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Project Zero 2 (PS2)

Release:
04.2004
Genre:
Action
Publisher:
Ubisoft
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Project Zero 2 im Gamezone-Test

28.04.2004 17:10 Uhr
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Neu
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Die Zwillingsschwestern garantieren uns den doppelten Spielspass der ganz ohne Waffen auskommt.

Von Zwillingen, Fotoapparaten und purpurnen Schmetterlingen

Project Zero II spielt ziemlich genau 30 Jahre vor den Ereignissen von Project Zero. Die beiden Zwillingsschwestern Mio und Mayu bahnen sich ihren Weg durch den dichten Wald um das Dorf zu suchen in dem sie früher lebten. Müde von der Wanderung machen sie Rast an einem klaren Bach und schwelgen in Erinnerungen, als Mayo plötzlich von einem purpurnen Schmetterling so gefesselt ist, dass sie ihm wie in Trance in den Wald folgt. Nur einen Augenblick zu spät bemerkt die Schwester das Verschwinden von Mayo, und sieht gerade noch wie sie im Dickicht verschwindet. Sofort macht sie sich auf den Weg ihrer Schwester zu folgen, bis sie Mayo endlich einholt und am Rande eines Dorfes findet, wo sie umgeben ist von einem ganzen Schwarm purpurroter Schmetterlinge. Froh sie endlich gefunden zu haben beschließen sie das Dorf zu besuchen. Allerdings sind sie nicht frei von Zweifeln, denn auch sie kennen die Geschichte von dem verfluchten Ort, der während einer Feier zur Fertigstellung eines Staudamms verschwand und nie wieder auftauchte. Seither gehen Gerüchte um, dass verirrte Wanderer von dem Dorf, welches das gleiche Fest immer und immer wieder feiert, gefangen genommen und nicht mehr freigelassen werden. Sollte es sich bei dem von den Schwestern gefundenem Ort etwa um besagtes Dorf handeln?

An dieser Stelle kommen wir ins Spiel und übernehmen die direkte Kontrolle über Mio, die sich Anfangs noch völlig unbewaffnet durchs Spiel kämpfen muss. Mayo hingegen folgt uns brav, will aber im Falle eines Geisterangriffes von Mio verteidigt werden, da sie sich selbst kaum helfen kann. Bis es aber soweit ist, gilt es das erste Haus des Dorfes gründlich zu untersuchen, wo wir auch die bereits bekannte Camera Obscura finden, unsere einzige Waffe gegen die Angriffe der Geistwesen. Viel mehr aber dient das erste Kapitel dazu uns mit der Steuerung und der Vorgeschichte vertraut zu machen. So erfahren wir von einem grausamen Ritual bei dem Zwillinge geopfert wurden, sowie von anderen Menschen die sich offensichtlich vor uns in das Dorf verirrten und allerlei Botschaften hinterließen. Die Steuerung bzw. die Bedienung der überlebenswichtigen Kamera hat sich im Vergleich mit dem Vorgänger kaum geändert, wurde aber im Detail verbessert. Bis auf die ausufernden Fotoalben-Features, die man wesentlich übersichtlicher gestalten hätte können, statt den Spieler mit einer Sammlung Bilder in der Tasche sowie fünf(!) externen Fotoalben belastet, in welche die gemachten Bilder einsortiert werden wollen und die so nebenbei pro Album ein knappes Megabyte auf der Memcard verbraten. Das grundlegende Gameplay aber ist gleich geblieben, erfuhr aber durch das Hinzukommen der Schwester einen positiven Schub der dem Game mehr als gut getan hat.

Denn statt nur auf uns selbst aufpassen zu müssen, gilt es nun auch auf die Schwester zu achten, die sich selbst nicht verteidigen kann. Zudem gibt sie uns auch ab und an einen Hinweis, indem sie einfach bei einer interessanten Stelle stehen bleibt um uns auf etwas aufmerksam zu machen. Recht bald im Spiel aber trennen sich die Wege der beiden und es wird unsere erste Aufgabe die Schwester wieder zu finden. Bis dahin aber begegnen uns noch so manche Geister, die einem den Angstschweiß aus den Poren treiben können. Denn Project Zero II ist noch einen Tick gruseliger inszeniert als der Vorgänger, gleichzeitig aber lässt sich die Kamera besser handeln und die Geister leichter einfangen. Klar, dass es nach wie vor die verschieden starken Filmsorten gibt, neu dagegen sind die Objektive mit diversen Eigenschaften. Sogar einen Quickfinder gibt es später im Spiel zu finden, der den oder die Geister mit einem Tastendruck in der Mitte der Suchoptik hält, so dass wir nur noch den richtigen Moment für den Schnappschuss abwarten müssen. Was das Spiel wirklich anspruchsvoll macht sind die Rätsel, die für sich selbst nicht unbedingt besonders schwer sind, die zur Erfüllung notwendigen Dinge aber nicht immer leicht zu finden sind. Zudem besteht das Spiel an manchen Stellen recht kleinkariert auf das Auslösen bestimmter Trigger, die nicht ganz in den Storyverlauf passen. Denn es kommt schon mal vor, dass man in einem bereits völlig durchkämmt geglaubten Haus plötzlich nicht mehr weiter kommt und nichts mehr passiert, bis man an der einen Türe rüttelt die man schon zigfach angefasst hat, woraufhin endlich der nächste Spielabschnitt eingeläutet wird. Meist jedoch erhalten wir Hinweise genug wie es weiterzugehen hat, ohne planlos umherzuirren. Vor dem genauen Untersuchen jedes einzelnen Ortes und Raumes schützt uns das freilich nicht.

