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  • Overlord im Gamezone-Test

    Overlord ist der unkonventionellste und unterhaltsamste Ausflug in die dunkle Seele des Fantasyfreunds seit Dungeon Keeper.

    Helden sind für euch die Typen, die es schaffen in ein eigentlich gut bewachtes Schloss einzudringen, die Prinzessin sowie alles Gold was zu finden ist zu rauben und auf dem Rückweg noch zwei unschuldige Dörfer niederzubrennen? Die Ansätze aus Fable oder Jade Empire mal ein bisschen böse zu sein und gelegentlich mal etwas nicht ganz moralisch Sauberes zu tun, waren euch immer schon viel zu halbherzig, es muss halt manchmal richtig Böse sein? Ihr habt immer noch euren Pentium1-PC, weil nur darauf Dungeon Keeper richtig gut läuft? Herzlichen Glückwunsch, ihr bekommt jetzt was zu tun! Codemaster lässt in Overlord endlich mal wieder die dunkle Seele des Fantasy raus und schickt euch in eine Anstellung, die sonst mit "der letzte Endgegner" bei normalen Spielen beschrieben wird.

    Overlord Overlord Natürlich bedeutet das nicht, dass man Stunden darauf wartet, bis der Gute endlich alle Hindernisse genommen hat, bevor man ihm dann den Garaus macht. Um genau zu sein, ist dies hier längst passiert, denn im Fantasyländle Generika Fantasia (oder so ähnlich...) hat das Gute gesiegt und der böse Overlord ist vernichtet. Da die Natur aber das Vakuum verabscheut erscheint ein neuer, nur dass dieser sich in einem finsteren Turm wiederfindet, der als Basis des Bösen schon bessere Tage gesehen hat. Nach dem Tod des Vorgängers haben die guten Helden nämlich das gemacht, was sie nach Schwertschwingen und Frauen bezirzen am besten können und das ist alles wegtragen, was im Dungeon nicht festgenagelt wurde. Dementsprechend traurig sieht es auch aus, und dagegen muss etwas getan werden. Was, dass verrät dem frischgebackenen Overlord sein treuer Helfer Gnarl, der stets zumindest akustisch an eurer Seite ist. Kaum in den gemütlichen Mellow Fields angekommen, dem ersten dem Auenland nicht ganz unähnlichen, Areal, merkt man aber schnell, das Gut ein relativer Begriff ist und seit der Erstürmung des bösen Turms nicht nur Licht und Freudenschein im Ländle herrscht.

    Gefallene Helden

    Overlord Overlord Die Hobbits oder Halblinge, denen man schon bald begegnet, haben nichts besseres zu tun, als mehr oder weniger friedliebende Bauern zu überfallen und zu plündern, die Elfen sind nur noch von den Zwergen geknechtete Schatten ihrer selbst und auch mit den Helden, die einst mit hehren Zielen in den Turm des Bösen einbrachen, ist nicht alles, wie es mit aufrechten Knappen des Lichts sein sollte. Der Paladin steigt mit Dämonenweibchen in die Kiste und kümmert sich nicht um seine zombieinfestierte Stadt, der Zwergenkönig versklavt Elfen und ist vollständig dem Bier und Goldrausch verfallen und der Hobbitchampion ist eine kugelrunde, tyrannische Fressmaschine. Mit diesen Gestalten in medias res zu gehen ist also erst einmal prinzipiell nicht wirklich böse, das heißt aber nicht, dass die eigenen Ziele lauterer wären. Schließlich will man die gepeinigte Bevölkerung nur vom der Herrschaft des Terrors befreien um eine eigene Herrschaft des Terrors zu errichten und eine solche wäre ziemlich langweilig ohne Untergebene. Wer jedoch so richtig böse sein will, findet auch genug Betätigung, denn für eine tyrannische Weltherrschaft sind letztendlich die Untertanen eher optional. Es liegt also am Spieler, ob er ein netter und verantwortungsvoller Bösewicht sein möchte oder lieber doch ein psychotischer Massenmörder.

