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  • Rent a Hero: Ein Held zum Mieten - Leser-Test von Sly Boots

    Entwickler: Neo
    Publisher: Magic Bytes
    System: PC
    Genre: Adventure
    Sprache: Deutsch
    Altersfreigabe: 6 Jahre
    Systemanforderungen (minimum):
    CPU: Pentium 133 MHz / Windows 95, 98 (läuft bei mir auch unter Vista völlig problemlos) / 16 MB RAM / Grafikkarte : 2 MB, Direct X 6.0 kompatibel / 168 MB Festplattenspeicher / 6 x CD-Rom Laufwerk

    Einleitung:
    Es ist doch immer wieder schön, wenn man auf dem monatlichen Flohmarkt fündig wird und seine Sammlung um einige tolle Schätze erweitern kann, besonders wenn diese Schätze vollständig in OVP und mit Handbuch dargeboten werden. Und ich rede von Spielen aus den guten alten Zeiten, wo es noch die großen Pappschachteln und farblich gedruckte Handbücher gab - nicht diese lieblosen DVD-Hüllen von heute, wo das "Hand"buch im PDF-Format beiliegt.
    Jup, ich rede von einem alten Game aus dem Jahre 1998 ein Point & Click-Adventure um genau zu sein.
    Die Verpackung bietet einen aufklappbaren Frontdeckel der viele tolle Screenshots entblößt. Und dann das schräge Charakterdesign, ich bin ja eigentlich kein Freund von so etwas, aber dieses Produkt sieht wirklich so aus als wäre es mit viel Liebe programmiert worden!
    Also geschwind die drei Euronen gezahlt und das Schmuckstück in eine der drei bereits prall gefüllten Beutel gepackt - jawoll, Flohmarkt-Shoppingtouren sind super!
    Mal schauen ob sich das Ding unter Vista starten lässt, wurde ja immerhin nur für Windoof 95 und 98 programmiert. Yeah es funzt! Dann wollen wir mal sehen was der Titel taugt, ich habe bis dato zumindest noch nichts von Rent a Hero gehört, die Frage ist nur warum?

    Story:
    Inmitten eines schier endlosen Meeres liegt die Insel Tol Andar, auf derer viele Völker und Fantasywesen ihre Heimat gefunden haben. Menschen und Zwerge leben in Frieden miteinander, und die garstigen Drachen die so gerne Prinzessinnen entführen, werden von tapferen Miethelden in Schach gehalten.
    Naja, im Grunde genommen werden sie nur von den zweitklassigen Loserhelden bekämpft, die ihre Dienste zu Dumpingpreisen anbieten müssen um über die Runden zu kommen.
    Einer dieser glücklosen Recken ist Rodrigo, der Protagonist dieser Geschichte.
    Doch das Blatt scheint sich zu wenden, als die gewaltbereiten Piraten, die einst aus Tol Andar verbannt wurden, ihre Rückkehr beschließen. Mithilfe der Gloomstones, die von den Zwergen abgebaut werden und eine hervorragende Energiequelle für Antigravitationstechnologien darstellen, schustern sie mal eben eine Flotte aus fliegenden Piratenschiffen zusammen und starten ihren Eroberungsfeldzug auf die Städte und Dörfer Tol Andars.
    Ob Rodrigo die Gelegenheit bekommt die Pirateninvasion zurückzuschlagen und zum 1st-Class-Hero aufzusteigen oder ob er für den Rest seines Lebens der missachtete Drachenjäger und Prinzessin-Retter bleiben wird, gilt es nun herauszufinden.

