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  • Prince of Persia: Die vergessene Zeit - Brother against Brother - Leser-Test von alpha_omega

    Mit dem Start der Sands of Time Trilogie reanimierte Ubisoft im Jahre 2003 den totgeglaubten persischen Prinzen, welcher bereits zu Amiga und unter MS DOS auf dem PC im Spiel Prince of Persia im Jahr des Mauerfalls zig tausende damalige Spieler verzückte. Nach der sehr erfolgreichen Sands of Time Saga, verpasste man dem Prinzen bei seinem ersten Auftritt auf den HD-Konsolen Xbox360 sowie Playstation 3 einen neuen Look sowie ein verändertes Spielgefühl. Doch konnten sich nicht alle Fans des Kletterakrobaten so wirklich mit dem Bettler-Style des Prinzen, der Cel-Shade-Optik sowie den vielen halbautomatischen Bedienelementen anfreunden. Zurück zu den Wurzeln und wohl auch aufgrund der Tatsache, dass sich der adelige Held zum ersten Mal auf der Kinoleinwand präsentierte, spendierte uns Ubisoft im vergangenen Jahr im Mai einen weiteren Ableger der hierzulande unter dem Titel "Die vergessene Zeit" und im Original "The forgotten Sands" auf Xbox360 und Playstation 3 in den Handel gelang. Meinen persönlichen Eindruck zur PS3-Version, erfahrt ihr nun im nachfolgenden Artikel.

    Zeitlich gesehen spielt "Die vergessene Zeit" zwischen dem ersten und zweiten Teil der Sands of Time Saga. Also zu jenem Zeitpunkt als der Prinz bereits einmal den Sand freisetzte und Unglück über sein Königreich brachte und mit Hilfe der bezaubernden Farah die Wogen wieder glätten konnte. Rein optisch erinnert unser Held allerdings bereits an den etwas düsteren Prinzen aus Warrior Within, wo er ja eigentlich laut der Storyline ab dem Zeitpunkt des Freisetzen des Sandes von dem fiesen Zeitwächter, dem Dahaka gejagt wird. Doch weit und breit ist von dem Dämonen keine Sicht, was gleichzeitig daraufhin deutet, dass in der Geschichte absolut nicht auf die beiden Vorgänger eingegangen wird, sieht man mal vielleicht von der Tatsache ab, dass unser Prinz mal wieder auf eine Frau hören muss, um aus einem erneuten Schlamassel zu kommen, den er allerdings diesmal nicht selber, sondern sein Bruder Malik verbockt hat. Am Rande einer Schlacht eines benachbarten Königreiches, die allen Anschein nach von der von ihn angeführten persischen Armee verloren scheint, ruft dieser Dank eines geheimen Amuletts die Armee des Salomons hervor. Doch anstatt seinen Feldherren mit neuen Soldaten auszuhelfen, verwandeln sich die Krieger in Sandfiguren und fiese Skelette und Sandkreaturen kehren an die Oberfläche und machen den beiden Brüdern, die nun beide über je eine Hälfte des Amuletts verfügen, das Leben zur Hölle. Nur die Zusammenführung des Medaillons kann den Prozess rückgängig machen, doch scheint Malik von der Macht sämtliche Gegner wie in einem Rausch zu besiegen, so besessen zu sein, dass er gar nicht an einer Rückkehr des Prozesses interessiert sei. An dieser Stelle tritt nun endlich die weibliche Nebenrolle ins Spiel, eine über 1000 Jahre alte Dschinn, der man ihr Alter überhaupt nicht abkauft, wenn man sie so rein optisch beurteilt. Eben jene geheimnisvolle Dame verrät uns nicht nur wie man die Sandarmee und Bruder Malik stoppen könnte, nein versorgt sie uns jedes-mal mit neuen magischen Kräften, wenn wir auf sie treffen.

    Bei den magischen Kräften handelt es sich um einige neue interessante Gameplay-Features, welche die Macher mit ins Spiel einbauten. Zum Beispiel kann unser Prinz nun Wasser kurzfristig zu Eis gefrieren lassen, um somit Wasser was aus Rohren kommt oder sturzflutartig von Hängen herab fließt als Säulen, Stangen oder gar Eiswänden zum Klettern und Schwingen zu nutzen. Ein weiteres neues Feature, ist die Möglichkeit verschollene Bereiche, die dem Zahn der Zeit zum Opfer fielen, wieder zu erschaffen. In Kombination mit beiden Elementen sowie dem klassischen Jump'n Run Gameplay der Sands of Time Trilogie machen die einzelnen Passagen mindestens genauso viel Spaß wie in den bekannten Vorgängern. Lediglich bei den Zeitmanipulationen muss man einige Abstriche hinnehmen, denn es ist weder möglich die Zeit zu verlangsamen, weder sich in ihr mit rasanter Geschwindigkeit zu bewegen, wie beispielsweise im zweiten Teil der SoT-Serie namens Warrior Within. Das einzige was wir mit der Zeit anfangen können, ist diese zurückzuspulen, wenn man mal einen Tick zu kurz springt oder in einer der zahlreichen Fallen läuft, die im gesamten Palast von Bruder Malik zur Sicherheit aktiviert wurden.