    Overlord Overlord Für beide Varianten ist der Held optisch gut gerüstet, denn wer schon so aussieht als wäre er direkt von einem Manowarcover auf den Screen gesprungen, komplett mit rot leuchtenden Augen unter dem Helm und dicken Muskeln, die unter der Rüstung hervorlugen, kam wohl kaum durch eine Wahl an die Macht. Trotzdem ist auch ein solcher Krieger der dunklen Seite ziemlich aufgeschmissen, wenn er allein gegen das Gute zu Felde zieht. Er ist zwar mit einer dicken Axt ausgestattet, trotzdem würde die feindliche Übermacht ihn sehr schnell zurück in den demolierten Turm schicken, wenn er nicht seine treuen Untergebenen, die Minions, an der Seite hätte. Diese kleinen Helfershelfer sehen ein wenig wie kleine, verschmitzt grinsende und leicht demente Goblins aus, die mehr oder weniger komplett auf euer Wort hören. Während der Overlord selbst mit dem linken Stick durch die Landschaft manövriert wird, kann die aus später über 40 Minions bestehende Horde mit dem rechten Stick an jeden sichtbaren Punkt geschickt werden, damit sie dort tut, was sie am besten kann.

    Vierfarblehre des Bösen: Die Minions

    Overlord Overlord Das was sie am besten können, hängt von der Farbe der Minions ab. Vier verschiedene Sorten der kleinen Racker gibt es und die vier unter seine Kontrolle zu bringen ist auch eine der wichtigsten Aufgaben des Spiels. Vom Start weg stehen euch die braunen Krieger zur Verfügung, die genau wie ihre menschlichen Klassenverwandten eigentlich nur gut im Kämpfen und Plündern sind, darin aber richtig gut. Die Roten sind feuerfest und werfen auch Brandgeschosse, nur leider sind sie im Nahkampf bestenfalls geeignet, um für einen schnellen Rückzug des Overlords den Gegner ein paar Sekunden zu beschäftigen, wirklich aufhalten können sie so gut wie nichts. Dafür sind die Grünen schon besser geeignet, denn wenn sie sich einmal in den Rücken eines Feindes manövriert haben, können sie selbigen erklimmen und ihm das Leben schwer und kurz gestalten. Auch ihre Giftresistenz ist gelegentlich nicht mit Gold aufzuwiegen. Die Blauen schließlich sind im Kampf reines Kanonenfutter. Die durchschnittliche Begegnung zwischen einem Hobbit und einem Blauen dauert zwei Sekunden und der Hobbit wird schon das Minion-BBQ gestartet haben bevor ihr "Zu mir, meine Mannen" sagen konntet. Dass sie trotzdem unverzichtbar sind liegt an zwei Eigenschaften. Sie als einzige in der Lage zu Schwimmen und sie können gefallene Kameraden aus der Gefahrenzone tragen und wiederbeleben.

    Overlord Overlord Overlord lebt dann in seiner Spielessenz auch von einer Mischung aus dem puren Plünderchaos einer entfesselten Horde und den Action-Adventure-Elementen. In den einfachsten Momenten zieht der Overlord mit einer möglichst großen Anzahl von braunen Minions durch die Lande, demoliert und plündert alles, was nicht festgenagelt ist, während der Rest der Bande sich um die Eliminierung des Guten und dessen Schergen bemüht. Das allein ist schon großartig und bietet die vielleicht besten Momente des Spiels, denn der Anblick der eigenen marodierenden Horde, die sich durch eine Schänke arbeitet, ist ein Anblick, den man so nicht alle Tage bekommt. Während die eine Hälfte sich über die Bierkrüge hermacht, rafft eine andere Truppe alles, was von Wert ist und der Rest ergeht sich in einer herzerfischenden Kneipenschlägerei. So ziemlich alles, was irgendwo herumsteht, kann und sollte von der Horde auseinandergenommen werden und der angeborene Rafftrieb jedes RPG-Fans wird hier zutiefst befriedigt. Aber nicht alles ist so einfach, denn je weiter das Spiel voranschreitet, desto fieser werden die Rätsel, die nur durch den richtigen Einsatz der verschieden farbigen Minions zu lösen sind. Vor allem die Spezialfertigkeiten der Blauen, Roten und Grünen werden schnell zum Schlüssel für das Weiterkommen in den verzweigten und riesigen Leveln.

  • Overlord
    Overlord
    Publisher
    Codemasters
    Developer
    Triumph Studios
    Release
    25.06.2009
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Overlord
Overlord im Gamezone-Test
Overlord ist der unkonventionellste und unterhaltsamste Ausflug in die dunkle Seele des Fantasyfreunds seit Dungeon Keeper.
http://www.gamezone.de/Overlord-Spiel-26364/Tests/Overlord-im-Gamezone-Test-991368/
16.07.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/07/Overlord_DwarfpathMinionCloseup720p2.jpg
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