Neverdead im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Eine witzige Spielidee die viel Raum für rabenschwarzen Humor lässt, in der Praxis aber doch nicht ganz überzeugen kann.

Mit Neverdead meldet sich Rebellion Development nach zwei Jahren Abstinenz wieder zurück. Mit im Gepäck haben die Macher von Alien vs. Predator eine durchaus witzige Spielidee viel schwarzen Humor und ordentlich Action. Macht sich Neverdead auch spielerisch unsterblich?

Alles hat ein Ende...

Neverdead Neverdead ...die Wurst hat sogar zwei, nur Neverdeads Hauptcharakter Bryce Boltzmann scheint keines zu haben. Vor etwa fünfhundert Jahren noch deutlich jünger als heute war der junge Bryce zusammen mit seiner Ehefrau als Dämonenjäger unterwegs. Seine Frau übernahm dabei den Part des Mediums, welches die Dämonen nicht nur optisch sondern auch physisch im Hier und Jetzt manifestiert, damit sie mit dem Schwert bekämpft werden können. Als die beiden dann nach langer Jagd an der Wurzel der Dämonenquelle, Höllenkönig Astaroth, angekommen waren, kam alles anders. Nachdem die holde Gattin auf tragische Weise ihr Leben lassen musste, pflanzte Astaroth Herrn Boltzmann ein gelbes Dämonenauge ein und verdammte ihn zu ewiger Unsterblichkeit. Heute, fünfhundert Jahre nach diesen Erlebnissen steht Bryce im Dienst der NADA (Natioanal Anti Daemon Agency) die sich auf die Jagd von dämonischen Erscheinungen spezialisiert hat. Aufgrund seiner manchmal doch etwas rabiaten Gangart hat man Bryce eine blonde vollbusige Aufseherin namens Arcadia an die Seite gestellt. Im Zweiergespann machen wir uns also auf die Suche nach Begegnungen der anderen Art und treffen dabei ebenfalls auf alte bekannte. Leider müssen wir der Geschichte an dieser Stelle schon eines attestieren, nämlich äußerst oberflächlich, belanglos und aufgesetzt daher zu kommen. Denn natürlich möchte Bryce Rache üben und sich diejenigen vornehmen die für sein Leid verantwortlich sind, doch geschieht dies im Verlauf der Handlung mehr zufällig und erweckt den Eindruck der Hauptcharakter würde seine Erzfeinde auch noch mitnehmen, jetzt wo sie schon mal in der Nähe sind.

Hat jemand mein linkes Bein gesehen?

Neverdead Neverdead Haben wir die Kontrolle über Bryce Boltzmann, gehen wir in klassischer Third Person-Manier auf Monsterjagd und schnetzeln uns durch wahre Horden von Dämonen. Stets mit dabei sind etliche Schießprügel wie Pistolen, MGs, Sturmgewehre oder Schrotflinten mit denen wir gleich beide Hände bestücken können. Zeigen die bleiernen Argumentationsverstärker keine Wirkung haben wir mit unserem Butterfly-Schwert stets noch ein scharfes Eisen auf dem Rücken. Über den rechten Analogstick schwingen wir dann die Klinge in alle Richtungen und zerteilen die Störenfriede in mundgerechte Stücke. Gegnerischen Angriffen sieht Bryce meist nur lächelnd entgegen, kein Wunder, lebt es sich doch mit der Gewissheit nicht sterben zu können etwas befreiter.

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Neverdead Neverdead Bryce verliert seine Körperteile mindestens so häufig wie der Ottonormalverbraucher im Durchschnitt Haare auf der Birne und nimmt dies mit einer erschreckend stoischen Gelassenheit hin, sie gegen die Faultiere wie umtriebige Hektiker einzusetzen. Hinzu kommen Kommentare à la "Hat jemand mein linkes Bein gesehen?" die eher den Eindruck erwecken er habe seinen Schlüssel und nicht gerade ein erhebliches Körperteil verloren. Extremitäten verlieren wir zumeist im Kampf mit der dämonischen Laufgesellschaft bestehend aus den mutierten Hunden, Valkyren und anderem abnormalem Getier mit Schwertköpfen oder an die Ruffians aus Viva Pinata erinnernde Zeitgenossen.

Neverdead Neverdead Für herrenlose Körperteile zeigen sich die Granbabys, kleine kugelförmige "Staubsauger", verantwortlich. Besonders gefährlich ist dieses Fußvolk wenn wir nur als Kopf unterwegs sind: Einmal aufgesaugt müssen wir mit einem kleinen Reaktionstest versuchen den kleinen Bälgern zu entkommen damit uns nicht der Game-Over ereilt. Doch auch als einsamer Schädel können wir uns per Turborolle effektiv zur Wehr setzen. Leider zeigt sich Bryce im Spielverlauf etwas zu zerbrechlich und wir sind partiell mehr mit dem Zuammensetzen als mit der Dämonenjagd beschäftigt. Um unseren Körper wieder zu komplettieren, können wir entweder per Hechtrolle verlorene Gliedmaßen aufsammeln, oder uns direkt auf Kosten von Energie wieder neue aus dem Torso wachsen lassen. Bis dahin schießen allerdings auch abgetrennte Arme weiter mit der ausgewählten Waffe aus allen Rohren und sind so ein schwer verdauliches Baby-Futter.

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