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  • Necrovision: Zombies in Schützengräben - Leser-Test von BigJim

    Ego-Shooter, die zur Zeit des Zweiten Weltkrieges spielen, gibt es wie Sand am Meer. Manchmal schon so viele, dass sie einem fast schon zum Halse raushängen.. Was den 1. Weltkrieg betrifft, ist es genau umgekehrt. Der Erste Weltkrieg (1914-1918) wurde von Entwicklern stets vernachlässigt. Ein wesentlicher Grund mag darin liegen, dass jene Epoche vergleichsweise wenig an Waffentechnologie zu bieten hat(te). Und ein umfangreiches Arsenal von Waffen gilt häufig nun einmal als Vorbedingung für einen abwechselungsreichen Shooter. Freilich gab es bereits vor Jahren den Versuch, das WW1-Szenario wenigstens in Ansätzen zu beleben. Iron Storm (2002) ging in die Richtung, ebenso wie die dazugehörige spätere Neuauflage World War Zero. Beide Titel versanken jedoch in der Masse der (WW2-)Shooter, was im Fall von Iron Storm sicherlich auch mit dem sehr hohen Schwierigkeitsgrad zusammenhing, der vor allem Gelegenheitsspieler nah an ihre Frustrationstoleranzgrenze führte und daher viel Spielspaß kostete. Der Ego-Shooter Necrovision lässt die WW1-Thematik erneut aufflammen. Hinter dem Projekt stehen die polnischen Teammitglieder von The Farm 51, welche zu einem Teil schon an der Dämonen-Ballerei Painkiller mitgewirkt haben.

    In diesem ersten Necrovision - eine Fortsetzung unter dem Titel Necrovision 2: Lost Company erschien im April 2010 - steuern wir den US-Soldaten Simon Buckner. Der gerät im Kriegsjahr 1916 in einen Hinterhalt. Deutsche Truppen vernichten fast seine ganze Einheit. Buckner kann sich zusammen mit einem Kameraden noch im letzten Augenblick in einen Unterstand flüchten und dort verschanzen. Als er die unterirdische Deckung wieder verlässt, scheint nichts so geblieben zu sein, wie es mal war. Zwar wütet der Weltkrieg in seiner ganzen Unerbittlichkeit weiter, aber unsere Gegner sind diesmal nicht nur die feindlichen Truppen der Deutschen Reichswehr, sondern auch allerhand Dämonengestalten. Und so haben wir es in den nächsten acht bis zehn Spielstunden zusätzlich noch mit Heerscharen äußerst aggressiver Zombies zu tun, die dem Helden in Schützengräben und Schlachtfeldern auflauern. Wie es dazu kam und was es mit all der Teufelsbrut auf sich hat, erschließt sich uns nur bruchstückhaft. Wenn überhaupt. Denn die Story ist schon ziemlich wirr. Einen näheren Sinn sucht man vergeblich. Verfügte Painkiller noch über so etwas wie eine halbwegs interessante Hintergrundgeschichte, so wirkt dieser ganze Grusel-Hokuspokus im Ersten Weltkrieg schon ziemlich aufgesetzt.

    Überhaupt sind die Gemeinsamkeiten mit Painkiller unübersehbar. Nicht nur was Monster und Grafik-Engine betrifft, auch das Spielprinzip ist nahezu identisch. Hier wie dort geht es stets darum, sich von Mission zu Mission zu kämpfen, die Level feindfrei zu putzen und im Sauseschritt von A nach B zu gelangen. Obwohl Necrovision sehr linear angelegt ist, fällt dies in diesem WW1-Shooter weniger negativ auf als seinerzeit in Painkiller. Das hängt wohl damit zusammen, dass die Grabensysteme mit all ihren Unterständen und den angrenzenden Stacheldrahtsperren und Ruinen verzweigter erscheinen. Geistig überfordert wird man natürlich auch in Necrovision nicht. Im äußersten Fall müssen wir mal einen Gegenstand finden oder einen Hebel umlegen, um eine Starkstromleitung zu deaktivieren oder eine Tür zu öffnen. Medipacks und Munitionsbestände finden sich ausreichend in den Leveln verteilt. Man stolpert förmlich drüber, muss diese Dinge also nicht lange suchen. Eine Kompassanzeige erleichtert uns die Orientierung. Die Story - so man sie denn als solche bezeichnen will - wird anhand von mehr oder weniger gelungenen Zwischensequenzen fortgesponnen. Meist treffen wir auf befreundete oder feindliche Soldaten, die durch ihre Bemerkungen direkt oder indirekt Hinweise geben. Mitunter erscheint auch eine Dämonen-Visage am Himmel, die zu uns spricht und dabei lauter Drohungen und unheilvollen Beschwörungen ausstößt. In den Spielabschnitten finden sich außerdem schriftliche Briefe mit ähnlichen Inhalten.

