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  • Politiker-LAN: RDR und Homefront im Reichstag

    Nicht nur der bekannte Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg musste sich gestern im Bundestag selbst verteidigen - auch Computerspiele stehen regelmäßig unter Beschuss, gerade von Seiten der Politik.

    Deshalb fand gestern Abend im Berliner Reichstag, dem Sitz des Deutschen Bundestags, eine Nachhilfestunde für die Abgeordneten der Republik statt: die sogenannte Politiker-LAN, eine Art Mini-Gamescom. Und überraschenderweise wurde nicht nur vor Wii-Konsolen rumgehopst, sondern auch das "gute Zeug" gespielt: Red Dead Redemption, Homefront, Counter-Strike. Unsere Kollegen von PC Games waren dabei.

    Nicht nur Karl-Theodor zu Guttenberg war eingeladen: Alle Abgeordneten waren dazu aufgerufen, sich ein eigenes Bild zu machen von diesen ominösen Computerspielen, von denen man zuletzt immer so viel hört. Initiiert wurde die Spielstunde von drei Volksvertretern: Dorothee Bär (CSU, gleichzeitig Stellvertretende Generalsekretärin ihrer Partei), Jimmy Schulz (FDP) und Manuel Höferlin (ebenfalls FDP). PC Games war für Sie live in Berlin, als unter der Reichstagskuppel zu Maus und Tastatur gegriffen wurde. Fest stand schon vorher: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist schon mal nicht dabei, denn die Regierungschefin hält zu diesem Zeitpunkt eine Rede in Freiburg.

    23. Februar, 11:00 Uhr
    Homefront für Politiker Homefront für Politiker Politiker dürfen das, was "gewöhnlichen" Spielern bislang vorbehalten blieb: Bei THQ konnte man die aktuelle Version von Homefront anspielen.
    Alle großen Spielehersteller waren vor Ort und präsentierten ihre Titel, von Wii- und Kinect-Sportspielen über Rollen- und Strategiespiele bis hin zu Ego-Shootern. Doch schon jetzt ist klar, dass gerade die Kritiker die Veranstaltung boykottieren werden. Spiegel Online zitiert Hans-Peter Uhrl, den innenpolitischen Sprecher der CDU-/CSU-Fraktion, mit den Worten: "Wozu soll ich lernen, wie man ein Killerspiel wie Counter Strike spielt?"

    23. Februar, 23:00 Uhr
    Hurra, ein Politiker! Hurra, ein Politiker! Hurra, ein Politiker: Allzu viele Abgeordnete ließen sich leider nicht bei der Bundestags-LAN blicken - umso dankbarer waren die Pressevertreter, wenn sich doch mal einer vor die Mikros stellte.
    Auf jeden der 30, 40 anwesenden Abgeordneten kommen gefühlt 20 Kamerateams, Die drei Bundestagsabgeordneten, die zur Politiker-LAN geladen hatten: Manuel Höferlin (FDP), Dorothee Bär (CSU), Jimmy Schulz (FDP). Die drei Bundestagsabgeordneten, die zur Politiker-LAN geladen hatten: Manuel Höferlin (FDP), Dorothee Bär (CSU), Jimmy Schulz (FDP). Fotografen und Zeitungsredakteure: Über mangelndes Presse-Interesse konnten sich die Veranstalter - drei Bundestagsabgeordnete und die großen Spielehersteller - nicht beklagen. Direkt unter der Reichstagskuppel wurden PCs, Spielkonsolen (Xbox 360, PlayStation 3, Wii, DS), Fernseher und Cockpits aufgebaut, damit sich interessierte Volksvertreter selbst ein Bild machen konnten, was in Sachen Computerspiele heutzutage so alles möglich ist.

    Um es vorweg zu nehmen: Minister und Parteichefs ließen sich - erwartetermaßen - nicht blicken. Prominenteste Probespielerin: Ex-Justizministerin Brigitte Zypries, die mit wachsender Begeisterung einen leuchtenden Move-Controller durch die Luft wirbelte und in Segas Tennissimulation Virtua Tennis 4 einen Aufschlag nach dem anderen übers virtuelle Netz drosch.
    Der Deutsche Bundestag Der Deutsche Bundestag Ex-Justizministerin Brigitte Zypries fand erkennbar Gefallen an Segas Tennissimulation Virtua Tennis 4 - sie war die einzige Politikerin mit Bundeskabinettserfahrung.
    Ex-Justizministerin Brigitte Zypries fand erkennbar Gefallen an Segas Tennissimulation Virtua Tennis 4 - sie war die einzige Politikerin mit Bundeskabinettserfahrung. Wer aufgrund des geweihten Veranstaltungsorts erwartet hatte, dass vor allem harmlose Partyspiele wie Just Dance 2, Mario Kart und Kinect Sports präsentiert werden, sollte Recht behalten. Nichtsdestoweniger avancierte die Politiker-LAN auch zu einer Leistungsschau aktueller Spielehits - auch solche, die im Vorfeld erneut reflexartig als "Killerspiel" etikettiert wurden. Um solche Vorurteile und Klischees zu entkräften, war die LAN-Party ja eigentlich initiiert worden.

