adventure-Rezept, das Grundlage für das Gameplay der gesamten Metroid Prime-Reihe ist: Während in normalen Shootern oftmals das Aktivieren irgendwelcher Schalter die größten Rätsel des Spiels ausmacht, gibt es hier jede Menge zu entdeckt - tonnenweise Scanmaterial wartet auf Samus zweites Augenpaar und gibt eine Unmenge an Informationen zu Flora, Fauna und Feinden preis. Sammler und Perfektionsneurotiker kommen bei der Komplettierung ihrer Datenbank wieder voll auf ihre Kosten.

    Neue Waffen braucht das Land

    Metroid Prime 3: Corruption Metroid Prime 3: Corruption Dass es ein Wiedersehen mit vielen alten Waffen und Ausrüstungsgegenständen geben würde hatten bereits die Trailer bestätigt und wurde ohnehin auch nicht wirklich angezweifelt: Was wäre Samus ohne den Morph Ball, mit dem sie enge Passagen hinter sich lässt oder ohne den Grapple-Beam, mit dem sie sich wie an einem Seil aus reiner Energie über Schluchten schwingt? Doch genauso, wie die Retro Studios sich im Lauf der Serie kontinuierlich gesteigert haben, hat auch ihr Schützling einige neue Tricks erlernt. Die wohl prägnanteste Neuerung: Die Corruption, namensgebend für das Spiel, also - frei übersetzt - die Verseuchung. Denn nachdem es Samus zu Beginn gerade noch gelingt, den Überfall der Piraten auf die Föderation zu vereiteln, wird sie von ihrem dunklen Ego, Dark Samus, mit Phazon infiziert und kann fortan völlig neue Kräfte nutzen, die bisher zum Leidwesen der meisten Spieler nur diversen Bossgegnern zu äußerst coolen Fähigkeiten verhalfen. Ausgestattet mit diesen neuen Kräften begibt sie sich nun auf eine Reise durch die Galaxis, um das Übel an der Wurzel zu packen - während sie selbst, langsam immer stärker mutierend, Gefahr läuft, auch zu einer willenlosen Phazonbestie zu werden.
    Ansonsten bietet das Inventar wieder allerlei neugiererweckende ???-Slots, die sich mit alten und neuen technischen Finessen füllen. Dabei ist der Command-Visor eines der interessantesten neuen Elemente: Mit seiner Hilfe kann Samus jeder Zeit Kontakt zu ihrem - übrigens sehr erfolgreich neu designten - Raumschiff aufnehmen und dessen Fähigkeiten in Anspruch nehmen: Versperrte Passagen und hartnäckige Gegner werden bombardiert und freie Flächen lassen sich anfliegen, sodass dem geneigten Weltraumretter lange Laufwege fortan erspart bleiben, da eine mobile Speicherstation viele Landeplätze in den Arealen ansteuern kann.

  • Metroid Prime 3: Corruption
    Metroid Prime 3: Corruption
    Publisher
    Nintendo
    Release
    26.10.2007
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Metroid Prime 3: Corruption
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Metroid Prime brilliert erneut mit einem genialen Mix aus Adventure und Ego-Shooter-Action.
http://www.gamezone.de/Metroid-Prime-3-Corruption-Spiel-14898/Tests/Metroid-Prime-3-Corruption-im-Gamezone-Test-991543/
19.11.2007
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