    Das Angebot an Waffen ist für einen WW1-Shooter relativ umfangreich: Pistolen, Sturm- und Scharfschützengewehre, (stationäre) MGs, Schrotflinte und Sprengstoffe erfüllen ihren Zweck und sind überaus hilfreich bei der Bekämpfung der Teufelsbrut. Interessant: Bestimmte Waffen lassen sich auch beidhändig kombinieren; so können wir z.B. in der linken Hand ein Messer und gleichzeitig mit der rechten eine Pistole benutzen. Die kleineren Waffen eignen sich besonders gut für Nahkämpfe (mit der Strg-Taste vollbringt unser Mann sogar Fußtritte), bei Fernkämpfen hingegen kommen meist langläufige Gewehre zum Zuge. Neben einem kurzzeitig verfügbaren Notfallmodus, der uns für wenige Augenblicke unverwundbar macht, haben wir stellenweise noch Zugriff auf eine Gasmaske, um mit Giftgas verseuchte Abschnitte unbeschadet durchqueren zu können. Unsere Gegner steigern sich. Anfangs sind es noch ganz einfache Soldaten (wobei der ein oder andere schon stark nach Zombie aussieht), später dann recht abgedrehte Kreaturen wie Höllenhunde, fliegende Feuerrochen, Spinnenwesen usw., die meist in größerer Zahl auftreten. Am Ende bestimmter Spielabschnitte werden wir mit speziellen Boss- und Zwischengegnern konfrontiert; mit Zyklopen im XXL-Format, Phantomen und allerhand anderen gigantischen Ausgeburten der Dämonenwelt, die naturgemäß etwas schwerer zu bezwingen sind. Schauplätze der actionreichen Ereignisse sind zunächst Schützengräben und Bunkerstellungen, nachher aber auch Festungs- und Tempelanlagen bis hin zur Hölle, wo Satan persönlich auf uns wartet und zum finalen Duell bittet. Am Ende der jeweiligen Kapitel wird eine Missionsstatistik eingeblendet, die den Spieler über nähere Details (Anzahl der abgegebenen Schüsse, Zahl der Getöteten, gefundene Briefe etc.) informiert. Hat man bestimmte Herausforderungen gemeistert (z.B. 100 Zombies nur mit der Schaufel vernichtet), winken uns zusätzliche Waffen als Belohnung.

    Necrovision bietet mehrere Schwierigkeitsgrade (z.B. "Mann der Tapferkeit"), die je nach persönlichen Voraussetzungen und Vorlieben Einsteigern und Hardcore-Gamern gerecht werden. Das Spiel präsentiert sich - dem Szenario entsprechend - insgesamt düster. Trotz dunkler Gänge und der an sich unheimlich-bedrohlichen Szenerie kommt allerdings selten Gruselatmosphäre auf. Alles ist vorhersehbar, Schockeffekte bleiben aus. Die Grafik ist solider Durchschnitt und mehr zweckmäßig als spektakulär, wodurch die Hardwareanforderungen gleichzeitig aber auch niedrig gehalten werden konnten, was vor allem für Besitzer älterer Rechner von Interesse sein dürfte. Verwisch- und Zeitlupeneffekte sehen aber ganz ordentlich aus. Der Sound schwankt. Die Synchronisation ist eher mäßig (vor allem der gezwungen wirkende US-Akzent einiger Soldaten) und bestimmte Waffen (z.B. eine Pistole) klingen etwas blechern. Leider lässt sich unser Held zu oftmals dümmlichen Aussagen verleiten ("Du forderst mich heraus? Tu mir einen Gefallen - und stirb!" oder "Nicht nett, nicht clever. Das ist o.k. für mich.").

    Die Spielzeit (Singleplayer) ist mit ca. 10 Stunden annehmbar. Wer möchte, kann sich danach noch im Multiplayer-Modus versuchen, sofern er auf den Servern genügend menschliche Mitspieler antrifft. Wer schnörkellose Baller-Action in der Art von Painkiller mag, der kann es mit Necrovision ebenfalls versuchen. Allerdings sollte man der englischsprachigen Uncut-Version den Vorzug geben. Die deutsche Fassung ist stark geschnitten. So können in der bundesrepublikanischen Verkaufsausführung z.B. keine Gliedmaßen durch Beschuss abgetrennt werden und es spritzt kaum Blut. Und beides sollte nach Möglichkeit nicht fehlen in einem Höllen-Shooter.

    Negative Aspekte:
    Mäßige (deutsche) Synchronisation; BRD-Version geschnitten.

    Positive Aspekte:
    Reichlich Action; interessantes Szenario (1. Weltkrieg); akzeptable Spielzeit.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Necrovision

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    6.0
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    6/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    5.5/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Necrovision
    Necrovision
    Publisher
    cdv Software Entertainment AG (DE)
    Developer
    The Farm 51
    Release
    30.04.2010

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Necrovision
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17.05.2010
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