Outlast 2 im Test: Wenn Wahnsinn der einzige Ausweg ist - Neuer Story-Modus und die Nintendo-Switch-Version

Test Paula Sprödefeld
Outlast 2 im Test: Wenn Wahnsinn der einzige Ausweg ist - Neuer Story-Modus und die Nintendo-Switch-Version
Quelle: Red Barrels Inc.

Red Barrels ist mit Outlast 2 im Gepäck zurück. Vier Jahre nach dem Schocker lehren uns die Kanadier wieder das Fürchten. Bereits der erste Teil hatte es in sich: wahnsinnige Charaktere, hektische Verfolgungsjagden und die stetige Angst, den Insassen von Mount Massive in die Arme zu laufen. Wir klären, ob Outlast 2 an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen kann.

Aktuelle Änderungen hervorheben

Nach vier Jahren und vielen geschockten Spielern will das Entwicklerstudio Red Barrels die Welt wieder erschüttern. Outlast 2 erscheint am 27. April 2017 für PC, PS4 und Xbox One und knapp ein Jahr später, am 27. März 2018, für die Nintendo Switch. Aber was passiert im Nachfolger? Kameramann Blake Langermann und seine Frau Lynn wollen den Tod einer jungen Frau aufklären und fliegen deshalb mit dem Hubschrauber nach Arizona, wo die Leiche gefunden wurde. Nachdem der Hubschrauber plötzlich streikt und abstürzt, findet ihr euch als Blake in der Nähe des Wracks wieder - ohne Ehefrau, dafür aber mit der altbekannten Kamera. Wie im ersten Teil habt ihr auch in Outlast 2 nur dieses treue Gerät, mit dem ihr das Grauen, das ihr findet, aufnehmt. Beispielsweise den Körper des Piloten - malträtiert und aufgebahrt. Das sollte schon das erste Anzeichen dafür sein, dass hier etwas ganz und gar nicht koscher ist.

Schließlich landet ihr in einem kleinen Dorf und das Setting erinnert sehr stark an Resident Evil 7: Biohazard. Schnell wird klar, dass die Menschen, die in diesem Hillbilly-Dorf in der Pampa von Arizona leben, kühn gesagt nicht mehr alle Latten am Zaun haben. Eine ausgeweidete Kuh, Kinderleichen in Massen und verquere pseudochristliche Symbole sind an der Tagesordnung. Über allem hängt die unheilschwangere Hintergrundmusik, die euch stellenweise die Haare zu Berge stehen lässt.

Outlast 2 im Test: Follow the Blood in der Pampa

Leichenkreuzung voraus: Der Ekel kommt in Outlast 2 nicht zu kurz. Ihr findet Gruben mit Kinderleichen, ausgeweidete Tiere und makaber aufgebahrte Menschen und müsst das Ganze auch noch auf Band festhalten. Quelle: PC Games Leichenkreuzung voraus: Der Ekel kommt in Outlast 2 nicht zu kurz. Ihr findet Gruben mit Kinderleichen, ausgeweidete Tiere und makaber aufgebahrte Menschen und müsst das Ganze auch noch auf Band festhalten. Diese Musik begleitet euch durch spannungsgeladene Versteckorgien­ und herzinfarktfördernde Hetzjagden, wie der Vorgänger sie schon brillant vorgemacht hat. Auch im zweiten Teil heißt es oft genug wieder verstecken und abwarten. Das kann auf Dauer auch gewaltig auf die Nerven gehen, denn gelegentlich ist es schwierig zu hören, wo die Gegner sich gerade befinden und ob es sicher ist, das Fass oder den Schrank zu verlassen, denn nur dort habt ihr wirklich ein sicheres Versteck.

Dementsprechend erlebt ihr auch in Outlast 2 einige Trial-and-Error-Momente, vor allem durch das neue Setting. Die Flure der Anstalt von Mount Massive waren relativ klar und geradlinig, die Hillbilly-Pampa von Arizona ist es nicht. Ob ihr durch verwirrende Maisfelder irrt, durch dunkle Flüsse watet oder Höhlengänge à la Haus der 1000 Leichen erkundet, ihr geratet immer wieder in Sackgassen oder werdet durch rostige Karren oder Leichenteile aufgehalten, während eine Horde reli­giöser Fanatiker versucht, euch im Namen ihres Gottes niederzumetzeln. Klingt nach Spaß, nicht wahr?

Und das alles genießt ihr ohne störendes Benutzerinterface; die einzigen Blickfeldanzeigen habt ihr, wenn die Kamera aktiviert ist. Die Steuerung ist relativ intuitiv. Ähnlich wie im Vorgänger bietet Outlast 2 erneut kleine Back to school: Wie schon in der Demo wird man in Outlast 2 des Öfteren in ein anderes Setting katapultiert. In den Schulsequenzen müsst ihr durch leere Flure wandern und die Vergangenheit eures Charakters Blake erforschen. Quelle: PC Games Back to school: Wie schon in der Demo wird man in Outlast 2 des Öfteren in ein anderes Setting katapultiert. In den Schulsequenzen müsst ihr durch leere Flure wandern und die Vergangenheit eures Charakters Blake erforschen. Orientierungshilfen an, wenn ihr nicht wisst, wo ihr als Nächstes langgehen sollt. Auch im zweiten Teil heißt die Devise nämlich: Follow the Blood!

Wer die Demo gespielt hat, wird auch ein paar alte Freunde wiedersehen: So werdet ihr oft genug von der alten Frau mit der Spitzhacke gejagt und die Schule, in der ihr wie durch eine Alienentführung landet, ist wieder als Handlungsort im Spiel dabei und hat etwas mit der Vergangenheit von Blake Langermann zu tun. Aber an dieser Stelle soll aber nicht zu viel verraten werden.

Outlast 2 im Test: Batterien sind lebenswichtig

Selbstreflexion: Als Blake könnt ihr immer wieder nachsehen, ob ihr noch genug Batterien (linke Tasche) und Verbände (rechte Tasche) habt. Quelle: PC Games Selbstreflexion: Als Blake könnt ihr immer wieder nachsehen, ob ihr noch genug Batterien (linke Tasche) und Verbände (rechte Tasche) habt. Einige Neuerungen hat sich das Red-Barrels-Team für den zweiten Teil seines Horrorschockers einfallen lassen. Mit der Handkamera hört ihr nun auch die Umgebung ab, um herauszufinden, wo sich die Gegner befinden. Da diese jedoch ständig ihre Position wechseln, ist es schwierig, nicht die gesamten Batterien aufzubrauchen, während ihr den Abhörmodus nutzt. Außerdem wird eure Kamera jetzt nicht mehr dazu gebraucht, alles aufzunehmen, was ihr seht. Wenn ihr die Kamera auf besondere Stellen richtet, füllt sich ein roter Kreis. Diese Aufnahme seht ihr euch dann an und erhaltet Informationen über das Gesehene. Das Ganze kostet jedoch wieder einiges an Batterielaufzeit. Dadurch, dass ihr vor allem die Nachtsicht öfter braucht, um euch überhaupt in der dunklen Landschaft zurechtzufinden, gehen eure Batterien schneller drauf, als euch lieb ist. Kurz gesagt: Spart Batterien!

