Eine nicht so ganz obligatorische Sportsammlung liefert uns Ubisoft, doch kann der Titel ähnlich überzeugen wie Kinect Sports?
Während andere Hersteller dem Vorbild Wii Sports nacheifern, sorgt Ubisoft für regelrecht frischen Wind im bewegungssportlichen Sektor. Mit einer eher realistisch angehauchten Optik sowie vor allem für Wiederholungstäter vollkommen unüblichen Sportarten lockt der französische Publishe mit einer exklusiven Sammlung für Microsofts neuester Hardware. Dank Kinect spielt sich die schweißtreibende Freizeitbeschäftigung im heimischen Wohnzimmer und ohne Controller ab, doch kann MotionSports ähnlich wie Kinect Sports wirklich überzeugen?
Motion Sports
Auf dem ersten Blick lockt MotionSports mit einer Reihe von Sportarten, die bis dato eher weniger Anklang fanden. Bis auf Boxen, was wohl schon jeder einmal auf der Wii, der Playstation 3 oder mit Kinect Sports schon gespielt hat, sorgen Disziplinen wie Reiten, Skilauf, American Football und Drachenfliegen für neue Akzente, während zusätzlich unsere Königsdisziplin Fußball ebenfalls nicht fehlen darf. Nach dem Fotoshooting könnt ihr euch für einen Sport entscheiden und stellt recht schnell fest, dass jegliche Aktivität in mehrere mehr oder weniger sinnvolle Minispiele unterteilt wurde. Während beim Boxen mit jeder Runde einem neuen Gegner die Fresse poliert wird, gilt es beim Fußball oder American Football simple Reaktionstests und Geschicklichkeitsübungen zu überstehen.
Meist gähnend, selten mal anspruchsvoll
Motion Sports
Bei sechs Sportarten und bis zu neun Varianten ergibt sich immerhin eine satte Auswahl von über 40 Minispiele - was auf dem ersten Blick sehr löblich klingt. Ein zweiter zeigt aber auf, dass MotionSports auf Dauer alles andere als unterhaltend ist. Picken wir uns als Beispiel mal den beliebten US Sport heraus. Als Quaterback darf man bei American Football z. B. vier Würfe tätigen, welche möglichst beim Spieler landen sollten, oder aber ihr weicht den herannahenden Gegnern aus. Ein anderes Minispiel verlangt simples Ausweichen von Mauern mit springen, ducken und auf die Seite rennen. Das alles ist derart simpel, dass wohl nach 1-2 Runden mit hohen Rekorden die Luft raus ist. Auch Fußball macht hier keine Ausnahme. Immerhin macht Elfmeterschießen vor allem zu zweit Laune, wobei das Spielprinzip auch nur auf Standardaktionen zurückzuführen ist. Hat man den Dreh raus, kann man die Bälle gut halten. Nur schießen ist so eine Sache, da Kinect anscheinend die Bewegungen nicht immer plausibel anzunehmen weiß.
Motion Sports
Hier hat auch Boxen wahrlich seine Mühen und arge Probleme. Wie gewohnt können die Attacken des Gegenüber mit erhobenen Fäusten geblockt werden, doch vor allem spätere Gegner landen immer irgendwie Treffer. Selber aber kann man sich noch so abmühen, die Hiebe und Schläge landen meist in der Deckung des Kontrahenten und richten nur kaum wirklich was aus. Ärgerlicher ist aber vor allem, dass die eigenen Bewegungen nur selten wirklich ins Spiel übertragen werden und somit der Kampf von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Wer boxen möchte, sollte nach wie vor zu Sports Champions (Playstation 3 Move) greifen oder sich wenigstens in Kinect Sports vertiefen.
Motion Sports
Während vor allem die Ballsportarten mit zu kurzen und langweiligen Minispielen aufwarten, wissen zumindest die letzten drei sehr ungewöhnlichen Varianten ein wenig zu begeistern. Sowohl Reiten, als auch Ski laufen bzw. springen und Drachenfliegen haben ihre gewissen Reize. Mitunter einer der Gründe liegt darin, dass sich zum Beispiel Skilaufen bzw. auch Skispringen wesentlich realistischer verhält und eine Runde nicht nach nur wenigen Sekunden vorbei ist. Mit beiden Händen werden die Stöcke in den Schnee gepresst, während man mit der Neigung des Oberkörpers die Kurven anpeilt bzw. in die Knie geht, um etwas Schwung zu holen. Die Pisten sind nett und es macht durchaus Laune, durch Tore zu fahren oder im Weitsprung den Weltrekord zu schlagen.
Motion Sports
Ebenso begeistern kann das Drachenfliegen. In luftiger Höhe müssen heiße Quellen als Auftrieb genutzt und das Gleichgewicht gehalten werden. Die Kunst ist es, Geschwindigkeit, Flughöhe und Bewegung konstant zu halten und eine saubere Landung hinzulegen. Verschiedene Areale sorgen dabei für etwas Abwechslung. Während man zu Beginn noch über einen Canyon fliegt, versucht man sich später durch Häuserschluchten zu bewegen. Beim Reiten wiederum gilt es graziös über Hindernisse hinweg zu springen und neue Rekorde aufzustellen. Kein wirklich leichtes unterfangen. Schon die geringste Abweichung vom Kurs sorgt für Schweißperlen auf der Stirn und wird der Abschluss vor dem Sprung zu früh oder spät eingeleitet, sorgen Strafpunkte für das Aus.
