Gamezone - Die Community von Spielern für Spieler!

Resident Evil 5 (PS3)

Release:
19.02.2010
Genre:
Action
Publisher:
Capcom

Resident Evil 5: Resident Evil 5 - mehr Terror statt Horror ? - Leser-Test von GameFreakSeba

23.05.2010 23:59 Uhr
|
Neu
|

Wenige Spiele-Serien schaffen das Kunststück, über Jahre hinweg ein hohes Qualitätsniveau zu halten und sich zum richtigen Moment, mit einem großen Knall neu zu erfinden. 1996 wurde eine neues Spielgenre erfunden und somit wurde der Weg der Resident Evil Reihe erfolgreich geebnet. Laut Shinji Mikami ist Resident Evil 5 zwar keine Revolution geworden, dennoch gibt es wieder mal eine konsequente Weiterentwicklung.
Es gibt viele Neuerungen im Vergleich zu den älteren Titeln, welches viele Resident-Evil-Anfänger lockt.
Aber kann ein Spiel überhaupt gut sein, wenn sogar der Serien-Erfinder Mikami selbst sagt, dass er es nicht spielen wird? Mikami hat sich mittlerweile von Capcom getrennt und hat somit keinen Finger am fünften Teil gerührt. Dennoch ist er der Auffassung, dass er das Spiel niemals spielen wird, denn es ist nicht so, wie er es gemacht hätte. Aber um auf die erste Frage zu beantworten - ja es kann gut sein. Es kann sogar sehr gut sein.


Story

Zu Beginn des Spiels schlüpft ihr in unseren alten bekannten Helden, Chris Redfield, der sein Können ja schon in einem älteren Teil zur Show stellte. Aber er verließ schließlich das S.T.A.R.S.-Team und schloß sich BSAA (Bioterrorism Security Assessment Aliance) an. Grob übersetzt ist es ein Trupp die gegen Bio-Terroranschläge ermittelt und mit allen nur erdenklichen Methoden versucht diese zu verhindern. Ihr befindet euch in Afrika, wo ihr auf die hübsche Sheva Alomar trefft, die ebenfalls Mitglied dieser Einheit ist. Zusammen untersucht ihr merkwürdige Ereignisse und müsst herausfinden wieso die Menschen dort mutieren. Anfangs geht man davon aus, dass es sich hierbei um eine Seuche handelt, die ahnungslose unschuldige Bürger in aggressive angrifflustige und nach Fleisch lüsternde Zombies mutieren lässt. Das alles lässt euch nicht gerade auftauen, denn wie ihr es nicht anders erwartet habt, bekommt auch wieder Umbrella ihr Fett weg.


