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  • Obscure: Grauen in der Highschool - Leser-Test von Fabian1992

    Obscure: Grauen in der Highschool - Leser-Test von Fabian1992 Mit "Obscure" will das französische Entwickler-Team MC2 beweisen, dass auch Europa die Horrorgenre genauso gut beherrscht wie die geübten Japaner. Und somit greift "Obscure" auf die Thematik von Horrorfilmen wie "Scream" und "The Faculty" zurück. In der Filmbranche nichts Neues, aber bei den Survivalhorror-Games lässt es auf eine innovative Form des Grauens hoffen.

    Story: Mit der Leafmore-Highschool scheint schon seit längerer Zeit etwas sehr im Argen zu liegen. Doch die fünf jugendlichen Freunde machten sich bis zum Verschwinden ihres Freundes Kenny, keine ernsthaften Gedanken darüber. Nun aber wollen sie ihren Freund und vor allem Shannon ihren Bruder wieder finden. Daher lassen sich die vier Schüler in ihrer Schule einsperren und machen sich auf die Suche. Was sie dadurch jedoch entdecken, sollte bizarrer und grauenerregender sein als alles, was sie bisher gesehen hatten.

    Das Spiel mag zwar aus französischer Schmiede zu stammen, aber davon ist im Spiel keine Spur zu finden. Dem Spieler wird sofort klar gemacht, woran man sich orientiert hat und lässt ihn somit in die Welt eines typisch, amerikanischen Teenie-Horrorfilms eintreten. Und das gelingt "Obscure" hervorragend. Natürlich ist der Horror damit nicht neu erfunden. Doch in der Welt der Survivalhorror-Spiele greift das Game somit ein Thema auf, dass noch kein Team zu bearbeiten gewagt hat, was durchaus fraglich ist, zumal Filme wie "Scream" großen Erfolg feierten. Dabei ist die Atmosphäre eines "Resident Evil" oder "Silent Hill" aber eindeutig zu spüren, was somit keine Innovation darstellt und hinzu nicht annähernd so wirkungsvoll umgesetzt wurde. Dennoch, verstörende Geräusche in der Ferne und quälende Schreie der Gegner sorgen alle Male für Gänsehaut. Auch konnten mich zu Anfang vier Schockmomente so richtig erschrecken, wie ich es schon seit "Project Zero" vermisst hatte, unglücklicherweise aber immer auf dieselbe Weise. Und deshalb kann später nichts mehr so wirklich schocken. Die Monster, die den vier Schülern ans Leder wollen, überzeugen allerdings durch einen gewissen Ekelfaktor und schockieren mit grässlichen Geräuschen. Das Monsterdesign erinnert zwar ein wenig an die Gestalten von "Silent Hill", dennoch haben sie einen gewissen, eigenen Stil aufbauen können. Und apropos Geräusche. In dieser Beziehung wurde ich nämlich mit einem aufmerksamen Gehör gesegnet. Daher fiel mir auf, dass eindeutig Störgeräusche von "Silent Hill 4" entnommen wurden. Ich weiß nicht, ob es sich dabei um Soundeffekte handelt, die sich jeder kostenlos zu Nutze machen kann, oder ob man die Rechte gekauft hat, um diese benutzen zu dürfen. Aber für alle Fanatiker gilt; hört genau hin und ihr werdet verstehen, wovon ich rede.
    Um die Monster zu bekämpfen wird selbstverständlich der Einsatz von zahlreichen Schlag - und Schusswaffen verwendet, wie man es so kennt. Dabei hat man sich jedoch bemüht, dieses Spielelement etwas aufzufrischen. Mit Klebebändern, die man immer wieder findet, ist es euch möglich, Taschenlampe und Schusswaffe zu vereinen. Hinzu kommt der so genannte "Boost", den die Taschenlampen für eine begrenzte Zeit auf die Monster ausüben können. Da die Unholden nämlich ziemlich empfindlich auf Licht reagieren, dient dieser "Boost" dazu, sie mit dem Licht der Taschenlampe zusätzlich zu schwächen.
    Die Steuerung, die nur über die Tastatur möglich ist, empfand ich zu Beginn als etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit kommt man damit einigermaßen zurecht. Mit einem Controller wäre die Sache natürlich sehr viel angenehmer zu handhaben.
    Nun, klingt bisher wie ein typischer Titel der Horrorgenre, der nichts wirklich Neues zu bieten hat. Doch um genau als Solches nicht abgestempelt zu werden, hat man sich etwas durchaus Innovatives einfallen lassen.
