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  • Red Dead Redemption: I am no hero, son! - Leser-Test von crying_devil

    Jedem wird wohl GTA ein Begriff sein und so wird ein Großteil der Spielerschaft auch das Entwicklerstudio Rockstar kennen. Dieses mal kommt jedoch kein neues und zugleich "altes" GTA auf den Markt. Nein. Denn jetzt traut sich Rockstar an den Wilden Westen. Und das ist ein voller Erfolg, was eigentlich schon fast nicht anders zu erwarten war, bei den Machern von GTA.

    In Red Dead Redemption geht es um John Marston, einem früheren Mitglied einer Räuberbande, dem Frau und Sohn von der Regierung entführt wurden, um ihn dazu zu zwingen, seine früheren Bandenkameraden, die ihn auch noch während eines Banküberfalls im Stich gelassen haben und er deswegen ausgetreten ist, entweder gefangenzunehmen oder zu töten.
    Das ist eigentlich schon der gesamte, zu wissende Hintergrund dieses mit einer großen und abwechslungsreichen Spielewelt versehenen Games.
    Viele Situationen und Szenen werden euch mit Sicherheit vom Inhalt her nicht unbedingt gefallen. Mir hat es das nicht, aber so könnte man sich auch das wahre Leben im Wilden Westen und sogar auch hier in der jetzigen Zeit einfach vorstellen. In diesem Game wird Idealismus zwar groß geschrieben, aber es werden auch die Menschen gezeigt, die hinter den Idealen stehen und das muss nicht immer bedeuten, dass diese eine reine Weste haben und nur Gutes bewerkstelligen. Es ist in gewisser Hinsicht eine Achterbahnfahrt der Gefühle und zeigt, wozu Menschen im Stande sind und was sie auch alles tun würden, wenn es z. B. wie in John Marstons Fall um die Familie geht. Und dabei wird in der Bedeutung und Aussage nichts in irgendeiner Weise zu überzogen oder gar absolut surreal dargestellt.
    Denn das Spiel zeigt auch schon zu Anfang, dass ein Mensch allein, nicht die Welt verändern und manchmal sogar noch nicht einmal einer Situation Herr werden kann. John Marstons grenzenlose Selbstüberschätzung zeigt sich, als er nach ein paar Minuten im Spiel versucht, es alleine mit seinem früheren Kollegen, Bill Williamson, und dessen gleichnamigen Bande aufzunehmen.
    Eine One-Man-Army kommt eben nur in selteneren Fällen weit und so wird John Marston jede erdenkliche Hilfe in Anspruch nehmen, auch wenn er dabei unmoralische Partner an seiner Seite hat, die man am Liebsten sofort über den Haufen schießen würde. Aber wie gesagt, kann man alleine nicht immer etwas erreichen, wie schon zu Anfang des Spiels gezeigt wird, und man muss auch immer sein Ziel, John Marstons Familie wieder zu sehen, vor Augen führen, um nicht bei manchen Zwischensequenzen zu denken, warum der gerechte und selbstlose Revolverheld, wie John Marston, den Schweinehund oder die Drecksäcke nicht einfach abknallt, um die Welt ein wenig besser zu machen und anderen Menschen ihr Leid zu ersparen. Die Welt in Red Dead Redemption ist eben keine gute und man versucht über die Runden zu kommen und sein eigenes kleines Glück irgendwo, irgendwie zu pachten. Da lassen sich durchaus auch Parallelen in die Realität ziehen, wenn man sich mal fragt, warum das ein Mensch zulässt, obgleich man nicht unbedingt wie in John Marstons Fall den Hintergrund kennt. Die Frage die letztlich bleibt ist: Würde man anders als John Marston handeln, wenn einem bewusst wäre, dass das Leben der eigenen Familie auf dem Spiel steht?
    So gesehen gefallen mir die Charaktere hier in diesem Spiel. Man wird auch des Öfteren mit der typischen, zum Western dazugehörigen Raubeinigkeit konfrontiert. Um den heißen Brei geredet wird nicht, sondern es ist alles straight to the point und man bekommt die unverblümte Wahrheit ins Gesicht geschmettert, was einem ab und an auch mal ein verschmitztes Lächeln auf das Gesicht zaubern wird.
    John Marston ist zudem jetzt als Hauptcharakter des Spiels auch kein Held aufgrund seiner vergangenen Taten, aber auch kein Antiheld, da er jetzt versucht, dafür zu sühnen und auch versucht, mit seiner Vergangenheit endgültig abzuschließen. Wie so oft gelingt das einem nicht und so wird gezeigt, wie ein Mensch, kein Held oder Antiheld, mit so einer Situation umgehen würde. Das hat Rockstar ganz ehrlich wirklich hervorragend umgesetzt und ich bin mit der Story absolut zufrieden, auch wenn das Ende meiner Meinung nach zuerst in die Länge gezogen wird und die Geschichte dann auf einmal abrupt ihr tatsächliches Ende findet.

