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  • Ninja Gaiden Sigma im Gamezone-Test

    Selten lagen Lust und Frust so nah beieinander wie bei diesem knallharten PS3 Action Adventure für echte Profis.

    Ninjas sind Schleicher und Meuchelmörder, der unsichtbare Schatten, der lautlos zuschlägt und anschließend in einer Rauchwolke verschwindet. Zumindest ist das die moderne Darstellung dieser Elitekämpfer, die in der neuzeitlichen Geschichtsinterpretation und Dramaturgie Japans (wenn überhaupt) eher unehrenhaft dargestellt werden. Trotzdem umgibt sie eine unbeschreibliche Faszination, die vor allem von ihrer angeblichen Unnahbarkeit und ihrer Präzision zuzuschreiben ist. Auch in Ninja Gaiden Sigma für die Playstation 3 trifft man auf genau diese Klischees, die Durchschnittsspielern jedoch einiges an Nerven kosten könnten, denn Präzision ist in diesem knallharten Action-Adventure das oberste Gebot.

    Ninja Gaiden Sigma aus dem Hause "Team Ninja" ist inhaltlich kein besonders neuer Titel, denn bereits auf der Xbox der ersten Generation durfte sich der aus "Dead or Alive" bekannte Hauptdarsteller Ryu Hayabusa durch diverse mystische und moderne Settings schnetzeln. Die ausführlich erzählte, aber dennoch knäckebrot-dünne Story um die Drachenklinge, die Vergeltung des Hayabusa Clans und das böse Imperium war es jedoch nicht, die aus diesem Spiel einen der meistdiskutierten Xbox Titel machte. Vielmehr war es die nahezu unmenschliche Präzision in den Kämpfen, die einem abverlangt wurde. Somit lag die Zielgruppe wohl irgendwo zwischen Hardcore-Gamern und Masochisten, denen auch der hundertste ungerechtfertigte Bildschirmtod nichts ausmachte.

    Sind sie zu stark, bist du zu schwach

    Ninja Gaiden Sigma Ninja Gaiden Sigma In der aktuellen PlayStation 3 Umsetzung des Abenteuers sieht es nicht viel anders aus. Es gilt sich nach wie vor durch 19 beinharte Level (also drei mehr als im Original) zu schlagen, in denen ihr hauptsächlich eure Kampf- und Sprungkünste unter Beweis stellen sollt. In Gestalt von Ryu macht ihr euch also im ersten Kapitel auf, um den mystischen Meister Murai zu finden, was sich als ziemlich schwer herausstellt, denn nicht nur der Weg zu ihm ist relativ vertrackt, auch die Ninja-Armee, die sein idyllisches Versteck hütet, zeigt euch im Nullkommanichts, wo es lang geht. Trotz des legendären Drachenschwerts und nett animierten Ninja Moves werden viele Spieler also heftige Probleme haben, auch nur die erste Passage des Spiels zu überstehen, denn wer intuitiv auf den Angriffsbuttons herumdrückt, stirbt schneller den Heldentod, als er bis drei zählen kann. Stattdessen liegt das Hauptaugenmerk auf dem Parieren der gegnerischen Angriffe, denen man manchmal auch lieber zum richtigen Zeitpunkt ausweicht, um einen geschickten Konter anzulegen, was aber auch nicht gerade leicht ist, wenn sich gleich mehrere Katanaschwinger auf euch stürzen. Da helfen weder Schuriken oder Rauchbomben, noch der Schwerkraft trotzende, kurze Spaziergänge an der Wand, zu denen Ryu von Anfang an in der Lage ist.

    Anfänger und Fortgeschrittene Gamer müssen sich bei Ninja Gaiden Sigma also schon bei Spielbeginn auf einige Frustmomente gefasst machen, denn bis man mal kapiert hat, wie der Hase läuft, hat man locker dreißig Bildschirmtode und zwei aus dem Fenster katapultierte Controller hinter sich. Dabei ist das grundlegende Spielprinzip gar nicht mal so kompliziert. Hier mal eine Statue komplettieren, um einen Geheimgang zu öffnen, da mal eine Falltür vermeiden, an anderer Stelle einen Schlüssel einsammeln, und sonst Metzeln bis die Ketchup Fontainen versiegen. Bei Meister Murai angekommen, werdet ihr aber erst richtig auf die Probe gestellt, denn schon dieser erste Obermotz ist so hart, dass selbst John McLane zu winseln beginnen würde, wenn er auf ihn träfe, denn ein Gegner, der eure Angriffe quasi voraussehen kann, ist nur mit großer List und einem Quäntchen Glück zu besiegen.