Was den Titel so unglaublich gruselig gestaltet ist das gelungene Zusammenspiel aus filmreifer Präsentation, der Einsatz diverser Filter und Verwischeffekte sowie der dazu passenden Soundkulisse. Erblickte z.B. eines der Mädchen einen Geist, erscheint plötzlich das ganze Geschehen in der Optik eines zerschlissenen Films, am Joypad spüren wir den Herzschlag von Mio während Mayu etwas ängstliches stammelt und die eben noch recht stummen Lautsprecher geben plötzlich ein unmenschliches Jammern von sich. In der schnell vor die Augen geführten Kamera erkennen wir sodann, dass sich Mayu ein schrecklich deformierter Geistkörper nähert. Nun heißt es schnell reagiert und dem Geist die Seele geklaut, möglichst noch bevor er uns erreichen kann.

Die kredenzte Grafikqualität hebt sich dabei kaum vom Vorgänger ab, mit dem Unterschied, dass wir uns auch des öfteren im Freien bewegen, statt in einem riesigen Gebäude. Die verwendeten Texturen wirken von Nahem schon etwas verwaschen, was aber der Atmosphäre keinen Abbruch tut. Weniger schön ist das komplette Fehlen eines 16:9 Supports sowie der mit dicken PAL-Balken versehenem 50 Hertz-Mode. Einzig der alternativ angebotene 60 Hertz-Mode füllt den kompletten Bildschirm aus. Dafür läuft das Game, egal in welchem Mode, absolut flüssig und verliert nie auch nur ein einziges Bild.

Ebenfalls eine besondere Erwähnung verdient die verwendete Soundtechnik, die nicht auf so bekannte Standards wie Dolby Digital setzt, sondern ein komplett eigens kreiertes Soundsystem enthält. Dieses sorgt dafür, dass wir über die Tonausgabe per Fernseher einen erstaunlich raumfüllenden Klang erhalten. Aber auch mit Kopfhörern entwickelt das System einen gut funktionierenden Raumklang.

Obwohl Project Zero II noch um einiges Größer ausfiel als der Vorgänger und auch abwechslungsreicher gestaltet wurde, hat es sich Tecmo nicht nehmen lassen wieder mehrere mögliche Enden einzubauen. So soll sichergestellt werden, dass man das Game nicht schon nach dem ersten Durchgang wieder im Schrank verschwinden lässt. Während des Spiels hingegen wird großer Wert auf das Aufleveln der Kamera gelegt, deren einzelne Eigenschaften sich mit den bereits bekannten Kugeln aufpowern lassen, neuerdings aber auch Spezialfunktionen zulässt, die man wie Tuningteile an die Kamera montiert sowie eine ganze Menge diverser Objektive. Diese dienen dazu den Geist für kurze Zeit zu lähmen, seinen Energiezustand anzuzeigen oder der Erfassungsbereich zu vergrößern. Trotz der Länge des Games ist es aber nicht besonders leicht bis zum Schluss der Geschichte alle PowerUps für die Kamera zu finden bzw. einzusetzen.

   
Peter Grubmair
Project Zero II ist nach wie vor kein Spiel für jeden, denn man muss sich schon auf das Gezeigte einlassen damit sich das Spiel voll entfalten kann. Dann aber bekommen Freunde des Horror-Genres ein Erlebnis geboten welches einem sicher länger im Gedächtnis haften bleibt, denn die Begebenheiten sind herrlichst inszeniert und immer wenn man denkt, dass man nun alle Schreckmomente kennt, wird man eines Besseren belehrt. Denn im Ganzen hat das Spiel in allen Belangen leicht zugelegt, was besonders auf das Gameplay und die Steuerung zutrifft, lediglich das Fotoalbum-Feature ist etwas umständlich ausgefallen und verbraucht viel zu viel Platz auf der Memcard. Wer sich allerdings intensiv mit dem Titel beschäftigt, den wird das kaum stören, erhält man doch auf diesem Wege eine unglaublich ausführliche Sammlung aller im Spiel vorkommenden Geister, die einem im zweiten Durchgang durchaus behilflich sein kann. Wer also schon seinen Spaß mit dem Vorgänger hatte, wird diesen auch in Project Zero II nicht vermissen, nur Spieler die sich partout nicht mit fest montierten Kameras und einer relativen Steuerung abgeben können, sollten das Game bei Bedarf Probespielen, vielleicht überzeugt es sie doch.
   
Project Zero 2 (PS2)
Singleplayer-Wertung

8,6 /10
Leserwertung
(14 Votes):
8,8
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
-
8/10
9/10
8/10
9/10
Sehr gruselige Inszenierung
Umständliche Bilderverwaltung per fünf Fotoalben
angenehm umfangreich und verschiedene Enden
mitunter pingeliges Trigger-System
verbesserte Kamerasteuerung
50 Hertz-Mode mit dicken Balken
Redakteur
Moderation
28.04.2004 17:10 Uhr
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Project Zero 2
Project Zero 2 im Gamezone-Test
Die Zwillingsschwestern garantieren uns den doppelten Spielspass der ganz ohne Waffen auskommt.
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