Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Neverwinter Nights 2 im Gamezone-Test

    Der Titel revolutioniert das Genre nicht, stellt aber solide Rollenspiel-Kost nicht nur für die Fans des erfolgreichen Vorgängers dar.

    Wenn man im Hinblick auf das Rollenspielgenre auf das Jahr 2006 zurückblickt, dann schießt einem sofort eine oft gelesen Schlagzeile wieder durch den Kopf: "Oblivion oder Gothic 3?" Beide Rollenspielschwergewichte hatten mit ihren pompösen Versprechungen das bald endende Jahr 2006 für Fans des Genres fest im Griff und dabei sämtliche Rampenlichter auf sich gerichtet: Revolutionäre Grafik und ebenso überzeugendes Gameplay sollten neue Maßstäbe für Rollenspiele setzen - doch wie so manch andere kleine Sensation verschwand dabei auch der Nachfolger zum Rollenspielerfolg "Neverwinter Nights", damals von den Machern von Baldur's Gate, im Schatten der beiden Kolosse, und das, obwohl der versprochene Mix und die positiven Erfahrungen mit dem ersten Teil des Dungeons & Dragons-Abenteuers gutes für den neuen Ableger verheißen lassen - wurde hier also zu unrecht ein ernstzunehmendes Rollenspiel vielfach übersehen? Lest selbst:

    Aller Anfang ist gleich...

    Mit dem Angriff auf Westhafen beginnt die Geschichte Mit dem Angriff auf Westhafen beginnt die Geschichte ... möchte man meinen, wenn das Abenteuer ein ums andere Mal damit beginnt, dass das idyllische Heimatdorf des ehrgeizigen Helden von übellaunigen Monstern überfallen wird. Nach einem kleinen Tutorial muss der Spieler mitten in der Nacht aus den Federn, um die ungebetenen Gäste aus Westhafen zu vertreiben. Offensichtlich waren diese auf der Suche nach etwas, das sich bald als ein ominöser Splitter offenbart. Den vom geheimnisvollen Vater überreichten magischen Splitter im Gepäck, erhält man sofort Order, sich auf die Reise nach Niewinter, der Hauptstadt des Landes zu begeben, wo der Onkel des jungen Recken lebt. Dieser betreibt eine stadtbekannte Spelunke und hat zudem einen zweiten Splitter. Durch den Rat des Onkels soll man nun nicht nur mehr über den Splitter herausfinden, sondern auch über die eigene Vergangenheit, die verstorbene Mutter und die unheimlichen Feinde, die es auf das Fragment abgesehen haben...

    Neverwinter Nights 2 Neverwinter Nights 2 Alles wie aus einem Guss, das ist nach der ersten halben Stunde kein unberechtigter Gedanke. Schon zu oft wurde die Idylle von mysteriösen Monstern zerrissen und der Held auf die Suche nach irgendeinem seltsamen Gegenstand geschickt, während man sich selbst nicht ganz klar war, wer man eigentlich ist und worum es überhaupt geht. Doch schneller als man denkt kann sich "Neverwinter Nights 2" dieses ausgelaugten Spieleinstiegs entledigen und entfaltet dieselbe Anziehungskraft, die schon die Kampagne des ersten Teils besaß: Die Geschichte verdichtet sich, nimmt plötzliche Wendungen an und wird durch unerwartete Geschehnisse vorangetrieben. Man trifft in kleinen Sequenzen auf vielseitige Charaktere, die sich teilweise euerer nun bis zu 4 Mann starken Gruppe anschließen, kann zahlreiche Nebenschauplätze besuchen und guten Gewissens vom Weg abweichen, um Neues zu entdecken und rentable Nebenaufgaben zu verfolgen - dieser Weg ist jedoch im Gegensatz zum Vorgänger eine Weltkarte, die sämtliche Schauplätze miteinander verbindet. Weitläufige Wald- und Wiesenrouten gibt es nicht mehr. Das verkleinert die Spielfläche verglichen mit dem ersten Teil enorm, wobei man jedoch immer wieder neue Orte kennen lernt, die auf eurem Weg liegen und richtig gut ausgearbeitet wurden. Richtig Fahrt nimmt die Geschichte auch erst relativ spät auf, auch genau wie im ersten Teil, und entpuppt sich dann aber als sehr spannend und mitreißend und steigert sich, im Gegensatz zu anderen Genrevertretern, gegen Ende zusehends. Zu bemängeln ist hierbei lediglich, dass einige Spielabschnitte unnötig in die Länge gezogen wurden, indem Örtlichkeiten auf der Karte wiederverwertet oder Aufgabenstellungen durch nervige Nebenteile in die Länge gezogen wurden. Dies gleicht die Geschichte jedoch durch schöne Zwischensequenzen in Ingamegrafik und die sehr lebendige Gruppe wieder aus, die ständig am Streiten und Diskutieren ist, wobei im Lauf der Zeit jeder seine eigene Geschichte erzählt und der Spieler dank des bereits aus "Star Wars: Knights of the old republic 2" bekannten Beeinflussungssystems seine Gefährten manipulieren, sich mit ihnen verfeinden oder anfreunden kann und teilweise sogar Romanzen möglich sind. Interessanteste Neuerung der Einzelspielerkampagne, die mit rund 40 Stunden eher kurz gehalten ist, stellt das Schloss dar: Dieses erwirbt der Held im Lauf der Geschichte in einem maroden Zustand und kann es dann immer weiter ausbauen, mit Angestellten und Soldaten ausstatten und am Ende sogar Schlachten um das Bollwerk führen. Hierbei gesellen sich zu den Kampffeatures auch noch einige Wirtschaftselemente wie etwa Zölle und Handelsrouten, die dem Schloss einen ganz besonderen spielerischen Wert verleihen.

