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  • Resident Evil 5: Survival-Horror oder Horror-Shooter? - Leser-Test von Fabian1992

    Resident Evil 5: Survival-Horror oder Horror-Shooter? - Leser-Test von Fabian1992 Quelle: Capcom Resident Evil 4 war vor vier Jahren nicht nur ein einzigartiges Meisterwerk, das Seinesgleichen suchte, es hauchte darüber hinaus den ausgetretenen Pfaden der Resident Evil-Reihe endlich neues Leben ein. Teil 4 wurde nicht umsonst mit zahllosen Auszeichnungen gekürt und gefeiert. Umso größer war der Druck bei der Produktion eines ebenbürtigen Nachfolgers. CAPCOM ließ sich viel Zeit um den hohen Erwartungen der Fans gerecht zu werden. Über drei Jahre lang und mit einem beachtlichen Budget von 15 Millionen Euro wurde an Resident Evil 5 gearbeitet und nun stellt sich die Frage, ob das ausreicht, um einem Meilenstein der Videospielgeschichte das Wasser reichen zu können.

    Story:
    Chris Redfield, inzwischen Mitglied der BSAA (Bio-Terrorism Security Assessment Alliance) - eine Organisation, die sich der Bekämpfung von Terrorismus mit Bio-Waffen gewidmet hat - wird in das afrikanische Dorf Kijuju geschickt, wo er einen Waffenhändler namens Ricardo Irving dingfest machen soll. Dieser betreibt wiederum illegalen Handel mit bioorganischen Waffen, kurz BOWs. Unterstützung soll er dabei von der einheimischen BSAA-Agentin Sheva Alomar erhalten. Kaum haben die beiden ihren Kontaktmann ausfindig gemacht, werden sie auch schon von einer Horde, scheinbar wildgewordener Einheimischer angegriffen. Chris und Sheva bemerken schnell, dass die Dorfbewohner von Kijuju von einem merkwürdigen Parasiten befallen sind, der sie zu mordlüsternen Monstern mutieren lässt. Die Suche nach Irving wird schnell zu einem gefährlichen Horrortrip, der Chris und Sheva immer wieder in lebensbedrohliche Situationen wirft und ihnen klar macht, dass hinter all dem ein apokalyptischer Plan steckt.

    Schon beim Vorgänger, der zweifellos ein absoluter Überflieger war, kam vielen Kritikern der Begriff "Survival-Horror" nur schwer über die Lippen. Denn Resident Evil 4 war ein actionreiches, rasantes Actionspiel, bot allerdings nur sehr wenige Momente, in denen einem der allseits bekannte eiskalte Schauer über den Rücken lief. Dass Teil 5 dieses erfolgreiche, großartige aber eben nicht wirklich gruselige Konzept fortführen würde, war keine große Überraschung. Doch Resident Evil 5 ist von der Bezeichnung "Horrorspiel" weiter entfernt, als jeder andere Teil der Reihe bisher. Doch bevor ich näher auf den größten und fast einzigen Kritikpunkt dieses Spiels zu sprechen komme, möchte ich erstmal ganz von vorne beginnen und mit einer von vielen Schokoladenseiten des Spiels beginnen.
    Die Entscheidung, die Geschichte von Resident Evil 5 in dem afrikanischen Dorf Kijuju starten und generell in Afrika spielen zu lassen, gehört zu den innovativsten und besten Einfällen der Entwickler. Mit der gleißenden Sonne, den ärmlichen Lebensverhältnissen und der fremden Kultur, wird eine Stimmung erzeugt, die man so aus keinem Genrekollegen kennt. Allein die ersten Spielminuten, in denen man mit Chris durch das Dorf wandert, verbreiten eine sehr verstörende Atmosphäre. Die Dorfbewohner mustern dich mit boshaften Blicken, man hört merkwürdige Geräusche in der Ferne, zwei Dörfler prügeln auf irgendetwas ein, bis sie dich sehen, damit aufhören und dir ebenfalls böse Blicke zuwerfen. In diesem Moment spürt man die Isolation und die Angst vor dem Unbekannten im hohen Maße, denn zu eurem Leidwesen unterhalten sich die Menschen natürlich in einer euch unverständlichen Sprache und eine Waffe, mit der ihr euch schützen könntet, steht euch in diesen ersten Minuten auch nicht zur Verfügung. Wie schon im 4. Teil, hält man sich auch hier nicht die gesamte Spielzeit über in dem Dorf auf. Es gibt viele weitere, zahlreiche Schauplätze, die aber allesamt sehr abwechslungsreich ausgefallen sind. Was die Locations betrifft, weist Teil 5 somit eine Gemeinsamkeit, aber leider auch einen Unterschied zu seinem Vorgänger auf. Der Ort des Geschehens ist immer innovativ und abwechslungsreich, doch bei aller Originalität des Dorfes Kijuju; mit dem düsteren spanischen Dorf aus Resident Evil 4 kann es nicht mithalten. So sehr man die brühende Hitze und die brennende Sonne auch zu spüren scheint; schönes Wetter ist nicht gerade eine optimale Vorrausetzung um eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Der afrikanische Ort mag ja einen gewissen Charme haben und Urlaubstimmung wird hier ganz sicher nicht verbreitet, aber ein Dorf, dass in düstere Braun- und Grautöne getaucht ist, eignet sich natürlich eher für ein "Horrorspiel", als dieses sonnige Örtchen.
