Der Namenszusatz "Simulator" weicht kostenlosem Casual-Spielspaß. Warum das nicht taugt, erfahrt ihr im Test.
Unverschämte Preispolitik für Free to Play...
Microsoft Flight
Obwohl MS Flight Free to Play ist, verdient Microsoft sicherlich nicht schlecht daran. Dass Publisher nämlich trotz Kostenlos-Spielmodell auch eine Refinanzierung anstreben, ist allen klar. Die besonders unverschämte Preispolitik aber schießt den Vogel ab und macht MS Flight zu einem Desaster im Vergleich zu seinen Vorgängern. Weil das Basis-Spiel mit Big Island (Hawaii) und zwei kostenlosen Flugzeugen (Leichtbauflieger und ein Doppeldecker) nur einen geringen Umfang aufweist, ist man versucht, das Spiel gegen Bares mit neuen Inhalten zu befüllen. So kann man für fast 20€ auch die weiteren hawaiianischen Inseln kaufen und schaltet damit neben neuen Flughäfen auch Herausforderungen und Missionen frei. Eine weitere Propellermaschine mit 3D-Cockpit kostet satte 15€, eine ohne Cockpit dreister Weise sogar 8€! Mit diesen Kosten liegt das Spiel fast gleichauf mit einem normalen Vollpreistitel - bietet aber im Vergleich zu den anderen Flugsimulatoren nur einen Bruchteil des Umfangs, weil Spielumgebung und Flugzeugmodelle nicht durch Open Source Anwendungen eingefügt werden können. Sprich: Wenn man neue Geräte und Gegenden will, muss man drauf vertrauen, dass die Entwickler sie irgendwann bauen.
Auf coole Großraumjets, etwa eine 747, 777 oder den aktuell größten Airliner weltweit, die A380, verzichtet man komplett, stattdessen werden Kleinflugzeuge genutzt. Weitere Add-Ons und Maschinen sind angekündigt, man wird aber wohl erneut tief in die Tasche greifen müssen, um sie zu ergattern. Anzumerken ist auch, dass der Großteil aller Missionen und Jobs im Spiel für die Maule angeboten werden - ein Flieger, den es nur gegen Bares gibt.
Technik
Microsoft Flight
Das Gameplay kann leider wegen seiner simplen Handhabe und anspruchslosem Flugverhalten nicht punkten, dann vielleicht wenigstens die Technik? Kurzfassung: Nein. Wolken und Wetter wirken total unrealistisch, Licht und Schatten kommen nur selten zur Geltung. Auf den ersten Blick sieht die Umgebung zwar aus der Luft gut und hoch aufgelöst aus, aber je näher man der Erde kommt, desto klarer erkennt man: Selbst bei den winzigen Ausmaßen des Flugareals (Hawaii) schafft man es nicht, eine gute und hochaufgelöste Textur aufs Land zu klatschen. Der kürzlich gestartete Hardcore-Konkurrent X-Plane macht das sehr viel besser!
Microsoft Flight
Dazu muss sich das Spiel die Frage gefallen lassen, weshalb ein Pilot zwar aus der Außenperspektive zu sehen ist, innen aber nicht. Ebenso fehlt immer der Passagier - selbst wenn man in einer zweisitzigen Maschine mit einem Plappermaul fliegt - zu sehen bekommt man den unsichtbaren Freund nie.
Außer in Missionen (und da von der KI gelenkt) gibt es übrigens kein Funk. Starten und landen darf man ohne Genehmigung, ein Pläuschen über Position und Anflugvektor fällt dadurch weg. Aber irgendwie passt das zum Rest des Spiels und vor allem dem verwendeten Fluggerät: Hauptsache casual, Hauptsache klein.
