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  • MotoGP im Gamezone-Test

    Freunde des zweirädrigen Motorsports müssen sich auf der PSP mit mickrigen acht Strecken zufrieden geben.

    Formel 1 und Tour de France kennt jeder. Beim Stichwort MotoGP dürften die meisten von euch aber eher an ein neues Motorola Handy denken, als an eine Rennsport-Klasse für Motorrad-Prototypen, und das obwohl die MotoGP schon seit mehr als 50 Jahren besteht. Für alle, die ihre Wissenslücke schließen wollen, und natürlich auch für Fans von schnittigen Feuerstühlen, hat Namco seit einiger Zeit eine recht annehmbare Playstation 2 Umsetzung des schnellen Sports in petto, die nun auch ihren Weg auf die Playstation Portable gefunden hat.

    MotoGP MotoGP Es stinkt nach Sprit. An einem sonnigen Tag auf dem Sachsenring rasen einundzwanzig Fahrer auf ihren Feuerstühlen über den heißen Asphalt. Wie an einer Perlenkette gezogen bewegen sie sich auf die letzte Kurve vor der Zielgeraden zu, bremsen ihre Plastikböcke, legen sich in die Kurve und suchen den schmalen Grat zwischen Geschwindigkeit und Ideallinie. So wie in jeder Kurve kann auch hier der kleinste Fahrfehler das Rennen umdrehen, ganz zu schweigen von der Verletzungsgefahr bei einem Unfall, daher gehören spektakuläre Überholmanöver nicht zur Tagesordnung. Taktik ist Trumpf und starke Nerven werden vorausgesetzt. Das ist die Welt von MotoGP, der Internationalen Motorrad Rennsportliga, in welcher die Prototypen namhafter Zweirad-Hersteller in den Wettkampf geschickt werden. Die japanische Softwareschmiede Namco hat sich bei der Videospielumsetzung des Themas natürlich sehr viel Mühe gegeben, das Ambiente möglichst authentisch rüberzubringen, und so wirkt MotoGP im Vergleich mit anderen Rennspielen vielleicht etwas unspektakulär, doch freuen sich Rennspieler mit Hang zur Simulation und taktischem Rennverhalten dafür um so mehr.

    Da waren's nur noch acht

    MotoGP MotoGP Wie zu erwarten, ist die PSP Fassung von MotoGP nichts weiter als eine angepasste Playstation 2 Version. Der allgemeine Aufbau wurde jedenfalls 1 zu 1 übernommen, daher dürft ihr auch unterwegs wahlweise eine Saison mit den Daten des Jahres 2005 oder 2006 austragen. Mit einem von 30 Plastikbombern der Marken Ducati, Honda Kawasaki oder Suzuki, von denen zwei Drittel aber erst freigespielt werden wollen, dürft ihr also über diverse mehr oder weniger bekannte und originalgetreu nachgestellte Strecken wie den Sachsenring oder Donington Park heizen, um möglichst viele Meisterschafts-Punkte einzufahren. Leider ist die Streckenauswahl jedoch stark begrenzt. Die Preview-Version, die wir vor ein paar Wochen begutachtet hatten, ließ noch offen, wieviele Strecken tatsächlich in der Verkaufsversion implementiert werden würden, daher gingen wir davon aus, dass uns im Endprodukt eine volle MotoGP-Saison geboten wird, doch sind die gebotenen acht Kurse des fertigen Spiels ziemlich ernüchternd. Während die echte MotoGP Meisterschaft nämlich über 17 Strecken auf der ganzen Welt geht, dürfen wir uns hier nur auf europäischen Strecken austoben, was echte Fans wohl etwas enttäuschen dürfte, da gerade die amerikanischen Kurse, wie z.B. Laguna Seca, mit äußerst anspruchsvollem Streckenverlauf glänzen. Das ist ein echter Patzer, und ein Grund für dieses Vorgehen ist für uns nicht ersichtlich, da MotoGP kein Budget-Titel ist, der zu einem günstigen Preis über den Ladentisch geht. Für 45 Euro erwartet man einfach ein bisschen mehr als nur 8 Strecken. Sehr bedauerlich, denn das eigentliche Renngeschehen wurde anspruchsvoll umgesetzt. Die Fahrphysik wirkt jedenfalls recht realistisch und gibt Vollgas-Piloten keine Chance.

    In der Ruhe liegt die Kraft

    MotoGP MotoGP Wer bei diesem Spiel punkten will, muss vor allem eines haben: Geduld. Nur wer Runde um Runde konstant sein Rennen durchzieht und eine Menge Feingefühl für die Geschwindigkeit in den Kurven mitbringt, kann bei den Rennen punkten. Am besten ist es natürlich, die aktuelle Strecke im freien Training so lange zu üben, bis man jede Kurve im Schlaf fahren und sich so einen der vorderen Startplätze über den Qualifikationslauf sichern kann. Wer darauf verzichtet, wird im Rennen mit Sicherheit vom letzten Platz aus starten, was eine Platzierung im Spitzenfeld unmöglich macht, aber nicht bedeutet, dass sich Namcos Rennspektakel nicht auch für ein Spielchen zwischendurch eignet. Insgesamt gibt sich MotoGP durchaus flexibel. Ihr dürft z.B. nach jedem Lauf speichern oder das Spiel verlassen und auch was die Fahrweise angeht, lässt man dem Spieler relativ freie Hand. Ihr habt einerseits die Wahl zwischen einem eher arcademäßigen Gameplay mit relativ einfacher Steuerung, und einem Simulations-Modus, der selbst echte Profis fordert, da noch stärker auf die Balance des Fahrers bzw. eine angemessene Geschwindigkeit in Kurven geachtet werden muss. Auf der anderen Seite dürft ihr auch diverse Fahrhilfen, die euch die Beherrschung eures Zweiradgeschosses erleichtern, aktivieren bzw. deaktivieren. Rein von der theoretischen Umsetzung könnte MotoGP für PSP also vor allem Simulations-Freunde begeistern. Doch hat das Programm leider auch einige Schwächen, die selbst hartgesottenen Fans des Rennsports den Spaß auf Dauer verderben können.

