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NHL 13 (X360)

Release:
13.09.2012
Genre:
Sportspiel
Publisher:
Electronic Arts

NHL 13 im Gamezone-Test: Dank Realismus und Umfang das beste Hockeyspiel am Markt

20.09.2012 18:06 Uhr
|
Neu
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Mal wieder Lockout in der NHL. Mal wieder geht es primär ums Geld. Die anderen Eishockeyligen, vor allem in Europa, freut es, kommen sie doch so in den Genuss einiger arbeitsloser NHL-Stars. Ehrhoff soll das Team der Krefeld Pinguine verstärken und somit die DEL bereichern, Nash und Thornton sind auf dem Weg nach Davos, also in die Schweizer National League und Jagr zieht es in seine tschechische Heimat. NHL-Power, so nah wie selten. Da passt es doch perfekt, dass gerade jetzt EA Sports den aktuellen Ableger ihrer NHL-Reihe in die deutschen Läden bringt. Also Schlittschuhe angeschnallt und ab aufs Eis.

NHL 13 im Gamezone-Test (1) NHL 13 im Gamezone-Test (1) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Reales Skaten?

Ob es nun eine echte Gameplay-Revolution der Serie darstellt, wie uns Electronic Arts in ihren Werbetexten erzählen will, mögen wir mal bezweifeln, eine Veränderung des Spielgefühls wird durch die neue Physik-Engine True Performance Skating aber auf jeden Fall erzeugt. Der Stick als reine Richtungsvorgabe ist passé, nun wird durch ihn auch bestimmt mit welcher Geschwindigkeit, mit welcher Explosivität und mit welcher Agilität sich der gewählte Spieler bewegen soll. In grauer Vorzeit wurden Sprints bzw. Geschwindigkeitsschubs durch die sogenannten Boost-Tasten kaum realistisch erzeugt, im aktuellen NHL 13 bekommt das Ganze hingegen jetzt deutlich mehr Simulationscharakter. Der Ablauf ist dabei so simpel, wie genial: Je stärker man den Stick in die jeweilige Richtung drückt, desto höher wird die Geschwindigkeit des Alter Egos. Sprints aus dem Stand sind so genau so möglich, wie stetige Beschleunigungen während des Skatens, natürlich alles immer auf Kosten der Ausdauer und unter der verstärkten Berücksichtigung der Spielerwerte bzw. -fähigkeiten. Große, schwere Spieler steuern sich somit komplett anders, als kleine, leichte - technisch versierte anders, als robuste. Ganz nebenbei hat die Geschwindigkeit des Eishockeycracks natürlich auch Auswirkung auf seine sonstigen Aktionen. Je schneller der virtuelle NHL-Star auf dem Eis unterwegs ist, umso weniger Kontroller hat er über den Puck, umso träger werden seine Richtungsänderungen und umso schwieriger wird das Ansetzen von Checks in der Verteidigung bzw. Dekes im Angriff. Übrigens, in Verbindung mit dem Skill Stick, also der Bedienung des Schlägers über den Stick, zeigt sich die Steuerung von NHL 13 somit als richtig tiefgängig. Aber auch fordernd, denn sich einfach mal schnell vor die Konsole zu hocken und drauf loszuzocken, kann man absolut vergessen. Training bzw. Übung ist hier das Stichwort. Oder ihr entscheidet euch für das Umschalten auf eine der diversen anderen Steuerungsvarianten, aber dann entgeht euch eindeutig der realistische Teil des Gameplays.

NHL 13 im Gamezone-Test (2) NHL 13 im Gamezone-Test (2) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Und sonst? Spielerisch wurde vor allem noch eine Art Feintuning der Künstlichen Intelligenz vorgenommen. Die NHL-Serie konnte schon die letzten Jahre mit teilweise sehr realistisch agierenden CPU-Mit- bzw. Gegenspielern dienen, trotzdem wurde im aktuellen Ableger nochmals an diversen Änderungsschräubchen gedreht. Und das Ergebnis kann sich auch durchaus sehen lassen: Teammitglieder laufen sich jetzt einen Tick besser frei, gegnerische Abwehrreihen antizipieren eure Spielzüge etwas genauer und die Torhüter geben sich noch unüberwindbarer. EA nennt dieses verbesserte KI-System übrigens Hockey I.Q. - gemeint ist damit eine ganzheitliche Betrachtung des Gegners durch die CPU, d. h. unter anderem, dass jetzt nicht nur mehr der Puck-führende Spieler beachtet wird, sondern auch die Aktionen der anderen Spieler in die Berechnung einfließen und somit direkte Auswirkung auf das Handeln der computergesteuerten Mannschaftsteile haben. Vor allem bei Spielen eben gegen jene CPU merkt man dann auch, dass sich der allgemeine Schwierigkeitsgrad leicht nach oben bewegt hat, und zwar gerade in der Offensive. Tore müssen noch präziser, noch härter erarbeitet werden, da sich ständig ein gegnerischer Spieler in Pass- oder Schussweg zu stellen droht. Besonders lobend sei hierbei erwähnt, dass dem One-Timer wieder mehr Stellenwert eingeräumt wurde und er somit deutlich häufiger zum Erfolg führt als noch bei NHL 12.