    Grafisch gesehen gibts an RDR eher weniger auszusetzen. Als den grafischen Oberhammer würde ich es jetzt aber nicht bezeichnen wollen. Da sehen mir ein paar andere Spiele wie z. B. ein Uncharted 2 oder auch ein God of War 3 besser aus. Dennoch sind hier die Texturen wirklich schön ausgearbeitet und genauso detailiert sehen auch die Charaktere aus. Es gibt nur ein paar Ausnahmen wie beispielsweise manche Blumen, die doch recht dürftig und grob aussehen, wenn man gerade den Gärtner mimt und sich mit dem Pflücken besonderer Pflanzen beschäftigt. Oder eben die schwach texturierten und klobigen Kadaver nach dem erfolgreichen Jagen und der anschließenden Animation beim Häuten. Aufpoppende Texturen und Hintergrundgrafiken wird man auch vorfinden. Was mich jedoch unheimlich beeindruckt hat, war die unglaubliche Weitsicht bei erhöhten Aussichtspunkten, der Tag- und Nachtwechsel sowie die Wetterveränderungen. Denn man sieht förmlich wie die Sonne tiefer geht oder dass es jetzt gerade morgen ist und nicht abend. Genauso hat man das Gewitter durch entsprechende Wolken schon kommen sehen und bei Vollmond ist es tatsächlich heller als bei Neumond. Das ist einfach nur einem Lob würdig.
    Selbst die 3 Abschnitte sind sehr schön designed worden. Man erkennt die Unterschiede zwischen Nuevo Paraiso und New Austin sowie West Elizabeth. Wobei West Elizabeth lediglich ein kleiner Anhang zu New Austin ist. Aber selbst die Gebiete innerhalb der großen Abschnitte unterscheiden sich in ihrer Art. So gibt es in New Austin sowohl Steppe als auch etwas pflanzlich ausgeschmücktere Teile. Die Größe der gesamten Karte hat dahingehend meine Erwartungen einer offen begehbaren Spielewelt bei Weitem übertroffen. Und das ganze ohne jegliche Ladezeiten beim Wechsel der Gebiete oder der 3 Abschnitte. Sehr schön Rockstar.

    Der Sound von Red Dead Redemption wurde toll umgesetzt. Die Waffen hören sich wie zu damaligen Zeiten im Westen an bzw. ich vermute, dass sie sich mal so anhörten, und der Untergrund beim Reiten ist je nach Wetter unterschiedlich vertont worden.
    Die Hintergrundmusik von RDR besteht entweder aus dem alleinigen Zirpen der Grillen und dem Geheule der Kojoten, was einen nur mehr in die Atmosphäre eines echten Wilden Westen versinken lässt, oder eben aus einer passenden, melancholischen Melodie einer Mundharmonika, einem Klavier, Banjo oder eben auch mal leise bedrückende Töne einer Trompete beim Betreten der mexikanischen Grenze. Und wenn es auf dem Bildschirm mal heftiger zur Sache geht, dann kommt auch Action in der Musik auf in Form von Schlag- und Blasinstrumenten. Es ist eben alles dem Setting angemessen ausgewählt worden. Auch die Synchronsprecher passen wie die Kugel in den Revolver. Zwar gibt es keine deutsche Sprachausgabe, aber man kann mit den Untertiteln dem Gesagten folgen. Es wird nur schwer, wenn man dann in Mexiko ist und nicht nur das Gesagte, sondern auch die Untertitel spanischer Natur sind. Das mag man vielleicht damit rechtfertigen, dass es dem Realismus zu gute kommt, da John kein Spanisch kann. Aber ich finde das einfach nur unsinnig, wenn man deswegen dem Gesprächsverlauf eines Dialoges kaum bis gar nicht folgen kann, wenn man des Spanischen nicht mächtig ist. Zumindest hätte man hier John ein wenig Spanisch beibringen können, sodass er zumindest größere Wortfetzen versteht und man sich so leicht den genaueren Sinn, ja sogar den genauen Wortlaut erdenken kann. Eine teilweise Übersetzung oder ein Freischalten für das komplette Übersetzen der spanischen Untertitel, wäre mir da lieber gewesen, damit nicht gewisse Teile des Gespräches verloren gehen.

    Die Steuerung ist recht komplex umgesetzt. Komplex nicht wegen übermäßig vielen und komplizierten Fingergriffen, aber wegen der unkonventionellen Tastenbelegung. So zielt man mit L2 und schießt mit R2 als Beispiel. Daran musste ich mich zuerst wieder recht lang umgewöhnen, wenn man zuvor einige andere Shooter gespielt hat.
    Steuern lässt sich John Marston hingegen eigentlich recht gut, jedoch gibt es auch starke Einschränkungen. So bleibt er gern an Ecken und kleinen Hindernissen hängen, die man auch so hätte programmieren könnte, dass er diese einfach umläuft oder überläuft. Man muss dann sogar noch extra die Sprungtaste drücken, dass er auf eine etwa 40 cm erhöhte Ebene aufsteigt. Das ist jedoch jetzt nicht unbedingt das Schlimmste an der Steuerung. Denn in vielen Fällen agiert unser Hauptcharakter durchaus träge und verzögert und es scheint, dass das Spiel dem Spieler manchmal auch nicht hinterherkommt. So reagiert John Marston auf einen Waffenwechsel öfters mal mit der Geschwindigkeit einer Schildkröte oder Tastenzeichen für eine Interaktion brauchen eine Weile bis sie letztlich erscheinen sowie eben die Hintergrundgrafiken oder Personen. Und das ist nicht nur das Problem im Singleplayer sondern auch im Multiplayer. Ein weiteres Problem besteht darin, dass, wenn man mal wieder seiner Lust nach dem Jagen gefröhnt hat, die Waffe nach dem Häuten nicht zur ursprünglichen zurückwechselt, sondern man ab sofort das Messer als Hauptwaffe hat. Man muss dann immer zurückwechseln. Und wenn man gerade beim Häuten ist, kann man die Animation auch nicht überspringen oder verkürzen. Da kann es gut sein, dass da schon das nächste gefährliche Getier, wie ein Rudel Wölfe, ein Bär oder Puma auf einen wartet und man nach dem Häuten schnell sein Gewehr oder Revolver ziehen will, um die Dead Eye-Funktion zu nutzen, aber stattdessen auf einmal mit dem Messer in der Hand dasteht. Und das kann unter Umständen schon den Game-Over bedeuten, da man mit dem Messer natürlich nicht das Dead Eye nutzen kann, welches die Zeit verlangsamt.
    Ansonsten geht eigentlich alles recht gut von der Hand. Das Schießen sowie Zielen ist präzise und das bis zur dritten Stufe erweiterbare Dead Eye, das die Zeit verlangsamt, erleichtert einem das Leben im Westen. Die Stufen des Dead Eye unterscheiden sich aber nur in deren Funktion. Die Dead Eye-Anzeige an sich wird nicht verlängert oder dergleichen, was ich ein wenig schade finde. Jedoch würde so eine Veränderung das Spiel wohl zu einfach machen.
    Einzig und allein das Deckungsfeature wurde nicht gerade gut durchgearbeitet. Man kann öfters Probleme damit haben, wenn man versucht aus der Deckung wieder heraus zu kommen oder mal die Deckung zu wechseln oder eben aus der Deckung zu schießen. Denn dann kann es sein, dass das Ziel zwar anvisiert ist, aber man es nicht trifft, da der Charakter auch mal auf den Holzbalken direkt vor einem schießt oder auf den Felsen, hinter dem man sich vor den feindlichen Kugeln schützt. Die manchmal träge Steuerung hilft da nur zusätzlich, um ein wenig mehr Frust aufzubauen.
    Aber nicht nur der Charakter an sich ist ab und zu ein wenig bockig, sondern auch das Ross auf dem man reitet, kann einem einen Streich spielen, wenn es mal wieder nicht über einen Balken springen will, sich nicht immer sauber über die Wege kontrollieren lässt oder einfach nur wieder rumbockt. Das gehört irgendwie schon dazu und ist auch das Wesen eines Pferdes, aber dann bitte nicht zu oft. Red Dead Redemption ist ein Spiel und keine Real-Life-Western-Simulation, auch wenn es dem zugegebenermaßen doch recht nah kommt. Trotzdem will ich bei einem Spiel eher Spaß haben und mich nicht noch extra mit meinem Pferd herumschlagen sowie ich ihm eigentlich auch nicht unbedingt Kraftausdrücke an den Pferdekopf werfen will.

