Resident Evil: Revelations im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Mit Revelations ist Capcom ein richtiges Resident Evil für die Hosentasche geglückt, trotz kleinerer Kritikpunkte.

Von der Demo auf dem Modul eines schwachen Serienteils zum vollwertigen Resident Evil. Lange mussten wir auf Resident Evil Revelations warten, jetzt ist es da und zum Schaudern gut.

Stadt unter

Resident Evil: Revelations Resident Evil: Revelations Die Menschheit hat es endlich geschafft. Mit Terragrigia ist im Jahr 2004 endlich die erste Öko-Stadt errichtet worden und ist das Aushängeschild für die technische Entwicklung des homo sapiens. Solaranlagen en masse sorgen für die elektrische Versorgung der Stadt und diverse biochemische Reaktionen zeigen sich für allzeit gute Atmosphäre verantwortlich. Dieses El Dorado findet allerdings ein jähes Ende als die Terrororganisation Veltro einen verheerenden Anschlag auf Terragrigia verübt. Ausgerüstet mit jeder Menge Flugzeuge und mehreren Ladungen Biovirus, sowie einer Horde Mutanten, geht es der Überstadt an das Herzstück: Die Menschen. Nach einem vergeblichen Kampf gegen die Seuche, sieht die Regierung keine andere Möglichkeit als die Solarpanels dazu einzusetzen die Stadt zu pulverisieren.

Resident Evil: Revelations Resident Evil: Revelations Rund ein Jahr nach dem Untergang der Stadt greifen wir in das Geschehen ein. Der in der Zwischenzeit gegründeten Einheit B.S.A.A. (Bioterrorism Security Assessment Alliance) unterstehen Parker Luciani und Jill Valentine. Ihr erster Auftrag führt sie direkt auf ein verlassenes Kreuzfahrtschiff mitten auf der hohen See. Die Queen Zenobia, so der Name des Schiffs, soll der letzte bekannte Aufenthaltsort der beiden Kollegen Chris Redfield und Jessica Sherawat sein und die Bergung sowie Rettung der beiden steht auf eurer Prioritätenliste ganz weit oben. Auf der Suche nach Chris und Jessica finden wir das Schiff in der Rolle von Jill keinesfalls verlassen und leer vor. Lässt Terragrigia uns auch nach einem Jahr noch schrecklich grüßen?

Resident Evil: Revelations Resident Evil: Revelations Die Geschichte des Handheld-Ablegers geht von der ersten Sekunde in die vollen und präsentiert in insgesamt 12 Episoden und etwa 9 Stunden Spielzeit eine wendungsreiche, spannende und gut erzählte Geschichte. Cool: Wie in einer waschechten Serie werden wir zu Beginn eines neuen Kapitels über die vorausgehenden Geschehnisse informiert. So sind wir durch die Einteilung in Kapitel für die kurze Zeitspanne einer Zugfahrt optimal gerüstet und kommen dank einleitender, wunderbar anzusehender, Cutscene auch nach längerer Zeit wieder in die Handlung. Obwohl der Hochsee-Dampfer die zentrale Bühne des Titels darstellt werden wir im Laufe der Spielzeit immer wieder per Flashback an andere Orte wie die kalte Antarktis oder das Terragrigia zur Zeit der Seuche versetzt und bekommen so die Gelegenheit auch mal in die Rollen anderer Charaktere wie beispielsweise Chris Redfield zu schlüpfen. Wir hätten uns allerdings für die Spielzeit häufigere und vor allem variantenreichere Ausflüge gewünscht, da das Schiff auf die Dauer ein wenig an Eindruck verliert, was zum größten Teil am nicht mehr ganz zeitgemäßen Backtracking liegt.