    Ninja Gaiden Sigma Ninja Gaiden Sigma Im Rest des Spiels wird es auch nicht unbedingt fairer. Berittene Feuer-Samurais, sich in Luft auflösende Magier und ein nicht enden wollender Strom an angriffslustigen, austauschbaren und aus dem Off angreifenden Gegnern werden euch an den Rand der Verzweiflung treiben. Wenn euch zum Beispiel vier fernöstliche Magier gleichzeitig angreifen, von denen sich zwei direkt vor euch befinden, sich aber bei einem Schwertstreich eurerseits in dünne Luft verwandeln, bzw. in Sekundenbruchteilen hinter euch stehen, während die anderen beiden aus sicherer Entfernung ihre magischen Attacken auf euch ansetzen, fragt ihr euch schnell, wie ihr an solchen Szenen unbehelligt vorbeikommen sollt.

    Mensch, ärgere dich nicht

    Ninja Gaiden Sigma Ninja Gaiden Sigma Diese Frage ist durchaus berechtigt, denn tatsächlich entscheidet manchmal nur das Glück über Sieg oder Niederlage. Gerade auf der großen Brücke im Dorf des Hayabusa Clans, welches gerade mal das zweite von 19 Leveln darstellt, ist man nicht wirklich in der Lage, eine echte Angriffsstrategie aufzustellen, da alles viel zu schnell abläuft. Sicherlich gibt es hartgesottene Spieler, die auf eine solche übermenschliche Herausforderung stehen, aber ob ein solch harter Schwierigkeitsgrad wirklich spielspaßförderlich ist, liegt wohl im Auge des Betrachters. Ein Spiel ist schließlich eine möglichst entspannende Freizeitbeschäftigung. In Ninja Gaiden Sigma wird aus dem Spaß jedoch schnell ein einziger Krampf, wenn man erst mal versucht, sich gegen eine Überzahl durchzusetzen, und selbst mit dem Einsatz mehrere Heiltränke nicht vorwärts kommt. Trotz mehrer Shops, in denen man Waffen und Tränke nachkaufen oder upgraden lassen kann, ist man eigentlich immer der Underdog, der sich mühsam durchsetzen muss.

    Leider lässt sich nicht leugnen, dass ein solcher Spielaufbau nicht wirklich mit einer großen Herausforderung zu tun hat, sondern eher mit einem nicht optimal ausbalanciertem Spieldesign. Schließlich kann man sich nur gegen einen Angriff zu Wehr setzen, den man auch sehen oder zumindest hören kann, denn Hellseher dürften die wenigsten unter uns sein. Doch gerade auf der besagten Brücke in Kapitel zwei, prasseln die Attacken nur so auf euch ein, ohne das ihr auch nur die geringste Vorahnung habt, bzw. haben könnt. Während ihr euch eigentlich um einen Feuer-Samurai kümmern sollt, der euch zu Pferde die Hölle heiß macht und auch alleine schon eine ordentliche Herausforderung darstellen würde, dürft ihr euch nämlich permanent um die angriffslustigen Magier kümmern, und so kommt ihr in den ersten Versuchen nicht mal dazu, wirklich Schaden anzurichten.

    Ninja Gaiden Sigma Ninja Gaiden Sigma Und doch ist es jedoch genau dieser Aspekt, der Ninja Gaiden Sigma so besonders macht, denn die dichte Action nimmt euch sofort mit Haut und Haaren ein, da man euch in den Kampfsequenzen nur selten eine Verschnaufpause gönnt. So gibt es zum Beispiel Räume, in denen ihr zehn Minuten lang einen Gegner nach dem anderen vorgesetzt bekommt, was dazu führt, dass ihr unter Schweißausbrüchen und wildem Geschrei alles um euch herum vergesst. Nur in wenigen Spielen liegen Lust und Frust so nah beieinander, was für ordentliche Adrenalinschübe sorgt. Gerade Zockerprofis, die sich bei vielen Games unterfordert fühlen, werden hier ihren Meister finden.

  • Ninja Gaiden Sigma
    Ninja Gaiden Sigma
    Publisher
    Eidos
    Developer
    Team Ninja
    Release
    02.10.2009
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Ninja Gaiden Sigma
Ninja Gaiden Sigma im Gamezone-Test
Selten lagen Lust und Frust so nah beieinander wie bei diesem knallharten PS3 Action Adventure für echte Profis.
http://www.gamezone.de/Ninja-Gaiden-Sigma-Spiel-25348/Tests/Ninja-Gaiden-Sigma-im-Gamezone-Test-991383/
27.07.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/06/ngs_c_07.jpg
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