    Gameplaytechnisch kann man RDR jetzt eher weniger vorwerfen. Dazu ist es einfach zu gut und abwechslungsreich. Etwas gibt es jedoch immer und das wäre z. B. die Ladezeit. Aber auch nur, wenn man das Spiel mal wieder nach einer Pause wieder angehen will. Dann dauert es eine halbe Ewigkeit, bis man zum Spielen kommt. Aber die gängigen Ladescreens beim Voranschreiten in der Hauptstory, um eine Cutscene zu starten, sind einigermaßen kurz gehalten.
    Im Spiel kann man sich weiterhin entscheiden, ob man als ehrenvoller oder unehrenvoller Cowboy bekannt sein will oder nicht. Wobei der unehrenvolle Weg steiniger sein wird, da einem dann die Hüter des Gesetzes und auch Kopfgeldjäger auf den Fersen sind.
    Man kann im Spiel auch mal ab einem gewissen Zeitpunkt leise vorgehen. Aber dieses Feature hält sich leider doch sehr in Grenzen. Wäre jedoch eine zusätzliche Abwechslung im Kampf gewesen, wenn es mehr Schleichmissionen gegeben oder zumindest die Option dazu zur Verfügung gestanden hätte. Aber ein echter Revolverheld muss natürlich laut verkünden, dass er zugegen ist und keiner ihm in den Weg kommen sollte.
    Der Schwierigkeitsgrad bei den ganzen Schießereien ist recht ausgewogen und unterscheidet sich nur im Zielmodus, den man entweder auf einfach, normal oder Experte umstellen kann. Auf einfach zielt man schon fast automatisch auf einen Gegner und der Punkt, der uns als Fadenkreuz dient, erscheint rot, während das bei normal nicht mehr der Fall ist. Auf Experte ist man komplett auf seine eigenen Zielkünste mit dem rechten Analog-Stick angewiesen, denn dort gibt es dann gar keine Zielhilfe mehr. Ansonsten sollte man schon aufpassen und am Besten immer Deckung suchen, denn viele Treffer hält selbst der beste Revolverheld nicht aus. Und das auch wenn die KI nicht immer sonderlich clever reagiert. Es reicht aber aufgrund ihrer meistens großen Anzahl, dem Spieler den Schweiß auf die Stirn zu treiben. Achtet man auf die Deckungen im Spiel, ist das jedoch auch nicht mehr ein so großes Problem. Problematisch wird es eher, wenn die Gegner aus dem Nichts auftauchen. Und dies kann recht nahe am Hauptcharakter sein, sodass die beste und anscheinend sichere Deckung nicht mehr so sicher sein wird. Aber es gibt dafür Medizin, Schlangenöl, Kautabak, selbstgerbrannter Schnaps, etc. die einem über die Runden helfen können bei solchen unfairen, jedoch auch eher seltenen Vorfällen. Nicht selten kommt es aber vor, dass man aus dem Nichts von gefährlichen Tieren wie Wölfen, Bären oder Pumas überfallen und angegriffen wird.
    Um diesen Vorfällen entgegenzuwirken, gibt es eben die genannten Items, die in den Läden gekauft werden können. Hierzu zählen die Arztpraxis für Medizin und Unterstützungsitems, der Gemischtwarenladen für allerlei Dinge und der Büchsenmacher, welcher für die Waffen zuständig ist. Jedoch braucht man nicht unbedingt Waffen einkaufen, weil man recht viele auch im Verlauf der Story bekommen kann und man somit Geld für andere Sachen spart. Zusätzlich fehlt beim Waffenkauf auch ein direkter Vergleich der eigenen Waffen mit der, die man kaufen will. Irgendwie hat man das nicht richtig durchdacht oder den Entwicklern war bewusst, dass es eigentlich schon kaum einen Unterschied macht, die Waffen beim Kauf zu vergleichen oder nicht, da man sowieso die wichtigsten Schießeisen im Laufe der Geschichte bekommt.
    Gespeichert wird bei jedem Fortschritt in der Story oder eben in eigens dafür erstellte und zu kaufende Behausungen. Unterwegs kann man auch ein Lager aufschlagen und direkt zu einem Zielpunkt hinreiten und gleichzeitig speichern. Jedoch vergehen beim manuellen Speichern und beim "Teleportieren" zu dem jeweiligen Zielpunkt 6 Stunden.
    Was mir etwas missfallen hat, war die Tatsache, dass das Messer bzw. die ausgerüstete Waffe nach kurzer Zeit automatisch wieder eingesteckt wird, wenn man sie nicht gerade benutzt. Das mag sich jetzt wirklich pingelig und nach Meckern auf hohem Niveau anhören. Aber wenn man sich mal überlegt, dass ein Gegner oder ein gefährliches Tier wie ein Wolf, Bär oder Puma in der Nähe sind und der Hauptcharakter dann auf einmal seine Waffe wegsteckt, dann kostet das erneute Herausziehen der Waffe aus dem Holster schonmal mehr Zeit als einem lieb ist. Dies wird manchmal sogar noch wegen der trägen Steuerung zusätzlich verlängert. Und das bedeutet letztendlich die Verwendung eines Items oder eben auch ein Besuch im Western-Jenseits. Das geschieht jetzt zwar eher weniger bei Gegner aber öfters bei den wilden Tieren. Und Wölfe können im Rudel doch recht gefährlich werden und ein Puma oder Bär auch schon allein. Hinzu kann John Marston durch deren Angriffe paralysiert werden, wodurch er dann kurzfristig zu keiner Handlung mehr fähig ist und man noch nicht mal Medizin zum Heilen einschmeißen kann. Und dieses "kurzfristig" kann leider schon zu lang sein.
    Wo wir gerade bei der Medizin sind, sei gesagt, dass es keine typische Gesundheitsanzeige gibt, sondern man muss seinen Zustand abschätzen. Denn die schwere der Verletzungen wird durch Blutspritzer und einen immer roter werdenden Bildschirm dargestellt. Aber sobald man verletzt ist, braucht man jetzt auch nicht sofort Medizin einwerfen, die einen wieder topfit macht, sondern man sollte bei Schusswechseln zuerst nach Deckung suchen. Denn die Zeit heilt alle Wunden. Beim Jagen wird in Deckung gehen wohl eher weniger bringen, da die Tiere natürlich den Nahkampf wählen, um ihre Beute zu reißen. Oder hat jemand schonmal einen Bären mit einem Gewehr im Anschlag gesehen?
    Aber um die negativen Aspekte des Gameplays auszumerzen, hat man hier einen Abwechslungsreichtum geboten, den man wohl nicht mehr weiter übertreffen kann. Denn in Red Dead Redemption kann man tatsächlich in die Spielewelt versinken. Man kann Passanten helfen und/oder retten, überfallen werden (natürlich mit Gegenwehr eurerseits), Hufeisen werfen, sich am Five-Finger-Fillet versuchen, Armdrücken, pokern, Filme schauen, Würfelpoker spielen, Blackjack zocken, Duelle ausfechten, Pferde zureiten, Nachtwächterjobs annehmen, an Pferderennen teilnehmen, bei Betrügereien aushelfen, Pflanzen sammeln, Jagen gehen, und noch andere Nebenaufgaben und Herausforderungen bewältigen, die ich sicherlich vergessen habe bei der ganzen Vielfalt. Diese ganzen Unternehmungen werden erst nach und nach freigeschaltet, ansonsten wäre man sofort am Anfang vollkommen von der Spielewelt erschlagen worden. Solch eine derart große Spielewelt mit derart vielen Möglichkeiten gibt es nicht sehr oft zu bestaunen und so kann man den Entwicklern eigentlich nur ein zusätzliches Lob aussprechen.