    Ebenfalls ein wenig geändert wurde das Kampfsystem, was sich irgendwie wie eine Mischung aus dem Free Form Fighting System und dem eher sporadischen Geklobbe aus dem Erstling anfühlt, wenigstens hier also ein Indiz, dass man sich zwischen beiden Teilen bewegt. Aufgepeppt wird das ansonsten eher träge Kombosystem durch das Aufrüsten von elementaren Kräften, die uns in Form von Wirbelwindattacken, Flammenangriffen mit dem Schwert oder einer Rüstung aus Erde zur Verfügung stehen. Doch irgendwie vermitteln die einzelnen Kräfte den faden Beigeschmack, dass man sich zu sehr von den Mitkonkurrenten wie beispielsweise einem God of War zu viel abgeschaut hat, mir persönlich wären mehr Zeitmanipulationen eindeutig lieber gewesen, weil die Zeit schon immer der beste Freund des Prinzen war. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Macher krampfhaft versuchten die eher stupiden und nicht allzu sehr motivierenden Kämpfe zu puschen, sind die magischen Orbs, die in den Farben rot, gelb und blau erscheinen und unseren Helden mit Lebenskraft, Erfahrungspunkten sowie Kraftbehältern, die für die Zauberkräfte und Zeitkanister zuständig sind. Mit den gesammelten Erfahrungspunkten lassen sich übrigens unsere einzelnen Kräfte sowie Lebensenergie und unser Superschlag mit dem Schwert aufleveln. Das für einige lästige Suchen nach den so wichtigen Lebensupgrades entfällt in diesem Teil also. Sodass das Aufsuchen von zum Teil versteckten Sarkophagen nur für Trophäensammler interessant sein könnte.

    Spielerisch bietet uns der neueste Ableger also viele neue Inspirationen, aber auch einige Elemente, auf die man sicher hätte verzichten können. Die Steuerung hingegen ist den Machern wieder sehr gut gelungen. Weg von den albernen Automatiken, die man in der Cel Shade Auflage, in der unser Prinz in Koproduktion mit der bezaubernden Elika fast schon zum Ziel getragen wurde da man nicht sterben konnte und für echte Hardcore Fans auf kaum fordernde Passagen schickte. Zwar erwirkt die halbautomatische Kamera, die sich zwar leicht beeinflussen lässt und in manchen speziell engen Räumen ein wenig schwächelt, ein wenig dafür, dass auch ungeübte Neulinge sich schnell zurecht finden sollten, es ist bei richtiger Durchführung kaum möglich an einem Objekt vorbei zuspringen, doch speziell beim Timing von Wallruns und Absprungesszeitpunkt ist man wieder ganz auf sich allein gestellt und es gibt auch keine holde Maid, die uns vor dem Sturz in den Tod bewahrt. Nichts desto trotz sollten geübte Spieler kaum mehr als sieben bis acht Stunden benötigen, um den Abspann (der im Übrigen etwas enttäuschend ausfällt) zu erleben. Ebenfalls ein wenig enttäuschend ist die Vergabe der Trophäen, bei denen es zumeist darum geht eine gewisse Anzahl an Gegnern mit diversen Move's zu killen. Viel spannender hätte ich es gefunden, wenn man den Spieler noch einmal durch spezielle Levelpassagen hetzt, in denen er innerhalb eines Zeitlimits bleiben muss. Stattdessen bekommen wir eine langweilige Wellen-Challange, bei der es nur darum geht auf so viele Gegner ein zukloppen, bis keiner mehr übrig bleibt. Noch dreister ist hingegen, dass man eben jene Challange auf Zeit spielen kann, allerdings nur, und nun kommt der Hammer, wenn man sich vorher online bei dem neuen Support namens u-play bei Ubisoft angemeldet und brav seine Daten hinterlassen hat. Ein Irrsinn, den nicht nur reine offline-Spieler hart kritisieren dürften, zum Beispiel kommen diese auch nicht in den Genuss mit Assassin Creed Figur Ezio auf die Jagd zu gehen, der als freischaltbarer Charakter angeboten wird.

    Zu guter Letzt werfen wir noch einen kleinen Blick auf die Technik und die Präsentation des neuen, alten Prinzen. Rein optisch gesehen fällt diese ordentlich solide bis gut aus. Einen gigantischen Quantensprung zwischen des Last-Gen Titeln - die kurze Zeit nach dem Release von "Die vergessene Zeit" noch einmal mit einer aufpolierten HD-Politur als Collection für Sony's aktuelle Konsole veröffentlicht wurden - wird man allerdings nicht entdecken. Auch bei der Gestaltung der einzelnen Areale trifft man auf die bekannte Hausmannskost, die uns durch prunkvolle Paläste, malerische Gärten oder auch auf die magischen Zauberwelten schicken, die aus der Fantasie des Prinzen entspringen. Da gefiel mir das Artdesign der einzelnen Levels des Cel-Shades Vorgängers eindeutig besser. Frei von jeder Kritik bleiben hingegen die geschmeidigen und butterweichen Animationen des Prinzen, leider trifft dies absolut nicht auf die Gegneranimationen zu, die teilweise sogar synchron humpeln, wie einstudiert. Wohl auch deswegen wählte man als Gegner wahrscheinlich Skelette. Auch die Vertonung fällt im Vergleich zu den Last-Gen Vorgängern ein wenig ab. Der harmonische Soundtrack ist nur recht selten zu hören, wenn man ihn genießen möchte, muss man gezwungenermaßen das Pausenmenü öffnen, und bei der Vergabe der Sprecherrolle griff man bei der Hauptrolle voll daneben. Denn für die deutsche Stimme des Prinzen sicherte man sich die Dienste von Michael-Che Koch, der zum Beispiel in solch Spielen wie Homefront oder auch Modern Warfare 2 (in der Rolle von Soap McTavish) einen hervorragenden Job ablieferte. Unglücklicherweise handelt es sich bei eben genannten Titeln um zwei Millitärshooter, und um ehrlich zu sein, passt die eher raue und kräftige Stimme in dieses Genre besser rein.

    Fazit.
    Prince of Persia - Die vergessene Zeit hat mich ein Wochenende lang wirklich gut unterhalten. Speziell in Sachen Gameplay fühlte ich mich sofort wieder in alte Sand of Time Zeiten zurückversetzt, auch wenn ich speziell mit dem Kampfsystem lieber auf eines der Vorgänger zurückgegriffen hätte. Die Neuerungen wie das Einfrieren des Wassers sowie die Wiedererschaffung von verlorengegangenen Mauerelementen sorgen für frischen Wind, man kann also nicht behaupten, dass die Macher einen reinen Klon uns servieren wollten. Am meisten enttäuscht war ich hingegen von der Story, zu sehr hatte ich gehofft, einige Hintergrundinfos zu der Zeit zwischen den ersten beiden Teile zu erhalten, denn immerhin lagen zwischen Teil eins und zwei geschichtlich immerhin sieben Jahre, in denen man mit Sicherheit einen Bezug zum Dahakha hätte verknüpfen können. Stattdessen bekommt man einen komplett neuen Plot geboten, der allerdings in den selben angestaubten Locations stattfindet, dem parallelen Release zum Film sei dank. Vielleicht wäre ein kompletter Wechsel, zum Beispiel in die Neuzeit, in der man an Hochhäuserwänden langläuft und zwischen Wolkenkratzern umher springt angebracht. Schließlich handelt es sich bei dem persischen Prinzen um den Meister der Zeit, obwohl auch diese, passend zum deutschen Titel, etwas vergessen beziehungsweise vernachlässigt wurde. Nichts desto trotz kann ich den Titel jedem Fan des Prinzen und all derer die es werden wollen, dennoch weiterempfehlen.

    Negative Aspekte:
    Eintönige Kämpfe, nur eine einzige Zeitmanipulation, hin und wieder leichte Kameraschwächen, angestaubte Locations, lediglich solide präsentiert, unglückliche Sprecherauswahl, uplay-Registrierung

    Positive Aspekte:
    Bekanntes „Old School“-Gameplay mit einigen guten neuen Ideen, Sands of Time-Bedienung wieder mit an Bord, butterweiche Prinzen-Animationen, motivierende Kletterpassagen

    Infos zur Spielzeit:
    alpha_omega hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Prince of Persia: Die vergessene Zeit

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: alpha_omega
    7.7
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    6/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    7.8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Prince of Persia: Die vergessene Zeit
    Prince of Persia: Die vergessene Zeit
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Ubisoft
    Release
    20.05.2010
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

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Prince of Persia: Die vergessene Zeit
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29.11.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2010/05/Prince_of_Persia_Die_vergessene_Zeit_73.jpg
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