Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Necronomicon: Das Mysterium der Dämmerung - Das Buch der Toten - Leser-Test von BigJim

    Die französischen Entwickler aus dem Hause Wanadoo sind auf dem Gebiet der Grusel-Adventures keine Unbekannten. Das Team war schon für so erfolgreiche Produkte wie Dracula: Resurrection und Dracula 2: The Last Sanctuary verantwortlich, von denen insgesamt über eine Million Exemplare verkauft wurden. Auch in Necronomicon: Das Mysterium der Dämmerung geht es - wie der Titel bereits erahnen lässt - wieder sehr gespenstisch zu. Diesmal hat man sich vom literarischen Schaffen des US-amerikanischen Schriftstellers H.P. Lovecraft (1890-1937) inspirieren lassen. Lovekraft hatte es in vielen seiner Werke immer schon mit dem Mythologischen und Okkulten. Und diese Dinge sind auch Inhalt des hier behandelten Point&Click-Adventures.

    Schauplatz der Handlung ist die USA, irgendwo an der Nordküste, im Jahre 1927. Wir übernehmen die Rolle des jungen William Stanton, der kürzlich sein Architekturstudium abgeschlossen hat und eines Tages zuhause Besuch von seinem Freund und früheren Studienkollegen Edgar Wycherley erhält. Der zeigt sich in größter Aufregung. Er spricht von geheimnisvollen Dingen und davon, dass "große Gefahr" droht. Mit diesen Worten überreicht Edgar seinem Freund William ein pyramidenähnliches Gebilde mit der dringenden Bitte, diesen Gegenstand keinem anderen auszuhändigen. Und so schnell wie er gekommen ist, verschwindet der plötzliche Besucher auch gleich wieder aus der Haustür. Natürlich sind wir im ersten Augenblick etwas irritiert, doch bleibt wenig Zeit zum Nachdenken. Denn kaum mehr als eine Minute später klingelt es erneut an unserer Wohnung. Ein gewisser Dr. Egleton, der sich als Arzt von Edgar zu erkennen gibt, berichtet von eigenartigen psychischen Veränderungen, die in letzter Zeit bei diesem zu beobachten waren. Offenbar zeigt Edgar ernsthafte Anzeichen von Geisteskrankheit und Demenz. Der Doktor hat daher auch eine Bitte an uns: William soll den Freund unbedingt im Auge behalten, ihn möglichst bald aufsuchen und sich selbst ein Bild machen. Bei Edgar angekommen, fällt William sofort auf, dass mit seinem Kumpan wirklich nicht mehr alles stimmt, vielmehr hat sich der frühere Studienkollege zu einem schrulligen Sonderling gewandelt. Auch Edgars Vater ist hilflos und kann sich die Persönlichkeitsstörungen, die sein Sohn in letzter Zeit erkennen lässt, nicht erklären. Tatsächlich wird Edgar einige Tage später in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Aber da gibt es noch etwas, was Fragen aufwirft: Edgar, der zuletzt mit archäologischen Studien befasst hat, ist offenbar ein großer Bewunderer Gregor Herschells. Herschell wiederum war Alchemist, der 150 Jahre zuvor okkulte Experimenten durchführte. Zudem scheint er irgendwie mit dem Necronomicon, einer Schrift über den Zugang zum Reich der Toten, in Verbindung zu stehen. Für William ist klar: Er muss den Dingen auf den Grund gehen. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

