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  • Rhiannon: Der Fluch der vier Zweige - Unheil liegt über Ty Pryderi - Leser-Test von BigJim

    Spätestens seit Scratches und Barrow Hill (beide 2006 erschienen) wissen wir, dass auch 1st-Person-Grusel-Adventures Beachtung finden und sich einer überschaubaren, aber begeisterten Anhängerschaft erfreuen. Rhiannon: Der Fluch der vier Zweige, ein Produkt der walisischen Arberth Studios, schlägt in die gleiche Kerbe und ist bei uns seit letztem Jahr erhältlich. Die französische Seite Planète Adventure kürte den Titel sogar zum "Adventurespiel des Jahres 2009". Das scheint uns angesichts von Genre-Vertretern wie Black Mirror 2 & Co. etwas gewagt, doch wären solche Vergleiche auch nicht fair. Bei Rhiannon: Der Fluch der vier Zweige handelte es sich nämlich um ein Außenseiter-Projekt, an dem gerade mal drei Leute gewerkelt haben. Und gemessen an dieser Tatsache lässt sich das Erstlingswerk der Arberth Studios durchaus sehen. Die Entwickler arbeiten übrigens schon längst an ihrem zweiten Adventure. Es trägt den Titel Coven und soll am 20. September 2010 auf den Markt kommen. Nach bisherigen Darstellungen wird es dort um Mythen und Legenden und merkwürdige Ereignisse in den entlegenen Regionen von Wales gehen - so wie in Rhiannon: Der Fluch der vier Zweige.

    Wir übernehmen die Rolle eines gewissen Chris. Zu dessen Freundeskreis gehört die Familie Sullivan. Malcom und Jennifer Sullivan haben vor einiger Zeit das Anwesen von Ty Pryderi erworben, um sich dort niederzulassen. Doch irgendwas scheint mit dem Hof nicht zu stimmen. Die 15jährige Tochter der Sullivans, Rhiannon, sieht sich während ihres Aufenthaltes dort fürchterlichen Alpträumen ausgesetzt. Um ihrer Tochter die seelischen Heimsuchungen zu ersparen, verlassen Herr und Frau Sullivan gemeinsam mit Rhiannon vorübergehend Ty Pryderi, damit das Mädchen zur Ruhe und auf andere Gedanken kommt. Für Chris bzw. uns ist dies die ideale Gelegenheit, das Anwesen während der Abwesenheit der Familie gründlich zu erforschen. Dass auch wir fortan mit ominösen Vorgängen auf dem Hof konfrontiert werden sollen, macht die Sache nicht weniger unheimlich. Droht den Besitzern und Besuchern von Ty Pryderi gar Gefahr? Und was hat es mit der Vergangenheit des Anwesens auf sich? Dies zu ergründen, wird nun für die nächsten 8-10 Spielstunden unsere Aufgabe sein. Genrespezifisch gilt es dabei natürlich, in klassischer Point&Click-Manier zahlreiche Rätsel zu lösen.

    Ähnlich wie in Scratches & Co. besteht das Anwesen von Ty Pryderi aus einem Haupthaus und mehreren Nebengebäuden sowie angrenzenden Lokalitäten (z.B. einem kleinen Friedhof). Rein flächenmäßig ist die Spielwelt also überschaubar Allerdings müssen die einzelnen Bereiche sorgsam durchsucht werden. Unsere Spurensuche führt uns durch zahlreiche Innenräume (Küche, Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Abstellkammern, Flure usw.), eine Scheune, in den Hofgarten etc. und - gegen Ende des Spiels - auf die vorgenannte Grabstätte. Auffallend ist, dass sich Rhiannon: Der Fluch der vier Zweige nicht ganz so düster präsentiert wie vergleichbare Adventures. Das hängt vor allem damit zusammen, dass wir Ty Pryderi oftmals bei Tageslicht erforschen, während Titel wie Scratches oder Barrow Hill fast ausschließlich in den späten Abendstunden, nachts bzw. in der Dunkelheit spielten, was die gruselige Atmosphäre dort besonders untermalte. Rhiannon: Der Fluch der vier Zweige präsentiert sich also nicht ganz so furchteinflößend und verzichtet auch auf kleinere Schockeffekte, wie sie in Scratches und Barrow Hill - obschon auch da nur äußerst selten - eingesetzt wurden.