04:41
NHL 13: Umfangreiches Gameplay-Video
Für die Verwendung in unseren Foren:


Der Umfang geht online

Die Eishockeyfranchise NHL von EA Sports war schon die letzten Jahre ein wahres Umfangsmonster: Das obligatorische schnelle Spiel, die Winter Classics, Hockey Ultimate Team, Be a GM / Pro / Legend, die Playoffs, eine selbsterstellte Saison, der Turniermodus, das umfangreiche Training und für den kurzweiligen Spaß das oberflächliche Shootout, das alles natürlich je nach Wahl on- oder offline. Langeweile war also schon in den Vorgängern kaum zu befürchten - und Langeweile ist auch in NHL 13 kein Thema. Warum? Die aufgezählten Spielvarianten sind ohne Abstrichen, aber leider auch nur mit sehr marginalen Verbesserungen bzw. Erweiterungen, darunter das in den Modus Winter Classic integrierte Event aus dem Jahr 2012 oder die neue Optik des Hockey Ultimate Team, auch im aktuellen Ableger enthalten.

NHL 13 im Gamezone-Test (3) NHL 13 im Gamezone-Test (3) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Komplett neu hingegen ist GM Connected und NHL Moments Live. Letzteres folgt dem Trend in Sportspielen die Möglichkeit anzubieten, vergangene Highlights mitzuerleben und hierbei gestellte Situationen nachzuspielen. Dieser Herausforderungsmodus bietet euch Spielszenen aus der NHL-Geschichte der letzten 30 Jahre, die ihr im bekannten Muster in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen lösen könnt. Schade nur, dass auch die älteren Szenarien immer ins Jahr 2012 projiziert werden und somit dieser "Schöne alte Zeit"-Flair, welchen z. B. ein NBA 2K mit seinen Zeitsprüngen erzeugen kann, bei NHL 13 nicht geboten wird. Zumindest sollen, laut Plänen von EA, per Download ständig neue und hoch aktuelle Ereignisse zur Verfügung gestellt werden. Sehr löbliches Vorhaben, allerdings können wir zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch keinerlei Aussagen bezüglich der Qualität und Quantität dieses Service tätigen.

GM Connected ist die zweite größere Neuerung. Hinter dieser Bezeichnung versteckt sich nichts anderes als eine leicht abgespeckte Online-Variante von Be a GM. In einer eigenen NHL könnt ihr hier, allein oder mit einigen Freunden, eins von 30 Teams spielen, lenken und managen. Der Aufbau ähnelt dabei zwar der Offline-Karriere, bietet auch wie diese eine gewisse Spieltiefe, ist insgesamt aber leichter zugänglich. Man merkt halt doch, dass es primär darum geht den Online-Spielspaß auf dem Eis zu vermitteln und dass die integrierten Manageraspekte nur ein nettes, aber durchaus erwähnenswertes Beiwerk sind. Stimmen die Zahlen, nachprüfen konnten wir das bei unserer Testsession natürlich so nicht, dann sollen sich laut Publisher insgesamt bis zu 750 User innerhalb solch einer selbst generierten GM Connected Liga tummeln können. Beachtlich. Insgesamt bietet dieser neue Modus vor allem den Onlinespielefans aber auf jeden Fall eine neue, sehr intensive Möglichkeit sich mit NHL 13 auseinanderzusetzen.

Bleibt noch zum Abschluss die Frage zu klären, welches Lizenzpaket uns EA mit dem aktuellen Ableger geschnürt hat. Um es gleich vorweg zu nehmen, viel getan hat sich hier zum letzten Jahr nicht. Die Roster sind in der NHL und AHL nahezu auf dem neuesten Stand gebracht worden. Weniger aktuell ist man bei den restlichen enthaltenen Ligen, allen voran der DEL, die wohl durchgängig auf ältere Daten basieren. Schade ist in diesem Zusammenhang übrigens, dass man weiterhin nur die NHL, AHL bzw. die entsprechenden kanadischen Nachwuchsligen, wie etwa CHL, in sämtlichen Be a - Modis bespielen kann. Für DEL, National League, Extraliga, SM-Liiga und Eliteserien wird nach bekannten Muster nur die Saison als längere Spielvariante anboten.