    Zumindest hat Kijuju einen ganz anderen Vorteil, denn gerade in der ersten Hälfte des Spiels, welche noch sehr hell und sonnig ausfällt, protzt das Spiel mit einer Grafik, die einige andere Titel weit hinter sich lässt und schlicht weg beeindruckend ist. Die Umgebungen sind unglaublich detailliert gestaltet, die Lichteffekte sind großartig und atemberaubend. Vor allem bei Sonnenuntergang, wenn das Bild von einem rötlichen Ton dominiert wird, kann es schon mal passieren, dass man einfach mal stehen bleibt und diese Grafikpracht genießt. Ein sehr netter Grafikeffekt ist zudem, dass die Umgewöhnung der Augen von hellem und dunklem Licht simuliert wird. Wenn ihr also mit Chris durch eine in helles Licht getauchte Straße in einen dunklen Tunnel gelangt, könnt ihr für ein paar Sekunden in dem Tunnel kaum etwas erkennen. Wie prachtvoll die Grafik jedoch ist, zeigt sich vor allem und am besten in den unzähligen Zwischensequenzen, die ihr in Resident Evil 5 zu Gesicht bekommt. Solch professionell inszenierte Filme bieten nur sehr sehr wenige Spiele. Die Filme sind actionreich, bieten spektakuläre Kämpfe und Kamerafahrten und zeigen, was die Grafikengine alles drauf hat. Kurzum: Diese filmischen Leckerbissen sieht man sich verdammt gerne an. Ein nettes Extra ist zudem, dass man sich alle Zwischensequenzen in einem Fluss wie einen richtigen Film vom Hauptmenü aus angucken kann. Allerdings scheitert auch Resident Evil 5 an teils zu grobpixeligen Schattenwürfen. Und bei der Wasserdarstellung muss man sich die ernsthafte Frage stellen, ob dass möglicherweise das Werk eines Praktikanten ist. Gut und fotorealistisch sieht das nicht aus und gerade weil diese Beschreibung auf nahezu alles zutrifft, was man hier zu Gesicht bekommt, fällt das Wasser umso mehr unangenehm auf. Man sollte jedoch dabei nicht vergessen, dass diese kleinen Mankos bei der ansonsten Bahn brechenden Grafik kaum auffallen und wohl niemandem ein Dorn im Auge sein werden.
    Nicht nur von der Grafik, auch von dem gelungenen Soundtrack profitieren die Zwischensequenzen ungemein. Wenn es rasant und actiongeladen zur Sache geht, ertönen lautstarke Orchesterklänge. Emotionale Momente werden hingegen von sanften Streichinstrumenten unterlegt. Die Musik ist daher sehr gelungen und ergänzt das Spielerlebnis um eine weitere, wichtige, atmosphärische Nuance. Technisch betrachtet ist der Sound dank Dolby Digital-Technik natürlich auch ein Ohrenschmaus.
