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  • Nibiru: Der Bote der Götter - Archäologen unter sich - Leser-Test von Sly Boots

    Entwickler: Future Games
    Publisher: dtp entertainment
    System: PC
    Genre: Adventure
    Sprache: Deutsch
    Altersfreigabe: 12
    Systemanforderungen:
    CPU: 800 MHz Pentium III oder besser / Windows 98, 2000, ME oder XP / 128 MB RAM / Grafikkarte 32 MB RAM DirectX 9 kompatibel / 1,5 GB Festplattenspeicher / 16-fach CD/DVD-Rom Laufwerk

    Einleitung:
    Ein Jahr nachdem Future Games mit Black Mirror einen waschechten Adventure-Überraschungshit kreierten, wurde mit Ni.Bi.Ru bereits das nächste Spiel aus der tschechischen Entwicklerschmiede nachgeschoben.
    Dieses Mal verließ man das Horror-Genre und pendelte zurück zu altbewährten Abenteuer-Zutaten: Archäologen, Altnazis und ein uraltes Geheimnis, das irgendwo zwischen Ruinen des Dritten Reiches und der Maya-Zivilisation verborgen liegt.
    Ob es den Tschechen gelang das Qualitätsniveau des Schwarzen Spiegels zu halten, kann ich euch im Verlauf meiner Rezension leider nicht verraten, da ich Black Mirror nicht gespielt habe.
    Dies gibt mir aber zumindest die Gelegenheit neutral an Ni.Bi.Ru heranzugehen.
    In diesem Sinne hoffe ich, dass euch die Review weiterhilft.

    Story:
    Der Archäologie- und Linguistik-Student Martin Holan kann nicht behaupten ein sonderlich aufregendes Leben zu führen.
    Das ununterbrochene wälzen und archivieren von Büchern schlägt unseren Protagonisten in letzter Zeit ziemlich auf den Magen - das hat man eben davon, wenn man dem Onkel nacheifert, um alte Adventure-Klischees zu erfüllen (Warum immer Archäologen!?).
    Die Erlösung erfolgt mit dem Anruf eben jenes Onkels.
    Professor Francois De Wilde will, dass sein Neffe den kürzlich freigelegten Nazi-Tunnelkomplex in West-Böhmen erkundet, da er selbst zu alt für derlei Ausflüge geworden ist.
    Angeblich haben die Nazis dort an ihrem "Ni.Bi.Ru-Projekt" gearbeitet.
    Ni.Bi.Ru soll laut summerischer und babylonischer Mythologie eine Gottheit oder einen Himmelskörper darstellen und die Deutschen hatten seinerzeit natürlich nichts besseres zu tun als Ni.Bi.Ru's Geheimnissen auf den Grund zu gehen, um dessen mystische Mächte zu erschließen (das übliche Indy-Gewäsch eben ... Alientechnologie inklusive).
    Folglich schickt Francois seinen willigen da gelangweilten Neffen auf die Reise, um die Sache mal näher unter die Lupe zu nehmen.
    Natürlich kommt alles anders als geplant: Martins Kontaktperson, die ihm die notwendigen Papiere für den Tunnelausflug beschaffen sollte, liegt blutüberströmt in der Badewanne, Francois gibt sich unangenehm geheimnistuerisch und Martin scheint sich immer noch zu langweilen!

    Wie man unschwer zwischen den Zeilen lesen konnte, leidet auch dieses Spiel unter einigen ärgerlichen Story-Klischees.
    Archäologen, Geheimnisse längst untergegangener Kulturen, Archäologen, mächtige Artefakte und Gerätschaften und noch mehr Archäologen ... Das hat's alles schon zu oft in Adventures gegeben.
    Ferner bekommen wir mit Martin einmal mehr einen Charakter vorgesetzt, der eine beunruhigende soziopathische Veranlagung durchblicken lässt.
    Man stelle sich folgendes Szenario vor: Ein ganz gewöhnlicher junger Mann macht sich im Angesicht von Mordopfern und potentiell tödlicher Gefahren keine größeren Gedanken um seine eigene Sicherheit und führt stattdessen unbeeindruckt seine Forschungen weiter als ob nichts nennenswertes geschehen wäre - Viola: Martin Holan ist geboren!
    Und nein: Ich werde niemals müde werden, diesen stets wiederkehrenden Kritikpunkt des Adventure-Genres immer und immer wieder anzuprangern!

    Aber ich möchte die Situation nicht schlimmer darstellen als sie ist.
    Denn Future Games haben es tatsächlich geschafft den Spieler vor dümmlichen Sprüchen, fehlplatzierten Humor und Klugscheißerei zu bewahren.
    In dieser Hinsicht hat Ni.Bi.Ru im Direktvergleich zu anderen Spielen wie Geheimakte: Tunguska schon einmal den richtigen Weg eingeschlagen.
    Martin und sein Onkel mögen Gefühlskalt sein, aber sie präsentieren ihre Geschichte mit der angemessenen Ernsthaftigkeit.
    Dieser Ernsthaftigkeit ist es wohl auch zu verdanken, dass die Handlung über weite Strecken eine angenehme Spannung erzeugt.
    Vor allem das zweite Kapitel im Tunnelkomplex wurde wirklich fantastisch umgesetzt.
    Leider baut diese Spannung gegen Ende hin wieder ab und sowohl Showdown als auch Ending gestalten sich ohne nennenswerte Höhepunkte.

