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  • Quake 4 (dt.) im Gamezone-Test

    Eine ordentliche Umsetzung sieht anders aus: Quake 4 ruckelt und zuckelt sich auf der Xbox 360 ins Spielspaß-Grab.

    Quake - eine legendäre Kultserie, die seinerzeit gleichermaßen in Sachen Shooter-Gameplay und Online-Mehrspielermodus neue Maßstäbe setzen konnte. Nach sechsjähriger Wartezeit stellt Activision neben der PC-Version auch gleich noch eine parallel entwickelte Umsetzung für die Xbox 360 in die Läden. Leider haben sich bei der Konsolenfassung diverse Mängel in Sachen Technik eingeschlichen, weshalb man die 360-Version nur bedingt empfehlen kann.

    Quake 4 (dt.) Quake 4 (dt.) Zum ersten Mal hat der Protagonist in diesem Teil der Quake-Serie auch einen Namen und erlebt eine spannende Story, welche mit vielen Zwischensequenzen und einigen dramatischen Wendungen gespickt wurde. Matthew Kane ist Mitglied der Landungstruppen bei der Invasion des Planeten Stroggos, welche der Held von "Quake 2" seinerzeit mit der Zerstörung der "Big Gun" erfolgreich vorbereitet hat. Ganz oben auf der Befehlsliste steht natürlich die Auslöschung der Strogg-Anführer und ihrer unzähligen Maschinenwesen - doch bereits nach der ersten Spielstunde wartet eine höchst unangenehme Überraschung auf euch: Ihr werdet von einem Strogg-Obermotz gefangen genommen und müsst daraufhin in einer mehr als ekligen Sequenz miterleben, wie die Medizinroboter der Aliens euch selbst zu einem Killer-Cyborg umfunktionieren. Das Gute an diesem grausigen Umstand ist, dass ihr noch vor dem Abschluss der schmerzhaften "Operation" von euren Kameraden des Rhino Squad gerettet werdet und fortan als Mischung aus Mensch und Maschine gegen die Strogg antreten könnt. Dies bringt natürlich übermenschliche Kraft und Geschwindigkeit mit sich, weshalb man von nun an als ultimative Superwaffe im Kampf gegen die außerirdischen Killermaschinen ein leichtes Spiel hat. Der stroggifizierte Weltenretter besitzt endlich auch Persönlichkeit und ist dank seiner ganz besonderen "Upgrades" endlich auch ein glaubhafter Weltenretter.

    Quake 4 (dt.) Quake 4 (dt.) Während man sich beim indirekten Vorgänger "Doom 3" fast ausschließlich völlig alleine in einer nicht besonders atmosphärischen Forschungsstation bewegte, trumpft "Quake 4" mit einer absolut stimmungsvollen Umgebung auf: Über viele Level hinweg ist Matthew Kane nämlich nicht alleine unterwegs, sondern kämpft an Seite seiner Teammitglieder. Die geben nicht nur bereitwillig Auskunft über anstehende Missionsziele, sondern helfen auch in manch brenzliger Situation mit bleihaltiger Unterstützung aus und füllen hin und wieder auch eure Lebensenergie und Rüstung auf. Besonders stimmungsvoll gestaltet sich auch der Besuch im Raumgleiter des Rhino Squads, wo ihr auf zahlreiche Gesprächspartner trefft, Einsatzziele erklärt bekommt und im Waffenlager neue Ausrüstung mitnehmen dürft. Derartige Elemente stellen zwar überhaupt keine spielerische Herausforderung dar, verleihen dem Ganzen allerdings eine filmreife Stimmung und treiben die Story sehr vorbildlich voran.

    Stimmungsvolle Shooter-Hausmannskost

    Quake 4 (dt.) Quake 4 (dt.) Mit "Doom 3" hat ID Software vor über einem Jahr zwar ein weiteres Mal eine optisch überzeugende Grafikengine vorgestellt, doch in Sachen Gameplay war das Ganze eine ziemlich enttäuschende und vor allem anspruchslose Nummer. Entsprechend vorsichtig und kritisch sind wir natürlich an den indirekten Nachfolger herangegangen und haben uns mental bereits auf ein Wiedersehen mit den berühmten "Wandschrank-Zombies" eingestellt. Doch "Quake 4" überrascht spielerisch wieder erwarten mit viel Abwechslung, diversen Fahrzeugen, einem gelungenem Leveldesign und gigantischen Endgegnern. Selbstverständlich wird auch hier in erster Linie geballert und das noch nicht einmal auf besonders intelligente Gegner: Die Strogg sind zwar deutlich schlauer und glaubwürdiger inszeniert als die Zombies in "Doom 3", doch an ihre Kollegen aus "Half-Life" oder gar "Far Cry" kommen sie bei weitem nicht heran. Eure Widersacher weichen sogar ab und zu aus und verstecken sich auch hinter natürlicher Deckung, aber spätestens 5 Sekunden später hat man aber auch den wendigsten Strogg in seine Einzelteile zerlegt.