Gameplay

2004 überraschte Resident Evil 4 (dt.) schon alle Fans der Serie, denn alles wurde über einen Haufen geworfen und das Spiel wurde quasi neu erfunden. Die vorgegebenen Kameraperspektiven, Türanimationen und einem automatischen Zielsystem, wurden damals einfach weg gelassen und neue Funktionen fanden somit ihren Platz ins Spiel. Das Entwickler-Team von Capcom haben sich sicherlich vorgenommen das Spiel zu revolutionieren, denn sie haben im Großen und Ganzen nur Feintuning am Vorgänger betrieben.
Nun kann die Spielfigur seitwärts heranschreiten. Dies gibt dem Spieler einen flüssigeren Spielverlauf, denn nun kann man seine Figur einfacher um Hindernisse herum navigieren und zudem wirkt es realer wenn man sich jetzt durch enge Gänge oder kleine Räume quetschen muss.Dennoch sind im schnellen Lauf Seitwärtsschritte und Bewegungen mit der Waffe im Anschlag nicht möglich. Also könnt ihr entweder nur laufen oder nur zielen bzw. schießen. Ihr schaut eurem Charakter immer noch über die Schulter, denn so gesehen, ist das ganze Gameplay wie im vierten Teil geblieben. Deswegen werden sich Kenner des Vorgängers direkt heimisch fühlen.
Ihr müsst euch nicht mehr alleine durch die gewalttätigen Zombiehorden kämpfen, denn ihr habt immer Sheva bei euch, die im Singleplayer mit hervorragender KI ausgestattet ist. Sie braucht kaum Hilfe, denn sie kann sich prima wehren und euch auch heilen. Ihr dürft nur nie zulassen, dass sie stirbt, denn dann müsst ihr vom letzten Checkpoint anfangen, die aber immer fair verteilt sind. Nur selten müsst ihr längere Wege nochmal von vorne erledigen. Alle Informationen über Lebenskraft, Waffe und Schusszahl habt ihr von euren beiden Hauptcharakteren immer im unteren Bildschirmrand angezeigt. So behaltet ihr zu jeder Zeit den Überblick.
Wieder einmal könnt ihr nur eine begrenzte Anzahl an Gegenständen bei euch tragen. Ihr könnt sie selbst tragen oder gegebenenfalls Gegenstände Sheva in die Hand drücken und sie verstaut sie dann für euch. Zudem habt ihr die Möglichkeit Gegenstände mit ihr zu tauschen, in Gefechten etwas von Sheva anzufordern, dauert jedoch zu lange und könnte euch wichtige Sekunden kosten, die ihr nicht habt. Im Multiplayer sieht das Ganze schon wieder anders aus, denn euer menschlicher Mitspieler handelt natürlich schneller und kann somit ohne Zeitverzug eingreifen. Ist die Lebensanzeige fast leer, so helfen euch ein Erste-Hilfe-Spray oder eine Pflanze. Beide Energieanzeigen werden dann wieder aufgeladen. Vorausgesetzt ist allerdings, das der Partner unmittelbar neben euch steht. Natürlich könnt ihr auch hier wieder Dinge mit einander kombinieren, wie zum Beispiel die rot und grünen Pflanzen.
Habt ihr ein Level geschafft und werdet automatisch zur Inventarliste weiter geleitet, so könnt ihr notwendige Sachen kaufen oder die nicht so wichtigen Dinge verkaufen. Für das erworbene Geld könnt ihr anschließend eure Waffen ausbauen. So dass diese gegenüber Feinden eine noch bessere und durchschlagende Wirkung haben. Zielen könnt ihr in diesem teil selbst, mit Hilfe von einem Laser.
Es gibt unterschiedlich starke Gegner und ab und an begegnet ihr auch einem Zwischen-Boss. Eure Feinde besitzen teilweise eine gute KI und sind somit auch spielwürdig umgesetzt. Alleine schon das schnelle Handeln der Infizierten lässt sie aggressiver wirken, denn langsames hinterher schleifen ist in diesem Teil nicht mehr vorhanden. Jeder Zombie kann über Mauern klettern, schnell laufen, durch Fenster springen und sogar gut mit einer Waffe umgehen. Überall im Spielverlauf tummeln sich Horden von Gegnern, die Zahl der Feinde beträgt häufig ein bis zwei Dutzend. Wie gesagt stehen sie euch in Sachen Geschicklichkeit und Schnelligkeit in keinster Weise nach. Sie haben nur einen Willen und zwar euch zu töten und bevor sie es nicht geschafft haben, werden sie auch nicht aufgeben. Um in großen Gefechten eine Chance gegen eure Feinde zu haben, müsst ihr taktisch vorgehen, am besten schießt ihr ihnen zuerst in den Arm oder das Bein. So bringt ihr sie aus dem Gleichgewicht und werden etwas langsamer, so könnt ihr ihnen anschließend einen Kopfschuss verpassen. Dies ist besonders ratsam, wenn ihr kaum noch Munition zur Verfügung habt. Ihr werdet auch mit manchen älteren Gegnern aus früheren Serienteile Bekanntschaft machen. Manche Gegner, die einen Kopfschuss von euch erlitten haben, lassen zu guter letzt das Ungeziefer aus ihrem Körper raus, gegen die ihr dann noch einmal antreten dürft. Manche Mutationen sind sogar ein wenig zu stark ausgefallen. Das lässt an manchen Stellen Frustration des Spielers durchsickern. Besonders dann, wenn die Gegner nur eine kleine Angriffsfläche bieten und sich zudem noch schnell fortbewegen. Dadurch wird aber keinesfalls der Spielspaß getrübt, denn Fahrzeugpassagen und Endgegner machen die allemal weg. Ausflüge mit Boot und Jeep bieten spielerische Mannigfaltigkeit.
Durch den durchgehenden Munitionsmangel wird hier eher Wert auf Nahkampfattacken gelegt.
Obwohl das Spiel hauptsächlich unter freiem Himmel oder gut ausgeleuchtenden Arealen stattfindet, schafft es Capcom immer wieder mit seinen Zombies für eine beklemmende Atmosphäre und im späteren Spielverlauf auch für ein wenig Paranoia zu sorgen.
Ihr werdet im ganzen Spielverlauf kaum noch auf Rätsel treffen, denn diese wurden gar nicht erst integriert. Bis auf gewisse Schalter suchen und ein bis zwei Knobelaufgaben, werdet ihr eure grauen Gehirnzellen nicht mehr einsetzen.
Serienfremdlinge werden mit der Handlung diesen Spiels ihre Probleme haben, denn ihr werdet auf einige alte Spielcharaktere treffen. Erzählt wird die Story in vielen Sequenzen, die in Spielgrafik gehalten wurden und somit für einen besseren Spielfluss sorgen. Zum speichern findet ihr in diesem Teil nicht mehr die gewohnten Schreibmaschinen vor. Das Speichern geht jetzt automatisch, wenn ihr einen Checkpoint erreicht.
Zu Anfang kann der Schwierigkeitsgrad ausgewählt werden. Nach jedem Level bekommt ihr Punkte, die eure Treffsicherheit und Spielzeit wiederspiegeln. Zudem sind im ganzen Spiel Embleme versteckt, die ihr finden und zerschießen müsst. Freispielbare Figuren, Waffen und zusätzliche Erfolge locken zum wiederholten durchspielen.


