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  • Requital: Revenge of a Hero im Gamezone-Test

    Das ist kein Bug, das ist ein Feature von Requital, dem wohl uninspiriertesten Action-Rollenspiel seit langem.

    Es gibt Tage im Leben eines Spieleredakteurs, an denen er sich nur noch an den Kopf fassen möchte. Oft sind solche Tage erfüllt mit den Tests irgendwelcher Budget Games, die von Programmierschmieden geschaffen wurden, von denen man im Leben noch nichts gehört hat, und von denen man nach dem Test eines Titels auch in Zukunft möglichst nichts mehr hören will. Heute ist so ein Tag, denn der Test von "Requital: Revenge of a Hero" bereitet mir mehr als nur Kopfschmerzen. Dieses unmotiviert zusammengeschusterte Spiel, welches vor Bugs bzw. fehlerhaften Script-Events nur so strotzt, und auch sonst nicht viel auf dem Kasten hat, ist nicht einmal ansatzweise die 30 Euro wert, die man euch dafür abknöpfen will.

    Requital wäre gern ein Action-Rollenspiel. Ist es auch, ... irgendwo in der Vorstellung der Programmierer zumindest. Aus dem Blickwinkel eines Genrefans ist es aber nicht mehr als eine Zumutung, und warum, lässt sich schnell erklären, denn allein schon die Tatsache, dass man das Spiel ohne irgendwelche Hintergrundinfo startet und einfach mal so in die Rolle des einzigen Hauptcharakters "Wolfshund" schlüpft, erinnert wohl eher an beliebige Software von 1986, als an ein Rollenspiel aus dem Jahr 2007. Ihr seht also, wie Wolfshund auf einer Insel aus dem Schlaf erwacht und von einer Frau, die genauso schnell wieder verschwindet, wie sie aufgetaucht ist, einen Trank spendiert bekommt. Dieser erlaubt es euch, die übernatürlichen Heilkräfte von Wolfshund zu aktivieren, die er aber nur sitzend nutzen kann. Kaum erholt, geht es auch schon los, ins tolle Abenteuer, in dem Wolfshund auszieht, um irgendwen das Schwert spüren zu lassen. Warum auch immer.

    Requiem für Requital

    Auf den ersten Blick scheint die Umgebung detailreich zu sein... Auf den ersten Blick scheint die Umgebung detailreich zu sein... Na gut, den ein oder anderen Hinweis zur Herkunft und zu den Absichten des Helden bekommt man mit der Zeit, trotzdem ist der Start ins Spiel trockener als die Wüste Gobi, und viel atmosphärischer wird es auch nicht, denn trotz relativ verständlicher Maussteuerung und dem üblichen Drumherum wie dem Anlegen verschiedener Rüstungsobjekte und diversen Fähigkeiten für den Kampf, will der Funke einfach nicht überspringen. Ihr wandert mit Wolfshund also durch die Lande, helft hier mal einem Bauern und schlagt Räuber in die Flucht, aber Spaß kommt nicht so richtig auf. Liegt es an der mit relativ unscharfen Texturen versehen Umwelt, den einfallslosen Orten und den unterdurchschnittlichen Effekten? Sicherlich, aber nicht nur, denn auch die Musik gehört wohl zum uninspiriertesten Gedudel der Rollenspielgeschichte. Die Tunes sind langweilig, und bieten in der Regel kein greifbares Thema, aber von im- oder expressionistischen Klängen kann man ebenso wenig sprechen. Man fühlt sich eher an die Warteschleife einer Telefonhotline erinnert, was vor allem durch die Instrumentalisierung unterstrichen wird, die thematisch völlig fehl am Platz wirkt. Grafisch und akustisch ist Requital also ein echter Reinfall, selbst bei maximalen Grafikeinstellungen.

    ...was sich aber schon bald als Trugschluss herausstellt ...was sich aber schon bald als Trugschluss herausstellt Aber mal angenommen, ihr hättet einen Gurkenrechner, und obendrein wären eure Stereoboxen noch in Reparatur. Ja selbst dann würde euch Requital nicht begeistern, denn schon in den ersten fünf Minuten kann man herrliche Bugs finden, die euch unter anderem dazu zwingen, das Spiel neu zu starten. Der hartnäckigste unter den Glitches bei unserem Test war der, bei dem Wolfshund versucht, einem besiegten Gegner die Gegenstände abzunehmen, es aber nicht schafft, weil der Cursor nicht anspricht. Noch schöner wird es dann aber, wenn man vor jeder besiegten Person aus Versehen den Angriffsbutton drückt, denn dann präsentiert uns der Hauptcharakter eine spitzenmäßige Aerobic- Übung, bei der er permanent versucht, dem liegenden Gegner eins überzubraten, was aber nicht funktioniert, weil der Gegner längst außer Gefecht gesetzt wurde. Und so stürzt er unabdinglich und in einer Tour wie ein Stehaufmännchen auf den Gegner und erhebt sich wieder, ohne dass ihr irgendetwas machen könnt, um ihn aufzuhalten. Da hilft nur noch, das Spiel zu beenden und von vorne anzufangen.

