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  • Project Nomads: ... after the disaster! - Leser-Test von Sly Boots

    Entwickler: Radon Labs
    Publisher: cdv
    System: PC
    Genre: Action (mit leichten Strategie-Elementen)
    Sprache: Deutsch
    Altersfreigabe: 12
    Systemanforderungen:
    Prozessor - Pentium III 450 MHz, 1 GHz empf. / Betriebssystem - Win 98, ME, 2000, XP / RAM - 64 MB, 128 empf. / Grafikkarte - GeForce 32 MB / Festplatte - 600-900 MB / 4x CD-Rom Laufwerk

    Einleitung:
    Computer- und Videospiele des Action-Genres verfügen nicht unbedingt über den besten Ruf.
    Sei es nun der Aspekt der Gewaltverherrlichung oder das Argument, dass solcherlei Spiele kaum Hirnschmalz erfordern.
    In der heutigen Softwaregeneration gibt's obendrein noch Haue für mangelnden Ideenreichtum, da doch scheinbar alles nur noch auf Grafik ausgelegt wird und keinerlei Innovationen mehr geboten werden.
    Grund genug aufzuzeigen, dass es durchaus Action-Games gibt, denen es gelingt diese harschen Kritikpunkte erfolgreich zu umschiffen.
    Zu diesem Zweck widme ich mich in diesem Review einem waschechten Juwel aus deutschen Landen - Project Nomads!
    Im Jahr 2002 veröffentlichte Radon Labs diesen Geheimtip, der damals durch seine famose Grafik, sein originelles Szenario und frische Gameplay-Elemente auf sich aufmerksam machte.
    Ob mich der Titel jedoch vollends überzeugen konnte oder nicht, erfahrt ihr im Folgenden.

    Story:
    Die Handlung entführt uns auf den Planeten Aeres.
    Dieser wurde durch eine nicht näher beschriebene Katastrophe beinahe komplett zerstört.
    Mehr als ziellos umherschwebende Gesteinsbrocken und Fels-Inseln, die die wenigen Überlebenden der Katastrophe beherbergen, ist von dieser Welt nicht übrig geblieben.
    Der letzte Rest Zivilisation wird durch die sogenannten "Artefakte" verkörpert.
    Hierbei handelt es sich um magisch-technische Gerätschaften, mit denen der Anwender in sekundenschnelle Gebäude, Waffensysteme und Fabriken errichten kann.
    Nun, da die Schöpfer der Artefakte - die mysteriösen, magisch begabten "Baumeister" - verschwunden sind, entbrennen wahre Schatzjagden und Kämpfe um diese wertvollen Geräte.
    Auf der einen Seite stehen die Freiheit liebenden und individualistischen "Nomaden" und auf der anderen die militaristisch-organisierten "Wächter".
    Während die Nomaden die Artefakte zum Handeln und zur Errichtung eigener kleiner Lebensräume verwenden, sehen es die undurchsichtigen Wächter überhaupt nicht gerne, wenn irgendwelche Abenteurer in ihre Gebiete eindringen, um ihnen diese wertvollen Gegenstände abzuluchsen ...

    Eine negative Erfahrung mit rabiaten Wächtern müssen zu Beginn des Spieles auch die drei Nomaden-Söldner Susie, John und Goliath machen.
    Unser Trio nahm nämlich den Auftrag an, ein Artefaktlager der Baumeister innerhalb des Wächter-Territoriums zu plündern.
    Das man dieser Organisation besser nicht auf der Nase herumtanzen sollte, merken sie erst als ein Geschwader von deren Kampfflugzeugen zum Angriff übergeht.
    Chancenlos gegenüber der feindlichen Übermacht wird einer der drei abgeschossen und auf einer einsamen Insel zurückgelassen, während seine bzw. ihre beiden Freunde von den Wächtern entführt werden.
    Aber wie es der Zufall so will, entpuppt sich das schwebende Eiland als magisches Gefängnis für den Baumeister "Basaltface".
    Dankbar für seine neu gewonnene Freiheit, schenkt er dem Nomaden ein paar besonders mächtige Artefakte, mit denen das Inselgefängnis flugtauglich gemacht wird und unserem ungleichen Paar somit zur Flucht verhilft.
    Da es die Wächter waren, die Basaltface eingekerkert hatten und unsere Spielfigur seine beiden Freunde vor diesem Schicksal bewahren möchte, schließen sich Basaltface und der Nomade zusammen, um gemeinsam gegen den gemeinsamen Feind vorzugehen.
    Und somit sieht sich Aeres dem nächsten verhängnisvollen Konflikt gegenüber ...