GRAFIK

Die großen Charaktermodelle strotzen nur so vor Details und sind so animiert, als wären sie einem Animierten Renderfilm entsprungen. Die Level-Kulissen sind zudem sehr abwechslungreich und zugleich auch sehr realitätsnah umgesetzt. So wie es sich nun mal für einen ordentlichen Resident Evil Teil gehört. Das Level-Design hält zudem immer wieder nach regelmäßigen Abständen eine neue Umgebung bereit.
Doch es gibt Dank Capcoms hauseigener Engine MT Framework, eine weitere Besonderheit in diesem Teil. Denn das bestgelungenste Grafik-Feature ist hier die beeindruckende Beleuchtung der Areale. Denn diese leben von den Licht und Schatteneffekten. Egal ob es sich um dunkle Ecken, ein schweißüberzogener Arm oder reflektierende Kleidung handelt, alles spiegelt die Lichteffekte wieder und alles wirkt sehr realitisch. Das sorgt für einige beeindruckende Bilder unter der grellen afrikanischen Sonne. Hier kann euer Full-HD seine Muskeln spielen lassen.


SOUND

Auf dem selbem Niveau wie die Grafik, befindet sich auch die Soundkulisse. Das Spiel bekam nicht nur eine tolle englische Synchronisation sonder auch gut umgesetzte Soundeffekte spendiert. Ähnlich wie in "Battlefield: Bad Company" wurde auch hier stark darauf geachtet, die Geräusche dem Level-Design anzupassen. Wenn ihr euch beispielsweise in einer leeren Halle befindet, verfolgt euch immer ein Echo. Entfernt sich Sheva zu weit von euch, hört ihr sie nur noch auf dem Funkgerät, es sind zwar nur kleine Details, die aber allemal zum Spielerlebnis beitragen.

STEUERUNG

Die Steuerung gleicht dem Schema des Vorgängers. Ihr könnt euch immer nur für eine Bewegung entscheiden, denn Rennen, Zielen und Schießen geht leider nicht wie bei direkten Vertreten des Genres gleichzeitig. Trotz eurem Laser beim Schießen benötigt ihr eine ruhige Hand, sonst wird es etwas schwierig zu zielen. Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig und Geschmackssache. Da ist für die Zukunft auf jeden Fall noch Luft nach oben.


FAZIT

Resident Evil 5 wird die Fanlager trennen. Die einen werden es lieben, die anderen die Vorgänger vermissen. Trotz der höheren Actionlastigkeit im Vergleich zu seinen Vorgängern, ist Resident Evil 5 eines der besten Spiele 2009, wenn nicht sogar der letzten Jahre. Die Grafik und die Soundkulisse sind perfekt umgesetzt und lassen das ganze Spiel schon alleine wie einen Film wirken. Jedem Spieler sollte aber klar sein, das es sich nicht mehr um ein Spiel aus dem Horror-Genre handelt. Es ist ein Action-Adventure, wobei der Schwerpunkt auf der Action liegt. Trotzdem verdient es dieser Teil, zumindest angespielt zu werden. Wer einmal mit Chris und Sheva im Koop-Modus losgezogen ist, der wird nicht mehr so schnell aufhören wollen, gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden. Wer also keine Vergleiche mag, sondern nur auf gute Spiele wartet, der darf - nein muss - hier zuschlagen. Mit eins der besten Action-Adventures für die Playstation 3.
Also Spiel kaufen, rein ins Laufwerk und ab nach Afrika um den Virus ein Ende zu bereiten !

Negative Aspekte:
Steuerung nicht ganz optimal (kein rennen und schiessen möglich), Rätsel quasi nicht vorhanden

Positive Aspekte:
Grafik und Sound vom Allerfeinsten, vorbildlicher Koop-Modus, sehr guter Umfang dank enormen Wiederspielwert, hohe Motivation durch viel Bonusmaterial

Infos zur Spielzeit:
GameFreakSeba hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
GameFreakSeba

8.7
Gamezone
Spielspaß-Wertung
9/10
Spielspaß Multiplayer
-
Grafik
9/10
Steuerung
8/10
Sound
9/10
Gameplay
9/10
Moderator
Moderation
23.05.2010 23:59 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar