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Rayman 3: Hoodlum Havoc (PS2)

Release:
13.03.2003
Genre:
Action
Publisher:
Ubisoft
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Rayman 3: Hoodlum Havoc im Gamezone-Test

11.03.2003 16:47 Uhr
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Neu
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In Rayman 3 besann man sich wieder auf die Tugenden der Ursprungsversion.

Inzwischen kennt man ihn ja doch schon, diese französische Kreatur ohne Arme und Beine, immer mit einem Lächeln im Gesicht und das trotz der teilweise haarsträubenden Abenteuer die er zu bestehen hat. Die Rede ist natürlich von Rayman, welcher schon in zwei Jump'n Run's seinen Auftritt hatte. Dabei vertrat er immer seinen ganz eigenen Stil, der sich besonders durch den abgedrehten Humor und der etwas seltsamen Präsentation aller "lebenden Objekte" auszeichnete, denen durch die Bank essenzielle Körperteile fehlten. So auch im dritten Abenteuer unseres grinsenden Helden, in dem man sich, laut Aussage des Chefentwicklers Ahmed, wieder auf den grundlegenden Humor und auf die ursprüngliche Präsentationsweise aus dem ersten Teil orientierte. In der Praxis bedeutet das besonders viel Abwechslung für den Spieler und eine Umwelt die so lieb und lustig designt wurde, dass der Spieler selbst schon bald dasselbe Grinsen im Gesicht trägt wie unser Hauptdarsteller. Dies liegt zum Einen an den vielen schrägen Anspielungen der Protagonisten, die sich ganz offensichtlich selbst nicht zu ernst nehmen und manchmal auch gleich das gesamte Genre der Jump'n Run's veräppeln, zum Anderen aber auch an den vielen und sehr unterschiedlichen Minigames, in denen man ebenfalls die ein oder andere Anleihe an bekannte Genres entdeckt. Selbstverständlich begegnen uns auch wieder all die bekannten Gesichter aus den Vorgängern, wie unseren treudoofen Begleiter Globox, der sich halbe Ewigkeiten an der Schönheit einer Blume erfreuen kann, oder die flüsternde Mücke, welche erstmalig richtig sprechen kann und dadurch mit noch etwas mehr Komik aufwarten kann als bisher, gibt sie doch zu allen misslungenen Versuchen ihre bissigen Kommentare ab.

Die Ausgangsituation von "Rayman 3 - Hoodlum Havoc" ist natürlich eine ganz schlimme, weswegen schnelles Handeln vonnöten ist. Die voller Lebensenergie steckenden roten Lums nämlich, werden in böse schwarze Lums verwandelt, welche sich lange Mäntel anziehen und fortan als Hoodlums die Gegenden unsicher machen. Geschehen konnte dies, weil ein einzelner roter Lum etwas so schreckliches gesehen haben muss, dass er schwarz und böse wurde. An Rayman und seinen Freunden liegt es nun gegen die "dunkle Macht" vorzugehen und aufzuklären wie es überhaupt zu diesem Unglück kommen konnte.

So bewegen wir uns also in bester Jump'n Run Manier durch die Level, senken Plattformen herab indem wir unsere Fäuste gen Schalter schleudern, hangeln uns an der Decke entlang oder klettern die Wände an den herabhängenden Pflanzen empor. Dabei sammeln wir die bunten Lums und Kristalle ein, zwecks Lebenserhaltung unseres Helden, und befreien leutselig gefangene Könige aus ihren Vogelkäfigen. Dabei bemüht sich das Spiel ständig für Abwechslung zu sorgen, was auch sehr gut gelingt. Egal ob es die vielen, aber angenehm kurz gehaltenen Cutscenes sind, welche die Story vorantreiben, oder die ebenfalls recht zahlreich vorhandenen Minigames und Rätsel, sie sorgen tatsächlich für ein sich ständig abwechselndes Gameplay.