    Sand im Getriebe

    MotoGP MotoGP Der schlimmste Lapsus ist leider das Fehlen eines unterhaltsamen Spielkonzepts, denn ihr klappert einfach eine Strecke nach der anderen ab, ohne irgendwelche Interaktionen zwischen den Rennen geboten zu bekommen. MotoGP lässt sich am ehesten als ein Knochengerüst mit lose zusammenhängenden Einzelrennen bezeichnen. Ein Schwätzchen mit dem Team eures Rennstalls oder Tipps zum aktuellen Kurs sucht ihr zum Beispiel vergebens. Da es zudem keine echten Tuningmöglichkeiten gibt und ihr im Laufe einer Saison an ein von euch gewähltes Motorrad gebunden seid, ist der Spielablauf trockener als eine abgestandene Flasche Chardonnay. Man reißt einfach alle Strecken einer Saison nacheinander ab und hofft, genug Punkte zu machen, um auch in der nächsten Saison für den gleichen Rennstall arbeiten zu dürfen und so weitere Motorräder freizuspielen. Schafft man dies in einer Saison nämlich nicht, fliegt man hochkant aus dem Team und muss sich ein anderes aussuchen. Ehrlich gesagt ist diese Reglung ziemlich sinnlos, da euer Rennteam im Rest des Spiels quasi nicht existent ist und es so keinen Unterschied macht, ob man nun für Honda oder Suzuki fährt, wenn man mal von den Stärken und Schwächen der Motoren absieht.

    Sichtweite vs. Framerate

    MotoGP MotoGP Leider ist MotoGP in audiovisueller Hinsicht ebenso durchwachsen wie im Gameplay. In der Theorie ist die grafische Umsetzung von der Playstation 2 gut geglückt, denn abgesehen von den leicht vereinfachten Schatten und abgespeckten Texturen für einige Hintergründe, bekommt man hier durchaus PS2 Qualität geboten. Vor allem die Sichtweite ist sensationell, da es so gut wie keine Pop-Ups gibt und der Horizont weit in der Ferne liegt. Alle gegnerischen Fahrer vor euch werden ebenfalls auf dem Screen angezeigt, selbst wenn sie durch die Entfernung nur noch grobe Pixelhaufen sind. Die PSP Hardware quittiert dies jedoch mit einer stark schwankenden Framerate, die zwar nie auf ein unspielbares Niveau herunterfällt, aber dennoch das Fahrvergnügen ein wenig trübt. Da auf den Strecken sowieso nicht viel zu sehen ist, fragt man sich nämlich schnell, was einem die hohe Sichtweite eigentlich nützen soll. Die wenigen Gebäude und Randdetails der unspektakulären Profikurse rechtfertigen die schwankende Framerate jedenfalls nicht. Den Horizont etwas weiter vorzuziehen oder zumindest einige der weiter entfernten Fahrer zugunsten einer flüssigeren Grafik auszublenden, wäre jedenfalls die bessere Lösung gewesen, denn gerade bei einem Rennspiel macht sich eine instabile Bildrate stark bemerkbar, selbst wenn die Spielbarkeit in diesem Fall dadurch nicht beeinflusst wird. Vielleicht hätte auch ein gehöriges Finetuning geholfen, denn einige wenige Passagen bestimmter Strecken sind wirklich butterweich und lassen zumindest erahnen, welche Qualität Namco erreichen wollte. Der absolute Tiefpunkt dieser UMD ist jedoch die Hintergrundmusik. Die Techno- und Rocktracks die Namco hier verbraten hat, sind teilweise wirklich einfallslos, zudem mangelhaft arrangiert und einfach nur unterirdisch schlecht. Ein derart akzentloser Soundtrack ist uns bei einem Rennspiel jedenfalls noch nicht untergekommen. Pfui Namco, in dieser Hinsicht sind wir doch eigentlich besseres gewohnt. Zum Glück sind wenigstens die Motorensounds anspechend.

    MotoGP (PSP)

    Singleplayer
    6,7 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    5/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Überzeugende Umsetzung der sehr taktischen Motorrad-Rennen
    schöne Grafik mit netten Beleuchtungseffekten
    erstaunlich gute Sichtweite
    Multiplayer-Modus (ad-hoc) für bis zu 8 Spieler
    Nur acht Strecken
    stark schwankende Framerate
    nichts für Ungeduldige und Arcade-Rennspieler
    liebloses Gesamtkonzept
    langweiliger und akzentloser Soundtrack
  • MotoGP
    MotoGP
    Publisher
    Namco Bandai
    Developer
    Namco Bandai
    Release
    27.10.2006

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MotoGP
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http://www.gamezone.de/MotoGP-Spiel-23837/Tests/MotoGP-im-Gamezone-Test-990971/
30.10.2006
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2006/08/MotoGP02.jpg
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