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  • Midnight Nowhere im Gamezone-Test

    Wer einmal mit den Urängsten konfrontiert werden möchte liegt bei Midnight Nowhere genau richtig.

    Ganz ohne Silikon, aber leider schon tod...

    Was sind wohl die schlimmsten Ängste die sich ein Mensch vorstellen kann? Blutige Monster aus der Unterwelt oder wahnsinnig gewordene Wissenschaftler mit unheimlichen Instrumenten? Oder genügt es vielleicht schon mit subtileren Mitteln den Angstschweiß aus den Poren zu treiben, wie der Verlust eines Körperteils bei lebendigem Leibe oder das eingeschlossen sein mit einem Toten? All dieser Eindrücke nämlich bedient sich dieser Titel, der uns schon zu Beginn mit den Urängsten konfrontiert um sich dann umso gewaltiger zu steigern. Denn eins muss man schon haben um dieses Spiel genießen zu können, nämlich eine kräftige Portion schwarzen Humors, sonst könnte man die vielen schrägen und teilweise schon sehr harten Ereignisse zu Ernst nehmen.

    Was wir als aller Erstes sehen wenn wir das Spiel beginnen, ist ein Reißverschluss und zwei Hände die versuchen ihn zu öffnen. Schon nach wenigen Sekunden ist klar, dass es sich um unsere eigenen Hände handelt und wir eben dabei sind uns aus einem Leichensack zu schälen. Daraufhin bemerken wir, dass wir uns in einem Kühlraum der Pathologie befinden, in dem sich noch weitere Leichen stapeln. Alle sauber verpackt in schwarzen Säcken und mit seltsamen Verletzungen an Hals und Leib. Klar, dass wir uns erst einmal umsehen, die Schränke durchstöbern und etwas an den Leichen herumbasteln, während wir uns noch fragen für was wir die gefundene Axt benutzen sollen. Wie man diesen ersten Raum nun verlassen kann, wird an dieser Stelle selbstverständlich nicht verraten. Haben wir diese Hürde aber genommen können wir uns erstmals frei bewegen und das vermeintliche Krankenhaus untersuchen. Denn es ist schon seltsam, dass alle Türen abgesperrt sind, überall Blut und Kampfspuren zu sehen sind, ab und zu auch eine Leiche ihre ewige Ruhe geniest, aber nirgendwo ein lebender Mensch anzutreffen ist. Dafür finden wir immer mehr Hinweise, dass in diesem Krankenhaus anscheinend nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist, denn wir entdecken seltsame Briefe von Mitarbeitern die sich gegenseitig die Schuld an der Katastrophe zuschieben oder den Tod diverser Patienten nicht verantworten wollen, während auf den Gängen mehr oder minder obskure Poster hängen, die den Pathologen zum Gott erheben oder den Gast auffordern sich doch eine Krankenschwester zu besorgen, da die vom Gesundheitsamt geprüft sind und garantiert keine ansteckenden Krankheiten besitzen. Aber auch sehr seltsame Bilder von Menschen mit Wasserköpfen oder verzogenen Körpern finden wir an den Wänden, mit denen wir vorerst überhaupt nichts anfangen können. Erst mit der Zeit erfahren wir von den schrecklichen Vorgängen und wie wir in diese Geschichte schliddern konnten.

    Die Steuerung orientiert sich an der klassischen Point & Click-Mechanik und wurde so gut umgesetzt, dass man außer der Escape-Taste alle Handlungen mit der Maus ausführen kann. Da die Kamera, wie in ähnlichen Horror-Adventures, immer an fest montierten Stellen steht, müssen wir uns um sie nicht kümmern und können jeden Punkt einfach anklicken, woraufhin sich unser namenloser Charakter an diese Stelle hinbewegt. Gibt es etwas zu interagieren, ändert sich der Mauskursor entsprechend. Dieser kann auch manuell in einen der vier Zustände Schauen, Sprechen, Benutzen und Kombinieren geschalten werden, wobei das Programm schon etwas Mitdenken vom Spieler verlangt. Denn befinden wir uns z.B. im Kombinieren-Mode und haben auch schon einen Gegenstand aus dem Inventar ausgewählt, ändert sich der Kursor nur noch bei den Objekten die auch kombinierbar sind. Über einen Gegenstand der also nur angeschaut oder genommen werden kann, streicht der Mauskursor einfach drüber. In Verbindung mit den teilweise nicht gerade einfachen Rätseln macht es einem das Spiel in dieser Hinsicht nicht leicht. Auf der anderen Seite aber sind die Rätsel durch die Bank nachvollziehbar und wurden nur deswegen erschwert, weil man bestimmte Leichen oder Räume nicht gut genug untersucht hat. Denn Berührungsängste darf man nicht haben, gibt es doch viele Körper und Teile davon mit denen man hantieren muss.
    Das Inventar besitzt genug Slots um alle gefundenen Gegenstände aufbewahren zu können, zudem wird ein nicht mehr gebrauchtes Ding auf der Stelle entfernt und kann so nicht mehr für Verwirrung sorgen.

