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  • Phantom Brave im Gamezone-Test

    Nippon Ichi legen noch einen drauf und stellen nach "Disgaea" erneut die unangefochtene Genre-Referenz.

    Die Revolution geht weiter...

    Nippon Ichi - wenn der Name dieses japanischen Entwicklerstudios fällt, fallen Fans von komplexen Strategie-Rollenspielen ehrfürchtig auf die Knie: Nachdem Nippon Ichi in Japan schon seit mehreren Jahren mit der hierzulande (noch) gänzlich unbekannten "Atelier Iris"-Reihe regelmäßige Erfolge feiern durften, erlangten sie letztes Jahr in der westlichen Welt mit "Disgaea: Hour of Darkness" praktisch über Nacht Legenden-Status unter Genre-Fans. Und dies nicht ohne Grund: "Disgaea: HoD" wurde weitläufig sowohl von Gamern als auch der Fachpresse als die neue StrategieRPG-Referenz gefeiert. Es folgten in den USA binnen kürzester Zeit das Prequel "La Pucelle Tactics" (erscheint im Mai auch bei uns) sowie der direkte Nachfolger "Phantom Brave", welches nun dank Publisher KOEI ("Dynasty Tactics, u.a.) auch den Weg nach Europa gefunden hat.

    Phantom Brave Phantom Brave Der neueste Spross der kreativen Köpfe von Nippon Ichi erzählt erneut eine völlig eigenständige Geschichte, an welcher sich wie bei "Disgaea" angesichts der höchst eigenwilligen Umsetzung und Präsentation die Geister scheiden dürften. Grundlage für die Story ist natürlich einmal mehr eine vom Bösen bedrohte Welt; im Falle von "Phantom Brave" heißt diese Ivoire und besteht ausschließlich aus dutzenden von kleineren Inseln, welche allesamt im Spielverlauf von unserer Heldin Marona bereist werden. Marona ist zwölf Jahre alt und repräsentiert all das, was die späte Kindheit so mit sich bringt: Sie redet gern und viel, ist naiv und gutgläubig und versucht selbstverständlich immer, nur das Positive im Menschen zu sehen. Gut, dass ihr ein zuverlässiger Schutzengel zur Seite steht. Dieser heißt Ash, ist ein Phantom und ihr ständiger Begleiter. Ash ist ganz schön genervt von Marona und muss ihr mittels seiner Kampfkraft und Phantom-Kollegen aus zahlreichen Fettnäpfchen helfen. Ersteres darf man Ash übrigens nicht verdenken, denn die Mehrzahl der "Phantom Brave"-Spieler wird es wohl angesichts Maronas dümmlichen Kommentaren früher oder später nicht anders ergehen. Dazu gesellen sich eine klischeehafte Handlung sowie ungemein theatralisch vorgetragene Dialog-Sequenzen. Dies kennt der hartgesottene Rollenspieler zwar schon aus einigen anderen Nippon-RPGs; im Falle von Nippon Ichi darf man sich aber allen Ernstes fragen, wo denn bloß der angenehm zynische Wortwitz abgeblieben ist, welcher die Story von "Disgaea" immerhin zu etwas besonderem gemacht hat. Wirklich schade, denn abgesehen von der ungewohnt schwachen Story sticht "Phantom Brave" seine beiden Vorgänger in vielen Belangen deutlich aus...