    Hinzu kommt noch der Multiplayer, der natürlich in allen Belangen dem Singleplayer identisch ist außer eben im Gameplay.
    Zuerst sei gesagt, dass es verschiedene "Schwierigkeitsgrade" für den freien Modus gibt. Im Freien Modus kann man entweder jeden angreifen, der einem die Sicht kreuzt, oder eben mit den Mitstreitern eine Posse bilden und mit denen oder eben allein, Bandenverstecke ausheben, eine Jeder-gegen-Jeden-Schießerei ausfechten, Bandenschießereien durchführen, Capture the Bag spielen, etc.
    Bevor man jedoch in den freien Modus kommen kann, muss man zuerst den "Schwierigkeitsgrad" bestimmen. Normal, schwer oder friedlich. Die ersten beiden Grade beziehen sich auf die Zielhilfe und friedlich bedeutet, dass man seine Mitstreiter im Freien Modus nicht um die Ecke bringen kann und so auch nicht unliebsam in seinen Handlungen durch einen plötzlichen Tod gestört wird. Jedoch finden natürlich gewiefte und aberwitzige Gamer immer einen Weg seinem Gegenüber derbe auf die Nerven zu fallen, indem sie anstatt auf den Spieler eben auf sein Pferd schießen, das in diesem Falle nicht gegen die Kugeln anderer Spieler gefeit ist.
    Einkäufe kann man hier natürlich nicht erledigen, denn sonst müsste man ja seine Waffen kaum mehr freischalten bzw. diese werden durch Erfahrungspunkte freigespielt. Weitere Inhalte wären z.B. Charaktere, Pferde und andere Fortbewegungsmittel, Titel, etc.
    Aber man kann im Multiplayer natürlich auch Koop-Missionen spielen, um gemeinsam bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Hierzu muss man aber zuerstmal einen kostenlosen Download tätigen.
    Hinzu kommen noch ein paar andere, auch mal kostenpflichtige Downloads, mit denen man neue Mehrspieler-Maps und auch neue Modi sowie Unternehmungen freischalten kann. Schade, dass man diese erst kaufen muss. Denn unter den kostenpflichtigen Downloads befinden sich auch Pferderennen, Poker und Würfelpoker, sowie ein Festungsmodus. Ein Makel im sonst eigentlich sehr guten Spiel.