Gleiches trifft auf die Grafik und das Leveldesign zu, welches zwar immer im typischen Rayman Stil gehalten wurde, aber sehr viel Abwechslung fürs Auge bietet, zwecks der vielen verschiedenen Lokalitäten, die von der pflanzenreichen Urwaldumgebung bis hin zum Eispalast reichen. Nicht nur der Animation der einzelnen Charaktere sieht man die Lieber der Entwickler zu ihren Ziehkind an. So manche Kindersendung im Nachmittagsprogramm wurde nicht mit so viel Liebe zum Detail erstellt. Allerdings darf man anmerken, dass technisch sicher noch etwas mehr drin gewesen wäre, besonders auf einer Next-Gen-Konsole wie dem Gamecube. Mit dem kritischen Auge gesehen nämlich, hat sich im Vergleich mit Rayman 2 auf dem Dreamcast nicht besonders viel getan. So begegnet man nach wie vor vielen runden Ecken oder offensichtlich gelegten Auswegen an Wänden entlang oder in Höhlen hinein. Dafür sind aber auch nach wie vor viele der Objekte beweglich gestaltet und Rayman kann mit vielerlei Dingen interagieren. Zudem hat sich die Mechanik mit der Rayman seine Fäuste durch die Gegend schleudern kann, sehr zum Positiven hin gewandelt. Besonders das Ziel auffassen und um die Ecke schießen bereitet Freude, wenn man die drei Tastenmechanik erst einmal intus hat. Es gilt nämlich an manchen Stellen mit der R1-Taste das Ziel zu fixieren, dann mit der Quadrat-Taste Rayman seine Faust zu beschleunigen, um dann noch zusätzlich den Stick nach rechts oder links zu drücken, um um eine Ecke schießen zu können. An manchen Stellen muss man zudem noch mit der X-Taste einen Sprung ausführen, um über ein Hindernis zu kommen. Das Design der Level allerdings führt einen Schritt für Schritt an die komplizierteren Moves heran, die noch dazu, meist per aufgemalter Schriftzeichen auf irgendwelchen Felsen oder Schildern, genau erklärt werden. Man muss also, trotz der auf den ersten Blick etwas komplizierten Steuerung, keine Angst haben sich die Finger brechen zu müssen, denn in der Praxis gibt sich die Steuerung praktischer als man meinen könnte.

Einen großen Anteil zu der typischen Atmosphäre die Rayman verbreitet trägt die Soundkulisse bei. Die Hintergrundmusik ist hervorragend inszeniert und wirkt als ob da tatsächlich ein Orchester im Graben sitzt und das Spielgeschehen musikalisch kommentiert. Jede Umgebung besitzt ihre typische Musik, mal leise und mystisch, mal laut und schnell, wie es die jeweilige Situation verlangt. Dazu gesellen sich die gut gelungenen deutschen Synchronstimmen und die vielen differenzierten Umweltgeräuschen, die vom plätschern des Wassers bis hin zu den Hilferufen der gefangenen Könige reicht. In einem Satz ausgedrückt: Die Soundkulisse ist durch und durch gelungen.

   
Peter Grubmair
Man merkt "Rayman 3" deutlich den Versuch an, sich wieder an den Werten des ersten Rayman zu orientieren. Der Sarkasmus und Spielwitz der Charaktere steht wieder an erster Stelle und verpasst dem Spiel fast einen Eindruck wie man ihn zuletzt in den 2D Lucas-Arts Adventures erleben durfte. Auch wenn grafisch sicher noch etwas mehr drinnen gewesen wäre, entfaltet Rayman 3 doch erst durch das Zusammenspiel aller Elemente seinen ganzen Zauber. Damit schafft es dieser Titel nicht nur die jüngeren Videospieler zu begeistern sondern auch die älteren vor den Schirm zu fesseln, da Rayman kaum kindisch wirkt und auch das Game selbst mit einem angenehm ausgeglichenem Schwierigkeitsgrad aufwartet. So muss man an mancher Stelle schon mehrere Versuche anstellen bis man erfolgreich einen Level leergeräumt hat, kommt aber eigentlich nie an eine Stelle die einen im Regen stehen lässt. Zudem merkt unser fliegendes Helferlein recht schnell wenn wir uns im Kreise drehen und steht uns sodann mit guten Ratschlägen zur Seite. Damit darf man Rayman 3 als sehr gelungenes Jump´n Run bezeichnen, welches nur die Spieler abschrecken wird, die mit dem typischen Erscheinungsbild des französischen Stils nichts anfangen können. Ansonsten kann man Rayman 3 bedenkenlos allen Jump´n Run Freunden empfehlen, denn das Game macht schlicht und einfach enormen Spaß.
   
Rayman 3: Hoodlum Havoc (PS2)
Singleplayer-Wertung

8 /10
Leserwertung
(11 Votes):
8,0
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
-
7/10
9/10
8/10
8/10
Abwechslungsreiches Gameplay und sehr schöne Inszenierung des ganzen Games
Ebenfalls sehr gelungene Soundkulisse und gute deutsche Synchronisation
Redakteur
Moderation
11.03.2003 16:47 Uhr
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