Die aktuelle Saison der Champions League ist aus deutscher Sicht mehr als erfolgreich gestartet. Siege für Schalke, Dortmund und Bayern - deutscher Fußballfan, was willst du mehr? Macht das nicht Lust, mal selbst sein Unwesen in der CL zu treiben, wenn auch nur virtuell? Was passt also besser, dass genau jetzt Pro Evolution Soccer 2013 erscheint, seines Zeichens das einzige aktuelle Fußballspiel mit der offiziellen Lizenz zur UEFA Champions League. Doch natürlich muss auch das Spielgefühl passen und ob sich da was zum Vorgänger getan hat, soll der folgende Test zeigen.
Quelle: Konami
PES 2013 (9)
Die Welt des Fußballs
Quelle: Konami
PES 2013 (11)
Die Fußballwelt von Pro Evolution Soccer krankt nach wie vor an den fehlenden Lizenzen – daran hat sich auch 2012 nichts geändert. Zwar kann Konami mittlerweile mit den Verwertungsrechten von knapp 150 Mannschaften dienen und die spanische Liga BBVA, die französische Ligue 1 oder die holländische Eredivisie sind sogar komplett Original, dafür müssen deutsche Fußballfans aber weiter damit leben, dass es nur zwei Mannschaften aus der Bundesliga ins finale Pro Evolution Soccer 2013 geschafft haben: Der Stammgast Bayern München und der Leverkusen-Ersatz Schalke 04. Trikots und Logos sind zwar von den beiden deutschen Vertretern Originalgetreu, die Kader hingegen überhaupt nicht. Beim deutschen Rekordmeister fehlen bisher unter anderem Dante, Mandzukic und Martinez. Bis zum nächsten kostenlosen DLC muss man also damit leben, dass man in der Champions League noch mit Contento, Rafinia und Co. in der Stammaufstellung antreten muss. DLC ist übrigens ein gutes Stichwort, denn bereits mit dem ersten Downloadable Content wurden drei neue Stadien der Spanischen Liga nachgeliefert. Konami hat tatsächlich versprochen, dass alle 20 Arenen der Liga BBVA auch Original ins Spiel integriert werden. Mächtiges Vorhaben, dass bei Erfüllung selbst die Konkurrenz ziemlich alt aussehen lassen wird. Bisher ist uns zumindest nicht bekannt, dass man bei EAs FIFA eine komplette Saison einer europäischen Liga mit allen Teams in allen realen Stadien nachspielen können wird. PES 2013 bietet dies bzw. soll es in näherer Zukunft bieten. Hierfür großes Lob unsererseits.
Kommen wir zu den integrierten Spielmodis. Ähnlich wie beim restlichen Inhalt merkt man relativ schnell, dass es hier nichts Neues zu entdecken gibt. Das umfangreiche Training, den legendäre Editor, die gut präsentierten Wettbewerbe UEFA Champions League bzw. südamerikanische Copa Santander Libertadores, die Turniervarianten, der übersichtliche Online-Modus und die tiefgängigen Karrieren namens Meisterliga – off- und online –, sowie Werde zur Legende sind uns allen bereits aus dem Vorgänger, oder besser aus den Vorgängern, bekannt. Inhalt, aber auch der optische Aufbau der meisten Spielvarianten bieten hierbei keinerlei Überraschungen. Beim genaueren Hinsehen, kann man kleiner Änderungen im Detail, wie etwa die neuen Rollenspielelemente in der Meisterliga, erkennen, mehr aber auch schon nicht.
Quelle: Konami
PES 2013 (14)
Insgesamt ist der Umfang eine herbe Enttäuschung. Die Karrieren sind weiterhin dermaßen trocken und langweilige aufgebaut, dass einem schon allein wegen der farblosen Präsentation die Lust vergehen kann. Anderen Modis fehlt es am Realismus, wie etwa der Spielvariante Champions League, die es immer noch nicht ermöglicht, den aktuellen Wettbewerb nachzuspielen, einfach weil die dazu nötigen Mannschaften nicht lizenziert wurden. Und wieder andere Bereiche sind zwar super präsentiert und sind auch komplett Original, dafür fehlt dem europäischen Fußballfan aber irgendwie der Zugang – Stichwort Copa Libertadores. Übrigens ebenfalls ein Unding: Mit der Europa League wird zwar auf dem Cover groß geworben, einzeln spielbar ist aber trotzdem nicht, sondern bleibt, wie gehabt, nur ein versteckter Bestandteil der Meisterliga.
Technischer Stillstand, mal wieder
Quelle: Konami
PES 2013 (12)
Technischer Stillstand – das sagt eigentlich schon aus, was ihr in punkto Grafik, Sound und Performance zu erwarten habt. Wüsste man es nicht bereits aus den Vorgängern, man könnte es kaum glauben mit welcher Ignoranz das Thema Technik bei den Entwicklern von Pro Evolution Soccer angegangen wird. Seit mittlerweile Jahren hat man den Eindruck optisch und akustisch immer das selbe Spiel zu spielen. Mal eine kleine Menüanpassungen hier, mal ein paar neue Titel für den Soundtrack dort – fertig ist das aktuelle PES. Das Kommentatorenduo Fuss und Küpper quält uns weiter mit ihren teilweise uralten Analysen und Ausrufen, die Fans sehen nicht nur blass aus, sondern liefern auch eine absolut blasse Stimmung, die Animationen der Spieler kommen teilweise immer noch extrem hölzern daher und die Präsentation kann auch kaum mehr mit aktuellen Standards mithalten. Rühmliche Ausnahmen bezüglich letzteren sind nach wie vor die beiden Wettbewerbe Champions League und Copa Libertadores, die optisch von der ersten Minute an begeistern können und sich auch deutlich vom teilweise extrem langweilig gestalteten Rest abheben. Allerdings ist dieser Umstand auch nicht neu, sondern komplett so bereits aus dem Vorgänger bekannt.
Trotzdem ist natürlich nicht alles schlecht, auch wenn der zugrunde liegende Code bereits etwas in die Jahre gekommen ist. Immer noch können Details, wie Trainer, die am Spielfeldrand gestikulieren, südamerikanische Fans, die mit bengalischen Feuern entsprechende Stimmung verbreiten, und die teilweise wirklich passenden Wettereffekte zumindest etwas milder stimmen. Ebenso die Performance, welche einem weder im Off- noch im Onlinespiel wirklich Probleme bereitet.
