Quantum Conundrum im Gamezone-Test - Was kann das Spiel der Portal-Miterfinderin?
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Für die Entwickler von Videospielen ist es sicher schwer, immer mit denselben Vergleichen leben zu müssen. Die einen bekommen ein Konkurrenzprodukt unter die Nase gerieben, die anderen eigene Meisterwerke aus der Vergangenheit. Bei Kim Swift ist eigentlich beides der Fall: Die erfolgreiche Produzentin muss immer wieder Vergleiche mit Portal ertragen, ein Spiel, dass sie als Studentin mit erfunden hat. Doch 2009 zog es die Game-Designerin von Valve weg und hin zu Airtight Games, wo sie für Square Enix die Entwicklung von Quantum Conundrum geleitet hat. Am 11.07.2012 kam das Rätselspiel nun endlich auf Xbox 360 und PS3 - als Download-Spiel im jeweiligen Store.
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In Quantum Conundrum übernehmen wir die Rolle eines 12-jährigen Jungen, der von seiner vollkommen überforderten Mutter zum Onkel abgeschoben wird. Der ist ein mehr oder minder verrückter Wissenschaftler und hat es geschafft, sich in seinem eigenen Anwesen zu verlaufen. Und weil nun der Strom ausgefallen ist, kann niemand anderer helfen, als der Junge. Um den vielen Fallen und Gadgets des verrückten Erfinders auszuweichen, nutzten wir einen Interdimensionalen Handschuh - der verschiebt die Dimensionen auf Knopfdruck zwischen der Realität, einer Plüsch-Dimension, einer Heavy-Dimension, einer Schwerelos-Dimension und einer Slow-Mo-Dimension. So müssen wir allerhand Rätsel und Puzzles lösen, bei dem vor allem Schalterrätsel an der Tagesordnung stehen. Trickreich muss man die verschiedenen Dimensionen aneinander ketten, um alle Türen öffnen zu können.
Die Dimensionen
In Quantum Conundrum kann man zwischen vier Dimensionen und der Realität umschalten, die Einfluss auf die Umgebung haben. In der Plüsch-Dimension sind Gegenstände beispielsweise kinderleicht - so leicht, dass selbst unser 12-jähriger Charakter einen tonnenschweren Safe durch die Gegend tragen kann. Sobald man wieder in die Realität zurückkehrt, fällt er wie ein Stein zu Boden und bewegt sich kein Stück mehr. Aber manchmal reicht das Gewicht noch nicht. Dann kann man zur ultraschweren Dimension wechseln, die alle Gegenstände zu Stahl werden lässt, sodass sie ultraschwer werden. Auf Sprunggelenken kann man die beiden Dimensionen super kombinieren: Erst lässt man die Feder in der schweren Dimension zusammendrücken und wechselt dann in die Fluffy-Variante, womit man sich hoch in die Lüfte schleudert.
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Wie in Portal 2, in dem auch oft Schalterrätsel vorkommen und in dem es auch darum geht, einen gefährlichen Parcours zu bewältigen, bleibt Quantum Conundrum nicht lange zweidimensional. Schnell reckt sich das Spielfeld auch in die Höhe, vor allem dann, wenn man auch die Schwerelos-Dimension betritt. Mit ihr kann man Objekte in die Höhe schweben lassen, um beispielsweise eine höhergelegene Plattform zu erreichen. Die Slow-Mo-Dimension schließlich verlangsamt die Außenwelt, damit man beispielsweise noch geschwind durch eine sich schließende Tür durchhuschen kann oder nicht von tödlichen Lasern getroffen wird. Die Dimensionen haben natürlich keinen Einfluss auf den Charakter selbst, sondern nur auf Umgebungsobjekte wie Safes, Kisten oder Couches, die man für die Rätsel verwenden kann.