    Neue Helden braucht das Land

    Eine Party gehört zu den neuen Elementen des Spiels Eine Party gehört zu den neuen Elementen des Spiels Bei vielen bewährten Rollenspielen sind ausschweifende Charaktererstellungsoptionen mittlerweile Standart: So bot etwa "Oblivion" bisher nur aus den "Sims" bekannte Möglichkeiten, als der geneigte Spieler seinem Steppke mithilfe zahlreicher Regler und Schieber individuelle Gesichtszüge verlieh. Auch "Neverwinter Nights" ermöglichte 2002 neue Erfahrungen in Sachen Umfang, als man bei der Erstellung aus unzähligen Fähigkeiten, Klassen, Rassen und Zaubern wählen konnte. Diesem Feature sind die Entwickler treu geblieben und haben noch einen drauf gelegt: Das Aussehensmanagement ist zwar nur geringfügig verbessert worden und eher zweitrangig, dafür platzen die Optionen der Eigenschaften, die einem Held zugewiesen werden können aus allen Nähten: Mit Unterarten zu den Rassen, neuen Klassen, dem Hintergrundfeature, mit dem ihr eurem Held einen kleinen Lebenslauf verpassen könnt, der auch Auswirkungen auf das Spiel hat und anderen Spielereien und neuen Elementen geht "Neverwinter Nights 2" in diesem Punkt in Sachen Umfang mir bis dato unbekannte Wege. Lediglich das Sprachfeature ist ernüchternd: Während im Spiel sämtliche Dialoge deutsch sind, kann man seinem Streiter fast nur englische Stimmen geben - vier deutsche wurden noch hinzugefügt, der Rest und damit größere Anteil ist englisch.

    Neverwinter Nights 2 Neverwinter Nights 2 Bei den Kämpfen hingegen hat sich kaum etwas getan, diese laufen immer noch rundenbasiert ab. Die Entwickler haben wieder das Dungeons & Dragons-Regelwerk verwand und die Kämpfe so in reine Mathematik verwandelt: Mittels allerlei Trefferquoten, Rettungswürfen und Schadensberechnungen bleibt nichts dem Zufall überlassen. Die Kämpfe selbst gebärden sich wie schon vor vier Jahren eher zäh und laufen sehr statisch ab, außerdem führt das Regelwerk häufig zu Verwirrung. An diesem Punkt hat sich auch das Handbuch zum ersten Mal als schwach und spärlich erwiesen, denn es klärt nur die grundlegendsten Spielinhalte und lässt den Spieler so mit der Fülle an Features und dem Regelwerk ziemlich im Regen stehen. Kleine Klappentexte schaffen dabei nur bedingt Abhilfe, da so das komplexe Reglement immer noch kaum Beachtung erfährt. Wer also mit den Kämpfen des ersten Teils nichts anfangen konnte, wird auch hier nicht glücklich. Schlecht finde ich sie dennoch nicht, im Gegensatz zu Echtzeitkämpfen kann hier kein Chaos entstehen, da man jederzeit mittels Leertaste pausieren und die nächsten Schritte sorgfältig planen und dank der Aktionsleiste in Auftrag geben kann. Zuletzt bliebe nur noch zu erwähnen, dass die Kämpfe in der Gruppe teilweise lästig sein können, da sich die Charaktere leider allzu oft gegenseitig im Weg stehen und mit den immer gleichen Schlachtrufen schnell an den Nerven sägen.