    Gameplay:
    Im Gegensatz zu den Nazis mit ihrem Ni.Bi.Ru-Projekt, waren Future Games nicht zu Experimenten bereit.
    Nachdem bereits die Handlung auf ausgetretenen Genrepfaden wandelt, gestalten sich auch Steuerung und Gameplay nach Point & Click-Schema F.
    Mit der Maus bewegt man den Cursor durch die Screens und klickt sich mit der linken und rechten Maustaste durch, um die Gegend zu erkunden, Items einzusammeln und Gespräche mit NPC's einzuleiten.
    Die Spielfigur bewegt sich hierbei leider nur im Schritttempo voran, wohingegen sich jedoch Wegstrecken durch Ein- und Ausgänge per Doppelklick abkürzen lassen.

    Wirkliche Gameplay-Besonderheiten sucht man in den fünf Kapiteln des Handlungsrahmens also vergebens, dafür gefällt das Spiel mit wunderbar nachvollziehbaren Rätselschemata.
    Bei anderen Adventures ertappe ich mich über kurz oder lang immer wieder dabei systematisch nach dem Trial & Error-Prinzip vorzugehen - nicht so bei Ni.Bi.Ru!
    Schon kurz nach Spielbeginn wurde mir bewusst, dass ich hier viel schneller vorankomme, wenn ich tatsächlich versuche logische Schlüsse aus meinem gesammelten Items und der Spielumgebung zu ziehen und entsprechend zu agieren (einige Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel).
    Während dies für mich eine sehr angenehme Erfahrung im Genre war, klingeln bei den Genreprofis unter euch jetzt eventuell die Alarmglocken, und ja: Der Schwierigkeitsgrad des Titels entpuppt sich über weite Strecken als "ziemlich angenehm".

    Die Inventarrätsel sind grundsätzlich sehr einfach gehalten und auch bei den Dialogen geht's nur darum die entsprechenden NPC's immer wieder anzulabern, bis man alle Infos aus ihnen rausgepresst hat, welche wiederum neue Dialogoptionen bei anderen Charakteren eröffnen usw.
    Letzteres gestaltet sich aber stellenweise umständlicher als es sein sollte, da man einige Charaktere mehrmals hintereinander ansprechen muss, um letztendlich alle Dialogzeilen abzuklappern (was ja notwendig ist um voranzukommen).
    Als wesentlich anspruchsvoller entpuppen sich hingegen einige der Coderätsel und Puzzlemechanismen.
    Einige Computer-Passwörter und Schloss-Zahlenkombinationen sind gar nicht so leicht zu knacken, vor allem da die benötigten Hinweise teils verdammt trickreich versteckt liegen.
    Die Puzzlemechanismen, die vor allem gegen Ende hin vermehrt auftreten, erfordern ebenfalls einiges an Hirnschmalz (mit Grauen erinnere ich mich an das wirklich fiese Kugelpuzzle).
    Trotz des eher niedrig angesetzten Schwierigkeitsgrades wird man also mit einigen recht kniffligen Aufgaben konfrontiert, bei denen manch einer auch mal zu einer Lösung greifen wird - ich selbst musste ebenfalls zwei Mal spicken.

    Um etwas mehr Würze ins Spiel zu bringen, gibt es auch einige Passagen in denen Martin unter Zeitdruck gesetzt wird und bei Versagen abnibbeln kann.
    Panik ist aber nicht angebracht, da das Programm den Spieler im Falle des Scheiterns kurz vor der besagten Stelle zurückversetzt.
    Dementsprechend ist angenehmes Rätselraten angesagt, da sich der Titel keine groben Schnitzer erlaubt.
    Dialoge lassen sich per Mausklick abkürzen, gespeichert werden kann (fast) überall in mehreren Saveslots und ein Druck auf die Tab-Taste lässt alle Ein- und Ausgänge innerhalb der Screens anzeigen.
    Eine komplexe Hilfefunktion ist zwar nicht vorhanden, aber auch nicht wirklich notwendig, da man die Hotspots eigentlich immer gut erkennen und/oder entdecken kann.
    Ferner weigert sich Martin des Öfteren einen Levelbereich zu verlassen, in dem es noch etwas Spielrelevantes zu erledigen gibt.
    Somit wird man in die richtigen Bahnen gelenkt und vor fruchtloser Laufarbeit bewahrt.

