Die Entwickler haben sich viel Kritik der Spieler zu Herzen genommen, trotzdem ist noch Spielraum nach oben.
"NBA 2K10" für die Wii war das letztjährige Sorgenkind. Weder spielerisch noch technisch konnte der Titel auch nur annähernd mit den anderen Umsetzungen der Basketballfranchise mithalten. Ein Grund hierfür war wohl, dass die Entwickler einfach zu viel bei ihrem "NBA 2K"-Erstlingswerk für die Wii wollten und so bezüglich der abgelieferten Qualität genau das Gegenteil bewirkten. 12 Monate sind nun ins Land gezogen - genug Zeit also sich der Kritik zu stellen und die lange Mängelliste abzuarbeiten. Hier das Ergebnis...
Bessere Bewegungserkennung, schlechterer Zugang
NBA 2K11
Der Vorgänger auf der Wii hatte vor allem ein Problem: Er war nur mit dem Classic Controller wirklich spielbar. Die eigentliche Standardperipherie Nunchuk und Remote konnte man bei "NBA 2K10" getrost im Schrank liegen lassen, da aufgrund der total verhunzten Bewegungserkennung damit vor allem Frust und überhaupt kein Spielspaß aufkam. 12 Monate später hat sich die Lage zwar nicht gravierend verbessert, aber zumindest merkt man nun, dass die Entwickler versucht haben, sich der teilweise heftig kritisierten Mängel anzunehmen. Das Ergebnis: Viele Aktionen laufen nun tatsächlich so ab, wie man es erwartet. Zwar sind nach wie vor Verzögerungen bei der Erkennung zu spüren und auch ein komplettes Ignorieren euerer Verrenkungen vor dem Bildschirm wird euch weiter durch den Titel begleiten, aber alles im deutlich geringeren Masse.
NBA 2K11
Dafür zeigt sich dem geneigten User aber ein neues Problem. Die überladene Steuerung. In diesen Wust an Bewegung mit der Wii-Fernbedienung, samt gleichzeitigen Drücken eines Knopfes, sowie Benutzen des Control Sticks kann man sich schnell verlieren. Teilweise weiß man aufgrund des fehlenden Überblicks am Ende nicht mehr, welche Aktion man eigentlich ausführen wollte. Mit natürlich verheerenden Folgen auf das eigentliche Spielgeschehen. Und leider fehlt es auch komplett an einer Möglichkeit gewisse Aktionen von der CPU übernehmen zu lassen, um sich so z. B. mit der Steuerung Schritt für Schritt vertraut zu machen. Nein, "NBA 2K11" wirft euch gleich ins kalte Wasser und zwingt euch, vor den ersten Spielen gegen eine nach wie vor enorm realistisch und klug agierenden KI, praktisch das komplette Benutzerhandbuch auswendig zu lernen.
NBA 2K11
Es bleibt also dabei, wirklich spielbar ist auch der aktuelle Ableger der Basketballfranchise nur, wenn ihr euch für die Steuerungvariante Classic Controller entscheidet. Dann kommt ihr auch in den Genuss die spielerische Erweiterung, welche Take2 auch der Wii-Umsetzung spendiert hat, wirklich benützen, vielleicht sogar genießen, zu können. Dribbling am Mann waren schon von jeher eine Schwäche von Basketballumsetzungen und genau dieser nimmt sich "NBA 2K11" nun an. Durch die so genannte "IsoMotion-Dribbling-Steuerung" werden euch neue Elemente an die Hand gegeben bzw. auf den Controller gelegt, die es ermöglichen sollen, durch schnelle Aktionen die gegnerische Abwehrreihe noch besser überwinden zu können. Hesitation, Crossover, Half-Spin oder Stepback stellen somit kein Problem mehr dar - aber nur, wenn ihr auch bereit seid, etwas Übungsarbeit zu investieren, denn die ist durch die Komplexität der erweiterten Steuerung ein absolutes Muss.
Become The Greatest
NBA 2K11
Darauf haben die Basketballfans schon seit Jahren gewartet: Michael "Air" Jordan in digitaler Form, komplett spielbar und mit speziellen Modis. Genannt wird das Ganze dann innerhalb von "NBA 2K11" die "Jordan-Herausforderung". 10 Spiele der Vergangenheit, gespickt mit 10 Aufgaben, gilt es hierbei zu bewältigen. Erfüllt ihr selbige gibt es als Belohnung die obligatorischen Schuhe, Trikots usw., aber eben auch die Freischaltung einer besonderen persönlichen Karriere. In "MJ: Erstellung einer Legende" habt ihr dann die Möglichkeit Jordans Karriere vom Rookie-Draft bis zu seinen diversen Meisterschaftserfolgen nachzustellen. Einfach nur genial.
NBA 2K11
Genial ist übrigens auch das, was ihr unter dem Menüpunkt "Mein Spieler" finden werdet. Kein Karrieremodus bildete das Leben eines kommenden NBA-Stars auf und neben dem Spielfeld bisher so realistisch ab. Das Spiel auf dem Court spielt zwar nach wie vor eine große Rolle, ist hierbei aber nicht mal das Highlight. Das Highlight ist nämlich der Aufgabenbereich abseits der Matches, also genau das was ein Profispieler sonst noch so zu erledigen hat. Neben den Verhandlungen mit Werbepartnern oder den Vereinsbossen, kommt bei "Mein Spieler" vor allem den Pressekonferenzen eine besondere Bedeutung zu. Selbige sind nämlich nicht nur mitreißend präsentiert, sondern eben auch realistisch integriert. Ihr wollt euch ein bestimmtes Image innerhalb des Teams oder der Liga zulegen? Die Pressekonferenz gibt euch die Möglichkeit. Durch die Art - von arrogant bis schüchtern - der Beantwortung der dort gestellten Fragen habt ihr direkten Einfluss auf euer Standing und könnt so zur Meinungsbildung der virtuellen Öffentlichkeit direkt beitragen. Überhaupt ist es so, dass es innerhalb des Karrieremodus keinen Bereich gibt, der nur schnödes Beiwerk wäre. Alles hat seinen Sinn und alles muss von euch auch irgendwie beachtet werden. Wer einen tiefgängigen, fordernden und vor allem zeitintensiven Modus gesucht hat, ist mit "Mein Spieler" absolut fündig geworden.
