Ganze acht Jahre nachdem Project Zero II für die PS2 erschien, können wir uns nun erneut mit den Zwillingsschwestern Mio und Mayo in das verfluchte Dorf begeben, welches in ewige Finsternis getaucht ist. Wiederum ist unsere einzige "Waffe" die Camera Obscura, welche Dinge sehen kann, die dem normalen Auge verborgen bleiben. Für die Wii haben die Entwickler die Grafik leicht überarbeitet und verwenden nun doch wieder die 3rd-Person-Sicht, statt der mit der Xbox-Version im Jahre 2005 eingeführte Ego-Sicht, spendieren uns aber neue Alternativenden, damit auch alte Hasen dazu animiert werden noch einmal die schrecklichen Geheimnisse der Dorfgemeinschaft aufzudecken. Am grundlegenden Gameplay aber wurde nichts geändert, weswegen wir umso gespannter waren, wie wohl der Zahn der Zeit am Titel genagt hat. Schafft er es immer noch einem die Haare auf dem Rücken aufzustellen? Lest es in unserem Test.
Quelle: Nintendo
Project Zero 2 Wii Edition (7)
Die Technik
Wie schon vor acht Jahren bietet uns die deutsche Version eine englische Sprachausgabe und deutsche Menüs und Untertitel. Obwohl man die Steuerung an die Wii angepasst hat, wird im Menü doch nur per Steuerkreuz navigiert, nicht mit dem Pointer der Wii-Mote. Doch das alleine stellt eigentlich kein Problem dar, das liegt eher bei der Ingame-Steuerung selbst. Eigentlich nämlich könnte man erwarten, dass ein Spiel wie Project Zero 2, bei dem man eine Taschenlampe in Händen hält, so gesteuert wird wie man das von ähnlichen Titeln her kennt. Man also die Wii-Mote wie eine Taschenlampe in der Hand hält, man damit in die verschiedenen Richtungen leuchten kann, während man mit dem Analogstick am Nunchuck den Charakter gehen lässt. Leider sahen die Entwickler das etwas anders, sie mixten diese beiden Methoden, woran man sich erst gewöhnen muss. Denn während wir mit dem Analogstick zur Seite blicken können, benutzen wir die Wii-Mote für den Blick nach oben und unten. Ähnliches gilt für die Steuerung von Mio, die wir mit dem Analogstick in die entsprechende Richtung dirigieren, durch Druck auf die Z-Taste beginnt sie zu laufen, wobei man dann aber den Stick nicht mehr nach vorne drücken muss, es genügt dann den Stick nur noch zum lenken zu nutzen. Viel praktischer wäre es gewesen, auf die Taste komplett zu verzichten und die Laufgeschwindigkeit einfach mit dem Analogstick zu bestimmen. Ganz ehrlich, hier hat man Potenzial verschenkt und die Steuerung unnötig kompliziert gemacht, statt sie den einmaligen Fähigkeiten der Wii-Mote anzupassen.
Project Zero 2 Wii Edition (16)
Wie schon erwähnt, hat man auch die Grafik dezent überarbeitet, wobei die Betonung auf "dezent" liegt. Im direkten Vergleich mit der PS2-Version erscheint alles geringfügig höher aufgelöst und diverse Effekte haben sich leicht geändert. So fallen einem nun einige Stoffe auf, die etwas durchsichtiger wirken, oder ein etwas anders wirkender Grieseleffekt. Die Unterschiede sind aber so gering, dass sie kaum ins Gewicht fallen. Gut hätte es dem Titel getan, wenn man die abgehackten Übergänge zwischen den Spiel-Sequenzen und den Ingame-Cutscenes überarbeitet hätte, doch da begegnen uns die selben harten Schnitte wie in der Originalversion. Trotzdem aber ist es nach wie vor der verwendete Stil, der einen noch heute zu gruseln vermag. Die Verbindung aus dem elektrischen Surren der Glühfäden in der Camera Obscurra, das gleichzeitig eingesetzte Bildrauschen und dazu der erschreckte Schrei der Schwester können einen noch heute kräftig schauern lassen, diesbezüglich hat der Titel also nichts von seiner Faszination verloren.
Als besonderer Gag in der Wii-Version hat man der zweiten Wii-Mote eine Funktion eingebaut unheimliche Geräusche ertönen zu lassen, wohlgemerkt aus dem winzigen Lautsprecher der Wii-Mote. Ich weiß ja nicht, ob man damit wirklich jemanden erschrecken kann, noch dazu, wo der Sound der Wii-Mote ziemlich dünn klingt und der Spieler, meist ja auch Besitzer des Games, die Funktion schließlich kennt. Wenigstens aber stört dieses Feature nicht und man muss es auch nicht benutzen.
Das Geisterhaus
Quelle: Nintendo
Project Zero 2 Wii Edition (15)
Zusätzlich zum Story-Mode bietet uns die Wii-Edition das sogenannte Geisterhaus, welches leider nicht mal im Ansatz an das Hauptspiel heranreicht. Am besten beschreibt man diesen Modus noch als virtuelle Geisterbahn, denn unser Charakter – hier spielen wir wirklich uns selbst – läuft wie auf Schienen einen vorgegebenen Weg ab, während wir den Blick ausschließlich zur Seite schwenken können. Dabei versucht uns das Spiel auf verschiedene Weisen zu erschrecken, was aber nur selten funktioniert. Hier erinnert der Titel frappierend an das ultraschlechte Ju-On – Der Fluch, gibt sich aber trotzdem noch um Klassen besser. Immerhin versuchte man etwas Abwechslung in die Spielvariante zu bringen, indem man mal Puppen suchen muss, während man von einem Geist verfolgt wird, oder mit der Kamera Geister verscheuchen soll. Trotzdem aber wirkt das Geisterhaus leider nur wie ein billiger Bonus, den man sich lieber gespart hätte.