    Die grafische Präsentation von Midnight Nowhere ist ganz besonders gelungen und kredenzt uns eine fast schon fotorealistische Spielwelt. Besonders die Räumlichkeiten sind herrlich gelungen und sorgen für den erwarteten gruseligen Eindruck, den dieses Spiel auf ganz besonders subtile Art vermittelt. So ist man sich manchmal nicht mehr ganz sicher, ob die Leiche auf dem Bürostuhl vor zehn Sekunden genauso seltsam im Stuhl saß oder nicht. Die seltsamen Bilder an den Wänden und die Kampfspuren tragen ihr Übriges zu der Atmosphäre bei, die sich ins Unendliche zu steigern scheint.
    Negativ anlasten könnte man der Grafik vielleicht, dass nicht wirklich alles animiert ist, ja manchmal sogar etwas steril wirkt. Öffnen wir z.B. einen Leichensack, verdunkelt sich das Bild, wir hören das Zippen des Reißverschlusses und das Bild wird wieder eingeblendet, wobei der Sack nun geöffnet ist. Auch bei manchen Türen verhält es sich so, dass zuerst das Bild abgedunkelt wird, man hört das entsprechende Geräusch und sodann ist die Türe offen.

    Ebenfalls sehr gelungen ist die Soundkulisse, die uns neben einem supergruseligem Orchester auch eine gelungene deutsche Synchronisation bietet. Doch nicht nur das, bis auf ganz wenige Ausnahmen sind auch sämtliche Schriften, Schilder, Briefe und Bücher ins Deutsche übersetzt. Denn das was in vielen ähnlichen Spielen eine nervige Angelegenheit ist, nämlich irgendwelche Texte in Briefen oder Büchern zu lesen, hat man in Midnight Nowhere zur Kunst erhoben und präsentiert dem Spieler nicht einmal irgendwelche belanglosen Texte. Ganz im Gegenteil wimmeln diese nur so vor schwarzen Humor der sich über Alles und Jeden lustig macht. Man beachte dazu die aufgeführten Screenshots.

    Einzig wirklich zu bemängeln ist das viel zu dünne Handbuch, welches kaum Informationen enthält. Allerdings darf man bei dem fairen Preis kaum mehr verlangen, denn die eingängige Steuerung erlaubt einen schnellen Einstieg ins Spiel ohne eine Erklärung zu benötigen.

    Midnight Nowhere (PC)

    Singleplayer
    8,2 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Sehr gelungene Grafik und Soundkulisse
    eingängige und praktische Steuerung
    herrlich subtiler Horror
    gute deutsche Synchronisation inkl
    kompletter Übersetzung aller Texte
    fairer Preis
    Dünnes Handbuch
  • Midnight Nowhere
    Midnight Nowhere
    Publisher
    Data Becker GmbH & Co. KG (DE)
    Developer
    Data Becker GmbH & Co. KG (DE)
    Release
    12.2003

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989675
Midnight Nowhere
Midnight Nowhere im Gamezone-Test
Wer einmal mit den Urängsten konfrontiert werden möchte liegt bei Midnight Nowhere genau richtig.
http://www.gamezone.de/Midnight-Nowhere-Spiel-15311/Tests/Midnight-Nowhere-im-Gamezone-Test-989675/
14.01.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/01/027.jpg
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