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  • Operation Blitzsturm im Gamezone-Test

    City Interactive macht auch mit diesem Titel seinem Image als Lieferant anspruchsloser Imbiß-Shooter alle Ehre.

    Im Bereich der Low-Budget-Shooter gibt es wohl kaum jemand, der an dem Mix aus Trash und Kommerz so hartnäckig und offenbar erfolgreich festhält wie der osteuropäische Publisher City Interactive. Alles begann mit "Terrorist Takedown". Das war 2004. Seither jagd ein Billig-Shooter den anderen. Nachdem mit "The Stalin Subway 2: Red Veil" vor einigen Monaten der vorläufige Tiefpunkt der aus Polen stammenden Action-Serie markiert wurde - die Gamezone-Redaktion sah sich zur Verleihung eines "Müll Awards" genötigt -, erschien mit "Terrorist Takedown 2" im Februar ein weiteres Produkt, das sich zumindest in technischer Hinsicht etwas erholter zeigte. "Operation Blitzsturm" ist das jüngste Werk aus dem Hause City Interactive.

    Allein gegen Hitlers Helfershelfer

    Operation Blitzsturm Operation Blitzsturm Wer glaubt, die WW2-Thematik sei mittlerweile vom Tisch, der wird erneut eines Besseren belehrt. Denn "Operation Blitzsturm" spielt wieder in eben jenem Szenario. Genauer gesagt im Jahre 1942. Hitlers Truppen halten inzwischen weite Teile Europas besetzt, der braunen Diktator und seine verbrecherischen Helfershelfer scheinen unaufhaltsam. Was die Armeen ganze Nationen im nunmehr dritten Kriegsjahr nicht hingekriegt haben, sollen wir jetzt binnen kürzester Zeit im Alleingang schaffen: die deutsche Führungselite ausschalten und damit dem III. Reich einen politisch und operativ nachhaltigen Schaden zufügen. Auf unserer Abschussliste stehen drei hochrangige Nazi-Funktionäre: Johann Gabler, deutscher Minister und engster Vertrauter des "Führers", Hans Höllmann, der als Polizeichef die Drecksarbeit vom Schreibtisch aus erledigt, sowie der übergewichte Hartmut Grühning, der mit seiner Uniform wie eine Seekuh im Ballkleid aussieht und Kommandant der Luftwaffe ist. Dass es sich bei besagtem Funktionärs-Trio um Goebbels, Himmler und Göring handeln soll, wollten die Entwickler dann offenbar doch nicht so offen aussprechen.

    Natürlich kann man mit einer so prekären Aufgabe nicht jeden Spaten-Paulus betrauen und so kommt man auf uns, den - laut Verpackungstext - besten Fallschirmjäger des britischen SAS-Spezialkommandos. Eine Transportmaschine der Alliierten wirft uns nahe eines Bauernhofes über der französischen Kleinstadt Vervins ab. Als Einzelkämpfer sind wir in Feindesland fortan ganz auf uns allein gestellt. Unsere einzigen Begleiter werden für die nächsten ca. neunzig Minuten (denn spätestens dann ist der Singleplayerteil bereits zu Ende) diverse Infanteriewaffen wie Pistole, schallgedämpfte MP, Sturmgewehr, Handgranaten oder Panzerfaust sein. Das Bajonett können wir dagegen gleich stecken lassen. Es ist im weiteren, äußerst bleihaltigen Spielverlauf praktisch ohne Nutzen, hält im Spieler aber möglicherweise die Illusion wach, so etwas wie Sam Fisher zu sein und lautlos vorgehen zu können.

    Totenschädel, Tölpel und Toiletten

    Operation Blitzsturm Operation Blitzsturm "Operation Blitzsturm" beginnt in der Villa von Zielperson Nummer 1 (Gabler). Und endet fast auch schon dort, weil wir nämlich gleich am Anfang beim Betreten eines Küchenraumes an der Tür hängenbleiben, nicht mehr von ihr loskommen und deshalb sofort wieder den letzten Speicherstand bemühen müssen, um dieser misslichen Lage zu entrinnen. Das fängt ja schon gut an. Dennoch: Unser Hauptauftrag, die Eliminierung Hitlers beigeordneter Führungsriege, ist klar umrissen. Dass wir nebenher ein paar Gefangene befreien, Geheimdokumente sicherstellen und zuletzt noch eine Raketenbasis sprengen müssen, ist eher nebensächlich. Meist erfahren wir davon mittels Missionsbeschreibung. Dort finden sich auch Hinweise wie: "Das ist eine Kampfmission. Sie haben uneingeschränkte Schusserlaubnis." Echt?! Unsere ursprünglichen Überlegungen, jeden einzelnen deutschen Besatzungssoldaten mit dem Kochgeschirr zu erschlagen oder Gabler, Höllmann und Grühning womöglich mit Papierkügelchen zu malträtieren, können wir also getrost wieder verwerfen und stattdessen gleich richtig loslegen. Denn in "Operation Blitzsturm" ist geradlinige Shooter-Action angesagt. Egal, ob wir uns dabei in Gablers Villa, einem bayrischen Schloß (Domizil von Hans Höllmann) oder auf dem Versuchsgelände einer deutschen Fabrik (Zuständigkeitsbereich Hartmut Grühnings) bewegen. Die Schauplätze muten anfangs recht abwechselungsreich an, verlieren aber sehr schnell von ihrem Reiz, da es sich größtenteils um Innenlevel handelt, die man zudem schon 1000-fach gesehen hat. So lustwandeln wir auch in diesem Ego-Shooter wieder durch Fabrikhallen, Lüftungsschächte, karg ausgestattete Zimmer, Bunkersystemen oder Kanalisationen. Die matschigen Texturen und die eckig wirkende Umgebungswelt heben das optische Gesamturteil auch nicht unbedingt. Zudem hat man sich stellenweise ziemlich ungeniert bei legendären Genre-Kollegen bedient. In Höllmanns Schloß beispielsweise finden sich Totenköpfe, Heidentempel und andere Anleihen an Okkultismus, was zweifellos Erinnerungen an den Klassiker "Return to Castle Wolfenstein" hevorrufen soll. Dieser Versuch scheitert jedoch kläglich. Sogar die eingestreuten Vor- und Zwischensequenzen kamen bei Gray Matters Index-Titel schon vor sieben Jahren weitaus imposanter rüber.

