ORB: Off-World Resource Base im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Lieber gut geklaut als schlecht selber gemacht!

Off-World Resource Base oder kurz O.R.B. ist ein ziemlich dreister Homeworld Klon, welcher allerdings genau aus diesem Grund auch einiges an Spaß mit sich bringt. Die Entwickler haben natürlich einige Spielelemente hinzugefügt und andere Kleinigkeiten verändert, diese sind aber wirklich nur minimal und wer sich schon beim Klassiker Homeworld wohl gefühlt hat, wird auch hier glücklich werden.

Die Story des Spiels ist ziemlich komplex, es geht aber grundlegend um zwei sich gegenseitig bekriegende Rassen im Weltraum. Auffällig ist, dass in der Welt von O.R.B. sehr viel Mystik eine Rolle spielt und sich vieles um alte Götter und deren Relikte dreht. Wir wollen hier nicht weiter auf diese extrem komplexe Story eingehen, jedem Spieler sei aber angeraten das Handbuch aufmerksam zu lesen, denn hier geht es einzig und allein um die Vorgeschichte des Spiels, sämtliche Erklärungen zur Steuerung und dem eigentlichen Gameplay bekommt man im Spiel selbst mittels eines sehr ausführlichen Tutorials erklärt. Da die Story so komplex ist, könnten Handbuchmuffel durchaus im Spiel ihre Probleme haben die schönen Echtzeit-Zwischensequenzen zu verstehen.

Spielerisch dreht sich neben dem Kampf gegen die Feinde natürlich alles um den Abbau von Ressourcen, welche vorzugsweise in größeren Asteroiden vorkommen. Hierzu lässt man umliegende Gesteinsbrocken von einem Erkundungsschiff untersuchen und baut entdeckte Ressourcen mit einer Mine ab. Schnell wird dem Spieler klar, dass die Asteroiden nicht gerade gut gefüllt sind und man muss schnellstens einen weiteren Asteroiden finden um nicht aufgrund von Ressourcenmangel das Spiel zu verlieren. Da eine neue Mine 1000 Einheiten kostet, sollte man sein Kapital niemals komplett aufbrauchen, sonst kann es passieren das man zwar einen neuen Asteroiden findet, aber kein Geld mehr hat um eine Mine zu bauen, was selbstverständlich für die aktuelle Mission fatal ist. Das übrige Geld kann man für Forschungsprojekte ausgeben, hier werden auch neue Kriegsschiffe entwickelt, welche oft erst neue erforsche Antriebe oder Waffensysteme benötigen bevor sie selber gebaut werden können. Eine einfache Menüleiste gibt dem Spieler jederzeit Zugriff auf die Menüs für den Bau von Einheiten und die laufenden Forschungsprojekte. Missionsziele sind ebenfalls genauestens in einer Übersicht aufgeführt, man weis eigentlich immer genau was zu tun ist. Nicht selten kommt es zum Kampf mit feindlichen Schiffen, worauf wir einfach mittels Mausklick unserer Gruppe von Kampfschiffen den Einsatzbefehl erteilen. Negativ ist uns dabei aufgefallen, dass die eigenen Raumschiffe oft nur wiederwillig auf die Befehle reagieren, vor allem dann, wenn sie sich in einer sehr großen Gruppe befinden. Da wird dann mal schnell irgendwo ins Nirvana geflogen oder ein Gegner automatisch angegriffen, der viel weiter weg ist als ein anderer. Mit besser programmierter KI wäre das nicht passiert.

Die Steuerung wurde, wie auch große Teile des Interfaces, von Homeworld übernommen. Da man sich in einem komplett dreidimensionalen Raum bewegt, kann es für Einsteiger schon etwas schwierig sein die Schiffe dorthin zu schicken wo man sie auch haben will. Die teilweise fragwürdige KI der Einheiten ist uns auch hier etwas bitter aufgestoßen, bei Homeworld war das Ganze trotz gleicher Steuerung irgendwie viel einfacher. Mit etwas Übung klappt es dann aber doch und man hat zum Glück auch die 2D-Übersichtskarte, welche sich so einfach wie ein klassisches Echtzeit-Strategiespiel bedienen lässt. Natürlich muss man in diesem 2D-Modus auf die wirklich gut gelungene Grafik verzichten.

Optisch macht das Spiel nämlich einiges her: Der Weltraum ist hier so schön und bunt, man wünscht sich gleich noch viel mehr die Erfindung des längst fälligen Warpantriebs. Planeten und Asteroiden, aber auch unsere Schiffe sind mit sehr detaillierten Texturen überzogen und begeistern mit ihrer Farbenpracht. Da das "Original" Homeworld ja bereits einige Jahre auf dem Buckel hat, ist es nicht verwunderlich, dass O.R.B. grafisch wesentlich mehr zu bieten hat. Wir waren auf jeden Fall begeistert und so manche spielerische Ungereimtheit haben wir aufgrund der fesselnden Grafik schnell wieder vergessen. Der Hintergrundsound ist zwar nicht schlecht, aber leider eher unauffällig. Dieser Eindruck kann natürlich auch daher rühren, dass wir von Homeworld in Sachen Sound stark verwöhnt wurden. Ein unscheinbarer Sphärensound kann eben niemals ein das "Adagio for Strings" von Samuel Barber ersetzen.

An die Multiplayer unter uns hat man selbstverständlich auch gedacht, zahlreiche Karten und die Möglichkeit mittels Gamespy online spielen zu können, sind ebenfalls vorhanden. Sogar ein Szenarioeditor zum Erstellen eigener Kampagnen ist kostenlos mitgeliefert.

Meinung

Wertung zu ORB: Off-World Resource Base (PC)

Wertung:

7.9 /10
Pro & Contra
Sehr schöne Grafiktiefgängiges Gameplaylange Missionen
eben "nur" ein Homeworld Klonstellenweise sehr schwerdiverse KI Probleme

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk