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  • Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt im Gamezone-Test

    Spielfilmgerechte Inszenierung

    Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt "Overclocked" lebt zu einem nicht unerheblichen Teil von seiner interessanten Hintergrundgeschichte. Ähnlich wie "Fahrenheit" ist das Spiel eine Art interaktiver Film, kinogerecht inszeniert. Die Rätsel sind mehr obligatorisches Beiwerk. Gespräche nehmen einen größeren Raum ein, entsprechend ist der Dialoganteil recht hoch. Ins Uferlose gequatscht wird dabei trotzdem nicht. Fast jede Aussage ist wichtig und treibt die Handlung irgendwie voran. Später erfahren wir schließlich auch, warum sich Kim McNamara von ihrem Mann scheiden lassen will und warum sie mittlerweile nur noch fünfzehn Prozent ihrer ursprünglichen Sehkraft besitzt. Überhaupt rückt David McNamara immer wieder ins Zentrum der Story. Im Grunde genommen ist seine Geschichte noch viel interessanter als die der fünf Jugendlichen. Regelmäßig wird er von Alpträumen heimgesucht. Es scheint da etwas in der Vergangenheit des Psychiaters zu geben, was dazu geführt hat, dass McNamara einen sehr uneinheitlichen Charakter abgibt. Tagsüber geht der äußerlich eher unscheinbar wirkende Seelenklempner gewissenhaft seiner Arbeit nach, abends kippt er in der Nighthawk Bar einen Drink nach dem anderen in sich hinein oder verwüstet, von plötzlichen Wutanfällen heimgesucht, sein Hotelzimmer. Denn wie die meisten Psychologen, kann er sich selbst am allerwenigsten helfen. Der Spieler wird Zeuge, wie sich die Hauptfigur immer mehr zum nervlichen Wrack wandelt, versetzt sich in die Rolle McNamaras, denkt mit ihm, handelt mit ihm, leidet mit ihm.

    Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt Inhaltlich gesehen ist "Overclocked" durchaus gewalttätig. Es gibt Pistolenschüsse, Leichen und sogar dicke Blutlachen. Allerdings wurden diese Dinge auf ein erträgliches Minimum reduziert und nur dort in Szene gesetzt, wo es für das Verständnis und den Fortgang der Handlung unumgänglich war. Die Gewalt ist meist psychischer Natur. Gegenseitiges Misstrauen, Drohungen und eine angespannte Atmosphäre dominieren weite Teile des Spiels. Zu den Höhepunkten in "Overclocked" gehören die seltenen, aber brillant gemachten Zwischensequenzen, wenn McNamara in bestimmten Situationen mal wieder die Beherrschung verliert und dabei rasch seinem Jähzorn erliegt. Dann wandelt sich der Psycho-Mann kurzfristig zur hasserfüllten Bestie und wird für seine Umwelt unberechenbar.


    Handwerklich gekonnt

    Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt Filmische Stilmittel finden ständig Anwendung: Dynamische Kamerafahrten und perspektivische Schwenks sorgen dafür, dass man sich zuweilen in die Position eines Zuschauers beim Betrachten eines handwerklich gut gemachten Kino-Thrillers versetzt fühlt. Rückblenden von Gegenwart in Vergangenheit und Telefonate werden für gewöhnlich in Form von Spitscreens dargestellt. Der Bildschirm teilt sich dabei in zwei Hälften, wobei wir dann links Person A und im rechten Abschnitt Person B am anderen Ort bzw. anderen Ende der Leitung zu Gesicht bekommen. Hinzugelernt haben die Entwicklung auch in Sachen Steuerung. Der Bedienkomfort in "Overclocked" fällt sehr hoch aus, dass man sich nur wünschen darf, so etwas würde langsam mal Standard. Gab es bei "The Moment of Silence" gelegentlich noch Probleme mit der räumlichen Orientierung, so wurde dieses Manko beim jüngsten Produkt von House of Tales konsequent beseitigt. Hotspots lassen sich jetzt sofort per Tastendruck anzeigen. Alle Ausgänge und Interaktionsmöglichkeiten sind sofort erkennbar und via Doppelklick können wir unsere Spielfigur nun blitzschnell von einem Punkt zum anderen bewegen. Etwas negativ - wenn auch völlig unerheblich im Zusammenhang mit der Steuerung - fällt auf, dass sich die Schauplätze des Spiels zu fast 80 Prozent auf das Hospital (Gegenwart) und das Camp der Jugendlichen (Vergangenheit) beschränken. Einige andere Orte des Spiels, beispielsweise das Hotel, wo sich McNamara vorübergehend einquartiert hat, der Stadtpark von New York oder eine Kneipe, sind die einzige Abwechselung.

    Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt Nahezu alle Haupt- und Nebencharaktere sind vernünftig synchronisiert. Besonders die Stimmen von David McNamara, dem Hotelportier Mr. Flynn, Anstaltsleiter Dr. Young und Detective Moretti gefallen. Lediglich Cliff, der jungendliche Patient aus Zelle 5, klingt ständig nach einer Überdosis Abführmittel. Nahezu unerträglich auch seine Seufz- und Schnaufgeräusche (Marke: "Nilpferd"). Unfreiwillig komisch erscheinen zudem die gekünstelten Weinkrämpfe von Jonathan (Zelle 1). Das ist ärgerlich, hätte nicht sein müssen und wertet die insgesamt wirklich gelungene Vertonung etwas ab. Die reguläre Verkaufsverpackung von "Overclocked" enthält - dies sei bei der Gelegenheit kurz erwähnt - einen Download-Gutschein für den offiziellen Overclocked-Song von Soilwork.

    Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt Grafisch hinterlässt der Psycho-Thriller einen gemischten Eindruck. Gelungen: die Licht- und Wettereffekte. Die Wolken beispielsweise kleben nicht starr am Himmel, sondern sind ständig in Bewegung. Auch die Darstellung des Regens, der Fäden zieht und Pfützen aufwirft, ist geglückt. Leider sind die Charaktere nicht immer flüssig animiert und wirken dadurch bisweilen etwas statisch. Mit Ausnahme der Vor- und Zwischensequenzen konzentriert sich die Mimik der Akteure auf das unbedingt Notwendige wie Augen- und Lippenbewegungen. Hier wäre mehr möglich gewesen. Dies gilt sicher auch in Bezug auf die Gesamtspielzeit. Denn nach rund zehn Stunden ist "Overclocked" vorbei. Fairerweise muss allerdings eingeräumt werden, dass beliebte Genre-Kollegen vom Schlage eines "Still Life" oder "Fahrenheit" bereits in der Vergangenheit nicht viel umfangreicher ausfielen.

    Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt (PC)

    Singleplayer
    8,2 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    9/10
    Gameplay
    9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    glaubwürdige Charaktere
    interessante Story
    diverse filmische Stilmittel (Splitscreens uä)
    größtenteils gute Synchronstimmen
    bedienerfreundliche Steuerung
    Musik
    eher durchschnittliche Grafik
    relativ kurze Spielzeit (ca. 10 Stunden)
  • Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt

    Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt

    Publisher
    dtp
    Developer
    House of Tales Entertainment GmbH
    Release
    10.10.2007
    Leserwertung
     
    Meine Wertung

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991503
Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt
Overclocked: Eine Geschichte über Gewalt im Gamezone-Test
...bietet uns eine spannende Story und eine handfeste Auseinander- setzung mit dem Thema Gewalt.
http://www.gamezone.de/Overclocked-Eine-Geschichte-ueber-Gewalt-Spiel-26354/Tests/Overclocked-Eine-Geschichte-ueber-Gewalt-im-Gamezone-Test-991503/
19.10.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/10/_top_screen_overclocked_2.jpg
tests