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  • Need for Speed Underground im Gamezone-Test

    Need for Speed: Underground bietet uns viel illegale Rennaction und die schönste Slideshow auf der Xbox.

    Need for Speed ruckelt auch im Untergrund

    Nur wenige Rennspiele können auf eine so lange und vor Allem so bewegte Geschichte zurückblicken wie "Need for Speed". So mancher Titel der Reihe glänzte auch nicht unbedingt mit der besten technischen Umsetzung, trotzdem besitzt sie eine feste Fangemeinde die ihr bis heute die Treue gehalten hat, selbst nach dem Fiasko mit den stotternden "NFS: Hot Pursuit 2", welches gerade mal auf der Playstation2 flüssig über den Schirm flimmerte.

    Umso vollmundiger die Ankündigungen zum neuesten Spross der Serie, bei dem alles anders werden sollte. Wie der Untertitel bereits verrät, wurden die Rennen in den illegalen Untergrund verlagert und sollen dort die japanischen Nachtrennen der Sportwagenfreaks nachstellen. Dabei richtet sich das ganze Game nach diesem Stil und präsentiert uns eine agile Gruppe Jugendlicher die ihr gesamtes Geld in das Tuning ihres liebsten Stücks, ihr Auto, stecken. Gameplay technisch hat man sich dabei viel bei anderen Titeln bedient, denn die sogenannten Style-Punkte sind nichts anderes als die aus Metropolis Street Racing und Project Gotham Racing bereits bekannten Kudos, die man für exzessives Schliddern und Springen erhält, und die Rennen quer durch die belebte Stadt erinnern mit ihren Action-Replays und dem "knapp vorbei Bonus" schon sehr an Burnout, welches sich aber nicht erlaubt in jeder zweiten Kurve die Framerate einbrechen zu lassen, so dass man selbst beim besten Willen nicht mehr von einer flüssigen Bildwiedergabe sprechen kann. Womit wir das schlimmste Manko des Titels angesprochen haben: Egal in welchem Mode, ob Straßenrennen oder Drag-Racing, das Spiel kommt nicht richtig in die Gänge und beschert uns oft und viele Ruckeleinlagen die teilweise so schlimm werden, dass man nicht mehr vernünftig steuern kann. Ein besonderer Augenschmaus dabei ist es, wenn direkt beim Start die Mitstreiter wie bei einer schlechten Internetanbindung neben uns her springen und sich mitunter sogar um mehrere Meter versetzen, als würden wir auf einem völlig überforderten PC spielen. Derweil gibt es anzumerken, dass die Playstation2-Version nicht so schlimme Framerateneinbrüche an den Tag legt wie die Xbox, wobei die Xbox-Version keinen Pixel besser aussieht als das PS2-Pendant, welches man lediglich an dem dicken schwarzen Balken an der Unterseite des Bildes erkennen kann. Hier muss sich ElectronicArts ernsthaft fragen lassen, weshalb man die Xbox-Version ausgebremst hat? Wird an dieser Stelle etwa etwas Firmenpolitik auf dem Rücken der Spieler betrieben?

    Vom Ruckeln abgesehen ist das was uns auf dem Schirm präsentiert wird nicht zu verachten. Auch wenn alle Rennen des Nachts ausgetragen werden, bewegt man sich nie durch dunkle Schluchten oder Ähnliches, ganz im Gegenteil wird mit dem Licht nicht gespart und die Summe aus bunten Neonröhren und Straßenlaternen erzeugt ein angenehm helles und kontraststarkes Bild, so dass man sich voll auf die Steuerung der Boliden konzentrieren kann ohne die Strecken erst auswendig lernen zu müssen.
    Die Modelle der Autos sind ebenfalls recht gut gelungen, auch wenn sie nicht unbedingt mit ihrer hohen Detailanzahl glänzen. Dafür gibt es viele optische Tuningteile zu kaufen, welche den Eindruck des Wagens ziemlich verändern können. Diese reichen von einfachen Aufklebern, welche in mehreren Schichten auf den Wagen aufgebracht werden können, geht über diverse Spoiler für alle Seiten und hört noch nicht auf bei modifizierten Motorhauben oder Lüftungsschlitzen in den Kotschirmen.
    So gut die Wagen der Rennteilnehmer auch gelungen sind, umso schlimmer sieht der Gegenverkehr aus, der offensichtlich bei Vice City falsch abgebogen ist und nun im "Underground" herumirrt. Diese Dinger auf vier Rädern kennt man gerade noch an den Schweinwerfern an, dass es Autos sein sollen.
    Sehr gelungen hingegen sind die Action-Replays, welche sich automatisch einblenden wenn wir Springen oder ähnlich spektakuläre Stunts hinlegen. Leider entlarven sie auch schon das nächste Manko von NFS: Underground, nämlich das komplett wegrationalisierte Schadenssystem. So kommt es schon etwas ironisch, wenn wir nach einem doppelten Rittberger mitten im Gegenverkehr landen und in großen Lettern "Totalschaden" eingeblendet wird, während unser Auto nicht den geringsten Kratzer abbekommen hat und uns ziemlich breit grinsend anglänzt. Da sehnt man sich doch nach den Crashes in Burnout zurück, wo das Blech fliegt und das Glas splittert. Ganz nebenbei bietet uns Burnout auch einen waschechten 60 Hertz-Mode, den man NFS: Underground ebenfalls vorenthalten hat.

