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  • Perfect Dark Zero im Gamezone-Test

    Was mit einem Spiel passieren kann, wenn es unter enormen Zeitdruck fertig gestellt werden muss, lest ihr in unserem Test.

    Wenn heutzutage eine neue Konsole an den Start geht, dann darf ein waschechter Egoshooter im Aufgebot der Launch-Titel nicht fehlen. Seinerzeit dominierte bei der Markteinführung der Xbox das mittlerweile zum Kultspiel avancierte "Halo". Microsoft bleibt dieser bewährten Taktik treu und veröffentlicht mit "Perfect Dark Zero" passend zum Start der Xbox 360 einen weiteren, seit über fünf Jahren von vielen Fans erwarteten Shooter. Was jedoch mit einem Spiel passieren kann, wenn es unter enormen Zeitdruck fertig gestellt werden muss, lest ihr in unserem Test zu Rares durchwachsener Agenten-Ballerei.

    Perfect Dark Zero Perfect Dark Zero Wie schon im preisgekrönten Vorgänger auf dem N64 schlüpft ihr auch in "Perfect Dark Zero" in die Rolle der schönen Kopfgeldjägerin Joanna Dark. Der ballernde Rotschopf ist ein weiteres Mal auf der Spur eines extrem gefährlichen Bösewichts, der nichts Geringeres im Sinn hat, als die Welt zu erobern. Zusammen mit ihrem Vater Jack Dark ballert sich Joanna quer über die ganze Welt, um schließlich dem fiesen Zhang Li und seiner nicht weniger bösen Tochter das Handwerk zu legen. Was der zwielichtige Chinese aber wirklich im Schilde führt und wie die Familie Dark darin verwickelt ist, erfahrt ihr vor jeder Mission in Form von textlastigen Diashows und während kurzer Zwischensequenzen und Funksprüchen im Spiel selbst. Leider hat sich einer der größten Kritikpunkte an "Perfect Dark Zero" bereits bei der Story versteckt, weshalb wir gleich zu Beginn unseres Tests ordentlich zu Meckern anfangen müssen: Die Hintergrundgeschichte dieses Spiels ist so ziemlich das Übelste, was wir in den letzen Jahren in einem Spiel erlebt haben.

    Perfect Dark Zero Perfect Dark Zero Die Protagonisten und ihre Gegenspieler sind nicht nur völlig austauschbar, auch die Story selbst ist derart langweilig und lieblos erzählt, dass sogar die Hintergrundgeschichte eines x-beliebigen Puzzlespiels im direkten Vergleich als fesselnde Offenbarung durchgeht. Was den Entwicklern bei Rare nämlich in den letzten Jahren völlig entgangen sein muss: Bei einem Egoshooter kommt es mittlerweile zu großen Teilen auf die vermittelte Atmosphäre und die Inszenierung der Darsteller an, sonst wird aus dem Ganzen schnell eine leblose Ballerei ohne jeglichen Tiefgang. Und ja, wenn es um die Story von "Perfect Dark Zero" geht, ist das wohl leider die treffende Bezeichnung. Auch wenn wir euch damit nur einen Gefallen täten, wollen wir die Einzelheiten der unfreiwillig komischen Geschichte nicht vollständig ausplaudern. Auf jeden Fall ist die Suche von Oberbösewicht Zhang nach einem magischen Artefakt namens "Der Gral" ist nicht nur unglaublich schlecht geschrieben, sie wird zudem auch noch um keinen Deut besser erzählt: Die deutschen Sprecher lassen durch ihre gelangweilte und oftmals unpassende Stimmelage keine Spur von Stimmung aufkommen und das Gespräch zwischen Joanna Dark und ihrem Gegenspieler nach dem letzten Endkampf setzt sich auf Anhieb an die Spitze der schlechtesten Videospiel-Dialoge aller Zeiten.

    Miese Story - tolles Gameplay?