    Phantom Brave Phantom Brave Zwar hat "Phantom Brave" inhaltlich nichts mit "Disgaea" gemein, in Sachen Gameplay jedoch schließen Nippon Ichi genau dort an, wo sie mit "Disgaea" aufgehört haben: Auf vorherrschend kleinen, zweckmäßig dargestellten Maps zieht der Spieler rundenbasiert mit zeitgleich maximal acht Spielfiguren gegen die Armeen der Finsternis. Je nach Charakterklasse und Attributen kann eine Spielfigur unterschiedlich weit über den Spielplan bewegt werden. Am Ende eines jeden, individuellen Zuges lässt sich eine der Fähigkeiten des jeweiligen Charakters einsetzen. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Angriff, Zauberspruch oder auch besondere Spezialfähigkeiten wie "Heilen" handeln. Wie in einem traditionellen Rollenspiel erhalten Charaktere für Aktionen und gewonnene Kämpfe Erfahrungspunkte, mit Hilfe derer sie in der Folge Level für Level aufsteigen. Daneben erhalten zudem auch Waffen und Skills bei regem Einsatz Erfahrungspunkte und können auf diese Weise aufgewertet werden. Insgesamt liegt beim Spielablauf von "Phantom Brave" das Hauptaugenmerk ähnlich "Disgaea" weniger auf den eigentlichen Schlachten, sondern ganz besonders auf der überwältigend tiefgreifenden Charakterverwaltung: Über 100 Charakterklassen sowie maximal fünfzig aktive Partymitglieder warten darauf, vom Spieler gehegt und gepflegt zu werden. Somit basieren das Grundkonzept sowie das Regelwerk weitgehend auf den beiden Vorgängertiteln - wer "Disgaea" gespielt hat, wird sich schnell zurechtfinden. Dennoch bietet "Phantom Brave" ein ganze Reihe neuer, teils sehr komplexer Elemente, welche der bewährt guten Spielmechanik nicht nur mehr Tiefgang bescheren, sondern den Spieler vor allem vor ganz neue, taktische Möglichkeiten und Herausforderungen stellt.

    Phantom Brave Phantom Brave Die wahrscheinlich wichtigste Neuerung stellt dabei die Premiere des so genannten "Grid Free Battle System" dar: Wie der Name bereits deutlich macht, gehört die genretypische, Schachbrett-artige Aufteilung des Spielsfelds der Vergangenheit an; statt dessen lassen sich nun die eigenen Spielfiguren - erneut mittels Aktionspunkten - völlig frei über das Schlachtfeld manövrieren. Zwar ist dies Prinzip nicht völlig neu; so arbeiten beispielsweise "Arc: Twilight of the Spirits" (PS2) oder auch "Growlanser Generations" (PS2) mit diesem System; vor dem Hintergrund des ausgefeilten Nippon Ichi-Regelwerks jedoch ergeben sich noch nie zuvor dagewesene Spielsituationen. Die zweite zentrale Änderung ist der Wegfall der Elementarfelder; eine in etwa vergleichbare Rolle übernehmen jetzt natürliche Bestandteile der Umgebung. Diese müssen sogar zwingend im Kampfverlauf berücksichtigt werden: So befindet sich Marona zu Beginn einer Schlacht allein auf dem Spielfeld und muss in der Folge ihre Mitstreiter - allesamt Phantome - herbei beschwören. Zu diesem Zwecke werden Teile der Umgebung wie beispielsweise Bäume, Felsen oder Blumen benötigt, welche praktisch als Wirt für die Phantome dienen. Beschwört man einen Charakter auf einem Umweltgegenstand, verschwindet dieser danach und kann somit nicht erneut als Spawn-Punkt verwandt werden. Dabei ist zu beachten, dass sämtliche als Wirt nutzbare Umgebungsteile über Attribute verfügen: Ein normaler Felsen erhöht beispielsweise - wenn als Wirt genutzt - deutlich den Angriffswert des entsprechenden Charakters, während eine Blume hingegen für Zauberklassen genutzt werden sollte. Der Clou des Ganzen ist zudem, dass eine von Marona beschworene Spielfigur nur für bis zu fünf Runden auf dem Spielfeld verweilt - danach verschwindet sie und kann für die Dauer des Kampfes nicht erneut beschworen werden. Nur wer hier richtig vorgeht und dieses Spielelement zu seinem Vorteil nutzt, hat eine Chance, hinsichtlich des zunehmend herausfordernden Schwierigkeitsgrad von "Phantom Brave" zu bestehen.

