Mordhau im Test: Wie gut schlägt sich die Mittelalter-Kampfsimulation? Inklusive Testvideo
Test
Ihr habt mal wieder Lust auf große Multiplayer-Gefechte mit bis zu 64 Spielern? Ihr greift lieber zu Schwert und Schild, statt zum Gewehr? Dann solltet ihr unbedingt einen Blick auf Mordhau werfen, denn der Titel ist gerade sehr erfolgreich auf Steam. Erfahrt in unserem Test, was der Online-Schnetzler drauf hat!
Stellt euch Mordhau wie ein Battlefield (hier geht's zum Test von BF5) im Mittealter vor: Bis zu 64 Spieler schlagen sich auf großen Karten die Rübe ein und versuchen dabei Eroberungspunkte einzunehmen. Damit ist so ziemlich das wichtigste gesagt, jedenfalls was den Frontline-Modus des Spiels angeht. Natürlich bietet Mordhau (jetzt kaufen ) noch mehr, vor allem aber die Gefechte sind der wichtigste Part des Spiels.
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Mordhau im Test: Strategische Duelle
Mordhau verfügt über ein sehr komplexes Kampfsystem: Horizontale und vertikale Schläge, Stiche, Paraden, Finten, Tritte - es gibt jede Menge zu lernen. Die einzelnen Manöver zu perfektionieren und somit Gegner im Zweikampf auszuspielen, ist sehr befriedigend und
Quelle: PC Games
Mit Brutalität geizt Mordhau nicht, wodurch aber das Trefferfeedback umso befriedigender ist.
motiviert zudem ungemein. Dazu kommen noch jede Menge unterschiedliche Waffen hinzu: Von Bögen und Armbrüsten, über Streitkolben, bis hin zu Breitschwertern und Speeren ist für jeden Spielertyp was dabei. Jede Waffenart ist dabei besonders effektiv gegen die verschiedenen Rüstungen. An Komplexität mangelt es in Mordhau auf jeden Fall nicht, auch wenn sich die Entwickler sehr stark an Chivalry: Medieval Warfare orientiert haben und die Steuerung fast gleichzusetzen mit der Konkurrenz ist.
Die Kämpfe sind dabei, ähnlich wie in For Honor, sehr taktisch und das Kampfsysytem zu meistern benötigt jede Menge Übung. Im Gegensatz zu Ubisofts Mittelalter-Titel sind hier Duelle aber eher eine Seltenheit, stattdessen treffen bis zu 64 Spielern aufeinander. Da ist auch mal ein Schwung mit einem Großschwert sehr effektiv, kommt aber mit einen höheren Risiko: So werdet ihr an vorderster Front oft auf zu viel Gegenwehr treffen und könnt gleichzeitig eure Teamkameraden verletzen. Nur wer wirklich weiß, mit seiner Waffe umzugehen und nicht blind in die feindliche Armee reinstürmt, hat eine Chance zu überleben. Unter anderem liegt es auch daran, dass ihr nicht sonderbar viele Treffer einstecken könnt. So sind auch die großen Schlachten sehr intensiv, was durch die brutale Darstellung noch verstärkt wird.
Fun Fact am Rande: Mordhau bezeichnet eine Taktik, in der ein Ritter sein Schwert an der Klinge fasst, um mit dem Knauf zu zuschlagen. Da ein Schwert nicht durch eine Plattenrüstung schneiden konnte, wurde so der Griff als Streitkolben genutzt, um den Gegner niederzuschlagen.
Mordhau im Test: Karten und Klassen
Der Frontline-Modus ist das Herzstück von Mordhau: Hier gilt es, gegnerische Ziele zu erobern und gleichzeitig die eigenen zu beschützen. Auf vier unterschiedlichen Schlachtfeldern geht es dann richtig zur Sache, denn bis zu 64 Spieler kämpfen gegeneinander. Die Karten sind dabei nicht sonderbar groß, dadurch treffen aber schnell viele Feinde
Quelle: PC Games
Mit dem Pferd seid ihr deutlich schneller unterwegs und teilt auch ordentlich aus. Dafür seid ihr aber auch ein großes Ziel.
aufeinander. Dazu gibt es immer Wege, um Gegner zu in die Seite zu fallen. Auf jeder Karte gibt es außerdem noch Pferde, welche sich gut eignen, um Reihen von Gegner durchzubrechen, und Katapulte. Dadurch gibt es auf den Schlachtfeld noch mehr zu tun und gleichzeitig kommt noch etwas mehr Tiefgang in die Gefechte. Die Karten erfüllen ihren Zweck ganz gut, nutzen jedoch nicht das volle Potenzial des Settings. Warum nicht asynchrone Karten, in denen etwa ein Team eine Burg erobern muss? Lediglich wenn ein Team alle Punkte erobert hat, muss sich die unterlegene Seite in ihre Burg zurückziehen - oftmals kommt es aber gar nicht soweit. Auch muss noch etwas an dem Balancing gearbeitet werden, denn einige Spawn-Punkte sind zu nah an den einzunehmenden Flächen. Dadurch hat ein Team oftmals die Überhand. Unter anderem kann nur immer ein Punkt eingenommen werden. Sich an der Schlacht vorbeizuschleichen und ein weiter entferntes Ziel einzunehmen, funktioniert nicht. Auch die Anzahl der Karten ist etwas ernüchternd, lediglich vier Schlachtfelder stehen zur Verfügung.
In dem Frontline-Modus stehen euch acht vorgefertigte Klassen zur Verfügung, die sich in Bewaffnung und Rüstung unterscheiden. Obligatorische Ritter und Bogenschützen dürfen da natürlich nicht fehlen. Aber auch Unterstützer gibt es, die unter anderem Medizintaschen verteilen oder Barrikaden aufbauen. Wer jedoch eine eigene Ritter-Klasse erstellen möchte, kann dies auch tun. Nach einem abgeschlossenen Match erhaltet ihr nämlich Gold, mit welchem ihr neue Ausrüstung kaufen könnt. Ebenso habt ihr die Wahl aus unterschiedlichen Verbesserungen. Damit dass alles aber balanciert bleibt und Spieler mit viel Gold nicht übermäßig stark sind, füllen Ausrüstungsteile und Verbesserungen eine Leiste. Ist diese voll, könnt ihr keine weiteren Änderungen durchführen. Eine eigene Klasse zu erstellen, ist sehr motivierend. Jedoch benötigt es einiges an Zeit, bis man die passenden Ausrüstungsteile zusammen hat. Dafür kann man seiner Kreativität freien Raum lassen und die passende Ausrüstung zur eigenen Spielweise kreieren.
Mordhau im Test: Spielmodi und Technik
Neben den Frontline-Modus gibt es noch weitere Gefechtstypen. Im Horde-Modus kämpft ihr mit anderen Spielern gegen Wellen an KI-Gegnern, die immer stärker werden. Nach einer abgeschlossenen Welle erhaltet ihr Geld, mit dem ihr euch im Match neue Ausrüstung
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Mit Katapulten lassen sich eine Menge Gegner ausschalten, jedoch solltet ihr auch auf eure Kameraden achten.
kauft. Die KI bietet eine gute Herausforderung, zum Teil ist die Anzahl der Gegner aber extrem hoch und der Schwierigkeitsgrad zieht unserer Meinung nach zu schnell an. Trotzdem bietet der Horde-Modus eine angenehme Abwechslung gegenüber den Standard-Gefechten und verlangt eigene Herangehensweisen.
Wer lieber alleine in den Kampf ziehen will, kann sich im Battle-Royal-Modus probieren. Wie üblich im Genre müsst ihr bessere Ausrüstung finden und versuchen, bis zum Schluss am Leben zu bleiben. Dieser Modus ist eine nette Dreingabe, doch gibt es da ein paar Probleme. Vor allem sind die Karten nicht auf diesen Modus ausgelegt und oftmals startet man nur wenige Meter von einem Gegner entfernt. Da kommt es dann vor allem auf Geschwindigkeit an. Auch sind die Wartezeiten sehr hoch, wodurch ein schnelles Ableben frustriert. Der Modus ist zudem auf 64 Spieler ausgelegt, jedoch war die Lobby in den von uns gespielten Partien nie ganz gefüllt. Aber selbst bei über 30 Spielern sind die Karten zu klein und zu schnell trifft man bereits auf Feinde. Wenn die Entwickler den Modus noch etwas anpassen, könnte dieser durchaus unterhalten. Die Basis dafür ist bereits gelegt und vor allem mit dem vielfältigen Kampfsystem könnte der Modus richtig spannend werden.
Quelle: PC Games
Als Bogenschütze solltet ihr euch erhöhte Positionen suchen und euch aus dem Schlachtgetümmel fernhalten.
Dazu gibt es noch (Team-)Deathmatch, sowie einen Skirmish-Modus. Doch wie die Horde- sowie Battle-Royale-Gefechte sorgen diese für ein wenig Abwechslung, auch wenn sie deutlich im Schatten des Frontline-Modus stehen und die Spieleranzahl hier nur sehr gering ist. All diese Optionen schaffen aber für ein angenehmes Gesamtpaket, obwohl nicht alle Spielmodi wirklich ausgreift sind.
Zum Schluss noch ein paar Worte zur Technik von Mordhau: Die Unreal Engine 4 lässt sich durchaus sehen und sorgt für schöne und vor allem flüssige Bilder. Auf dem Schlachtfeld kommt es zudem fast nie zu Lags oder Aussetzern, lediglich das Matchmaking funktioniert nicht immer einwandfrei. Oftmals wird man einem Spiel zugewiesen, nur um dann wieder im Hauptmenü mit der Fehlermeldung "Server konnte nicht betreten werden" zu landen. Auch der Beitritt eines Matches über den Serverbrowser funktioniert nicht einwandfrei.
Insgesamt bietet Mordhau jede Menge Mittelalter-Spaß. Die Kämpfe sind aufregend und mit der großen Auswahl an Waffen ist auch für jeden etwas dabei. Lediglich die geringe Anzahl der Maps und der unausgereifte Battle-Royal-Modus sind ein Manko. Trotzdem hat der Indie-Entwickler es mit weniger als zehn Mann geschafft, einen unterhaltsame Multiplayer-Titel hervorzubringen. Zudem kostet Mordhau lediglich knapp 25 Euro.
Das Testvideo zu Mordhau ist momentan noch in Arbeit. Wir werden dies nach Fertigstellung hier im Artikel ergänzen.