    Perfect Dark Zero Perfect Dark Zero Da die Hintergrundgeschichte des Spiels derart schlecht ausgefallen ist, steht der so genannte Storymodus leider von vornherein unter einem ähnlich schlechten Stern. Man lernt im Verlauf der insgesamt 13 Storymissionen eigentlich nie, wie diese überhaupt zusammenhängen und warum man beispielsweise in einer Mission in Südamerika kämpft und in der nächsten plötzlich wieder in Afrika. Doch wenn man sich die fehlende Atmosphäre und wahllos zusammen gewürfelten Szenarien wegdenkt, dann bleibt ja noch das reine Gameplay zurück, welches dann aber einiges bieten muss, um schließlich doch noch überzeugen zu können. Glücklicherweise wird in dieser Hinsicht vieles richtig gemacht und die gebotene Action kann stellenweise voll und ganz überzeugen. Grundsätzlich ist "Perfect Dark Zero" aber trotzdem ein handelsüblicher Shooter, frei von jeglicher Innovation - jedoch haben die Entwickler von Rare an entscheidenden Stellen ein paar trickreiche Änderungen vorgenommen.

    Perfect Dark Zero Perfect Dark Zero So muss sich Fräulein Dark an vielen Stellen im Spiel spezieller Agenten-Spielzeuge bedienen um Türen öffnen zu können, Computer zu hacken oder einfach nur Dinge in die Luft zu sprengen. Gerätschaften wie beispielsweise der "Schlosso-Ex" sind dann mit kleinen Puzzlespielchen nach "Splinter Cell"-Vorbild verbunden und lockern das ansonsten recht bleihaltige und strikt lineare Gameplay angenehm auf. Ebenfalls sehr einfalls- und hilfreich ist das Deckungs-Feature des Spiels: Joanna kann sich an fast jeder Ecke und vor jeder Kiste per Knopfdruck in Deckung begeben und ihre Feinde somit gut geschützt und zielsicher ausschalten. Auch können manche Situationen im Spiel ohne hitziges Feuergefecht ausgestanden werden, wenn man sich beispielsweise von hinten an seine Gegner anschleicht und sie mit einem gezielten Faustschlag in die Vollnarkose versetzt. Auch müsst ihr die Umgebung grundsätzlich gut sondieren, da diverse Überwachungskameras aus sicherer Entfernung und mit Schalldämpfer unschädlich gemacht werden wollen, da euch sonst eine ganze Armee schlecht gelaunter Bösewichte das Leben schwer macht. Der Weg zu den einzelnen Missionszielen wird euch übrigens von sehr praktischen Pfeilen am Boden gewiesen und immer dann, wenn ihr zu lange hilflos in der Gegend herumirrt, greift euch das Spiel mit den gelungenen Pfeilen aktiv unter die Arme. Um nicht völlig ohne dazustehen, hat man aber auch ein paar Fahrzeuge ins Spiel integriert, genauer gesagt zwei Stück. Das Hovercraft und der Raketenrucksack kommen allerdings nur in zwei sehr kurzen Abschnitten zum Einsatz und wirken im Vergleich zum Buggy aus "Halo" wie eine schlechte und halbherzig umgesetzte Entschuldigung. Ach ja, dann wäre da noch der im Vorfeld oftmals diskutierte Umstand, dass man in diesem Spiel nicht springen kann. Uns hat dies jedoch überhaupt nicht gestört - man merkt die fehlende Sprungtaste ehrlich gesagt nicht einmal, da Joanna an wichtigen Stellen ganz automatisch über Mauern klettert und man im Mehrspielermodus obendrein von nervenden Dauerhüpfern verschont bleibt.