    Die durchaus interessante und spannende Storyline ist zu Beginn ein echter Motivationsfaktor.
    Leider wird recht schnell ersichtlich, dass man in diesem Bereich nicht konsequent genug war.
    Zwar gibt es viele Ingame-Zwischensequenzen in denen die Geschichte durch sehr gute Sprecher weitererzählt wird, jedoch wurde ich nie den Eindruck los, dass sie nur als Mittel zum Zweck für die nächste Aufgabenstellung fungierten.
    Für meinen Geschmack wird hier einfach nicht genug ins Story-Detail eingegangen.
    Die Charaktere bleiben einem zum Großteil allesamt fremd, und nach Ablauf des Abspanns weiß man immer noch nicht so recht, wie, weshalb und warum dieses und jenes geschehen ist.
    Ein stummer Hauptcharakter trägt ebenfalls nicht gerade zu einer besseren Story-Präsentation bei - wobei gerade das geholfen hätte vieles ins rechte Licht zu rücken.
    Ganz besonders irritierend in dieser Hinsicht empfand ich vor allem die Tatsache, dass mein PC im Abspann dann auf einmal doch sprechen konnte - und ja, ich kam mir an dieser Stelle mächtig verarscht vor!
    Der einzig sinnvolle Grund auf eine volle Synchronisation für die drei PCs zu verzichten, erscheinen mir mangelnde Geldmittel der Programmierer zu sein.
    Auf andere Weise kann ich mir diese grobe Schlamperei nicht erklären - Project Nomads schreit geradezu nach einer Synchro für die Hauptcharaktere!
    Hier wurde das Potential leider nicht vollständig ausgeschöpft, was bleibt ist ein eher wirr und konstruiert wirkender Handlungsablauf - schade.

    Gameplay:
    Zu Beginn wählt man ob man als Susie, John oder Goliath spielen möchte.
    Die anderen beiden PCs sind dann diejenigen, die aus den Klauen der Wächter befreit werden müssen.
    Je nach Wahl unterscheidet sich das Aussehen der Artefakt-Gebäude.
    Susies Bauten sehen aus wie Pflanzen und Insekten, während Johns Gebäude eher industriell wirken.
    Rein spielerisch unterscheiden sich die drei allerdings nicht soo stark voneinander.
    Susie kann etwas schneller laufen, Goliath hat die stärksten Geschütztürme ... Im Großen und Ganzen hat die Wahl des Charakters aber keine nennenswerten Auswirkungen auf das Gameplay.
    Ziel des Spieles ist es ganz einfach einen Level nach dem anderen zu meistern, bis man die Story durchgespielt hat.
    Die genaue Aufgabenstellung des jeweiligen Levels kann hierbei mit der F2-Taste eingesehen werden.
    Speichern und Laden kann man das Spiel an jeder x-beliebigen Stelle, Quicksaves & -loads sind natürlich ebenfalls vorhanden.
    Falls man während einer Mission in einer Sackgasse landen sollte, kann man den Level auch jederzeit neu starten.
    All dies funktioniert sehr bequem und unkompliziert, so wie es sich für ein PC-Game gehört.

    Großes Lob bekommt das Spiel von mir für seine unkomplizierte Steuerung.
    Egal ob man zu Fuß unterwegs ist, Gebäude errichtet, am Geschützturm Feinde abballert oder mit dem Flugzeug unbekanntes Terrain erkundet - man hat alles sofort im Griff.
    Gesteuert wird hauptsächlich mit den WASD-Tasten, der Maus und der linken Strg-Taste.
    Besonders cool ist es, dass man via Tab-Taste schnell zwischen den eigenen Einheiten hin und her switchen kann.
    Das ist inmitten der hektischen Action aber auch bitter nötig, wenn man nahezu gleichzeitig feindliche Flieger abschießt, seine Gebäude repariert und den Konterangriff auf die feindlichen Fabriken und Hangar vorbereitet.
    Um es dem Spieler nicht ganz so schwer zu machen, werden die eigenen Flugzeuge von einer brauchbaren K. I. gesteuert.
    Auch einige der Geschütztürme agieren bis zu einem gewissen Grad selbstständig bei der Verteidigung der eigenen Insel.
    Wer diese Funktionen geschickt zu nutzen versteht wird es also wesentlich leichter haben.
    Und nicht vergessen: Die eigenen aktiven Einheiten lassen sich jederzeit, und ohne wenn und aber, selber steuern!