    Rockstar war mit dem Western-Shooter Red Dead Redemption vertreten, THQ lud zum Homefront-Spielen ein und einige mutige Abgeordnete ließen sich sogar beim Counter-Strike-Source-Fraggen fotografieren. Man musste sich tatsächlich die Augen reiben, um zu realisieren: Hier werden Ego-Shooter gespielt, nur wenige Meter über den fliederfarbenen Sesseln, auf denen sonst einige der erbittertsten Computerspiel-Gegner der Republik Platz nehmen - eine Steigerung gegenüber dem Schauplatz Berliner Reichstag wäre nur noch die bayerische Staatskanzlei.

    Die teilnehmenden Spielehersteller (darunter Sony, Electronic Arts, Activision, Ubisoft, Sega, Microsoft, Nintendo) zeigten sich am Ende der Veranstaltung zufrieden - vielleicht lassen sich beim nächsten Mal auch einige der "restlichen" 600 Bundestagsabgeordneten motivieren.


    24. Februar, 9:00 Uhr

    Die drei Bundestagsabgeordneten über ihre Beweggründe, die erste Politiker-LAN ins Leben zu rufen:
    Die drei Bundestagsabgeordneten Die drei Bundestagsabgeordneten Die drei Bundestagsabgeordneten, die zur Politiker-LAN geladen hatten: Manuel Höferlin (FDP), Dorothee Bär (CSU), Jimmy Schulz (FDP).
    Dorothee Bär (MdB, Stellvertretende CSU-Generalsekretärin): "Computerspiele sind mittlerweile ein Teil der Kultur unserer Gesellschaft und genießen als anerkanntes Kulturgut den besonderen Schutz (...) sowie auch die explizite Förderung des Staates. (...) Wünschenswert ist, dass diese Erfahrungen zu einer sachlicheren und fachlich fundierteren Diskussion zum Thema Computerspiele führt."

    Manuel Höferlin (MdB, FDP): "Die erste Politiker-LAN soll mehr Verständnis für Computerspiele in den Plenarsaal bringen. (...) Es ist mir wichtig zu zeigen, dass das oft gezeichnete Bild des vereinsamten Computerspielers vielmals wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat. (...) Computerspiele sind für mich eine natürliche Weiterentiwcklung des herkömmlichen, "analogen" Spielens."

    Jimmy Schulz (MdB, FDP): "Seit Anfang der 80er Jahre, also seit den ersten überhaupt verfügbaren Computerspielen, begeistere ich mich dafür. (...) Einige meiner Kollegen kennen die digitale Welt der Computerspiele noch nicht und urteilen über das Unbekannte, Neue, scheinbar Gefährliche. Mein Anliegen ist es, diese Vorurteile zu hinterfragen. (...) Generell bin ich überzeugt davon: Politiker sollten öfter selbst erleben, worüber sie entscheiden."

    Quelle: www.pcgames.de

  • Es gibt 12 Kommentare zum Artikel
    Von Matt1980
    NixChegga hat folgendes geschrieben:@Matt Klar sind Gamer auch Wähler, aber ich mache meine Stimme nicht davon…
    Von piko
    "eine Steigerung gegenüber dem Schauplatz Berliner Reichstag wäre nur noch die bayerische Staatskanzlei."---hatten wir…
    Von Filben
    OMG, wenn ich das schon wieder lese:"Wozu soll ich lernen, wie man ein Killerspiel wie Counter Strike spielt?"Aber ich…
    • Es gibt 12 Kommentare zum Artikel

      • Von Matt1980 Erfahrener Benutzer
        NixChegga hat folgendes geschrieben:

        @Matt Klar sind Gamer auch Wähler, aber ich mache meine Stimme nicht davon abhängig welche Beziehung die Person zu Games hat, da gibt es wichtigere Themen.

        ++++++++++++++++++++

        Das siehst du so. Für mich persönlich ist das sicher auch nicht das absolut…
      • Von piko Erfahrener Benutzer
        "eine Steigerung gegenüber dem Schauplatz Berliner Reichstag wäre nur noch die bayerische Staatskanzlei."
        ---
        hatten wir doch auch schon, oder?
      • Von Filben
        OMG, wenn ich das schon wieder lese:
        "Wozu soll ich lernen, wie man ein Killerspiel wie Counter Strike spielt?"

        Aber ich als einfacher Spieler kann ihm die Frage ganz leicht beantworten: Um zu wissen worüber er spricht. Um mal die Worte von Joschka Fisher leicht abgeändert zu zitieren: "Mit Verlaub, Herr…
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1019055
Recht
Politiker-LAN: RDR und Homefront im Reichstag
Nicht nur der bekannte Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg musste sich gestern im Bundestag selbst verteidigen - auch Computerspiele stehen regelmäßig unter Beschuss, gerade von Seiten der Politik.
http://www.gamezone.de/Recht-Thema-241308/News/Politiker-LAN-RDR-und-Homefront-im-Reichstag-1019055/
24.02.2011
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