    Die technische Hochwertigkeit von Resident Evil 5 zeigt allerdings auch in einem neuen Feature, das diesen Titel ganz deutlich von seinem Vorgänger unterscheidet. Mit der afrikanischen BSAA-Agentin Sheva Alomar habt ihr nämlich eine starke Partnerin an eurer Seite. Da Resident Evil 5 auf einen Koop-Modus ausgerichtet ist, begleitet euch die attraktive Dame nämlich das ganze Spiel über. Und all jene, die das Spiel gern ohne menschliche Hilfe spielen wollen, können sich freuen, denn Sheva handelt fast immer so, wie man es sich wünscht. Sie steht nie im Weg und ist alles andere als eine Last. Stattdessen packt sie ordentlich mit an und wirkt dadurch nicht wie eine dümmliche Spielfigur, die euch das Spielerlebnis nur unnötig erschwert, anstatt es zu erleichtern. Hinzu kommt, dass ihr jederzeit auf ihr Inventar zugreifen könnt. Über eine sehr simple Kommunikation könnt ihr alles austauschen. Braucht ihr zum Beispiel Munition, greift ihr kurz auf Shevas Inventar zu und nehmt sie euch. Da eure Partnerin selbstständig oder auch auf Befehl Items aufnimmt, kann es oft sein, dass Sheva gerade etwas mit sich herumträgt, was ihr braucht. Hinzu kommt, dass Sheva Chris heilt, wenn seine Energieleiste bedrohlich geschrumpft ist. Mit Räuberleitern und anderen Hilfestellungen wird zudem manch ein Hindernis zusammen überwunden. Bei all den Annehmlichkeiten, die Sheva einem bietet, muss man aber auch eine gewisse Verantwortung übernehmen. Wenn Sheva kurz vor dem Tod steht, müsst ihr sie schnell heilen. Andernfalls ist das Spiel vorbei. Glücklicherweise genügt ein Tastendruck um sich anzeigen zu lassen, wo sie sich gerade befindet. Gleiches gilt für die anschließende Heilung eurer Partnerin.
    Was die Spannung im Spiel zweifellos erhöht, ist, dass all die Interaktionen mit eurer Partnerin, sowie das Zugreifen auf euer Inventar, in Echtzeit ablaufen. Ihr müsst also schnell und überlegt handeln. Dass also das innovative Inventarsystem des 4. Teils damit abgeschafft wurde ist klar und auch schade. Aber das neue erhöht deutlich den Adrenalinspiegel und kommt dem Spielfluss zugute. Dass der sympathische Händler aus dem Vorgänger, der euch mit allerlei Waffen und Munition versorgt hat, auch gestrichen wurde, mag ebenfalls manch einen stören, ist aber im Grunde nicht weiter tragisch. Damit wurde das Spielelement eines Shops zwar realistischer verpackt, als es nun in Teil 5 der Fall ist, aber so etwas negativ anzumerken, würde schon fast an Haarspalterei grenzen.
    Jetzt ist das Verbessern der Waffen, das Verkaufen von gefundenen Schätzen oder das Ordnen des Inventars immer dann möglich, wenn ein Kapitel abgeschlossen wurde oder ihr gerade gestorben seid und beim nächsten Checkpoint wieder einsteigen dürft, die, nebenbei bemerkt, sehr fair verteilt worden sind. Beim Shop ist allerdings auch alles beim alten geblieben.
    Das trifft auf das Monsterdesign im Übrigen auch zu, was gleichermaßen gut wie schlecht ist. Die Dorfbewohner sind aggressiv und erschreckend wie eh und je. Sie greifen immer in großen Gruppen an und verhalten sich dabei zwar nicht hochgradig intelligent, aber auch nicht unglaublich blöd. Genau wie in Teil 4, nehmen sie sich Waffen, greifen von allen Seiten an und weichen euren Schüssen gelegentlich aus. Immer, wenn die Horden der todbringenden Dorfbewohner unter lautem Gebrülle auf euch zukommen, wird man angenehm an Resident Evil 4 erinnert. Noch immer sorgen diese Momente für erhöhten Puls und sämtliche Adrenalinschübe. Und wenn dann auch noch unter der Menge ein riesiger Henker mit einer gigantischen Axt unter der Menge zielstrebig auf euch zumarschiert, kann man schon mal den einen oder anderen Schock erleben. Gleiches gilt für die mit Kettensägen bestückten Dorfbewohner, die sehr zäh sind und sich von euren Schüssen nicht so einfach aufhalten lassen. Das hohe Maß an Panik, dass eure Gegner nach wie vor verbreiten, ist zwar ganz nett, aber auch hier zeigen sich erste Abnutzungserscheinungen. Wer Teil 4 kennt, wird bei den Dörflern und Monstern viele Deja-Vus erleben, wenngleich in teils leicht und teils doch sehr stark abgeänderter Form. Es wirkt eben nicht mehr so originell und einzigartig, wie noch in Resident Evil 4.