    Zuerst einmal wäre zu erwähnen, dass man als Spieler beliebig zwischen den vier und später fünf Charakteren wählen kann. Dabei hat jeder seine spezifischen Eigenschaften. Shannon ist beispielsweise ein sehr scharfsinniges Mädchen und gibt somit immer Hinweise beim Lösen von Rätseln. Hinzu kommt, dass sie andere besser heilen kann. Ashley ist hart im Nehmen und kann somit einen heftigen Spezialangriff ausführen. Ihr verschwundener Freund Kenny, den ihr aber gleich im Intro als erstes steuert, ist sehr sportlich und kann schneller als die anderen rennen. Stanley ist ein cooler und lässiger Typ, der besonders im Schlösserknacken begabt ist. Zu guter Letzt haben wir Josh, welcher ein wachsames Auge hat und euch somit bei Bedarf sagen kann, ob es noch etwas zu tun gibt, oder nicht.
    Was aber wirklich neu dabei ist, ist die Tatsache, dass ihr zu zweit unterwegs seid. Entweder, der Computer übernimmt die Steuerung des anderen und ihr könnt immer wieder zwischen den beiden wechseln, oder ihr erlebt zu zweit das Grauen dieser Highschool. Und eines kann ich versprechen. Horror zu zweit bedeutet doppelter Spaß. Genau damit bietet "Obscure" etwas sehr Willkommenes an, wobei man natürlich auch erwähnen muss, dass der Horror wirkungsvoller ist, wenn man ihn allein erlebt.
    Was aber viel mehr einen Kritikpunkt bei den verschiedenen Charakteren darstellt, ist die minderwertige Umsetzung der spezifischen Eigenschaften. Kurz gesagt: Es ist ziemlich egal, wen ihr letzt endlich nehmt. Alle können alles. Ist ja schön und gut wenn Stanley ein Schloss innerhalb einer Sekunde knacken kann. Die anderen machen es eben in zehn Sekunden. Und kämpfen kann man mit allen, wozu dann der Extraangriff von Ashley. Dies sind nun mal die eindeutigen Schwächen der freien Charakterwahl. Würde das Spiel jedem Charakter seine eigenen Kapitel zuteilen, so könnten die Stärken und Schwächen besser ins Spielerlebnis integriert werden. Und ein weiterer Schwachpunkt der freien Charakterwahl ist folgender: Ich bin beispielsweise mit Shannon in der Bibliothek und treffe den Direktor in einer Zwischensequenz. Wenig später bin ich mit Ashley unterwegs, welche dann in einer weiteren Sequenz vor ihrem Lehrer behauptet, sie hätte den Direktor in der Bibliothek getroffen. Dadurch verliert die Geschichte einiges an Glaubwürdigkeit, was äußerst schade ist. Ebenso lassen die dummen Sprüche der Charaktere den Realitätsgrad sinken. Heilt man sie mit typischen Erste-Hilfe-Kästen, so ertönen Sprachaufnahmen wie "Jetzt geht's mir gleich viel besser." Das hätte man sich nun wirklich sparen können.
    Immerhin kann die Geschichte ein gewisses Interesse wecken. An die Tiefgründigkeit und den Umfang einer "Project Zero-Story" kommt es zwar bei weitem nicht ran, aber dennoch ist es recht interessant und nachvollziehbar, weshalb sich solch schreckliche Dinge in der Leafmore-Highschool abspielen. Und was diesem Spiel im Gegensatz zu anderen Horrortiteln gelingt, ist eine halbwegs verständliche Aufklärung des Ganzen. Bei "Obscure" seid ihr nicht darauf angewiesen, euch selbst irgendeinen Reim auf die merkwürdigen Vorkommnisse zu machen.
    Die Grafik kann ebenfalls überzeugen. Die Charaktere sind recht detailreich erstellt worden und glänzen vor allem in Rendervideos. Die Schauplätze hingegen sind etwas detailarm ausgefallen. Dennoch, allgemein betrachtet bekommt ihr hier eine schicke, grafische Darstellung zu bekommen, die aber erneut nie und nimmer an "Silent Hill-Maßstäben" anknüpfen könnte.
    So auch die Rätsel nicht, welche ziemlich einfach ausgefallen sind. Typische Schlüssel - und Schaltknobeleien lösen sich beinahe von selbst.
    Einer der größeren Minuspunkte stellt aber die äußerst kurze Spielzeit dar. Gute vier Stunden braucht man für den ersten Durchgang was nun wirklich zu kurz ist. Aber gut, ein Schulgebäude bietet nun mal nicht allzu viele Schauplätze, sodass man euch höchstens durch bereits bekannte Gebiete öfter hätte schicken können. Doch dann wäre der Dauerspaß zumindest etwas gelungener ausgefallen, denn die zwei weiteren Schwierigkeitsgrade und ein paar Extras sind nicht wirklich ein Ansporn, um erneut einen Horrortrip durch die Highschool zu beginnen.

  • Obscure
    Obscure
    Developer
    Microids (FR)
    Release
    27.09.2007
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Obscure
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28.04.2007
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