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  • Pitfall: Die verlorene Expedition im Gamezone-Test

    Pitfall Harry ist zurück und kredenzt uns ein Plattformspiel der ganz besonders abwechs- lungsreichen Sorte.

    Pitfall Harry fällt und fällt und fällt...

    Die älteren Semester und die Retrofreaks unter euch werden sich noch mit wohligen Gefühlen an Pitfall Harry erinnern, der auf dem Atari VCS seinen noch recht pixeligen Einstand gab und uns erstmals über klaffende Abgründe und giftspritzende Schlangen hinwegspringen lies. Was damals noch so puristisch wie es die damals aktuelle Hardware gestattete ausfiel, schaffte es im neuesten Pitfall komplett in die gewohnte 3D-Umgebung ähnlicher Plattformspiele. Denn genau das ist Pitfall geworden, ein nettes Plattformgame mit vielen Anleihen an den berühmten Charakter und ebenso vieler frecher Sprüche, sowie auch so manchem schon ausgestorben geglaubten Designfehler.

    Ohne einführende Worte oder einem Intro beginnt das Spiel direkt in einer Arena, wo sich unser Held Harry eben des Angriffs eines Dämonentigers erwehren muss. Da man in diesem Spielabschnitt noch kein Leben verlieren kann und man auch noch keine Gelegenheit hatte sich mit der Steuerung auseinander zu setzen, beließen es die Entwickler dabei vom Spieler lediglich einen Tastendruck zu erwarten wenn sich der Dämonentiger nähert, um ihn die glänzenden Glasfäuste (noch weiß man nicht warum) um die haarigen Ohren zu hauen. Dies vollführen wir einige Male, bis der Tiger scheinbar reglos dahingestreckt liegt, nur um uns dann doch noch in den Rücken zu fallen, damit uns Harry noch erklären kann wie sich so der letzte Augenblick in seinem Leben abspielte. Es folgen noch einige lustige Schlussworte und sodann wird uns endlich erklärt, dass wir eben an einer Rückblende teilgenommen haben und die eigentliche Geschichte erst jetzt, ein Jahr zuvor, beginnt.

    Zugegeben, es hat schon etwas von einem Indiana Jones, wie sich unser Harry, Pitfall Harry, durch den Dschungel schlägt, von Liane zu Liane schwingt während er sich der wilden Eingeborenen erwehrt. Denn ganz im Gegensatz zum bekannten Klassiker besitzt der moderne Harry einen recht großen Handlungsspielraum, den man sich mit einem etwas überladen belegten Joypad erkauft hat. So entschieden sich die Entwickler dafür, Harry mehrere Modi zu spendieren, in die man mit dem Digikreuz wechseln kann. Im Normal-Mode ist Harry in der Lage zu laufen, Gegenstände aufzuheben und Schalter zu benutzen, wozu ebenfalls der rechte Stick benötigt wird, da man Schalter nicht einfach drücken, sondern richtig in zwei Richtungen bewegen kann. Etwas wie aus Metroid Prime geklaut wirkt Harry's Feature sich zu einer Kugel zusammenrollen zu können, woraufhin man selbst durch winzige Mauerdurchbrüche oder Höhlen rollen kann. Ebenfalls nicht neu aber sehr wirkungsvoll seine Fähigkeit einen Doppelsprung und sogar die bekannte Stampfattacke ausführen zu können. Der erste Spezialmode der uns begegnet wurde in Form der Wasserflasche realisiert. Diese kennen wir ebenfalls schon aus Indiana Jones und sie funktioniert auch fast gleich. Denn im Grunde stellt die Wasserflasche nur eine Erweiterung der Lebensenergie dar, die wir an jeder Wasserstelle wieder auffüllen können. Nähert sich unser Held im Spiel dann der lebensbedrohenden Grenze, genügt es einige Schlucke aus der Wasserflasche zu nehmen. Auch diese Funktionen liegen auf dem rechten Analogstick, womit das Dillema der überladenen Steuerung das erste Mal zu Tage tritt. Denn versuchen wir im Wasserflaschenmode einen Schalter zu bewegen oder einen Gegenstand aufzuheben, funktioniert das nicht, Harry will erst in den Standard-Mode geschaltet werden. Gleiches gilt für die weiteren Spezialmodi die sich Harry im Laufe des Spiels aneignet. Dazu gehört als nächstes Werkzeug die sogenannte Schlinge, was man in unseren breitengraden wohl eher als Steinschleuder bezeichnet, mit der wir ganz gezielt Dinge vom Himmel holen oder Seile durchtrennen können. Um Dynamit benutzen zu können oder Spinnennetze zu verbrennen benötigen wir die Fackel, welche ebenso bedient wird wie die anderen Werkzeuge und mit genau demselben Problem zu kämpfen hat, dass nämlich unser Harry im Zielsuchmode zu nichts anderem mehr in der Lage ist außer Steine zu schmeißen und einen Schritt zur Seite zu machen. Zu allem Überfluss hat man den Wurf auch nicht auf eine Taste gelegt, sondern verlangt vom Spieler den rechten Analogstick erst nach Hinten und dann nach Vorne zu drücken um einen Schuss abzufeuern. Da man im Zweikampf meist versucht sich die Gegner möglichst weit vom Leib zu halten, artet das in heftigstes Vor- und Zurück-Geklapper mit dem rechten Stick aus, was einem so ganz nebenbei das Zielen nicht unbedingt erleichtert. Haben wir uns aber an die ungewöhnlich überladene Steuerung erst einmal gewöhnt, können wir uns voll dem Abenteuer von Pitfall Harry widmen, welches so manche Überraschung für uns bereithält.