    Quake 4 (dt.) Quake 4 (dt.) Doch was in Quake 4 neben der gelungen umgesetzten Story wirklich fasziniert, ist die spielerische Abwechslung: Ihr dürft beispielsweise an einer Stelle einen futuristischen Panzer durch einen weitläufigen Außenlevel steuern, dabei fliegende Roboter-Drohnen vom Himmel holen und es anschließend mit einem gigantischen Endgegner aufnehmen. Später dreht man seine Runden auch noch in einem Mech-Panzer, welcher nicht nur optisch stark an die letzten Minuten von "Alien 2" erinnert. Zudem warten noch einige Sequenzen nach gutem altem Schießstand-Vorbild auf euch, wo ihr mit Hilfe eines fest installierten Geschützes auf einer vorgegeben Bahn zielsuchende Raketen sowie diverse Geschütze und Gegner vom Bildschirm putzt. All das ist zwar spielerisch überhaupt nichts Neues, dafür aber bewährte und äußerst schmackhafte Shooter-Hausmannskost.

    Das Repertoire an Waffen glänzt selbstverständlich mit guten alten Bekannten, wie beispielsweise der Railgun, dem Rocket Launcher und der obligatorischen Nailgun. Im Spielverlauf werden einige davon sogar noch in ihrer Leistungsfähigkeit verbessert und können dann beispielsweise auch zielsuchende Projektile abfeuern. Als etwas seltsam ist uns allerdings die Waffenbalance aufgefallen: Egal ob man nun mit Plasmagun, Nailgun oder mit Hilfe gezielter MG-Schüsse auf die Strogg losgeht - die meisten Gegner fallen nach etwa gleich vielen Treffern um.

    Retrospektive: Ein Mehrspielermodus von vorgestern

    Quake 4 (dt.) Quake 4 (dt.) Während "Quake" für PC-Spieler lange Zeit ein passendes Synonym für heiße Mehrspieler-Gefechte war, haben Konsoleros höchstens auf dem Dreamcast eine kurze Bekanntschaft mit dem Online-Modus der Ballerorgie gemacht. Wie bereits auf dem PC kommt der Mehrspielermodus von "Quake 4" leider auch auf der Xbox 360 nicht sonderlich in die Gänge. Schlimmer noch, denn auf Microsofts NextGen-Gerät können nur noch acht Spieler gleichzeitig spielen und zudem wird das Ganze von sehr häufigen Lags und Grafik-Rucklern gelähmt. Auch der hartnäckigste Online-Zocker verliert unter diesen Vorraussetzungen schnell die Lust. Die Entwickler haben anscheinend bewusst auf neue Spielmodi oder andere Innovationen verzichtet, sogar das Design der Level wurde zu großen Teilen aus dem PC-Vorgänger übernommen - wer einmal auf dem PC "Quake 3 Arena" gespielt haben sollte, weiß sogar wo die einzelnen Waffen liegen. Typische Spielmodi wie "Deathmatch", "Team Deathmatch", "Capture the Flag" und das beliebte Tourney (bis zu 8 Spieler) sind selbstverständlich mit dabei. Die einzige Neuerung bietet der aus dem Quake 3-Addon übernommene Spielmodus "Arena Capture the Flag": Hierbei kommen verschiedene Power-Ups (Scout, Guard, Doubler, Ammo-Regen) zum Einsatz, welche den Spielablauf um eine Spur anspruchsvoller und taktischer machen. Trotzdem erwartet einen hier nichts, was man nicht schon seit sechs Jahren in zahllosen anderen Shootern gesehen hätte.

    Quake 4 (dt.) Quake 4 (dt.) Über Xbox Live stehen euch zwei verschiedene Match-Typen zur Wahl: "Private Matches" und "Ranked Matches". Im Prinzip sind beide Spielvarianten völlig identisch, allerdings werden eure Ergebnisse nur nach dem Abschluss eines "Ranked Match" an die zentral gespeicherten Xbox Live-Ranglisten übertragen. Außerdem unterstützt "Quake 4" die großartigen Funktionen des Xbox-Dashbaords: Ihr könnt auf diese Weise einzelne Spieler aus eurer Freundesliste oder aus der Liste der zuletzt gesehenen Gegner in eine Gruppe einladen und dann sofort ein Spiel nach eigenen Regeln beginnen. Diese Funktionen sind zwar sehr vorbildlich, allerdings fiel es uns beim Test der US-Version sehr schwer genügend Mitspieler zu finden. Die starken Lags, welche ganz besonders das Spiel mit der Railgun unmöglich machen, lagen allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit an unserer Internet-Anbindung. Da die Spiele nicht auf dedizierten Server laufen, hängt die Verbindungsgeschwindigkeit nämlich immer von der Leitung des leitenden Spielers ab.

    Trotzdem ist der Mehrspielermodus von "Quake 4" alles andere als gelungen und wer sich vorrangig über Xbox Live austoben möchte, sollte entweder "Perfect Dark Zero" oder "Call of Duty 2" zum Start der Xbox 360 erwerben. Es kann einfach nicht sein, dass eine Kultserie wie Quake nach sechsjähriger Pause in Sachen Multiplayer derart uninspiriert daher kommt. Spiele wie " Unreal Championship 2" haben bewiesen, dass auch etablierte Online-Shooter auf Konsolen zu Überraschungen in der Lage sind und mit neuen Spielmodi frischen Wind ins Genre bringen können.

  • Quake 4 (dt.)
    Quake 4 (dt.)
    Developer
    Raven Software
    Release
    30.11.2005
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Quake 4 (dt.)
Quake 4 (dt.) im Gamezone-Test
Eine ordentliche Umsetzung sieht anders aus: Quake 4 ruckelt und zuckelt sich auf der Xbox 360 ins Spielspaß-Grab.
http://www.gamezone.de/Quake-4-dt-Spiel-28936/Tests/Quake-4-dt-im-Gamezone-Test-990561/
30.11.2005
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2005/11/quake4_360_1.jpg
tests