    Phantom Brave Phantom Brave Zwischen den Kämpfen zieht sich Marona mit ihren Phantomen in ihre Heimstatt zurück, um sich auf die anstehenden Schlachten vorzubereiten. Auch hier wird dem Spieler eine Fülle an Möglichkeiten geboten: So besteht jederzeit die Gelegenheit, neue Spielfiguren aus den insgesamt mehr als hundert im Spiel enthaltenen Charakterklassen zu erschaffen - natürlich nur gegen Bares. Geld findet auch beim hauseigenen Händler rege Verwendung; dessen Sortiment wechselt ständig und umfasst eine weite Auswahl an verschiedenen ausrüstbaren Waffen. Beim Schmied lassen sich die eigenen Waffen mittels des Einsatzes von Mana-Punkten verbessern, darunter auch die Möglichkeit, Waffen mit neuen Spezialfertigkeiten zu versehen. Ein Fusionist hingegen kann sowohl Waffen als auch hochstufige Charaktere jeweils miteinander kombinieren, um so gegebenenfalls zu mächtigeren Gegenständen als auch Spielfiguren zu gelangen. Auf diese Weise lassen sich unter anderem sogar Spezial-Klassen entdecken. Eine weitere feste Institution auf Maronas kleiner Insel ist der Dungeon-Mönch. Dieser besondere Charakter erlaubt das gezielte Erstellen von zufallsgenerierten Spielarealen, in welchen man nach Herzenslust "leveln" darf. Mit etwas Glück ergattert man in diesen Sonder-Dungeons zudem spezielle Items, welche auf den Story-Maps nicht zu finden sind.

    Phantom Brave Phantom Brave Aus technischer Sicht ist "Phantom Brave" - wie von Nippon Ichi gewohnt - eher spartanisch ausgestattet: Die Spielareale beinhalten aus optischer Sicht wirklich nur das, was auch spielrelevant ist; auf grafischen Schnickschnack wurde hier erneut komplett verzichtet. Was den Hardcore-Gamer in diesem Falle zwecks perfekter Spielbarkeit sogar freuen mag, ist ein Schlag ins Gesicht der technikverwöhnten NextGeneration-Gemeinde. Bis wenige Abstriche wie Ladezeiten und Magieeffekte wäre "Phantom Brave" in dieser Form schon auf der ersten Playstation denkbar gewesen. Bis auf ein paar aufwändigere Zauberspruch-Animationen weist kaum etwas darauf hin, dass es sich hier um einen PS2-Titel aus dem Jahre 2004 handeln mag. Wirklich negativ kann dies aber keinesfalls mit in die abschließende Bewertung einfließen, da der gewählte Grafikstil dem herausragenden Gesamtbild sowie dem zugrunde gelegten Spielkonzept gut zu Gesichte steht. Die unauffällige, aber angenehme Hintergrundmusik sowie eine gelungene englischsprachige Vertonung geben ebenfalls wenig Grund zur Kritik. Großer Wermutstropfen für europäische Fans: Aufgrund des von KOEI gewählten CD-Rom-Formats musste die alternativ anwählbare, japanische Sprachausgabe nach "Disgaea" wieder der Schere zum Opfer fallen, während "Phantom Brave" in den USA noch als DVD ausgeliefert wurde.

    Phantom Brave (PS2)

    Singleplayer
    9 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    5/10
    Sound
    7/10
    Steuerung
    9/10
    Gameplay
    10/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    bewährt überragendes Kampfsystem, sehr durchdachtes Regelwerk, viele sinnvolle Neuerungen, unübertroffen tiefgreifende Charakterverwaltung, effektive Menüführung, gewaltiger Gesamtumfang, potenziell überlange Spielzeit (100
    Stunden)
    seichte Story
    ungeeignet für Einsteiger und Gelegenheitsspieler
    immenser Suchtfaktor
  • Phantom Brave
    Phantom Brave
    Publisher
    THQ
    Developer
    Nippon Ichi Software
    Release
    26.01.2005

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Phantom Brave
Phantom Brave im Gamezone-Test
Nippon Ichi legen noch einen drauf und stellen nach "Disgaea" erneut die unangefochtene Genre-Referenz.
http://www.gamezone.de/Phantom-Brave-Spiel-27413/Tests/Phantom-Brave-im-Gamezone-Test-990154/
07.02.2005
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