    Perfect Dark Zero Perfect Dark Zero Trotz der von diversen Schleichspielen inspirierten Spielelemente steht die klassische Baller-Action ganz klar im Vordergrund. Wie bereits im Vorgänger hat man zu diesem Zweck ein mehr als vorbildliches Arsenal an unterschiedlichsten Waffen verbaut: Über 20 verschiedene Waffen aller Art stehen euch im Laufe des Spiels zur Verfügung, wobei sich diese nicht nur in Sachen Präzision, Geschwindigkeit und Schlagkraft unterscheiden, sondern auch noch äußerst effektive Sekundärfunktionen mitbringen. Die Magsec 4-Pistole kann beispielsweise auf Tastendruck auch um Ecken herum schießen, die M60 wirft Krähenfüße aus und das Laptop-Gewehr lässt sich in ein vollautomatisches Wachgeschütz umbauen. Auch die "Schockwelle" aus dem Vorgänger ist wieder mit dabei, es ist also auch diesmal wieder möglich, Feinde durch Wände hindurch zu sehen. Ganz besonders bei dieser Waffe, aber auch bei vielen anderen sind die Sekundärfunktionen der große Knaller, allerdings erlangen diese spielerischen Möglichkeiten erst im Mehrspielermodus entscheidende Bedeutung. Grundsätzlich sehr wichtig ist jedoch die Zielfunktion, mit deren Hilfe fast jede Waffe über große Entfernung an die Gegner heranzoomen kann. Die Vergrößerung hängt übrigens davon ab, wie fest ihr die linke Schultertaste des Joypads drückt - eine kleine aber feine Innovation.

    Ich sehe dich - du siehst mich nicht

    Perfect Dark Zero Perfect Dark Zero Mindestens so wichtig wie eine packende Atmosphäre ist bei heutigen Egoshootern auch die anprogrammierte Intelligenz der Gegner. In dieser Hinsicht hinterlässt "Perfect Dark Zero" einen ziemlich durchwachsenen Eindruck. Zwar wissen die Gegner grundsätzlich, wie man sich vor Schüssen versteckt und beginnen nach Möglichkeit auch eure Deckung zu umkreisen, mehr haben sie allerdings nicht auf dem Kasten. Jedoch scheinen Zhang Lis Schergen über besonders gute Augen zu verfügen, denn anders lässt es sich nicht erklären, dass sie euch schon von sehr großer Entfernung aus entdecken können und kurz darauf genau wissen, wo ihr euch befindet. Verstecken hilft in solchen Fällen nichts, die übermenschliche "Intelligenz" der Gegner spürt euch auch in dunklen Ecken problemlos auf. Dumm nur, das man selbst nicht besonders gut über den Standort der Feinde informiert ist, dazu ist das Mündungsfeuer ihrer Pistolen viel zu unauffällig und auch die Richtungsanzeige für kassierte Treffer ist alles andere als präzise. Zudem heben sich die Gegner nur sehr schlecht von der Umgebung ab, weshalb ihr oft damit beschäftigt seid, jeden Zentimeter des Bildschirms nach den mit Adleraugen ausgestatteten Gegnern zu überprüfen. Auf höheren Schwierigkeitsgraden werden die Feinde leider nicht schlauer, sondern nur deutlich treffsicherer und stärker, wodurch sich die aufkommenden Frustmomente langsam anfangen zu häufen. Es ist schließlich nicht gerade erbaulich, aus dem Nichts von einem viel zu weit weg stehenden Gegner mit nur zwei Schüssen erledigt zu werden.

  • Perfect Dark Zero
    Perfect Dark Zero
    Developer
    Rare
    Release
    02.12.2005
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Perfect Dark Zero
Perfect Dark Zero im Gamezone-Test
Was mit einem Spiel passieren kann, wenn es unter enormen Zeitdruck fertig gestellt werden muss, lest ihr in unserem Test.
http://www.gamezone.de/Perfect-Dark-Zero-Spiel-27139/Tests/Perfect-Dark-Zero-im-Gamezone-Test-990559/
29.11.2005
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2005/11/TV2005112818201700.jpg
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