Der Namenszusatz "Simulator" weicht kostenlosem Casual-Spielspaß. Warum das nicht taugt, erfahrt ihr im Test.
Mittlerweile ist es sechs Jahre her, dass Microsoft seinen letzten Flight Simulator vom Stapel lief. Der letzte Titel mit dem X im Namen (zehnter Teil) sollte lange Zeit einsam bleiben. Nun ist Microsoft Flight verfügbar. Der Nachfolger ist eine abgespeckte Free-to-Play-Version des Flight Simulators und es gibt auch einen Grund, weshalb er nur Microsoft Flight heißt, und der Simulator aus dem Namen gestrichen wurde... Alles darüber und die ziemlich dreiste Preispolitik dieses "kostenlosen" Spiels erfahrt ihr in unserem Test.
Microsoft Flight
Hups, da hat man doch glatt die Hochzeit einer Freundin auf einem Boot vor der Küste Hawaiis vergessen! Passiert. Gut, dass man schnell und einfach in seine Icon A5 steigen kann, ein Leichtbauflugzeug, das vom Innenleben her den Charme eines Fiat versprüht und sagt "Ich bin so simpel, ich kann von jedem geflogen werden!" Der Vorteil dieses Fliegers: Er kann durch seine Bauweise auch im Wasser landen! Das ist sodann auch schon die erste Mission, denn in Microsoft Flight geht es dieses Mal weniger um eine korrekte Simulation des Flugbetriebs, sondern eher um Missionen, Herausforderungen und Casual-Spaß am Fliegen, ohne großes Nachdenken über Gleitweg, Klappenstellung und Höhenrudertrimmung.
Microsoft Flight
Eigentlich wäre das nicht schlimm, ein klein wenig Casual schadet nicht, zumal es durchaus Flieger in FSX und vergleichbaren Simulatoren gibt, die für Neulinge so gut wie nicht benutzbar sind. Wer soll schon, wenn nicht ein Profi, wissen, in welcher Reihenfolge Treibstoffpumpen, Anlasser und Systeme bei einem Mehrturbinen-Flieger angeschaltet werden sollen und welche der gefühlt 400 Knöpfe das steuern? Aber Microsoft Flight reduziert diesen Simulationsaspekt nicht nur optional, sondern zwanghaft und ist auch von seiner Handhabe her so simpel, dass weitere Erklärungen für den Wegfall des Titelzusatzes "Simulator" nicht vonnöten sind: Microsoft Flight ist nicht mehr, als ein mäßig spaßiger, super leicht durch Maus und Tastatur zu bedienender Lückenfüller für richtige Flugfans.
Knüppel bis zum Anschlag
Microsoft Flight
Während sich FluSi-Fans zuweilen mit allerlei virtuellem Cockpit-Zubehör ausstatten (echtes Yoke, Höhenmesser, Ruderpedale,...), reicht für MS Flight die Maus oder auch ein Xbox 360 Gamepad vollkommen aus. Gesteuert wird dann ziemlich simpel. Zieht man die Maus nach hinten, fliegt unsere Maschine hoch, Maus nach vorne senkt die Nase. Bewegungen links und rechts sind selbsterklärend, über Trimmung und Co. braucht man sich keine Gedanken machen. Wer dennoch ein wenig mehr Einfluss haben will. Kann die Tasten A und D nutzen, damit lässt sich das Seitenruder auch manuell ansteuern, beispielsweise um sich bei einer Landung mit Crosswinds parallel zur Landebahn auszurichten.
An seine Grenzen kommt die Maussteuerung beim Kunstflug. Wegen der ziemlich heftigen Blind Zone lassen sich mit der Maus allein keine Rollen oder gar Loopings machen. Hierfür muss man auf Tastatur (unbequem!) oder einen Joystick ausweichen. Da übrigens nur 2 Maschinen Klappen haben, ist eine entsprechende Steuerung nur nebensächlich, selbst Landungen lassen sich easy von der Hand weg ausführen.