    Grafik, Sound und Präsentation:
    Grafik: In grafischer Hinsicht leben Point & Click-Adventure in erster Linie von den sehr hübschen und detailliert gezeichneten Hintergrundbildern - und auch Ni.Bi.Ru bildet da keine Ausnahme.
    Es werden Renderbilder in einer 1024x768 hohen Auflösungsstufe geboten, in denen sich mäßig animierte 3D-Charaktere bewegen.
    Die Charaktermodelle fügen sich aber sehr gut in die Hintergrundbilder ein und verschmelzen somit mit ihrer Umgebung.
    Diese zweidimensionale Umgebung sieht natürlich gewohnt großartig aus, und überzeugt mit vielen schönen Bauwerken europäischer Architektur - da können noch nicht einmal die alten Mayapyramiden mithalten, die man gegen Spielende erforscht.
    Als zweckmäßig wiederum gestalten sich die sehr selten eingespielten Rendersequenzen, die wohl niemanden vom Hocker reißen dürften.

    Sound: Wenig gibt es zum OST zu erzählen, besteht er doch nur aus äußerst sporadisch eingespielten Ambient-Stücken.
    Abgesehen davon gibt es halt die für die jeweiligen Umgebungen passenden Hintergrundgeräusche, wie Regenschauer, Straßenlärm und dergleichen.
    Die Sprachausgabe ist dafür richtig gut gelungen und überzeugt mir sympathischen und/oder passenden Stimmen für die Charaktere.
    Wie bereits angesprochen würde man sich hier und da etwas mehr Emotionen wünschen, aber nichtsdestotrotz wurde blitzsaubere Arbeit geleistet.

    Präsentation: So weit gibt es hier keine ernsthafte Kritik zu äußern.
    Der Bote der Götter präsentiert sich recht bieder, und das ist auch gut so, da man in diesem Spiel auf Ernsthaftigkeit abzielt und es dankbarerweise vermeidet in humoristische Quereleien abzudriften - an dieser Stelle mal ein großes "Danke" an Future Games für das Umschiffen eines der lästigsten Genre-Klischees!
    Negativ erwähnen möchte ich jedoch, das mir das Game zweimal ohne ersichtlichen Grund Abgestürzt ist, von daher wäre es wohl nicht verkehrt regelmäßig den Spielstand zu sichern.
    Dafür bekommen wir jedoch ein ansonsten Bugfreies Spiel geboten, und das ist bei einem PC-Game der Version 1.0 schon eine verdammt gute Leistung!

    Fazit:
    Ja, ich habe mich an manchen Stellen sehr kritisch über Ni.Bi.Ru geäußert, aber nichtsdestotrotz bleibt die Tatsache, dass mich das Spiel sehr gut unterhalten hat!
    Die angenehm humorfreie Handlung in Kombination mit stimmigen Schauplätzen, die in wunderhübschen Renderbildern präsentiert werden, wusste definitiv zu gefallen.
    Garniert wird das ganze mit gut lösbaren und herrlich nachvollziehbaren Rätseln.
    Auf der Schattenseite gurken mir zwar einige Klischees und Archäologen zu viel herum, aber auch die konnten mir den Spaß am Spiel nicht verderben.
    Schade nur, dass der Spielabschluss so unspektakulär ausgefallen ist.
    Wenn Future Games die hohe Spannungskurve der ersten drei Kapitel bis zum Ende hin Aufrecht erhalten hätte, wäre ich eventuell sogar zu ner 85 % Wertung bereit gewesen (das ist bei mir schon eine sehr sehr hohe Wertung - vor allem für ein Adventure!).
    Nichtsdestotrotz bin ich sehr zufrieden mit dem Spiel gewesen, von daher gibt's dennoch absolut vorzeigbare 83 %.
    Fans von Point & Click-Adventures die keinen Hirnbrecher erwarten dürfen bedenkenlos zugreifen und mit Ni.Bi.Ru - der Bote der Götter ihre Adventure-Sammlung erweitern.

    Negative Aspekte:
    einige störende Klischees (emotionsloser Hauptcharakter, Archäologen …) / Martin kann nicht rennen / lahmes Finale und Ending

    Positive Aspekte:
    gute, meist angenehm nachvollziehbare Rätsel / schöne Renderbilder / atmosphärisch dichtes zweites Kapitel im Tunnelkomplex

    Infos zur Spielzeit:
    Sly Boots hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Nibiru: Der Bote der Götter

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Sly Boots
    8.3
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Steuerung
    9/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    8.0/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Nibiru: Der Bote der Götter
    Nibiru: Der Bote der Götter
    Publisher
    dtp
    Developer
    Future Games (CZ)
    Release
    15.03.2005

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

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Nibiru: Der Bote der Götter
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http://www.gamezone.de/Nibiru-Der-Bote-der-Goetter-Spiel-25108/Lesertests/Nibiru-Der-Bote-der-Goetter-Archaeologen-unter-sich-Leser-Test-von-Sly-Boots-1010693/
21.04.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2005/03/nibirutitel.jpg
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