    Denn was wäre ein Pitfall ohne Lianen und Krokodile? Richtig, kein Pitfall mehr. Darum dürfen wir auch schon im ersten Kapitel exzessiv durch die Lüfte schwingen, während sich die Krokodile unter uns die Kiefer ausrenken. Wie aus Tomb Raider oder Indiana Jones bekannt, kann man an der Liane hängend mit dem linken Analogstick Schwung holen, um dann im richtigen Augenblick abzuspringen und sich an der nächsten Liane festzuhalten. Je nachdem in welcher Höhe wir abspringen, ändert sich auch die Sprungdistanz. So weit, so gut. Leider aber funktioniert das Schwung holen nicht immer so wie man erwartet und Harry bremst sich gerne selbst ab, statt zu beschleunigen. So sind an manchen Stellen schon mehrere Versuche nötig bis man die unfreundliche Steuerung dazu brachte Harry das tun zu lassen was man eigentlich möchte. Umso schöner, dass man bei einer Landung zwischen den Zahnreihen der Krokodile nicht sofort sein Leben verliert sondern noch die Möglichkeit hat sich aus den Fängen des Reptils zu befreien, indem man heftigste Hin- und Her-Bewegungen mit dem Stick ausführt, bis Harry komplett aus dem Maul des Tieres schaut und einen beherzten Sprung nach draußen macht.
    Trotzdem muss man generell anmerken, dass es die Entwickler mit den Sprungpassagen etwas übertrieben haben, was den Schwierigkeitsgrad besonders für Gelegenheitsspieler, die nicht vor haben eine Halbe Stunde in einem einzigen Abschnitt zu verbringen, in unangenehme Höhen treibt. Denn eigentlich haben solche Designfehler wie pixelgenaues Anspringen eines Astes in luftiger Höhe in einem modernen Game nichts mehr verloren, denn wer hat schon Lust wegen eines kleinen Fehlers ständig ganze Levelabschnitte wiederholen zu müssen? Besonders solche Gemeinheiten wie der Sprung von einem auf einen anderen Ast, wo schon der geringste Fehltritt genügt um uns abstürzen zu lassen, nagen in Verbindung mit der überladenen Steuerung schon etwas am Nervenkostüm des Spielers. Versucht das Spiel dann auch noch unseren Harry immer wieder an der gleichen Stelle zu respawnen, die ihn unweigerlich wieder in die Tiefe stürzen lässt, ist man kurz davor die Entwickler zu verfluchen.

    Dafür fiel das Leveldesign selbst umso abwechslungsreicher aus und katapultiert uns von einer skurrilen Situation in die nächste. Denn so ernst die eigentliche Situation nach so einem Flugzeugabsturz mitten im Dschungel auch ist, umso unbeschwerter ist unser Held Harry, der sich von einem versunkenem Panzer ebenso wenig aus dem Konzept bringen lässt wie zickigen Blondinen die in Bäumen abhängen und auf Rettung warten. Denn wenn dieses Spiel etwas besitzt, dann ist es Situationskomik bis zum Abwinken. Ob es die witzigen Eingeborenen mit ihren riesigen Masken sind, die glauben sie könnten uns mit ihrem Geschrei beeindrucken, oder die restlichen schrägen Charaktere, von denen keiner so ganz normal zu sein scheint, ständig passiert etwas Neues oder Unvorhergesehenes nur um sich genau darüber wieder lustig zu machen.
    Allerdings darf man nicht enttäuscht sein, wenn man praktisch jedes Areal mehrmals betritt. Selbst wenn man immer den optimalen Weg geht kommt man darum nicht herum, denn viele Aufgaben sind nur mit einem bestimmten Werkzeug oder einer bestimmten Fähigkeit möglich, die wir erst im späteren Spielverlauf erwerben. Dafür werden wir aber nicht um Dunklen gelassen sondern bekommen genau erklärt, dass sich Harry z.B. diese Stelle jetzt gemerkt hat um sie später wiederfinden zu können, oder er sagt uns direkt, dass wir nun wieder dorthin zurückkehren müssen wo wir hergekommen sind. Die Gefahr sich zu verlaufen ist also sehr niedrig und man irrt nie orientierungslos umher.

