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  • Neverwinter Nights im Gamezone-Test

    Rollenspiel-Feinkost mit kleinen Macken

    Die schöne Stadt Neverwinter wird seit einiger Zeit von einer tödlichen Seuche namens "Wailing Death" heimgesucht. Die schöne "Lady Aribeth de Tylmarande" hat nun alle Kämpfer und Abenteurer des Landes in einer Akademie zusammengerufen um dort möglicherweise den Helden zu finden, der ein Mittel gegen den "Wailing Death" findet und die mysteriösen Hintergründe aufzudecken vermag. Natürlich sind wir derjenige, auf den schon bald die gesamten Hoffnungen von Neverwinter lasten werden. Wir machen uns zuerst auf die Suche nach den "Waterdhavian Creatures", ein paar seltenen Wesen die eventuell ein Heilmittel für die furchtbare Seuche in sich tragen. Auf der Suche nach diesen Kreaturen, die in der ganzen Stadt verstreut sind, erkennen wir immer mehr auch die Hintergründe einer Verschwörung und decken einige höchst interessante Tatsachen auf.

    Nach über fünf Jahren Entwicklungszeit, präsentiert uns Bioware nun endlich diesen heiß ersehnten Rollenspiel-Hit. Was dem Spieler als erstes auffallen wird ist wohl die Grafik: Man merkt recht schnell, das die Grafikengine schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, denn die Texturen wirken oft zu langweilig, den Models der Figuren fehlen mindestens ein paar tausend Polygone und die Räume bieten nicht unbedingt viel optische Abwechslung. Bioware hätte gut daran getan sich die Grafikengine vom PS2-Hit "Baldur's Gate: Dark Alliance" auszuleihen. Lediglich die tollen Echtzeit-Schatten und die stimmungsvoll gezeichneten Bilder der Helden sind echte Hingucker. Am Sound ist dafür absolut nichts auszusetzen, packende Klänge untermalen unsere Heldentaten, aber auch die Gespräche sind sehr gut gemacht und tragen zu einer wirklich guten Atmosphäre bei.

    Grafisch ist das Spiel also nicht gerade zum Herzeigen gedacht, dafür bietet das Gameplay, wie von Bioware gewohnt, packende Rollenspiel-Feinkost, die für wochenlangen Spielspass sorgt. Das Spiel basiert auf den neuen Regeln von "Dungeons & Dragons", Spieler von "Baldur's Gate" oder "Pool of Radiance" werden sich also recht schnell zurechtfinden. Für Neueinsteiger ist das schön gemachte Handbuch wohl eine Pflichtlektüre, da die Regeln wirklich nicht einfach zu verstehen sind. Einer der wichtigsten Punkte bei diesem Spiel ist wohl, dass man nur noch einen Charakter komplett steuern kann, zwar ist es möglich wie bei "Diablo" zusätzlich Söldner anheuern, diese haben aber kein eigenes Inventory und können auch nicht aufgelevelt werden. Man sollte sich also zu Beginn des Spiels bei der Erstellung des eigenen Charakters viel Zeit lassen, es wird der einzige bis zum Ende des Spiels sein. Oft ist es auch bitter nötig einen computergesteuerten Partner dabei zu haben, manche Fallen lassen sich halt nur von einem Profi öffnen, oder der ein oder andere Gegner ist alleine nicht mehr zu schaffen.

    Wer allerdings mehrere Söldner dabei hat, wird sich manches mal über die schlechte KI ärgern, die Jungs haben es oft etwas schwer uns ohne Probleme durch die Gänge zu folgen. Auch unser eigener Held findet den Weg nicht so schön durch die Welt, wie z.B. bei "Dungeon Siege": Klicken wir auf einen etwas zu weiter entfernten Punkt auf den Bildschirm, kann unser Held den Weg nicht alleine bis dort hin finden und bleibt einfach stehen. Durch mehrfaches Klicken auf nähere Punkte erreichen wir schließlich doch unser Ziel.

    Ein tolles Tutorial zu Beginn des Spiels führt uns in die Steuerung ein, es stehen sogar drei unterschiedliche Kameraoptionen zur Auswahl, hier findet sicherlich jeder die passende Einstellung. Auch die Quests, die man im Laufe des Spiels bekommt sind schön erklärt und können jederzeit im Logbuch nachgelesen werden. Mit lesen verbringt man übrigens relativ viel Zeit, Gespräche mit NPC's sind sehr wichtig um im Spiel weiterzukommen.

    Das Kampfsystem ist einfach, sobald wir auf einen Gegner treffen wird automatisch nach D&D-Regeln gekämpft, wir können mit der Leertaste das Spiel anhalten und verschiedene Befehle erteilen. Diese werden mit dem kreisförmig angeordneten Befehlsmenü gegeben, die Steuerung ist dadurch relativ einfach und intuitiv gehalten. Kämpfe mit stärkeren Gegnern nehmen oft viel Zeit in Anspruch, hier ist es sehr wichtig genug Heiltränke oder passende Zaubersprüche dabei zu haben.

    Ein tolles Feature ist das mitgelieferte Toolset, mit dem es möglich ist völlig neue und eigene Abenteuer zu entwerfen. Die Freiheit die einem dabei gegeben wird ist umwerfend, wer sich also genügend in das Toolset vertieft kann locker ein komplett neues Spiel damit entwerfen! Außerdem gibt es auch noch einen Multiplayer-Modus in dem man zu mehreren auf die Jagt gehen kann. Wer also das Spiel einmal durch haben sollte, wird online weitere würdige Gegner finden.

    Etwas unangenehm ist uns noch das Setup aufgefallen, es hat zwar keinen Einfluss auf unsere Wertung gehabt, aber so ein langes und platzverschwenderisches Setup haben wir selten gesehen. Obwohl das Spiel nur drei CD's hat, muss man derart oft die CD wechseln, dass man sich in alte DOS-Zeiten versetzt vorkommt. Satte zwei Gigabyte Festplattenplatz sind ebenfalls fällig um das Spiel komplett zu installieren.

    Neverwinter Nights (PC)

    Singleplayer
    8,6 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    lange Spielzeit
    echte D&D Regeln
    tolle Story
    eigene Abenteuer mit dem mitgelieferten Toolset möglich
    veraltete Grafik
    manchmal schlechte KI
    keine Party
    nervendes Setup
  • Neverwinter Nights
    Neverwinter Nights
    Developer
    Bioware
    Release
    28.06.2002

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988648
Neverwinter Nights
Neverwinter Nights im Gamezone-Test
http://www.gamezone.de/Neverwinter-Nights-Spiel-24891/Tests/Neverwinter-Nights-im-Gamezone-Test-988648/
21.06.2002
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/12/neverwinter_nights_pcgames008.jpg
tests