Wie gehabt: Tolle Grafik, schwacher Kommentar

NHL 13 im Gamezone-Test (4) NHL 13 im Gamezone-Test (4) [Quelle: Siehe Bildergalerie] An der Technik hat sich im Vergleich zum Vorgänger praktisch nichts getan. Und das ist schade, denn so kommen wir auch heuer wieder in den Genuss dieses mittlerweile schon einige Jahre alten englischsprachigen Kommentatorenduos, dessen Sprüche uns nun endgültig den letzten Nerv kosten. Ständige Wiederholungen, teilweise wirre Analysen und kaum stimmiges Timing wären an sich schon ein absolutes "No Go", richtig schlimm wird das Ganze aber dadurch, dass wir das alles bereits aus NHL 12 - und einigen Vorgängern - kennen. Stumm- bzw. Abschalten bleibt wie immer das probateste Mittel. So bekommt man dann auch die tolle Qualität der akustischen Fanunterstützung bzw. des On-Ice-Sounds besser mit.

Deutlich mehr verschmerzen kann man da schon, dass sich die Grafik nicht geändert hat, schließlich bot bereits der Vorgänger eine wirklich sehr ansehnliche Optik. Eine tolle Präsentation, sehr schön gezeichnete Spielergesichter samt stimmiger Mimik, passende Eisspiegelungen, schöne Details abseits des Spielareals und nett animierte 3D-Zuschauer, alles was uns bereits in NHL 12 begeistert hat, tut dies ohne Abstriche auch im aktuellen Ableger. Einziger Kritikpunkt bleiben die teilweise nicht wirklich flüssigen und realistischen Bewegungsabläufe. Immer noch dürfen wir die ein oder andere hölzerne Animation beobachten oder ärgern uns über kaum realistisch integrierte Sturzsequenzen. Insgesamt bleibt die Grafik aber trotzdem auf einem enorm hohen Niveau, es fehlt allerdings das gewisse Etwas bzw. der gewisse Unterschied zum Vorgänger.

   
Thomas Pfnür
Umfangreich und realistisch - so muss es sein!
Kommen wir nun zur Frage aller Fragen: Weshalb soll man sich NHL 13 kaufen? Ganz einfach, weil es aktuell kaum ein realistischeres und inhaltlich umfangreicheres Eishockeyspiel auf dem deutschen Markt gibt. Grafik und Sound mögen sich zum Vorgänger nicht oder nur sehr gering geändert haben, dafür wurde aber das Gameplay nochmals um einen wirklich tollen Aspekt erweitert. True Performance Skating ist jetzt zwar nicht die angekündigte Revolution, aber Fakt ist auch, realistischer hat man bisher sein Alter Ego noch nie übers Eis steuern dürfen. Und das Umfangsmonster wurde nochmals aufgerüstet. Mit GM Connected und der damit möglichen Online-Karriere, sowie mit dem neuen Moments Live gibt es für Sport- und Spielefans praktisch keinen Grund mehr sich mit NHL 13 wirklich zu langweilen. Hätte jetzt noch der Kommentar und die Animationsberechnung eine Überarbeitung spendiert bekommen, die Auszeichnung „perfektes Spiel“ wäre nicht mehr so weit entfernt gewesen. So wissen wir aber wenigstens, dass es selbst für NHL 14 durchaus noch den einen oder anderen Kaufgrund geben könnte.
   
NHL 13 (X360)
Singleplayer-Wertung

9,1 /10
Leserwertung
(3 Votes):
9,3
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
9/10
9/10
7/10
9/10
9/10
teilweise sehr realistische Animationen der Spieler, aber…
…, aber auch teilweise sehr hölzerne Animationen
sehr schöne Präsentation, aber…
…, aber auch kaum geänderte Präsentation
gute Stimmung in den Arenen, aber…
…, aber enorm schwacher englischsprachiger Kommentar- spielerisch über weite Strecken wie der Vorgänger
01:37
NHL 13: Der Launch-Trailer
Für die Verwendung in unseren Foren:
Erfahrener Benutzer
Moderation
20.09.2012 18:06 Uhr
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Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
19.11.2012 07:56 Uhr
Nee, eine PC-Version wird es nicht geben.
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
18.11.2012 21:50 Uhr
Servus, gibts des au noch iwann für PC?
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
21.09.2012 06:51 Uhr
Genau, das mit der Sponsorenwerbung habe ich aber gemeint - gerade die DEL-Trikots sehen ohne die Original-Sponsoren so "clean" aus und somit auch nicht wirklich original. 

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