    Bis auf eine kleine Ausnahme trifft dies glücklicherweise nicht auf die bombastischen Bosse zu. Blendet man jetzt mal das Wiedersehen mit dem Troll aus, haben die Entwickler hier wieder ihr ganzes Talent unter Beweis gestellt. Diese Viecher sind gigantisch, einfallsreich und auch beängstigend. Die Bosse sehen aber nicht nur verdammt gut aus, der Verlauf dieser Kämpfe ist ebenfalls stets äußerst actiongeladen und extrem spannend. Im Prinzip läuft es zwar immer wieder darauf hinaus, die Monstrositäten mit unzähligen Kugeln zu durchlöchern, aber das findet oft auf einer leicht taktischen Basis statt. So gehören die Bossfights auch in Resident Evil 5 immer wieder zu den ganz großen Lichtblicken. Denn hier werden Panik und Action zu einem hochintensiven Adrenalincocktail zusammengemischt.
    Noch mehr davon hätte man auch durch eine höhere Anzahl an Reaktionstests in Form von Quick-Time-Events erzielen können. In Resident Evil 4 traten diese noch in jeder dritten Sequenz auf. Die Zahl der mit Quick-Time-Events gespickten Zwischenfilme ist im Nachfolger hingegen erstaunlich gering. Warum die Entwickler sich offenbar von den Reaktionstests abgewandt haben, ist fraglich und auch diese werden sicher einige Fans vermissen. Die coolen Moves, die Leon S. Kennedy drauf hatte, beherrscht Chris Redfield nun aber glücklicherweise auch. Gerade in Momenten, in denen ihr euch in Würgegriffen eurer Gegner wieder findet und ihr euch durch wildes Rütteln des Analog-Sticks befreien müsst, steigt der Puls natürlich enorm an.
    Nachdem ich nun jedoch unzählige Male auf Residet Evil 4 verwiesen und damit unterstrichen habe, dass der Nachfolger in vielerlei Hinsicht nur im Schatten seines Vorgängers steht, will ich nun zu Aspekten kommen, die dieser Titel wirklich besser meistert. Resident Evil 5 bietet euch nämlich eine gar nicht mal so einfältige Story. Klar ist natürlich, dass die Erzählweise der Geschichte stark von ihrer großartigen Präsentation profitiert, aber das war in Teil 4 ebenso der Fall. Was die Story dieses Spiels zu etwas sehr Großem macht, ist ganz einfach der geschickte Bezug auf das riesige und inzwischen sehr komplexe Resident Evil-Universum. Allein schon mit Chris Redfield wurde die Hauptrolle mit einem Helden besetzt, der schon im Original seinen allerersten Auftritt hatte. Gleiches gilt für Chris' Erzbösewicht Albert Wesker, der in Teil 5 sein großes Comeback feiert. Allein schon diese beiden Urkontrahenten verleihen der Story einen nostalgischen Touch, der die Herzen der echten Fans sofort höher schlagen lässt. Chris und Wesker liefern sich zudem ein unvergessliches Duell, das einem noch lange danach im Gedächtnis bleibt. Zudem steckt hinter den geheimnisvollen Aktivitäten eine durchaus interessante Handlung, die deutlich macht, dass die illegalen Aktivitäten der Umbrella Cooperation noch immer für große Probleme sorgen. Das Sahnehäubchen ist dann noch ein kleiner, aber netter Story-Twist, der euch im letzten Drittel des Spiels erwartet. Auch das kommt der Story nur zu gute.
    Resident Evil 5 unterhält folglich nicht nur durch brachiale Action und grandiose Optik, sondern auch durch eine in sich schlüssige und interessante Story und das fehlte dem 4. Teil definitiv.
    Sehr gelungen ist ebenfalls die Charakterzeichnung im 5. Teil. Chris ist auf den ersten Blick ein cooler, knallharter Agent, dessen übernatürlich aufgepumpte Oberarmmuskel prolliger kaum sein könnten. Dass er allerdings um seine verschollene Partnerin Jill Valentine trauert und die darauf folgende Suche nach dieser hin und wieder ein paar Emotionen hindurchschimmern lässt, macht Chris menschlicher und auch sehr viel sympathischer.
    Sheva Alomar, in deren Vergangenheit man auch kurz eintauchen darf, wirkt ebenfalls sehr menschlich und glaubwürdig. Nicht zu vergessen wäre da natürlich noch Albert Wesker, dessen Pläne teuflischer als je zuvor sind. Und gerade wenn Wesker auftaucht, läuft Resident Evil 5 zu wahren Höchstformen auf. Dieser Kerl ist einfach der Antagonist der Serie und meiner Meinung nach auch der einzigartigste Fiesling aller Videospiele. Diese beiden Zutaten verleihen Wesker einfach eine gewisse Charaktertiefe.