    Wie man Requital mit den eigenen Waffen schlägt

    Ob eure Gegner euch sehen können, spielt keine Rolle Ob eure Gegner euch sehen können, spielt keine Rolle Das ist bei weitem nicht der einzige Fehler, den dieses Spiel aufweist, denn von NPCs, deren Sprech-Animation einfach nicht aufhören will, obwohl der Dialog längst beendet wurde, und von Feinden, die dank der miesen Pathfinding Routine und der noch schlechter umgesetzten Physik spielend eine Pferdekutsche vor sich her schieben, gibt es genügend, und so könnte ich natürlich die Bugliste hier ewig fortführen. Dies lasse ich aber sein, um mich dem Gameplay zuzuwenden, welches ganz genauso uninspiriert daherkommt. So sind Begegnungen mit einer Gruppe von Feinden meist sehr unangenehm, da man kaum Chancen hat, den Kampf zu überstehen. Da hilft nur Trick 17. Stellt man sich nämlich in die Nähe eines Gegners, so läuft dieser auf euren Helden zu, um ihn anzugreifen. Entfernt man sich aber wieder von ihm, so ist es in 90% der Fälle so, dass der Kontrahent irgendwo stehen bleibt, auch wenn er euch eigentlich sehen kann. Auf diese Weise schafft man es, eine gegnerische Party zu trennen und jeden einzeln in Angriff zu nehmen, klappt vom Wolf bis zum schwerbewaffneten Krieger. Die Entwickler von Akella haben sich das Ganze zwar sicherlich nicht so gedacht, aber auf diese Weise entkommt man immerhin dem Kampf gegen eine mächtige Überzahl.

    Requital: Revenge of a Hero Requital: Revenge of a Hero Zumindest wenn einen die Steuerung und die Kamera nicht zum Wahnsinn treiben, denn einerseits scheint sich die Kamera nach einer Cut-Scene immer den ungünstigsten Kamerawinkel auszusuchen, andererseits genügt schon ein minimal daneben platzierter Klick im Kampf, um euren Helden hilflos davon stolzieren zu lassen, da es keine Lock-Funktion oder ähnliches gibt. Wollt ihr allerdings verschiedene Angriffstypen verwenden so bleibt euch die lästige Hack & Slay Klickerei nicht erspart, und so werdet ihr schnell mal daneben klicken und euren Helden in die Pampa schicken, was bei den nicht gerade zimperlichen Widersachern oft zu einem großen Verlust an Hitpoints führt.

    Voll krass Mittelalter, ey, korrekt Lan

    Requital: Revenge of a Hero Requital: Revenge of a Hero Aber auch wenn ihr euch damit abfinden könnt, werdet ihr auf genügend andere Störfaktoren treffen, welche die Stimmung und den Spielfluss deutlich beeinträchtigen. Warum muss man z.B. für viele Questziele erst die Karte herauskramen, auch wenn das Spiel (Entgegen der Beschreibung auf der Packung) fast absolut linear ist und man den Weg evtl. längst auswendig kennt? Bevor man das betreffende Ziel nicht auf der Karte "aktiviert" hat, bekommt man nämlich auch keinen Zugang. Aber apropos Karte, wer kam eigentlich auf die Schnapsidee, Requital einzudeutschen, die Karte aber mit all ihren Begriffen in Englisch zu belassen? Eigentlich eine dumme Frage, wenn man sich mal den Rest der Übersetzung vor Augen hält, der ganz und gar nicht ins Spielgeschehen passen will. So erzählen euch z.B. ein paar Bauernräuber vom Anfang des Spiels, dass sie (wortwörtlich) einen Händler "abziehen" - also berauben- wollen. Jo, und wenn ich das Ghetto finde, in dem der Übersetzer lebt, dann werde ich ihm mal sein Wörterbuch abziehen, scheint ja sowieso unbrauchbar zu sein.

    Requital: Revenge of a Hero (PC)

    Singleplayer
    3,8 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    4/10
    Sound
    2/10
    Steuerung
    5/10
    Gameplay
    4/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    DVD passt ins Laufwerk
    Durchschnittliches und zusammengeklautes Gameplay ohne tiefreichende Elemente
    viele Bugs
    keine Editiermöglichkeiten für den Hauptcharakter
    unterdurchschnittliche Grafik
    unpassende und uninspirierte Musikuntermalung
    unsaubere und unbedachte Kameraführung
    maue Animationen
    einfallslose Dialoge
    noch miesere Übersetzung
    So gut wie keine greifbare Storyline
    lange Ladezeiten
  • Requital: Revenge of a Hero
    Requital: Revenge of a Hero
    Publisher
    Excalibur Publishing
    Developer
    Primal Software (RU)
    Release
    09.2007

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Die Zwerge Release: Die Zwerge EuroVideo Bildprogramm GmbH , King Art
    Cover Packshot von Candle Release: Candle Daedalic Entertainment
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991398
Requital: Revenge of a Hero
Requital: Revenge of a Hero im Gamezone-Test
Das ist kein Bug, das ist ein Feature von Requital, dem wohl uninspiriertesten Action-Rollenspiel seit langem.
http://www.gamezone.de/Requital-Revenge-of-a-Hero-Spiel-29881/Tests/Requital-Revenge-of-a-Hero-im-Gamezone-Test-991398/
14.08.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/08/Requital01.jpg
tests