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Prototype 2 (X360)

Release:
24.04.2012
Genre:
Action
Publisher:
Activision Blizzard

PROTOTYPE 2 oder wieso Kratos und Co im Vergleich hierzu wie die Teletubbies wirken

02.10.2012 10:06 Uhr
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Neu
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Die Nase läuft, es kratzt im Hals, der Schädel dröhnt...wer kennt sie nicht die, gerade in dieser Jahreszeit, typischen Zeichen für einen grippalen Infekt. An und für sich ist so ein kleiner Virusinfekt nichts Besonderes. Wenn man sich allerdings statt eines Grippevirus so etwas wie das Blacklightvirus einfängt werden aus schmerzenden Gliedern und Kopfschmerzen ganz schnell abgetrennte Gliedmaßen und abgerissene Köpfe.

Prototype 2 Logo Prototype 2 Logo [Quelle: Siehe Bildergalerie] Der zweite Teil des Sandbox-Action-Games von Radical Entertainment spielt chronologisch wenige Wochen nach dem Ende des Erstlings. Nachdem die Eindampfung von Manhattan mittels Atombombe vom "Held" des Spiels, Alex Mercer, dank seiner durch Mutation verstärkten Kräfte verhindert werden konnte wurde es still ihn. Nun ist Mercer wieder aufgetaucht und anstatt das Virus und seine Verursacher, die mysteriöse Organisation Blackwatch, zu bekämpfen scheint er die Seiten gewechselt zu haben….oder ist das überhaupt noch der Alex Mercer den Fans aus dem nicht offiziell in Deutschland erschienenen Spiel kennen?

Überraschend ist zunächst die Tatsache, dass man nicht erneut in die Rolle von Alex Mercer schlüpft sondern stattdessen die Rolle eines neuen Protagonisten übernimmt. James Heller, loyaler Soldat, treusorgender Familienvater und ein Stück weit genau das Klischee vom knallharten, Ghettoslang benutzenden Badass-Motherfucking-Marine das der gemeine Videospieler aus div. anderen Spielen kennt. Heller war zum Zeitpunkt des Ausbruchs und während der Zeit die Teil 1 abgedeckt hat nicht in New York sondern im fernen Irak stationiert. Heller bekommt dort eine Nachricht seiner Frau, die sich mit seiner Tochter immer noch in New York befindet. Selbstverständlich kehrt er sofort zurück um seine Lieben zu retten…ein Plan der leider scheitert.

Der Schuldige ist jedoch schnell gefunden….gäbe es keinen Virus wären auch die Säuberungsaktionen nicht notwendig gewesen…..und wer ist die Wurzel allen Übels? Richtig, Alex Mercer. Heller vs. Mercer (Artwork) Heller vs. Mercer (Artwork) [Quelle: Siehe Bildergalerie]

Folglich begibt sich der wütende Marine auf die Suche nach Mercer und wird, im Rahmen des Tutorials, auch schneller fündig als ihm lieb ist. Es kommt also wie es kommen musste, Heller hat gegen den voll mutierten Mercer nicht den Hauch einer Chance und folglich wischt dieser mit dem wütenden Familienvater den dreckigen Boden einer New Yorker Seitengasse auf…..aber damit nicht genug. Er tötet Heller nicht einfach er infiziert ihn…..im Nachhinein keine sehr gute Idee von Alex. Denn nun ist Sergeant James Heller nicht nur wütend sondern mutiert, ebenso wie zuvor Mercer, zu einer Killermaschine.

Zunächst noch eher schwächlich kämpft sich der angeschlagene Heller aus der Quarantäne und macht sich fortan im frei begehbaren New York auf die Suche nach Alex Mercer…den er für den Schuldigen am Tod seiner Familie hält.

