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  • Painkiller im Gamezone-Test

    Painkiller lässt die Polygone tanzen: Völlig sinnfrei, aber dafür witzig und grafisch einfach umwerfend.

    Die völlig sinnfreie Metzelorgie

    Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber als alter Zocker brauche ich ab und zu mal ein Spiel bei dem ich voll und ganz abschalten kann. Hauptsächlich natürlich den Verstand. Einige machen das mit Rollenspielen, andere mit Rennspielen, ich mache das äußerst gerne mit dem in letzter Zeit in Mode gekommenen Genre der Fun-Shooter. Bei Vertretern dieser Gattung geht es nämlich in keinster Weise darum besonders leise oder geschickt vorzugehen, auch ist es völlig unnötig die Hintergrundstory zu verstehen oder sich um verschiedene Tastaturbefehle zu kümmern. Mit Painkiller gibt es nun endlich mal wieder Nachschub in Sachen Fun-Shooter und wie bei allen Spielen dieser Sorte geht es auch hier nur um eines: Ballern, ballern und nochmals ballern!

    Natürlich versucht Painkiller auch so etwas wie eine Story zu vermitteln: Auf himmlischen Befehl hin sollt ihr die Generäle Luzifers ausschalten und ganz neben bei auch noch deren Armeen der Finsternis zurück in die Hölle schicken. Zu Beginn des Spiels und zwischen den einzelnen Abschnitten gibt es ganz nette Videofilmchen zu sehen - viel Sinn machen diese aber eigentlich nicht. Das ist aber überhaupt kein Beinbruch, ja sogar richtig umfangreiches Beiwerk für einen Fun-Shooter, denn normalerweise geht's bei Spielen dieser Machart ohne jegliche Story direkt los mit dem Gemetzel. Doch auch bei Painkiller lässt selbiges nicht gerade lange auf sich warten.

    Bereits im ersten Level werden Skelettritter auf einem düsteren Friedhof nach allen Regeln der Kunst zerlegt und auch in den darauf folgenden Spielabschnitten geht es den anderen dämonischen Schergen ganz ähnlich. Sehr praktisch ist bei der sinnfreien Ballerei das handliche Radar am oberen Bildschirmrand, welches einem jederzeit den Aufenthaltsort des letzten Gegners oder auch den Zugang zum nächsten Levelabschnitt weist. In Painkiller verläuft man sich deshalb so gut wie nie und auch jede noch so gut versteckte Höllenbrut wird blitzschnell aufgespürt und im Handumdrehen erledigt. Dies geschieht natürlich mittels der innovativen Waffen, von denen es insgesamt fünf verschiedene im Spiel zu finden gibt: Neben einer obligatorischen, doppelläufigen Schrotflinte findet sich auch die innovative "Pfählungs-Armbrust" im Repertoire des Helden, welche im Zusammenspiel mit der hervorragenden "Havok-Physikengine" die Gegner auf sehr beeindruckende Weise an Wände, Böden oder Decken nagelt. Später kommen dann noch ein Ninjastern-Schießgerät samt Elektroschocker und der klassische Raketenwerfer hinzu. Zu guter Letzt setzt man sich auch ab und zu mit dem immer verfügbaren Painkiller-Stab zur Wehr, welcher wie eine Art übergroßer Mixer einen in Bedrängnis geratenen Spieler schnell und effektreich von der umgebenden Höllenbrut befreit. Die gebotenen Waffen bieten genügend Abwechslung, doch leider hat man sehr schnell alle möglichen Waffen zusammen, was natürlich die Motivation schon etwas zu früh absinken lässt. Hier hätte man durchaus noch eine Art "BFB 10K" in den letzten paar Levels verstecken können, um somit auch alte Doom-Fans bis zur letzen Minute bei der Stange halten zu können. Um doch noch eine Spur Innovation einzubringen, haben die Entwickler magische Tarot-Karten integriert, welche nur unter ganz besonderen Vorrausetzungen nach Levelende zu bekommen sind. So muss man manchen Abschnitt nur mit einer bestimmten Waffe erledigen oder innerhalb eines knappen Zeitlimits abschließen. Die dadurch erworbenen Karten können dann in den kommenden Levels eingesetzt werden und bringen ganz verschiedene Vorteile mit sich.

    Nach längerer Zeit wird das sinnfreie Metzelfest natürlich etwas eintönig, denn so ganz langsam, nach dem tausendsten Gegner, fragt man sich dann doch mal, was man da eigentlich die letzten paar Stunden überhaupt macht. Doch schon kurz, nachdem man zur Überzeugung gelangt ist, dass dieses Spiel völlig dämlich ist und sinnlos ist, findet man sich doch wieder davor und spielt noch schnell einen Level weiter. Dies liegt natürlich nicht daran, dass man sich plötzlich fest vorgenommen hat, den tieferen Sinn von Painkiller doch noch irgendwo im letzten Level finden zu wollen, sondern an den unglaublich schönen und abwechslungsreich gestalteten Leveln.