    Immerhin schafft es die hier, ursprünglich bereits in F.E.A.R. angewandte Jupiter Ex-Engine ähnlich wie schon in "Terrorist Takedown 2", Sterbeannimationen und Explosionen halbwegs realistisch erscheinen zu lassen. Leider hapert's mit der KI. Zwar geschieht es auch in "Operation Blitzsturm", dass Gegner Tische umwerfen oder Deckung suchen, aber halt nur manchmal. Für gewöhnlich rennen die Herrschaften unserem SAS-Elitekämpfer recht sorglos vors Visier und eignen sich somit prima als Zielscheibe. Erleichtert wird das Ganze durch den Umstand, dass oft Fässer oder Flaschen brennbaren Inhalts in der Gegend rumstehen, deren explosive Wucht gleich mehrere Gegner auf Wolke Sieben entschwinden lässt. Der Spieler selbst sieht sich selten echten Herausforderungen gegenüber. Mitunter müssen wir mal einen Schlüssel finden, Panzer in die Luft jagen, Schalter umlegen oder ein Loch in die Wand sprengen, um so einen Durchbruch zu schaffen. Aber das war's im Wesentlichen schon. Amüsant ist das Verhalten einiger Wehrmachtssoldaten, die sich mit Vorliebe gern auf Toiletten (davon gibt's in den zahlreichen Innenleveln mehrere) verstecken und uns dort auflauern. Fast möchte man angesichts solcher Taktiken spöttisch meinen, Hitlers Truppen hätten sich bereits 1942 auf einen längeren "Sitzkrieg" eingestellt.

    High Noon für Anfänger

    Operation Blitzsturm Operation Blitzsturm "Operation Blitzsturm" ist voll auf Einsteigerfreundlichkeit getrimmt. Auf dem höchsten der insgesamt drei anwählbaren Schwierigkeitsgrade kommen selbst Gelegenheitszocker mühelos voran. Medi-Packs o.ä. benötigt man daher nicht. Wird der Spieler getroffen, muß er sich nur für kurze Zeit aus der Schusslinie verziehen und heilt sich dadurch innerhalb weniger Sekunden selbst. Die automatischen Speicherpunkte sind fair verteilt, außerdem ist Quicksave jederzeit möglich. Nicht einmal die Bossgegner (Gabler, Höllmann, Grühning) machen uns zu schaffen. Sie lassen sich genauso flott umpusten wie all die anderen Wehrmachtsgestalten. Die Steuerung entspricht eingängigen Shooter-Standards, wobei es etwas umständlich anmutet, dass man vor dem Benutzen einer Leiter immer noch die "F"-Taste drücken muß. Sehr nach "Anfänger" klingen auch die deutschen Synchronsprecher. Die Stimme unseres Hauptcharakters erinnert stark an die des Krümelmonsters aus der Sesamstraße. Musik und Waffensound erscheinen hingegen ganz passabel, obschon einige Wummen übertrieben laut wirken. Denn eine Pistole vom Typ Luger 08 sollte nicht unbedingt so klingen wie der Feuerschlag einer kompletten Flugabwehr-Batterie. Eine Online-Registrierung auf der offiziellen Homepage von City Interactive und das Ausfüllen eines entsprechenden Fragebogens vorausgesetzt, können wir bei Bedarf noch ein Bonusspiel freischalten, was aber kaum über die extrem kurze Spielzeit der Kampagne (ca. 90 Minuten) hinwegzutäuschen vermag. Ferner existiert ein Multiplayer-Teil in diversen Modi (Deathmatch, Team-Deathmatch usw.) für bis zu sechzehn Spieler. Zum Zeitpunkt des Testes herrschte auf den Servern allerdings nur gähnende Leere. Mitstreiter und Interessenten sucht man vergeblich. Vermutlich, weil es sie nicht gibt.

    Operation Blitzsturm (PC)

    Singleplayer
    5,3 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    6/10
    Sound
    6/10
    Steuerung
    7/10
    Gameplay
    3/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Jupiter EX-Engine
    einsteigerfreundlich (niedriger Schwierigkeitsgrad
    keine Frustmomente)
    KI-Mängel
    eintöniges Level- und Missionsdesign
    dürftige Synchronisation
    extrem kurze Spielzeit
  • Operation Blitzsturm
    Operation Blitzsturm
    Publisher
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Developer
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Release
    04.04.2008
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991762
Operation Blitzsturm
Operation Blitzsturm im Gamezone-Test
City Interactive macht auch mit diesem Titel seinem Image als Lieferant anspruchsloser Imbiß-Shooter alle Ehre.
http://www.gamezone.de/Operation-Blitzsturm-Spiel-26127/Tests/Operation-Blitzsturm-im-Gamezone-Test-991762/
21.04.2008
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2008/04/Operation_Blitzsturm__14_.jpg
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