Im Laufe der Handlung wachsen die Kräfte von James Heller und mit Ihnen auch die Menge an Blut und Eingeweiden die er in den Strassen und Häuserschluchten verteilt. Wie zu erwarten ist ein Mann auf einem Rachefeldzug nicht gerade zimperlich. Da werden Extremitäten abgetrennt, Passanten als Wurfgeschosse missbraucht, Körper in 2 Hälften gerissen uvm. Im Gegensatz zur internationalen Version wurde hier übrigens in Deutschland ein wenig entschärft. Zwar werden auch hierzulande Glieder abgehackt, jedoch wurden einige Killanimationen wenn Heller einen Menschen absorbiert entfernt. Ebenso kann Heller zwar Passanten angreifen, die resultiert jedoch in einem kleinen Abzug an Lebensenergie. Dadurch wird, gerade bei Massenschlachten der Schwierigkeitsgrad ein wenig angehoben. In der ungeschnittenen Version darf man nach Herzenslust ohne Rücksicht alles und jeden verhackstücken. Klar es gibt auch die eine oder andere Stealthmission bei der man ungesehen eine bestimmte Zielperson absorbieren muss, aber selbst diese Missionen lassen sich mit einen Blutbad lösen, solange man eben nur die Zielperson verschont. Im Grunde beschreibt das auch schon das ganze Spielprinzip von [Prototype 2]. Man sprintet durch die Straßen, hüpft wie ein Flummi von Dach zu Dach, rennt Fassaden nach oben das Ezio sich vor Neid verkriecht und gleitet durch die Lüfte wie ein junger Gott….und genau das ist es wohl auch was Radical hier bezwecken wollte. Schon nach wenigen Spielstunden, und damit verbundenen Level Ups, fühlt man sich wie ein Gott. 3 Soldaten mit Maschinengewehr? Keine Herausforderung für James Heller. 3 Soldaten mit Maschinengewehr? Keine Herausforderung für James Heller. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Normale Soldaten können Heller nicht mehr gefährlich werden da er mit dem passenden Perk unverwundbar für Kleinkaliber wird. Raketenbeschuss wird mit dem korrekten, durch Power-Up verlängerbaren, Timing reflektiert. Einzig einige der großen Mutationen stellen noch ein wenig so was wie würdige Gegner dar.

Eine der großen Virusausgeburten...in wenigen Minuten bleibt davon nur ein Haufen Gehacktes übrig. Eine der großen Virusausgeburten...in wenigen Minuten bleibt davon nur ein Haufen Gehacktes übrig. [Quelle: Siehe Bildergalerie]

Technisch läuft das Spiel recht ordentlich. Zwar findet sich die eine oder andere niedrig aufgelöste Textur in New York und ein leichter Nebel reguliert die Sichtweite um Rechenleistung einzusparen. Jedoch lässt sich zum Vorgänger hier eine klare Verbesserung zu erkennen. Im Spiel kommt die hauseigene Titanium Engine zum Einsatz. Diese eignet sich sehr gut zur Darstellung großer Menschenmassen und Katastrophenszenarien. Beides Kriterien die [Prototype 2] vollends erfüllt. Oft tummeln sich mehrere dutzend Mutanten um James Heller, während 3-4 Panzer und Kampfhelis ihn unter Beschuss nehmen. Wie auch im Vorgänger kann man in Teil 2 die Helikopter des Militärs kapern. Wie auch im Vorgänger kann man in Teil 2 die Helikopter des Militärs kapern. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Gerade in der Roten Zone, dem Bereich New Yorks der quasi aufgegeben wurde, bietet sich ein perfektes Katastrophenszenario. Trümmer auf den Straßen, halb eingestürzte Hochhäuser die sich beim Fallen zwischen den Häuserschluchten verkeilt haben, überall rote, eitrige Geschwüre an den Gebäuden die mehr und mehr Mutanten ausspucken und Gewebefetzen spannen sich wie Wäscheleinen zwischen den Ruinen. Im krassen Gegensatz dazu die Grüne Zone. Hier wirkt alles idyllisch, die Menschen flanieren und wären nicht die ständigen Virenscanner und Militärpatrouillen würde das Szenario beinah kitschig heil wirken.

Die Steuerung, in Teil 1 noch ein wenig kritisiert, wurde überarbeitet und an das actionreiche Gameplay angepasst. Man kann nun 2 von Hellers Fähigkeiten aus einem Kreismenü wählen und auf die Aktionstaste legen…je nach Bedarf und Gegneraufkommen. Im Prinzip herrscht hierbei eine Art Stein-Schere-Papier-Prinzip, also jede der 4 Fähigkeiten eignet sich besonders gegen eine bestimmte Gegnerart. In der Realität macht dies aber spätestens nach dem vollen aufleveln keinen Unterschied mehr. So sucht man sich in der Regel die 2 Fähigkeiten aus die man am coolsten findet und ist auch selten gezwungen diese zu wechseln. Dazu kommen noch sogenannten Massefähigkeiten. Diese sind eine Art Smartbomb und dienen dazu, wie der Name schon andeutet, massiven Schaden anzurichten. Dementsprechend werden diese auch mit einer Kamerafahrt in Szene gesetzt. Die Story wird in kurzen Ingame-Sequenzen erzählt denen man einen stilischen Sin-City-Look verpasst hat, also schwarz-weiß mit roten Akzenten. In diesen agiert Heller oft ein wenig zu "ghettolike", weniger wäre hier mehr gewesen. Alles in Allem metzelt man sich incl. aller Nebenmissionen wie z.B. der Suche nach Audiologs, oder dem auslöschen von Feldagententeams gute 20h durch den Big Apple. Wie auch im Vorgänger kann man in Teil 2 die Helikopter des Militärs kapern. Wie auch im Vorgänger kann man in Teil 2 die Helikopter des Militärs kapern. [Quelle: Siehe Bildergalerie]


Fazit:

Gottähnliche Kräfte, Blut, Gedärme und sonstiges Gekröse….so könnte man [Prototype2] kurz zusammenfassen.
Also plakative Gewalt ohne Sinn und Verstand? Nein nicht wirklich. Sicher es mutet auf den ersten Blick so an wenn man Heller durch Massen an Soldaten und Zombies schnetzeln lässt bis er knietief in der roten Flut watet, aber so gewalttätig und skrupellos er auch vorgeht, er ist im Gegensatz zu Mercer immer noch Mensch geblieben. Wenn es nach James Heller geht könnte die Welt zwar zur Hölle fahren, und er persönlich würde sogar wohl noch das Ticket lösen, wenn er dafür nur seine Familie zurück bekäme. Um dieses Ziel jedoch zu erreichen muss er notgedrungen zu dem werden was er am meisten verachtet. Für ihn ist das Virus bzw. die damit einhergehende Mutation sowohl Segen als auch Fluch. Fluch weil es ihn entmenschlichte, ihn zu dem machte was er am meisten hasst. Segen weil er auch sehr gut weiß, dass er ohne diese Mutantenkräfte nichts ausrichten könnte, was ihm ja zu Beginn seiner Suche eindrucksvoll vor Augen geführt wurde.

So bleibt ihm, und damit dem Spieler, nichts anderes übrig als auf diesem schmalen Grad zu wandeln und zu hoffen, dass seine wenigen Mitstreiter in nicht fehlleiten. Das Allmachtsgefühl das spätestens nach dem ersten Drittel des Spiels aufkommt unterstützt dies auch. Der Spieler stellt schnell fest dass nahezu kein Gegner ihm mehr gewachsen ist. Zu verlockend ist es da sich einfach wild durch die Grüne Zone, und damit durch Unschuldige zu schnetzeln, alles in dem Wissen das die alarmierten Soldaten nur noch mehr Kanonenfutter für die Blutorgie sind. Ein Gefühl das der Spieler also mit James Heller teilt. Allmächtig und damit ständig in Versuchung seine Menschlichkeit und die die ihn lieben hinter sich zu lassen.

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
Mersadion

7.5
Gamezone
Spielspaß-Wertung
-
Spielspaß Multiplayer
-
Grafik
7/10
Steuerung
8/10
Sound
8/10
Gameplay
8/10
Moderator
Moderation
02.10.2012 10:06 Uhr
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Dein Kommentar
Moderator
Bewertung: 0
02.10.2012 19:37 Uhr
Ja ich han versucht Spoiler zu vermeiden...ist gar nicht so einfach 
Moderator
Bewertung: 0
02.10.2012 17:29 Uhr
Na ich bin noch nicht durch mit dem Spiel, Spass macht es jedenfalls, obwohl ich den Vorgänger nicht kenne.

Etwas ungenau finde ich aber die "Zielerfassung", da kommt's bei Massenschlachten doch häufiger vor das man einfach ins Leere schlägt, da gefiel mir Infamous 2 einen Tick besser, und bei Sleeping…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
02.10.2012 16:47 Uhr
Ich fand den Schwierigkeitsgrad "Wahnsinnig" zu mau.
Naja, ich habe auch mit "+" angefangen, aber bis auf die Tatsache, dass deine Gegner mehr schaden bei dir anrichten, gabs keine Unterschiede.
Ich fand auch die Story ein wenig zu kurz geraten, aber sonst war alles ok.
Die Nebenmissionen haben Spaß gemacht, und waren auch abwechslungsreicher als noch im Vorgänger.

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