    Eines muss man neidlos anerkennen: Die Story ist wunderbar fantasievoll ausgefallen und wird herrlich humorvoll erzählt. Wenn Rodrigo plötzlich nach seinen Erfahrungspunkten gefragt wird oder sich die zu rettende Prinzessin als fettleibiger Prinz mit tuntiger Stimme herausstellt, bleibt kein Auge trocken - ein dickes Plus für den tollen Humor!
    Die ganzen Charaktere wie unser Glückloser Mietheld Rodrigo, sowie die anderen Einwohner Tol Andars wachsen einem zudem schnell ans Herz.
    Umso trauriger ist es da, dass sie nicht die Bildschirmzeit bekommen, die sie gebraucht hätten, um ihr volles Potential auszuschöpfen.
    Rent a Hero ist einfach viel zu umfangsarm, was sich sehr negativ aufs Storytelling und die Charakterentwicklung auswirkt.
    Nachdem der Abspann an einem vorbeiflimmert, verspürt man nicht wirklich ein Gefühl der Zufriedenheit. Zu kurz war der Ausflug nach Tol Andar und zu wenig hat man von seinen Einwohnern gesehen.
    Obendrein ärgert man sich darüber, dass einige Charaktere nach ihrer gelungenen Einführung keinerlei Relevanz mehr im späteren Spielverlauf einnahmen. Dabei wäre es gar nicht mal so schwierig gewesen, einige Extraaufgaben und Spielpassagen zu implementieren, die ihnen gegen Ende des Spieles eine größere Bedeutung gegeben und nebenbei auch noch die Spielzeit verlängert hätten.
    So bleibt es leider bei einer schönen Grundidee, tollen Humor und einem sympathischen Protagonisten.
    Mit etwas gutem Willen vergebe ich hier dennoch die Einschätzung "Gut", denn an Ideen hat es keinesfalls gemangelt.

    Gameplay:
    Man steuert Rodrigo nach bewährtem Point & Click-Muster durch die Umgebung.
    Ungewöhnlich ist jedoch die Zeitraffer-Funktion, die mittels Doppelklick aktiviert wird und somit erfreulich viel Laufarbeit erspart - sollte wirklich zum Steuerungs-Standard im Adventure-Genre werden!
    Natürlich sind mittels Doppelklick auch Abkürzungen durch Ein- und Ausgänge möglich, dummerweise gibt es da aber einen Stolperstein: Viele Wege eröffnen sich durch Transportmittel wie z. B. einen Fahrstuhl oder Rodrigos Gleiter und der Gebrauch dieser Apparaturen geht immer mit einer entsprechenden Minisequenz einher, die sich nicht abbrechen lässt. Obwohl diese Sequenzen hübsch anzuschauen sind, können sie einem auf Dauer schon mal auf die Nerven gehen.
    Doch trotz dieses Mankos ist steuerungstechnisch alles im grünen Bereich, wenn nicht sogar vorbildlich und wegweisend! Die Fehler von Rent a Hero sind also im Gameplay-Inhalt zu suchen.

    Das Spiel weist deutliche Tendenzen zum Interactive Movie auf. Verständlich also, dass gewisse Adventure-Spielschemata stark vereinfacht wurden.
    So ist die Kombination von Items untereinander nicht möglich. Ferner reicht es aus den erforderlichen Gegenstand im korrekten Screen anzuwenden, statt ihn - wie sonst üblich - einem konkreten Hotspot zuzuweisen. Dem spielerischen Anspruch kommt dies freilich nicht zugute.
    Darüber hinaus gibt es ohnehin kaum Inventarrätsel zu meistern. Und dennoch sind mir zwei sehr unangenehme Pixelhunt-Passagen im Gedächtnis geblieben, die ich ohne die Hilfe einer Komplettlösung wohl nie überwunden hätte. Bei einer dieser Stellen ahnt man noch nicht einmal, dass man nach irgend einem Item suchen soll!
    Weiter geht's mit zwei lästigen Trial & Error-Abschnitten. Für beide Rätsel bekommt bzw. findet man einen kleinen Hinweis, der einem zumindest so etwas wie einen Anhaltspunkt verschafft. Im Grunde wird man an diesen Spielstellen jedoch im Regen stehen gelassen - wo hab ich nochmal die Komplettlösung hingelegt?

    Mein persönlicher Hauptkritikpunkt bleibt jedoch die desaströse "Scriptseuche", wie ich die Problematik mal nennen möchte.
    Um zu verstehen was sich hinter diesem Problem verbirgt und wie es sich auswirkt, sollte man wissen, dass die Programmierer versucht haben dem Spieler einen gewissen Handlungsfreiraum vorzugaukeln. Rodrigo hat zu Beginn des Spieles zugriff auf mehrere Bereiche der Spielwelt die zum Erkunden animieren. Dem gegenüber steht jedoch die Tatsache, dass der Titel eigentlich als strunzlineares Abenteuer konzipiert wurde.
    Um die Kluft dieser beiden Gegensätze zu überwinden, wurde verstärkt mit Scripts gearbeitet um den Spieler in die vorgesehene Bahn zu pressen.
    Viele spielrelevanten Gegenstände, NPCs oder auch Ereignisse werden nämlich erst dann freigeschaltet, wenn man zuvor gewisse "Bedingungen" erfüllt hat - sprich: Wenn man alle relevanten Scripts getriggert hat. Selbst in der zweiten Spielhälfte, in derer sich der Titel seine Linearität letztendlich eingesteht, muss man sich immer noch mit der "Seuche" herumschlagen.
    Dies alles führt zu vermehrter unnötiger Sucherei durch Gebiete, die man ja eigentlich schon abgeklappert hat. Es fehlt oftmals die Peilung, wie es wo weitergehen soll!
    Ein gutes Beispiel für diese Problematik ist wohl die Nummer mit der Piratenflagge. Diese erscheint nämlich erst, wenn man sie wirklich benötigt, was aber in logischer Hinsicht nicht nachzuvollziehen ist. Hey! Ich hätte es verstanden, wenn Rodrigo die Flagge zunächst an Ort und Stelle gelassen hätte, aber das sie erst dann an besagter Position erscheint wenn ... Nein! So etwas ist nicht in Ordnung. Das hat meines Erachtens nichts mehr mit Nachdenken zu tun, und ist einfach nur noch Spielzeitstreckung der übelsten Sorte!

    Aber Rent a Hero hats ja auch nötig, denn selbst wenn man die quälend langen Such- und Finde-Passagen, die Trial & Error-Rätsel und die aufgezwungenen Minisequenzen hinzuaddiert, ist die Spieldauer von Neos Adventure doch sehr gering ausgefallen - eine Sache die von mir ja schon im Storysegment bemängelt wurde.
    Es ist eines jener Spiele die man an einem Tag durchzocken kann - mit dem Unterschied das man bei Rent a Hero ein flaues Gefühl im Magen haben wird, da man zu oft zur vermaledeiten Komplettlösung greifen musste.
    Scheinbar waren sich sogar die Programmierer dieser Sachlage bewusst oder warum sonst haben sie eine integrierte Lösungshilfe eingebaut? Nur blöd das sich diese erst aktiviert, wenn ein gewisser Zeitrahmen ins Land gezogen ist und die Geduld darauf zu warten bis sich das Programm erbarmt und mir einen Tipp gibt, hatte ich nie - dann doch lieber ne Komplettlösung aus dem Netz.

    Tjoa, lange Rede kurzer Sinn: Rent a Hero macht keinen Spaß - zumindest nicht in spielerischer Hinsicht.
    Die spärlichen Lichtblicke wie der Minenstollen-Abschnitt, oder das Schlussrätsel, welches im Stil eines rundenbasierten RPG-Kampfes präsentiert wird (übrigens eines der beiden Trial & Error-Rätsel), können die zahlreichen Mängel einfach nicht ausgleichen.
    Was bleibt ist die vorbildliche Zeitraffer-Funktion zum verkürzen lästiger Laufarbeit und ein neuer Begriff für mein persönliches Vokabular: Scriptseuche!

    Grafik, Sound und Präsentation:
    Grafik: Die Programmierer von Rent a Hero scheinen sehr stolz auf ihre grafische Leistung zu sein. Immerhin widmen sie ein ganzes Kapitel des Handbuchs der Grafik und ein weiteres der Lippensynchronisation. Man brüstet sich sogar mit einer entsprechenden Preisauszeichnung.
    Nun ist es für mich natürlich etwas schwer die optische Qualität des Titels einzuschätzen, da wir von einem Spiel aus dem Jahr 1998 sprechen. Einer Zeit in der ich mit PC-Gaming noch nichts am Hut hatte.
    Was bleibt ist der Vergleich mit anderen Genrevertretern der damaligen Zeitperiode, wofür ich einfach mal The Longest Journey und Grim Fandango zu rate ziehe.
    Genau wie diese beiden Spiele verwendet auch Rent a Hero das beliebte 2,5D-Grafikschema in Auflösungsstufe 640x480.
    Und ob es nun die zweidimensionalen Renderbilder oder die dreidimensionalen Zwischensequenzen sind, das Spiel sieht sehr schön aus und verfügt vor allen Dingen über ein einzigartiges Charakterdesign.
    Ich bin ja normalerweise kein Fan eigenwilliger Cartoon-Stile, aber Rent a Hero hat was! Das hier ist eines der wenigen Adventures, wo mich dieser Stil nicht gestört hat, ganz im Gegenteil. Vielleicht liegts ja auch daran, dass die Farbwahl Tol Andars recht bodenständig ausfällt?
    Am ehesten lässt sich das Szenario noch mit der Zeichentrick-Serie Dragon Hunters vergleichen (passt ja auch von der Thematik her sehr gut ins Raster).
    Wem diese also gefallen hat, der sollte sich auch mal Rent a Hero geben.
    Einen Kritikpunkt gibt es dann aber doch noch anzukreiden. Die Spielfiguren leiden zum Teil unter akuter Animationsarmut. Manchmal bewegen die sich entweder gar nicht oder aber äußerst abgehackt. Da muss ich doch glatt ein dickes Minus geben, weswegen die Grafik aus meiner Sicht dann doch nur "gut" ausfällt.

    Sound: So wie man sich im grafischen Bereich mit dem "Animago 3D Award in der Kategorie Spiele" brüstet, so wirbt man beim Soundtrack mit Werner Hink, Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, der hierzu seinen Beitrag geleistet hat.
    Und naja, was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt! Die Akustik ist wohl die große Stärke des Spiels! Die unterschiedlichen Szenarien werden durch den OST tatsächlich hervorragend unterstützt und auch die hervorragende Sprachausgabe hinkt da nicht hinterher.
    Als Bonus kann man sich die Tracks auch aus dem Programmordner ziehen und auf Wunsch anhören - eine Möglichkeit die ich gerne bei jedem PC-Game hätte.

    Präsentation: Die Mühen die in Rent a Hero investiert wurden sind unschwer zu erkennen. Mühen die im übrigen auch eine reich bebilderte und toll gestaltete OVP samt dazu passenden Handbuch umfassen (was ja heutzutage leider keine Selbstverständlichkeit mehr darstellt).
    Doch haben die Programmierer von Neo bei all ihrer preisgekrönten grafischen und akustischen Finesse übersehen, dass ein gutes Spiel in erster Linie von einem guten Gameplay abhängt.
    Die Präsentation mag zur Oberklasse gehören, täuscht jedoch zu keiner Sekunde über die spieltechnischen Mängel hinweg.

    Fazit:
    Schade. Einfach schade, wenn man darüber nachdenkt, was für ein gutes Spiel Rent a Hero hätte werden können. Dummerweise gibt es immer wieder Programmierer, die der Meinung sind es braucht kein gutes Gameplay, solange man sich hinter einer guten audiovisuellen Präsentation verstecken kann.
    Der Leidtragende hierbei ist letztendlich der Spieler, der sich durch ein schlechtes Spiel quälen muss, um die durchaus vorhandenen Rosinen herauszupicken.
    Ob es nun die witzige Geschichte um Rodrigo, Tol Andar und die Piraten ist, eine mit dem "Animago 3D Award" ausgezeichneten Grafik oder ein unter Mitwirkung von Werner Hink komponierter Soundtrack - es ist alles für den A**** solange der eigentliche Spielablauf Müll ist, verdammt nochmal!
    Kein Wunder, dass ich noch nie etwas von dem Spiel gehört hatte, denn solche doofen Blender sind keine Spiele für die Ewigkeit und geraten recht schnell wieder in Vergessenheit! Zumindest in dieser Hinsicht gibt's noch ausgleichende Gerechtigkeit ... So, das musste jetzt einfach mal gesagt werden. Auch wegen all der anderen beknackten Blendergames da draußen.

    Negative Aspekte:
    Spiel ist viel zu kurz (schadet auch der Story und der Charakterentwicklung) / Pixelhunting / Trial & Error-Passagen / Die „Scriptseuche“ / Das Gameplay bietet generell wenig Substanz

    Positive Aspekte:
    fantasievolle, witzig erzählte Story / sympathischer Protagonist / gewohnt gelungene Steuerung mit Zeitraffer-Funktion / nette Grafik mit gelungenem Cartoon-Stil / sehr schöne/r Soundtrack und Sprachausgabe

    Infos zur Spielzeit:
    Sly Boots hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Rent a Hero

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Sly Boots
    6.0
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    9/10
    Sound
    9/10
    Gameplay
    5/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Rent a Hero
    Rent a Hero
    Publisher
    THQ
    Developer
    neo Software Produktions GmbH
    Release
    1999

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

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06.10.2011
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