Outlast 2 im Test: Der neue Story-Modus

Satanas Inimical Dei: Wer sich ein wenig auf Latein versteht, wird merken, dass hier keine Satansanbeter am Werk sind, sondern eher religiöse Fanatiker. Quelle: PC Games Satanas Inimical Dei: Wer sich ein wenig auf Latein versteht, wird merken, dass hier keine Satansanbeter am Werk sind, sondern eher religiöse Fanatiker. Knapp ein Jahr nach Erscheinen von Outlast 2 liefert Entwicklerstudio Red Barrels einen Story-Modus nach. Dieser wird für alle Versionen verfügbar sein, also PC, PS4, Xbox One und ebenfalls die Nintendo-Switch-Version, die - genauso wie der Story-Modus - am 27. März 2018 erscheint. Im Story-Modus erlebt ihr Outlast 2 mit weniger Gegnern, kleineren Herausforderungen und mehr Zeit zum Erkunden, aber ob das wirklich zum Horror-Spiel passt? Sagen wir es so, Outlast 2 ist sogar auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad nicht unbedingt leicht zu meistern, nicht zuletzt aufgrund der nervigen Trial-and-Error-Momente. Trotzdem ist genau das ja auch die Herausforderung. Erkunden ist in Outlast 2 sowieso eher drittrangig, denn das Spiel ist - ebenso wieder Vorgänger - ziemlich linear und bietet eigentlich keinen Raum für Ausflüge in die Landschaft. Trotzdem, für diejenigen, die sich das Spiel noch kaufen möchten und es vielleicht für zu schwer halten oder diejenigen, die es gern noch einmal spielen würden, ist der Story-Modus genau das Richtige.

Outlast 2 im Test: Die Nintendo-Switch-Version

Zum Launch des Story-Modus gibt's von Red Barrels auch noch gleich die Switch-Version von Outlast 2. Diese unterscheidet sich eigentlich nicht stark von den anderen Fassungen. Die Steuerung funktioniert genauso und das Spiel läuft technisch absolut rund. Lediglich die Schrift ist im Handheld- und Tisch-Modus ein wenig klein geraten, da die Version nur portiert wurde. Darüber kann jedoch hinweg gesehen werden. Wer sich also auch unterwegs gruseln will, hat mit der Switch-Version von Outlast 2 jetzt die Chance dazu.

Outlast 2 im Test: Gelungener Nachfolger, aber ...

Outlast 2 ist ein gelungener Nachfolger zum ersten Horrorschocker des kanadischen Entwicklerteams Red Barrels. Die Stimmung und Musik, die den ersten Teil so besonders machten, kehren auch in diesem Teil zurück und lassen es einem eiskalt den Rücken runterlaufen. Auch die von Fanatismus und bizarren Opferungen geprägte Story macht die Jagd nach Antworten gleichermaßen interessant und grauenerregend. Trotzdem gibt es auch ein paar Kritikpunkte. Die Trial-and-Error-Momente häufen sich durch das unübersichtlichere Setting und das langwierige Verstecken nimmt dem Spiel nach einer gewissen Zeit den Horror. Anstatt kurz vor einem Herzinfarkt steht ihr kurz vor einem Wutausbruch. Braucht ihr also die im Vorfeld angekündigten "Under­scares" (Angsthasen-Windeln) für das Spiel? Wenn ihr zartbesaitet seid, den ersten Teil nicht unbeschadet überlebt habt und einen sensiblen Magen habt, vielleicht. Aber grundsätzlich kann Outlast 2 nicht ganz an die schockierenden Momente und die Stimmung des ersten Teils anknüpfen. (Outlast 2 in der Wikipedia.)

Meinung

Wertung zu Outlast 2 (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Outlast 2 (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Outlast 2 (XBO)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Outlast 2 (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Charaktere/Story wunderbar wahnsinnigSpannungsgeladene Stimmung & MusikIntuitive SpielmechanikAbwechslungsreiche Schauplätze
Zu wenig SchockmomenteZu kurze Batterielaufzeiten der KameraVerstecken wird irgendwann langweilig.Trial & Error nervig, Horror geht verloren
Fazit

Outlast 2 kommt nicht ganz an den Vorgänger ran. Das sollte aber nicht davon abhalten, sich das Spiel zu holen. Der Gruselfaktor und die Stimmung rechtfertigen einen Kauf auf jeden Fall.

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