Resident Evil: Operation Raccoon City im Gamezone-Test

Test Van_Helsing

Resident Evil, ein Name der inzwischen mehr verspricht als er halten kann!

Immer der Nase nach

Resident Evil: Operation Raccoon City Resident Evil: Operation Raccoon City Natürlich stand Resident Evil in seiner durchaus rühmlichen Vergangenheit auch dafür, dass Zombies mit Blei haltiger Nahrung versorgt werden wollten. Das am Anfang der ruhmreichen Serien-Karriere allerdings noch eure Instinkte auf den Plan gerufen wurde, ihr oftmals abwägen, nach- und durchdenken mussten ob euer nächster Schritt nicht vielleicht auch der Letzte sein könnte, ist dieses Vorgehen sukzessive aus Resident Evil gewichen und hat dem banalen Nieder Mähen mittels Gewehr und Revolver Platz gemacht. Einteilen, vorausdenken oder Ähnliches - Fehlanzeige! Unabhängig davon, dass mit dieser Veränderung auch dem sonst wohl dosierten Grusel der Garaus gemacht wurde, so dass unterm Strich so etwas wie ein simpler Third-Person-Shooter übrig geblieben ist.

Nach den Gründen zu suchen ist müßig; Fakt ist, dass Capcom den Schritt weg vom Survival-Horror und hin zu Zombie-Schießereien a la "Left 4 Dead" gegangen ist. Man mag darüber streiten, ob dies eine richtige Entscheidung war - Fans der Serie, vor allem Fans des Survival-Games jedenfalls werden damit nicht (mehr) glücklich.

Resident Evil: Operation Raccoon City Resident Evil: Operation Raccoon City Doch wo will man ansetzen, was kritisieren, ggf. verantwortlich machen? Vielleicht den in Mode gekommenen Schlauch-Levels? Dem vorhersehbaren Gegner-Aufkommen? Den - mit Verlaub - wahrlich minderbemittelten Aufträgen? Oder gar dem wiederholten Einbau der einfachsten Rätselform: Finde Schlüssel für verschlossene Tür? Investigative Naturen jedenfalls weinen sich die Augen aus, denn angesichts dem augenscheinlich wohlklingenden Auftrag Umbrellas Geschehen zu vertuschen, bleibt für euch als Spieler, sofern ihr gern der Neugierde frönt, Rätsel löst als auch versucht eure Umgebung mit einzubeziehen, am Ende lediglich übrig, dass ihr beinahe schon blindlings den Straßenzügen folgt, alles nieder ballert, was sich bewegt und zu erledigende Missionsziele reduzieren sich darauf, dass ihr z.B. Umbrella-Unterlagen den Flammen schenkt, alternativ einen Generator manipuliert, einen Server zerstört oder ihr sammelt verloren gegangenen, natürlich aber verräterische Proben-Material ein. Entscheidungsfreiheiten, optionale Vorgehensweisen oder gar das effektive Nutzen der Charakter-Fähigkeiten ist nicht wirklich vorgesehen. Und speziell letzteres beweist sich leider nur als schmückendes Beiwerk, getreu dem Motto "alles kann, nichts muss". Als Zuckerl gibt es immerhin am Ende einer erfolgreich erledigten Mission Erfahrungspunkte, deren Ausschüttung sich nach bestimmten Statistikwerten richtet, so z.B. nach der Zahl eurer geglückten Abschüsse oder einer gut erhaltenen Gesundheitsleiste. Auf diese Weise gesammelte Punkte lassen sich in Waffen-Upgrades als auch Charakter-Fertigkeiten investieren.

Gänsehaut mal anders

Resident Evil: Operation Raccoon City Quelle: Capcom Resident Evil: Operation Raccoon City So stimmig sich die Zeitreise auch liest, so locker wird sie am Ende erzählt als auch präsentiert. Gesamt sechs Missionen reihen sich los aneinander und werden hier und da von ein paar Zwischensequenzen ergänzt. Wie bereits erwähnt, besteht Raccoon City aus Schlauch-Levels sowie fest abgesteckten Arealen, die wenig bis gar keinen Raum für Erkundungen lassen. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass das Entwickler-Team Kreativität nicht zwingend für sich gepachtet hat. Teilweise arg plump erscheint dann doch der virtuelle Abschnitt von der Außenwelt, da mal fix ein paar Autos in den Weg programmiert wurden, Bücherregale umgekippt auf eurer Wegesstrecke im Flur liegen und somit signalisieren, dass dies keine begehbare Strecke ist. Optisch vorhanden könnten scheinbar viele Türen geöffnet werden und Geheimnisse offenbaren, aber spätestens nach dem 6., 7.-ten Versuch werdet ihr feststellen, dass dies nicht vorgesehen ist. Unabhängig davon, dass die gesamten Szenerien, egal ob es sich um leider wiederholende öffentliche Gebäude handelt, gleichwohl sie sich namentlich unterscheiden (Krankenhaus, Bücherei, Forschungseinrichtungen, usw.), aufwartet. Garniert mit immer wieder matschigen Texturen als auch mitunter grotesk anmutenden Animationen sowie gemeinhin wenig Detail-Stufen im Gesamtkonzept bekommt ihr wenigstens angesichts der nicht einwandfrei gelungenen Umgebungen Gänsehaupt verpasst. Wenn schon kein atmosphärischer Grusel, dann wenigstes visuelle Schauer schien hier Devise gewesen zu sein. Der Fairness halber sollte natürlich auch erwähnt sein, dass nicht das ganze grafische Gerüst eine eher unterdurchschnittliche Angelegenheit ist. Feuereffekte als auch das im Nebel liegende Park-Areal sowie das in diffuses Licht getauchte Labor lassen partiell erahnen, was Raccoon City hätte fürs Auge werden können, wenn derartige Ansätze konsequent verfolgt worden wären. So aber sind diese optischen Begegnungen wie ein Sahnehäubchen auf heißem Kaffee, das leider nur allzu schnell verläuft.

Resident Evil: Operation Raccoon City Resident Evil: Operation Raccoon City Wenigstens ist die profane Ballerei akustisch in der Lage das eine oder andere Manko in Sachen grafische Schwäche ein bisschen abzufangen. Erwartet dabei aber bitte keine Wunder, gleichwohl die Gewehrsalven satt klingen, ihr die Zombieschreie garantiert mit in eure Träume nehmt und die Musikbegleitung, so simpel sie auch ausgefallen ist, eine gewisse Stimmigkeit zauber kann. Überhört in solch kostbar wenigen Moment am besten die Synchronsprecher! Diese erwecken den Eindruck, dass sie erneut dazu gezwungen worden sind etwas zu vertonen, zu dem sie gar keine Lust haben. Ohne Pep, ohne Elan, vollkommen Emotions-befreit werden die Texte runter geleiert. Was waren das noch Zeiten, als die Stimme von Barry Burton in Teil Eins der Horror-Saga 120% gab und in brünstig die Frage in den Raum stellte, dass es sich nicht um Chris sein Blut handeln möge.

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