    Die gebotene Grafik muss sich zwar nicht verstecken, erreicht aber höchstens gutes durchschnittliches Niveau, wobei die Bäume und Büsche eher positiv und das Wasser ziemlich negativ aus dem Rahmen fallen. Dabei bewegen wir uns meist in üppiger und bunter Fauna durch den Dschungel der uns auch ab und zu ein betrettbares Gebäude bietet. Meist jedoch bewegen wir uns im Freien oder durchschreiten eine Höhle oder ein Gewölbe. Bei der Berührung eines Busches bewegen sich auch dessen Blätter und fast alle künstlichen Gegenstände, wie Steinsäulen oder Holzkisten lassen sich zerschlagen um z.B. den Weg freizumachen oder darin gefangene Gegenstände zu befreien.
    Einzig die Automatik, die Gegenstände die sich zu nah vor der Kamera befinden ausblendet, reagiert etwas überempfindlich und macht schon Mal ausgerechnet den Ast oder die Plattform unsichtbar auf der wir stehen. Das ist natürlich nicht besonders günstig, wenn wir von der Kante aus einen gezielten Absprung schaffen müssen. Noch ungünstiger aber wird es, wenn Harry selbst plötzlich verschwindet weil wir an einer Wand stehen und von ihr wegspringen müssen, weswegen sich die Kamera also genau genommen in der Wand befindet, woraufhin Harry sich einfach in Wohlgefallen auflöst und nicht mehr sichtbar ist.

    Dafür gibt es an der Soundkulisse kaum etwas zu mäkeln, die uns vor allen Dingen eine gut gelungene deutsche Synchronisation bietet sowie eine Hintergrundmusik die mitunter etwas an Indiana Jones, bisschen an Tomb Raider und etwas an einen Fahrstuhl erinnert. Denn ausgerechnet während der schwierigsten Sprungpassagen wird die Musik dermaßen belanglos, dass man fast meinen könnte das Spiel will uns auf den Arm nehmen, oder eben nur besonders freundlich sein wenn wir es schon so schwer haben.
    Über die Geräusche kann man sich hingegen nicht beschweren, denn sie passen allesamt hervorragend in das gewählte Setting und unterstützen den Spieleindruck in gewünschtem Mass. So hört man im Dschungel vielerlei Getier, wie aufschreckende Vögel oder quiekende Wildschweine, denen man sich am Besten nur mit Gasmaske nähert, sowie plätschernde Bäche und knisternde Feuer.
    Sehr gelungen auch die Dolby Surround Unterstützung, die uns die Herkunft jedes Geräusches genau lokalisieren lässt und uns so schon vor Gefahren warnt bevor wir sie sehen.

    Pitfall: Die verlorene Expedition (XB)

    Singleplayer
    8 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    6/10
    Gameplay
    9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Abwechslungsreiches Gameplay
    Harry beherrscht viele verschiedenen Tätigkeiten und Werkzeuge
    witzig erzählte Geschichte
    immer klare Missionsziele
    stabile Framerate
    gelungene deutsche Synchronisation
    Überladene und ungewöhnliche Steuerung
    mitunter gemeine Sprungpassagen die es in dieser Form nicht mehr geben sollte
  • Pitfall: Die verlorene Expedition
    Pitfall: Die verlorene Expedition
    Publisher
    NBG EDV Handels &Verlags GmbH & Co. KG
    Release
    17.02.2004

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Pitfall: Die verlorene Expedition
Pitfall: Die verlorene Expedition im Gamezone-Test
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http://www.gamezone.de/Pitfall-Die-verlorene-Expedition-Spiel-27791/Tests/Pitfall-Die-verlorene-Expedition-im-Gamezone-Test-989708/
18.02.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/02/TV2004021717375800.jpg
tests