Dynamic Evil

Resident Evil: Revelations Resident Evil: Revelations In Resident Evil Revelations agieren wir wie auch schon in den Vorgängern auf den stationären Konsolen aus der Third Person Perspektive. Große Unterschiede in Sachen Gameplay erwarten Serienkenner ebenfalls nicht. Mit einem effektiven aber doch sehr überschaubaren Waffenarsenal, sowie je nach Schwierigkeitsgrad immer spärlicher werdendem Munitionsvorrat bedacht gehen wir auf die Jagd nach verseuchten Kreaturen, lösen hier und da ein paar Rätsel oder suchen besondere Gegenstände sowie heilende Pflanzen. Durch die für die Reihe durchaus als Neuerung zu bezeichnende Möglichkeit nun endlich auch aus der Bewegung heraus den Abzug des Schießprügels betätigen zu dürfen kommt eine ungeahnte Dynamik in das Spielgeschehen. Durchkämmen wir unsere Umgebung etwas genauer stoßen wir in Revelations auf diverse Upgrades mit denen wir unseren Waffen an den rar gesäten Waffenkisten ein wenig tunen können. So erhalten wir ein größeres Magazin oder richten mit unseren Kugeln in der deformierten Fratze etwas mehr Schaden an. Unterstützt werden wir stets durch unseren Touchscreen, auf dem nicht nur unser aktuelles Inventar auf Knopfdruck parat steht sondern auch uns auch immer eine Mini-Karte den nötigen Überblick verschafft.

Resident Evil: Revelations Resident Evil: Revelations Auf dem Handheld-Titel feiert auch die erste Zusatzperipherie für den Nintendo 3DS ihren Einstand: Das Circle-Pad Pro. Durch diese mit einer Batterie betriebene Einfassung für den 3DS haben wir im Handumdrehen die volle Kontrolle über gleich zwei Slide-Pads was die Steuerung um ein Vielfaches intuitiver und flüssiger werden lässt. Ohne das Gadget ist wirkt die Steuerung leicht überladen und das Spielgeschehen wird unnötig verkompliziert. Die Knopfverteilung mit Circle Pad entspricht etablierten Controller-Standards, kann jedoch wie beispielsweise die Farbe des Zielvisiers individualisiert werden.

Technik: Erschreckend gut

Resident Evil: Revelations Resident Evil: Revelations In Sachen Optik und Akustik macht man Resident Evil Revelations so schnell nichts vor. Neben den sehr ansehnlichen Cutscenes ist es vor allem die Spielgrafik die begeistert. Die Charaktermodelle sehen auf beiden Seiten hervorragend aus, die Level sind schön verwinkelt, damit auch hinter jeder Ecke ein Mutant vermutet werden darf und die Abwechslung zwischen kargen Schiffsgängen und protzigen Sälen hat ihren ganz eigenen Charme. Leider macht sich das Spiel diesen Bonus durch das eingangs erwähnte Backtracking etwas zu Nichte, da der schönste Raum oder der schaurigste Gang nach dem vierten Besuch seinen Reiz verloren hat. Aber auch die Schauplätze der Flashbacks können sich im Bezug auf Design sehen lassen. In den Gehörgang gibt es neben ungeölten Türen natürlich haufenweise schaurig-ekelige Geräusche die einem die Haare im Nacken aufstellen und den Spieler ständig mit einem hohen Puls und unangenehmem Gefühl um die nächste Ecke biegen lassen. Die Schusswaffen klingen, einmal losgelassen, richtig deftig und machen sorgen für ordentlich Rabatz. Unterstrichen wird das Geschehen von passend wechselnder musikalischer Untermalung, deren Bandbreite neben wabernden, kurzen Tonabfolgen auch fetzige Rockmusik in petto hat. Auch die Synchronisation versprüht den Charme eines großen Resident Evil. Die Sprecher sind per se gut anzuhören, auch wenn sie an manchen Stellen eher mechanisch als menschlich ihren Text von sich geben. Löblich ist zudem auch der 3D-Effekt des Spiels, welchen man in einem Menüpunkt sogar nochmal verstärken kann. Zwar macht der Effekt in vollster Einstellung am meisten her, hat jedoch mit üblen Nachzieh-Effekten zu kämpfen. Dennoch würden wir uns eine solche Möglichkeit in zukünftigen 3DS-Titeln wünschen.

Meinung

Wertung zu Resident Evil: Revelations (3DS)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Tolles LeveldesignSchöner 3D-ModusAtmosphärischer SoundPackende StoryIntuitive Steuerung mit Circle Pad ProResident-Evil-GefühlStimmiges Charakterdesign
BacktrackingLeicht trashige SynchronisationKomplizierte Steuerung ohne Circle Pad Pro
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