    Necronomicon: Das Mysterium der Dämmerung ist ein First-Person-Adventure (in dem Fall sogar mit 360°-Rundumsicht), d.h. ähnlich wie bei Myst oder späteren Grusel-Adventures wie Scratches und Barrow Hill erleben wir die Spielwelt aus der Ich-Perspektive. Den Hauptcharakter, also William Stanton, bekommen wir lediglich in den Zwischensequenzen zu sehen. Davon gibt es relativ viele, ebenso wie Schauplätze, die sich zwar häufiger wiederholen, aber dennoch ausreichend Abwechselung bieten. Neben dem Hafenstädtchen Pawtuxet besuchen wir mehrmals Edgars (Eltern-)Haus, einen alten Bungalow, eine Kultstätte inmitten einer kahlen Landschaft, aber auch eine Zeitungsredaktion, Bibliothek, einen ominösen Säulenturm und natürlich allerhand stockdunkler Keller und finsterer Gänge, in denen bestenfalls eine Fackel etwas Licht spendet. Dabei präsentierten sich die einzelnen Lokalitäten in der ersten Spielhälfte noch recht hell, werden dann aber düsterer. Ähnlich verhält es sich mit den Rätseln. Die sind anfangs noch sehr leicht - meist geht es nur darum, bestimmte Gegenstände einzusammeln und unterschiedliche Leute zu kontakten, um von ihnen Informationen zu erhalten -, ziehen aber ab etwa Mitte des Spiels deutlich an. Positiv und äußerst praktisch ist der Umstand, dass wir bereits recht früh in den Besitz einer Karte gelangen. Auf der werden im Laufe der Zeit alle wichtigen Örtlichkeiten des Spiels automatisch eingetragen. Müssen wir weiter voneinander liegende Schauplätze ganz zu Beginn noch mit dem Motorrad zurücklegen, so ist es später mit besagter (und jederzeit abrufbaren Karte) möglich, schnell und direkt von einem Ort zum anderen zu gelangen. Das erspart unserem Helden nervige Lauf- und Fahrtwege.

    Ein Point&Click-Adventure sollte fordernd sein, ohne jedoch den Spielfluss unnötig ins Stocken zu bringen. Das ist sicherlich das größte Manko von Necronomicon. Die Schlüssel- und Objektsucherei am Anfang finden wir eher langweilig als spannend, später aber sehen wir uns Kombinationsaufgaben ausgesetzt, die oft nur noch durch pures Ausprobieren zu lösen sind. So müssen wir beispielsweise auf einem Labortisch aus zwei Substanzen eine Flüssigkeit in einem Glasgefäß mischen, haben dabei aber ein knappes Dutzend Stoffe zur Auswahl. Welche der beiden Substanzen nun in Frage kommen, darauf gibt es keinerlei Hinweise. Andere (Kombinations-)Rätsel hingegen sind relativ logisch, z.B. wenn wir mit Hilfe von Kohle, einer Ölkanne sowie einem zwischenzeitlich aufgelesenen Feuerzeug einen Verbrennungsofen in Betrieb nehmen oder im späteren Spielverlauf auf der Plattform einer Kultstätte veränderbare Metallkonstruktionen so einstellen, dass deren Lage den abgebildeten Symbolen auf der in unserem Inventar befindlichen kleinen Pyramide entspricht. Dann wieder gibt es Aufgaben, die recht nervig sind, wenn wir beispielsweise von einem gewissen Professor Saunders gleich mehrmals hintereinander durch die Bibliothek geschickt werden, um zunächst das Buch "Der Mond, Tor zu den Seelen", dann das Buch "Der Rote Drachen" und kurz darauf noch das Buch "Die Sprache der Eingeweihten" aus den Regalen zu suchen. Ziemlich gegen Ende des Spiels gibt es zwei Aufgaben, die unter Zeitvorgabe zu erfüllen sind. Von der Bewältigung der letzten dieser beiden Aufgabe hängt es übrigens auch ab, ob das Point&Click-Adventure ein Happy End nimmt, oder ob es zum Weltuntergang kommt. Entsprechend gibt es ein alternatives Ende. Leider müssen wir im letzten Spielabschnitt noch zwei Labyrinthe ("Blaues Labyrinth" sowie ein Schiebetüren-Labyrinth) durchqueren, was ziemlich aufgesetzt wirkt und den Verdacht nahelegt, dass die Entwickler die an sich relativ kurze Spielzeit von etwa 10-12 Stunden irgendwie künstlich strecken wollten.

    Durch die zum Teil verquerten Rätsel bleiben Story und Atmosphäre mitunter auf der Strecke. Dennoch gibt es einige (wenige) aufregende Momente, zum Beispiel wenn uns aus der Dunkelheit plötzlich ein Ungeheuer entgegenhuscht oder der Untote Eliphas Levi seinen Auftritt hat. Interessant: Unser Charakter ist sterblich, zumindest stellenweise. So geht es in einem der düsteren Kellerabschnitte darum, einige Löcher zu umgehen, die sich im Boden befinden. Fällt William dort hinein, heißt es "Game over". Hier sollte man also vorzugsweise rechtzeitig schnellspeichern. Insgesamt gibt es acht Speicherplätze, die bei Bedarf jedoch überschrieben werden können, so dass sich praktisch beliebig oft speichern lässt.