    Zentraler Fixpunkt des Spielablaufs wird trotz einiger "Außenmissionen" definitiv unsere schwebende Insel sein.
    Diese bietet mehrere Flächen, die mit Artefakten bebaut werden können.
    Bis auf einige Ausnahmen hat der Spieler hier freie Hand, wo genau welche Artefakte platziert werden sollen - dies ist sozusagen der Strategie-Anteil des Gameplays.
    Herzstück der Insel ist der Leuchtturm, wird dieser zerstört heißt es: Game Over.
    Auch der Navigationsturm gehört zu den wichtigsten Gebäuden, er ist sozusagen der Motor der Insel, mit dem sich diese vom Fleck bewegen lässt.
    Die Flugrouten werden jedoch streng vorgegeben - selbst steuern ist also nicht drin.
    Abgesehen von diesen beiden Haupteinrichtungen gibt es noch diverse Waffensysteme, Kraftwerke zur Energiegewinnung, Flugzeughangar und einige spezielle Bauten.
    Wahllos drauflos bauen sollte man aber auf keinen Fall:
    - Wer denkt er könne seine gesamte Insel mit Waffen zukleistern irrt gewaltig, da man diese nur mit genügend Inselenergie in Betrieb setzen kann, und um diese Energie zu gewinnen braucht es Kraftwerke.
    - Was tun, wenn der Inventargürtel mal wieder voll ist?
    Einige der wertvollen Artefakte entsorgen oder doch lieber eine Baufläche für den Tresor opfern, in dem sich immerhin fünf Gegenstände zwischenlagern lassen?
    Solcherlei Entscheidungen sind es die vom Spieler getroffen werden müssen, um möglichst erfolgreich durch das Spiel zu gelangen.
    Erwähnenswert sind weiterhin die zwei unterschiedlichen Artefakt-Typen blau und rot.
    Die Blauen sind nach ihrer Zerstörung wiederverwertbar und somit wesentlich wertvoller als die roten "Einweg"-Artefakte, die nach ihrer Demontage verloren gehen.
    Um der Vernichtung der eigenen Bauten vorzubeugen, kann man diese mit seinem Nomaden auch jederzeit reparieren - genügend Inselenergie vorausgesetzt.

    Mehr wird an dieser Stelle aber nicht verraten, da es doch einen großen Teil des Spielspaßes ausmacht, herauszufinden was die Artefakte alles bewirken und wie man sie am geschicktesten einsetzt.
    Abgesehen davon müssen wir unsere Insel auch mal verlassen, um die Levelumgebung nach Artefakten und Power-Ups zu durchsuchen oder einen bestimmten Auftrag zu erfüllen.
    Glücklicherweise sind wir aber auch hier alles andere als wehrlos - Feuerball- und Sprengzauber helfen uns nämlich dabei, feindlich gesinnte Kreaturen zu beseitigen.
    Wirklich aufregend wird es jedoch, wenn wir das Jetpack-Power-Up finden.
    Mit diesem können wir den Level (bis zu einem gewissen Radius) fliegend nach Artefakten absuchen - übrigens ein sehr geiles Feeling wie ich erwähnen möchte.

    Project Nomads mangelt es also definitiv nicht an spielerischer Abwechslung.
    Allerdings möchte ich an dieser Stelle noch einmal klarstellen, dass es sich hierbei um ein strunz-lineares Actiongame handelt.
    Man klappert stur einen Level nach dem anderen ab, bis man letztendlich den Abspann zu Gesicht bekommt.
    Und allzu lange wird es bis dahin auch nicht dauern, der Titel bietet eine durchschnittliche Spieldauer von ungefähr 10-15 Stunden.
    Der Wiederspielwert äußert sich lediglich in den drei spielbaren Hauptcharakteren.
    Ein Multiplayermodus wird ebenfalls angeboten, hier werden Online-Kämpfe zwischen 2-8 verschiedene Inseln (Spielern) ausgetragen - damit habe ich mich allerdings nicht befasst.
    Der eigentliche Reiz von Project Nomads ist ganz einfach die gelungene Umsetzung des simplen, aber dennoch anspruchsvollen und kreativen Third-Person/Flug-Action-Gameplays.
    Vor den Strategie-Elementen braucht sich niemand zu fürchten, der auch nur halbwegs in der Lage ist sein Gehirn zu gebrauchen.
    Somit steht dem Spaß also nichts im Wege!