Gefallen hat uns, dass sich die Räume, in denen man sich befindet, in jeder Dimension anpassen. In der Fluffy-Version beispielsweise werden komplette Zimmer in Plüsch ausstaffiert und die vielen lustigen Gemälde an den Wänden färben sich zu etwas ulkigem um. Die Heavy-Dimension hingegen verwandelt alles in Stahl und Metall, Gemälde werden dunkel und düster, aber bleiben trotzdem immer amüsant. So finden wir einige echte Meisterwerke, die uns wirklich zum Lachen bringen - solche Details sind es, die Swifts Team toll hinbekommen hat.
Nicht zu schwer
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Der Schwierigkeitsgrad von Quantum Conundrum bleibt leider relativ niedrig und fordert einen nur selten mit knackigen Passagen. Wenn man doch mal hängen bleibt, kann man sich von einem Hilfesystem unter die Arme greifen lassen. Wegen der niedrigen Schwierigkeit und der Optik ist das Spiel aber so auch sehr kinderfreundlich gestaltet. Denn das Spiel bedient sich einer Comic-Grafik und noch dazu ziemlich kindischem Humor. Das gefällt uns zwar, weil es wirklich sehr lustig gemacht ist, bleibt aber für eine ausgeklügelte Story und den tieferen Wortwitz, wie wir ihn aus Portal 2 kennen, verschlossen. Schade, denn da und bei der Story geht viel von dem Potenzial drauf, das wir dem Spiel zurechnen.
Im Story-Modus enthält Quantum Conundrum 51 Puzzleräume, unterteilt in drei Spielebenen. Das bietet Rätselspaß für etwa sechs Stunden. Einen hohen Wiederspielwert, wie ihn Portal bietet, hat Quantum Conundrum nicht. Anders als Portal sind die Rätsel nämlich immer nur auf eine Art lösbar, verschiedene Wege durch anders gesetzte Portale bietet das Spiel nicht. Trotzdem gibt es natürlich Highscore-Tabellen, auf denen man sich mit seinen Freunden vergleichen kann.
Grafik und Technik
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Quantum Conundrum nutzt die Unreal Engine 3 und sollte damit eigentlich nicht sonderlich viele Ressourcen benötigen. Am PC läuft das Spiel sogar auf richtig alten Kisten, das jedenfalls sagen unsere Kollegen von PC Games. Die Xbox 360 Version aber enttäuscht bei der Performance. Auf unserem Testgerät, eine Xbox 360 Slim, ruckelt das Spiel an vielen Stellen bzw. weist Framedrops und nur Millisekunden lange Freezes auf, vor allem bei (getarnten) Ladezeiten an Türen. Diese Ruckler und Freezes dauern zwar nie lange und sonst läuft das Spiel auch ziemlich flüssig, sie nerven mit der zeit aber schon ganz schön. Auch die häufigen Wiederholungen in der Levelgestaltung sind nicht schön - dafür aber finden wir die vielen Gemälde und lustigen Schmierereien ultrakomisch!
Mit 10,99€ (PSN) bzw. 1200 MS Points bleibt Quantum Conundrum preislich im Budgetbereich und sogar unter dem PC-Preis (15€). Die Steuerung auf der Xbox ist gut umgesetzt, die vier verschiedenen Dimensionen sind auf Trigger und Bumper verteilt. Einzig die Ego-Perspektive macht es manchmal schwer, Entfernungen abzuschätzen. Sprungeinlagen werden so manchmal zur Trial-and-Error-Partie, vor allem auch, weil man gerne mal mitten in der Luft stehen bleibt - da hat uns das sehr viel realere Physiksystem von Portal besser gefallen.
Quantum Conundrum ist in Deutschland lediglich mit Untertiteln verfügbar. Eine synchronisierte Spielversion gibt es nicht, der verrückte Professor brabbelt uns englisch zu. Das vielen Wortwitzen sicherlich besser so, macht den Titel aber für eine zu junge Zielgruppe nur schwer verständlich.
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