    Aber was wären die Figuren eines Spiels ohne ihre Stimmen? Doch auch in der Synchronisationsabteilung wurde auf Qualität geachtet. Die Sprecher meistern ihre Aufgabe gut bis perfekt, wobei Letzteres vor allem und mal wieder Albert Wesker gilt.
    Auf eine deutsche Sprachausgabe wurde Gott sei Dank verzichtet. Die deutschen Untertitel sind zudem immer gut und sauber übersetzt.
    Die Tatsache, dass man nach Horrorelementen im 5. Teil noch genauer suchen muss, als schon im 4. Teil, ist hingegen alles andere als gut. Ich bin eigentlich niemals zusammengezuckt und Angst habe ich auch nur in sehr geringem Maße empfunden. Klar erzeugt das Spiel Panik, wenn es Horden von mordlüsternen Dorfbewohnern auf euch loslässt, aber Angst bekommt man eher nicht, wenn man mit schlagfertigen Waffen alles niederschießt, was einem zu nahe kommt. Da Resident Evil 5 mehr auf Action setzt, als jeder andere Survival-Horror-Titel sonst, bleibt nicht mehr viel Platz für eine gute Horrorstimmung. Es gibt seltene Fälle, in denen sich ein Unbehagen verbreitet. Ja, die ersten Spielminuten sind wirklich beunruhigend inszeniert und wenn ihr später durch dunkle Laborgänge wandert, in noch dunkleren Geheimnissen herumschnüffelt und dann auch noch von blinden, aber zähen Monster bedroht werdet, dann taucht sie wieder auf, die Angst ums Überleben. Diese Momente sind gut, diese Momente brennen sich, ebenso wie die brachialen Actionszenen, in euer Gedächtnis ein. Schade ist nur, dass es davon viel zu wenig gibt. Erschwerend kommt hinzu, dass das gesamte Spielerlebnis kooperativ verläuft. Wo bleibt der Horror, wenn man einen Freund neben sich sitzen hat, mit dem man das Spiel gemeinsam erlebt? Der Spielspaß wird dadurch zwar enorm erhöht, aber zu zweit fühlt man sich auch automatisch sicherer. Da jedoch der Splitscreen-Modus sehr ernüchternd ausgefallen ist, werden den wohl auch die wenigsten nutzen. Wer will schon auf einem fast viermal kleineren Bildschirm spielen? Spielt man Resident Evil 5 online mit einem menschlichen Partner durch, werden die ohnehin rar verteilten Horrormomente zwar weniger "entgruselt", man fühlt sich dadurch aber nach wie vor sicherer.
    Mit dem Onlinemodus zeigt Teil 5 aber auch wieder einer seiner ganz großen Stärken. Denn dieser funktioniert tadellos. Jederzeit kann ein Online-Partner mit einsteigen und umgekehrt funktioniert das natürlich ebenso simpel. Auch der Söldner-Modus, den ihr nach dem ersten Durchgang freischaltet und der es diesmal überraschenderweise doch in die deutsche Version geschafft hat, ist online ohne Probleme zu bestreiten. Und obwohl der klassische Online-Modus aus der deutschen Version entfernt wurde, bietet Resident Evil 5 unendlich viel Langzeitmotivation. Schon im Hauptmenü gibt es unglaublich viel zu entdecken. Unter anderem findet ihr dort die bereits erwähnte Filmgalerie oder aber informative Archive, die sämtliche Hintergründe des Resident Evil-Universums enthalten. So können auch Neueinstiger die Geschichte in vollen Zügen genießen.
    Unzählige Extras wie neue Kostüme (die dann übrigens auch in den hervorragenden Sequenzen zu sehen sind), Filter und Erweiterungen für die zig Waffen sorgen ebenfalls für langen Spielspaß. Sämtliche Trophäen, vier unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und die Möglichkeit, auch Sheva nach dem ersten Durchgang zu steuern, runden den Dauerspaß perfekt ab. Hinzu kommt noch, dass schon der erste Durchgang zehn bis dreizehn Stunden Spielzeit in Anspruch nehmen wird. Wer also glaubt, dass Resident Evil 5 seinen Reiz schnell wieder verlieren würde, der täuscht sich gewaltig.

  • Resident Evil 5
    Resident Evil 5
    Publisher
    Capcom
    Release
    13.03.2009
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Resident Evil 5
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01.11.2009
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