Bevor Obsidian bei Kickstarter um Geld von Fans bat, soll ein namentlich nicht genannter Publisher versucht haben, das Projekt mit Kohle aus der Cloud zu finanzieren. Die Gewinne wollte man aber nicht mit Obsidian teilen, sondern selbst einkassieren. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Hinter den Kulissen ist anscheinend auch bei Kickstarter-Projekten anscheinend nicht immer alles korrekt: Wie Obsidian-Chef Feargus Urquhart in den Kommentaren bei Kickstarter zugab, hat ein Publisher schon vor Monaten das Team kontaktiert und sich bereit erklärt, Project Eternity zu veröffentlichen. Jedoch wollte das namentlich nichtgenannte Unternehmen für die Entwicklung kein eigenes Budget bereitstellen. Stattdessen soll Obsidian dazu gedrängt worden sein, die Entwicklung bei Kickstarter zu finanzieren. Urquhart will Vertreter des Publishers direkt gefragt haben, ob sie das ernst meinten. Immerhin würden die Markenrechte an den Verlag übergehen und Obsidian wäre nur mit einer Gewinnbeteiligung entlohnt worden. Die dreiste Antwort: "Ja."
Am Ende lehnte Obsidian das Angebot ab und pitchte das Projekt erfolgreich selbst bei Kickstarter: Innerhalb weniger Tage erreichte Project Eternity das gesteckte Ziel von 1,1 Millionen US-Dollar. Mittlerweile ist das klassische RPG im Stil von Planescape und Icewind Dale sogar auf 1,7 Mio. US-Dollar angestiegen. Nach aufgebrachten Antworten in den Kickstarter-Kommentaren musste Urquhart die Fans beruhigen: Der Publisher hatte anscheinend wirklich Interesse an einer Zusammenarbeit mit Obsidian, die Mittel aber nicht allein stemmen können. Wer es ist, wird nicht verraten. Die Lösung wurde am Ende verworfen, weil eine solche Behelfslösung nicht im Sinne von Obsidian war.
Die Aktion hinterlässt trotzdem einen faden Beigeschmack. Man muss sich zwangsläufig die Frage stellen, wie häufig Publisher wohl schon mit dem Gedanken gespielt haben, die Spielentwicklung von Fans bezahlen zu lassen, nur um die Gewinne am Ende selbst einzufahren.