    Bedientechnisch entspricht Necronomicon üblichen Genre-Standards. Normale Gegenstände werden im Inventar abgelegt. Dokumente werden gesondert in einem sogenannten Schreibtisch aufbewahrt, was die Übersicht erleichtert. Symbole zeigen uns per verändertem Mauszeiger an, ob sich Aktionen durchführen, Objekte aufnehmen oder Dinge näher betrachten lassen (Lupensymbol). Die Grafik ist für damalige Verhältnisse (Necronomicon erschien vor fast zehn Jahren) gar nicht so übel, unterliegt aber deutlichen Schwankungen. Animationen sind in der Umgebung mal vorhanden (z.B. ein Springbrunnen), dann wieder nicht (z.B. das Meereswasser, das wie Beton im Hafenbecken liegt). Insgesamt wirkt die Spielwelt eher starr, ebenso wie die Charaktere, welche auch gut im Wachsfigurenkabinett zuhause sein könnten. Die Darstellung von Räumlichkeiten und Objekten ist aber weitgehend gelungen. Ähnliche Schwankungen zeigen sich auch bei der (deutschen) Synchronisation. Figuren wie William oder Edgar sind eigentlich recht ordentlich, andere wiederum ziemlich schlecht synchronisiert. Der Händler im Shop des Hafenstädtchens Pawtuxet nuschelt dermaßen vor sich hin, dass man kaum ein Wort versteht. Viele Stimmen sind zu leiste, und da auf Untertitel verzichtet wurde, entgehen dem Spieler auf Anhieb so unter Umständen wichtige Informationen. Wenn dann noch Hintergrundgeräusche zu vernehmen sind, gehen die Sprecher gelegentlich völlig unter (so wie der Seemann am Hafen, dessen Worte wir kaum wahrnehmen können, weil gleichzeitig ein hörbarer Küstenwind weht). Ansonsten ist der Sound aber akzeptabel. Musik und Akustik wurden sehr sparsam, aber passend ins Spiel integriert.

    Necronomicon: Das Mysterium der Dämmerung bleibt aufgrund der vorgenannten Mängel hinter seinen Möglichkeiten zurück, wobei nicht alles schlecht ist. Hartgesottene Genre-Fans, die zudem eine gewisse Schwäche für ältere Adventures haben, werden vielleicht auf ihre Kosten kommen. Für die breite Masse der Gelegenheitsspieler ist der Titel sicher weniger geeignet. Für sie gibt es mit Black Mirror & Co. weitaus bessere Alternativen. Vielleicht greift der ein oder andere aber auch besser gleich zu einem Roman von H.P. Lovecraft.

    Negative Aspekte:
    Unausgewogenes Rätseldesign; schlecht animierte Figuren; Stimmen nicht immer deutlich zu verstehen (Genuschel, Hintergrundgeräusche).

    Positive Aspekte:
    Interessante Story; unheimliche Atmosphäre (Kellerabschnitte); alternatives Ende.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Necronomicon: Das Mysterium der Dämmerung

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    6.0
    Multiplayer
    -
    Grafik
    5/10
    Steuerung
    6/10
    Sound
    6/10
    Gameplay
    6/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Necronomicon: Das Mysterium der Dämmerung
    Necronomicon: Das Mysterium der Dämmerung
    Publisher
    BMS Modern Games Handelsagentur GmbH
    Developer
    Wanadoo
    Release
    01.02.2001

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Die Zwerge Release: Die Zwerge EuroVideo Bildprogramm GmbH , King Art
    Cover Packshot von Candle Release: Candle Daedalic Entertainment
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 01/2017 SpieleFilmeTechnik 12/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1009893
Necronomicon: Das Mysterium der Dämmerung
Necronomicon: Das Mysterium der Dämmerung - Das Buch der Toten - Leser-Test von BigJim
http://www.gamezone.de/Necronomicon-Das-Mysterium-der-Daemmerung-Spiel-24695/Lesertests/Necronomicon-Das-Mysterium-der-Daemmerung-Das-Buch-der-Toten-Leser-Test-von-BigJim-1009893/
06.06.2010
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2001/11/6396Necronomicon01.jpg
lesertests