    Nach den ganzen Mankos der Grafik ist es umso erfreulicher, dass man wenigstens bei der Soundkulisse nicht geschludert hat. Zwar hören sich die Motoren allesamt ziemlich ähnlich an, dafür besitzen sie genug Biss und sind mit einem deutlich hörbarem Gangschaltgeräusch versehen, so dass man auch gut nach Gehör schalten kann. Die Musikuntermalung wurde in zwei Themen eingeteilt, HipHop und Hardrock. In den Rennen selbst läuft der peitschende Hardrock und in den Menüs, während wir uns das nächste Rennen aussuchen oder unser Auto Tunen, wird der recht ruhig gehaltene HipHop abgespielt. Sehr vorbildlich dabei, dass man jedem einzelnen der 26 Musikstücke sagen kann, ob es in den Menüs, im Rennen oder in Beidem erklingen soll. Umso unverständlicher, weswegen man nicht die eigenen Soundtracks auf der Festplatte benutzen kann.

    Die Steuerung verdient einer ganz besonderen Erwähnung, denn das was sich ElectronicArts hier bei den Drag-Rennen erlaubt hat ist fast schon etwas frech. Denn eigentlich kann man davon ausgehen, dass man in einem Rennspiel auch eine Lenkung besitzt. Das ist auch bei NFS: Underground so, solange man kein Drag-Rennen austrägt. Diese gehorchen nämlich einer ganz eigenen Physik. So ist es in diesem Rennen Pflicht die manuelle Schaltung zu benutzen, schon deswegen, weil man für das Schalten zum idealen Zeitpunkt bereits erwähnte Style-Punkte erhält, gleichzeitig aber akribisch darauf achten muss den Motor keinesfalls zu überdrehen, da er uns sonst achtkantig um die Ohren fliegt. Da man die Drag-Rennen sowieso ausschließlich auf schnurgeraden Strecken abhält, hat man den Autos schlicht die Lenkung geklaut, stattdessen kann man durch Antippen des Lenksticks die Spur wechseln, ganz so wie bei einer Carrera-Rennbahn. Drücken wir also zweimal in die rechte Richtung, wechselt das Auto zwei Spuren nach Rechts. Das kommt schon sehr billig und hat eigentlich nichts in einem modernen Racer verloren. Schade, dass trotz eingesparter Lenkung auch dieser Mode gerne und oft Ruckelt. Da bemerkt man erst nach einigen Autowechseln, dass sich die Gefährte im Handling kaum voneinander unterscheiden. Nur gut, dass wenigstens die Tuningteile eine deutliche Wirkung auf das Fahrverhalten ausüben.

    Bei all den aufgezählten Mankos sollte man aber nicht unerwähnt lassen, dass NFS: Underground durchaus Spaß machen kann. Denn auch wenn die Ideen der illegalen Straßenrennen, der Style-Punkte und des Burnout-Spielprinzips nur zusammengeklaut sind, ist es nicht ohne einen gewissen Reiz sich das nächste Tuningteil zu erarbeiten und freudig festzustellen, wie sich der neue Turbo tatsächlich auf die Fahreigenschaften auswirkt. Durch die hohe Anzahl der optischen und mechanischen Tuningteile kann man nämlich schon nach relativ kurzer Zeit dem eigenen Wagen ein recht individuelles Aussehen verpassen, und es macht schon eine Menge Spaß in der Garage an dem virtuellen Wagen herumzuspielen. Auf der Piste selbst kann man sich auch des hohen Geschwindigkeitseindrucks erfreuen, der immer dann zum tragen kommt wenn das Game eben mal nicht Ruckelt, was ja auch vorkommt. Über die Anzahl der Autos kann man sich ebenfalls nicht beschweren, die mit gut 30 Stück für ausreichend Abwechslung sorgen. Schneller eintönig werden da schon die gebotenen Strecken, die sich immer durch dieselbe Stadt ziehen und nur verschiedene Abzweigungen benutzen. Schon bald kennt man die Stadt ziemlich gut und freut sich dann schon über jede neue Kurve oder Kreuzung.

    Need for Speed Underground (XB)

    Singleplayer
    7,5 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    7/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Massig Tuning-Features
    hochkarätiger HipHop und Hardcore Soundtrack
    nette Präsentation
    Heftiges und oft auftretendes Ruckeln
    Gegenverkehr aus Vice City
    wenige Strecken
    geklautes Kudos-System
    keine richtige Lenkung im Drag-Race
    kein eigener Soundtrack
    Xbox-Version besitzt keine Online-Features
    kein 60 Hertz-Mode
    kein Schadenssystem
  • Need for Speed Underground
    Need for Speed Underground
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Black Box Games
    Release
    20.11.2003

    Aktuelle Rennspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Forza Horizon 3 Release: Forza Horizon 3 Microsoft
    Cover Packshot von F1 2016 Release: F1 2016 Koch Media , Codemasters
    Cover Packshot von Trials of the Blood Dragon Release: Trials of the Blood Dragon Ubisoft , RedLynx
    Cover Packshot von The Collider 2 Release: The Collider 2 Techland
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989580
Need for Speed Underground
Need for Speed Underground im Gamezone-Test
Need for Speed: Underground bietet uns viel illegale Rennaction und die schönste Slideshow auf der Xbox.
http://www.gamezone.de/Need-for-Speed-Underground-Spiel-24740/Tests/Need-for-Speed-Underground-im-Gamezone-Test-989580/
20.11.2003
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2003/11/nfsutitel_120531122840.jpg
tests