    Neverwinter Nights 2 Neverwinter Nights 2 Die Interaktionsmöglichkeiten mit der Umwelt sind ein zweischneidiges Schwert: Während auch hier wieder in Teilen der exorbitante Umfang der Charaktergestaltung zu Tage gefördert wird und man in Dialogen, bei Händlern, der Charakterausrüstung und in dem Menüs mannigfaltige Möglichkeiten erlebt, sind die Optionen, Gebäude zu betreten, Kisten zu plündern und mit vielen unterschiedlichen Bewohnern Faeruns zu sprechen stark dezimiert worden. Hier hat man sich auf ein Minimum beschränkt und kaum etwas von der Pracht des ersten Teils erhalten. Dies nagt nicht nur an der Atmosphäre, die dadurch etwas unglaubwürdig erscheint, sondern engt im Zusammenspiel mit der neuen Weltkarte den Aktionsradius noch weiter ein. Der Spieler hat neben der Geschichte und den einigen wenigen Nebenquests kaum Möglichkeiten, sich umzusehen oder sonst die Zeit zu vertreiben - ein Einschnitt, der weh tut.

    Kein neues Spiel ohne neue Grafik

    Zauber gehören zu den optischen Highlights des Spiels Zauber gehören zu den optischen Highlights des Spiels Natürlich geht der zweite Teil auch grafisch einen Schritt voran: Mit der neuen Engine wollte man optische Schwächen des Prequels wie die sterile Spielwelt und die leblosen Charaktermodelle im neuen Teil endlich aus der Welt schaffen. Dies ist meiner Meinung nach auch gelungen, die Charakter verfügen endlich über bewegliche Mimiken, die Innenräume der Gebäude wurden schön ausstaffiert und auch die Landschaften sind nett anzusehen, denn ein aufwendiges Licht- und Schattenspiel sowie hübsche Reflektionen sind ein gelungenes Element der Atmosphäre. Außerdem heben sich die Effekte der Zauber heraus, die sich mit steigender Macht auch immer aufwendiger zeigen, was nicht in jedem Rollenspiel Gang und Gebe ist. An das Niveau von "Oblivion" oder "Gothic 3" reicht die Grafik dennoch bei weitem nicht heran. Das könnte sie vermutlich auch gar nicht, denn dafür gibt es noch gar keine Computer: Die Performance des Spiels ist - kurz gesagt - eine Zumutung! Selbst Spieler, die Grafikwunder wie den Shooter "FEAR" oder "Oblivion" ohne Abstriche bestaunen konnten, sollten sich hier lediglich auf ein mittleres bis gutes Niveau einstellen, falls sie in größeren Arealen kein Ruckeln ertragen wollen. Viele Effekte müssen runtergedreht oder abgestellt werden, damit das Spiel flüssig läuft. Dabei sind teilweise auch die kleineren grafischen Bugs ärgerlich, die unter anderem zu dutzende Meter langen Schatten oder überlappenden Kleidungsstücken führen.

    Musikalisch kann man den Titel auf dem Niveau des Vorgängers einordnen, was nicht zuletzt daran liegt, dass viele musikalische Themen wiederverwertet wurden. Ich empfand (und empfinde daher) die Untermalung wie damals schon als angenehm, aber nicht berauschend.

  • Neverwinter Nights 2
    Neverwinter Nights 2
    Developer
    Obsidian Entertainment (US)
    Release
    02.11.2006

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Die Zwerge Release: Die Zwerge EuroVideo Bildprogramm GmbH , King Art
    Cover Packshot von Candle Release: Candle Daedalic Entertainment
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 01/2017 SpieleFilmeTechnik 12/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
990992
Neverwinter Nights 2
Neverwinter Nights 2 im Gamezone-Test
Der Titel revolutioniert das Genre nicht, stellt aber solide Rollenspiel-Kost nicht nur für die Fans des erfolgreichen Vorgängers dar.
http://www.gamezone.de/Neverwinter-Nights-2-Spiel-24892/Tests/Neverwinter-Nights-2-im-Gamezone-Test-990992/
07.11.2006
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2006/11/Neverwinter_Nights_2-PCScreenshots11051NWN2_SS_090105_200541.JPG
tests