    Grafik, Sound und Präsentation:
    Grafik: Die 3D-Grafiken sollen damals zum Besten gehört haben, was der PC zu bieten hatte.
    Ich persönlich kann dies ehrlich gesagt nicht beurteilen, da mir der damalige Grafik-Standard von PC-Games nicht geläufig ist.
    Was ich jedoch sagen kann ist, dass mir Project Nomads in optischer Hinsicht trotz seines hohen Alters auch heute noch sehr gut gefällt!
    Die Texturen sehen ziemlich ordentlich aus, die Weitsicht ist famos, explodierende Bauten und Einheiten zerbersten in ihre Einzelteile und die Nebel- und Raucheffekte wissen ebenfalls zu überzeugen.
    Das einzige was mir negativ aufgefallen ist, sind einige Felsformationen, die oftmals wie ein Ei dem anderen gleichen - und das in ein und derselben Region!
    Hier wäre etwas mehr Kreativität und Abwechslungsreichtum angebracht gewesen.
    Aber abgesehen davon siehts echt gut aus.
    Die Auflösung beträgt 1024x768, kann für schwächere Rechner aber auch auf 800x600 oder 640x480 runtergedreht werden.

    Sound: Soundtechnisch wird hauptsächlich mit Ambient-Tracks gearbeitet.
    Die Titelmelodie verbreitet eine gelungene postapokalyptische Atmosphäre, die wunderbar zum Szenario passt.
    Viel mehr wird man bezüglich OST aber nicht zu hören bekommen, richtige Melodien sucht man hier vergebens.
    Dafür ist die deutsche Synchronisation sehr gut gelungen.
    Hochwertige Sprecher helfen dabei Aeres ein gutes Stück lebendiger erscheinen zu lassen.
    Auch die Motorgeräusche der Fabriken und Flugzeuge, abgefeuerte MG-Salven und Explosionen vermitteln eine tolle Atmosphäre.
    Das Problem liegt wie gesagt in der nicht wirklich vorhandenen Synchronisation der Hauptcharaktere ... Und ein paar Ambient-OSTs mehr hätten auch nicht geschadet.

    Präsentation: Unterm Strich fügt sich alles gut zusammen.
    Das einzigartige Szenario um den zerstörten Planeten Aeres, der nur noch aus umherdriftenden Gesteinsbrocken und Inseln besteht, wird erstaunlich gut vermittelt.
    Trotz der eher mangelhaften Story, verbreitet diese Welt ihren ganz eigenen Reiz.
    Freunde außergewöhnlicher Szenarien sollten zugreifen!

    Fazit:
    Project Nomads ist ein waschechter Geheimtipp des deutschen Computerspiels.
    Ob man nun mit dem Jet-Pack durch die Lüfte gleitet, seine Insel mit immer mächtigeren Artefakten ausstattet oder mit einem Flugzeug einen Kamikaze-Angriff ausführt - langweilig wird es hier nie.
    Der Titel bietet Spielspaß auf hohem Niveau und überzeugt mit seinem erfreulich fantasievollen Szenario und abwechslungsreichen Gameplay.
    Die Handlung wurde leider nicht optimal wiedergegeben und auch der recht lineare Spielablauf dürfte manch einen enttäuschen - Aeres hätte in dieser Hinsicht einfach wesentlich mehr Potential zu bieten gehabt.
    Dennoch ist Radon Labs mit Project Nomads ein echt tolles Spiel gelungen.
    Ein Nachfolger, der die wenigen Schwachpunkte ausmerzt und eine umfangreichere, weniger lineare Spielwelt anbietet, wäre wirklich wünschenswert!

    Negative Aspekte:
    wirre Story / etwas zu kurz / geringer Wiederspielwert

    Positive Aspekte:
    abwechslungsreiches Gameplay / außergewöhnliches Szenario / fairer Schwierigkeitsgrad

    Infos zur Spielzeit:
    Sly Boots hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Project Nomads

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Sly Boots
    8.3
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Steuerung
    9/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    8.5/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Project Nomads
    Project Nomads
    Publisher
    cdv Software Entertainment AG (DE)
    Developer
    Radon Labs
    Release
    27.09.2002
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

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1010199
Project Nomads
Project Nomads: ... after the disaster! - Leser-Test von Sly Boots
http://www.gamezone.de/Project-Nomads-Spiel-28624/Lesertests/Project-Nomads-after-the-disaster-Leser-Test-von-Sly-Boots-1010199/
20.08.2010
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2002/09/pix0008.jpg
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