    Denen fehlt zwar jeglicher sinnvoller Zusammenhang, denn man kämpft beispielsweise erst in einem mittelalterlichen Kloster und kurz darauf in einer alten Ölraffinerie, doch das Positive daran ist natürlich, dass die Abwechslung nicht zu knapp kommt und man somit in jedem Level ein völlig neues Szenario geboten bekommt. Und das sieht wirklich jedes Mal aufs Neue so unglaublich gut aus, dass man fast schon vermutet, es mit einem neuen Spiel von ID Software zu tun zu haben. Dabei begeistern nicht nur die hochauflösenden Texturen, die tollen Schattenspiele und die detailreich ausgeschmückten Leveldesigns, sondern hauptsächlich auch die hervorragende Physikengine: So ziemlich jeder herumstehende Gegendstand kann mittels Waffengewalt umgeworfen oder zum explodieren gebracht werden. Den optischen Höhepunkt jedoch erreicht das Spiel mit jedem der gewaltigen Endgegner, welche in ihrer Größe alles bisher Dagewesene übertreffen. Solch riesiges und detailverliebt dargestelltes Teufelszeug hat man wirklich noch nicht gesehen und wer seine Freunde mal von den Fähigkeiten seiner neuesten Grafikkarte überzeugen möchte, lädt einfach mal schnell einen Spielstand mit einem dieser Burschen und ergötzt sich an den offenen Mündern der Zuschauer. Die Endgegner sind aber nicht nur optisch ein wahres Fest, sondern verlangen auch als einzige Widersacher in diesem Machwerk etwas Köpfchen, denn simples Dauerfeuer reicht hier, im Vergleich zu allen anderen Feinden, nicht mehr aus.

    Wer nach dem Solo-Geballere immer noch nicht genug haben sollte, darf auch im Internet oder im lokalen Netzwerk auf die Jagd gehen. Hier darf man sich dann in sechs verschiedenen Maps und mit altbekannten Spielmodi gegenseitig die Hölle heiß machen. Dies ist natürlich etwas wenig, aber auf den Thron der Mehrspielershooter hat es Painkiller auch gar nicht abgesehen und bietet in Sachen Multiplayer eben nur gewohnte Standardkost.

    Selbstverständlich geht es in diesem Spiel auch um Gewalt. Denn das, was sich da auf dem Bildschirm abspielt, ist sicherlich nichts für zartbesaitete Gemüter und auf keinen Fall etwas für Leute unter 18 Jahren. Doch eine um die geistige Gesundheit unserer Jugend gar überfleißig bemühte Behörde, welche oftmals sehr zweifelhafte Regeln aufstellt, was denn nun in einem Computerspiel erlaubt ist und was nicht, hat auch hier wieder den Rotstift ansetzen lassen. Die übertriebenen Gewaltszenen wurden aus der "erlaubten" 18er-Version entfernt und die Originalfassung auf die berühmte Liste für geistig verrohenden Abfall gesetzt. Ob sich Painkiller nun mit oder ohne Gewalt besser spielt, ist sicherlich Geschmacksache, aber für mich persönlich gehört bei einem sinnfreien Fun-Shooter dann doch etwas Blut mit dazu. Aber bevor ich mich hier noch als Bedrohung für unsere staatlich ach so gut behütete Gemeinschaft oute, halte ich lieber den Mund und berichte hier nicht weiter über die verwerflichen und unsere Jugend zu Gewalttätern machenden Elemente dieses Spiels.

    Painkiller (PC)

    Singleplayer
    8,3 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    bombastische Grafik
    hervorragende Physikengine
    entspannendes Dauergemetzel
    innovatives Tarot-Karten-Feature
    sehr abwechslungsreiches Leveldesign
    auf Dauer sehr eintönig
    Story ist eher unwichtig
    das Fehlen von jeglichem Sinn oder Anspruch
    zuwenig Mehrspieler-Maps
  • Painkiller
    Painkiller
    Publisher
    Dreamcatcher
    Release
    27.10.2009

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Painkiller
Painkiller im Gamezone-Test
Painkiller lässt die Polygone tanzen: Völlig sinnfrei, aber dafür witzig und grafisch einfach umwerfend.
http://www.gamezone.de/Painkiller-Spiel-26480/Tests/Painkiller-im-Gamezone-Test-989854/
26.04.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/04/320.jpg
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