    Fazit: Red Dead Redemption ist ein 3rd Person Open-World-Shooter mit Sandbox-Elementen geworden wie man ihn sich vorstellen sollte. Eine riesige und sehr gut aussehende Spielewelt mit schier unbegrenzten Möglichkeiten gepaart mit einer melancholischen Story, die gängige Hollywoodstreifen übertrifft, und einen in moralischen Fragen wirklich zum Nachdenken bringen kann.
    Bei der Spieldauer kann man sich nun auch nicht beklagen, denn die wird sich je nach Erkundungsdrang und Perfektionswillen zwischen geschätzten 15 und weit über 30 Stunden einpendeln.
    Der Sound passt und das Gameplay zeigt Abwechslung pur. Nur die manchmal etwas hakelige Steuerung und einige nicht ganz faire Stellen können einem den Spielspaß ein wenig mindern.
    Hinzu kommt noch ein Multiplayer, der mit Sicherheit auch noch seinen Reiz hat, wenn man von dem Spiel und dem großartigen Singleplayer nicht genug bekommen kann. Red Dead Redemption ist ein Titel, den man auf jedenfall mal gespielt haben sollte, und es ist somit eine Empfehlung, die ihr Geld wert ist.

    Negative Aspekte:
    ein paar DLCs, hakelige Steuerung, aus dem Nichts auftauchende Gegner und gefährliche Tiere

    Positive Aspekte:
    riesige, schön ausgearbeitete Spielewelt, abwechslungsreiches Gameplay, tolle Story, gut getroffene Charaktere

    Infos zur Spielzeit:
    crying_devil hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Red Dead Redemption

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: crying_devil
    9.1
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    10/10
    Gameplay
    10/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Red Dead Redemption
    Red Dead Redemption
    Publisher
    Rockstar Games
    Developer
    Rockstar Games
    Release
    02.06.2010

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Red Dead Redemption
Red Dead Redemption: I am no hero, son! - Leser-Test von crying_devil
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06.01.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2011/09/Red_Dead_Redemption__2_.jpg
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