    Gespenstisch geht es natürlich auch in Rhiannon zu. Das wird uns schon kurz nach Ankunft auf Ty Pryderi klar. Der Küchenstuhl rückt wie von Geisterhand gesteuert auf und ab, unheimliche Geräusche und Geisterstimmen gelangen an unser Ohr, und im Treppenbereich taucht plötzlich eine ominöse Wolke auf. Nachher gelangen wir auch in einen unterirdischen Schacht und einen Geheimraum. Lebensgefährlich wird es dabei jedoch nie, denn anders als z.B. in Barrow Hill ist die Spielfigur nicht sterblich. Die Spannung leidet darunter aber nicht. Die uns gestellten Knobelaufgaben unterscheiden sich naturgemäß kaum von denen anderer Adventures. Zu Beginn des Spiels geht es hauptsächlich darum, bestimmte Gegenstände zu finden (beispielsweise den Haustürschlüssel unter einer Blumenvase oder die Taschenlampe im Regal eines Schrankes). Dem schließen sich kleinere Rätseleinlagen an. So müssen wir u.a. einen Safe oder das Schloss einer Scheune knacken (Zahlenkombination), mit Hilfe eines Computers Zeichen identifizieren und richtig anordnen, oder eine Hecke entfernen (vorher müssen wir das motorgetriebene Heckenschneidegerät finden und betriebsbereit machen), die den Zugang zu einem Eingang verdeckt.

    Relativ große Bedeutung kommt dem Sichten von schriftlichen Aufzeichnungen zu. Davon sind allerhand auf dem Anwesen verteilt. So wühlen wir uns häufiger durch Schubladen, Aktenordner, Tagebucheintragungen und sonstige Dokumente. Der Leseaufwand ist entsprechend. Mitunter muss der Spieler bestimmte Objekte labortechnisch untersuchen. Natürlich spielen auch die im (Unter-)Titel erwähnten "Zweige" eine Rolle, zum Beispiel, wenn es darum geht, eine Wasserquelle ausfindig zu machen. Was es mit dem "Fluch der vier Zweige" wirklich auf sich hat, werden wir hier selbstverständlich nicht verraten. Das Inventar, in welchem sich die eingesammelten Gegenstände begutachten lassen, lässt sich jederzeit am oberen Bildschirmrand einblenden.

    Rhiannon hat den Nachteil vieler 1st-Person-Adventures, nämlich den, dass sie in der Regel über keine Hotspot-Anzeige zur Kenntlichmachung wichtiger Objekte verfügen. Drum ist der Spieler gezwungen, alle Bereiche genau abzusuchen. Übersieht er nämlich etwas, kommt er im ganzen Spiel nicht weiter. Obschon die Rätsel in der Regel logisch sind, weiß man häüfig nicht, was, wo und in welcher Reihenfolge zu machen ist. Ähnlich wie seinerzeit bei Scratches oder Outcry: Die Dämmerung führt dieser beklagenswerte Umstand oftmals dazu, dass unser Alter Ego ziemlich plan- und hilflos durch das Anwesen latscht und sich bestimmte Zusammenhänge eher zufällig erschließen. Für Rhiannon: Der Fluch der vier Zweige sollte man daher ausreichend Zeit und ein gewisses Maß an Geduld mitbringen.

    Technisch ist das, was uns in Rhiannon erwartet, akzeptabler Durchschnitt. Den Hof und die nähere Umgebung erleben wir in Form von Standbildern. Insgesamt erscheint das Drumherum statisch; lediglich besondere Details (z.B. ein Teich) und Effekte (z.B. farbiger Rauch, Wasserdampf) sind animiert. All das schadet der Atmosphäre aber nicht wirklich. Etwas ärgerlicher ist da eventuell schon die sparsame Akustik. Die Musik- und Geräuschkulisse ist zwar gelungen (d.h. alles klingt so, wie es klingen sollte), doch wird der Sound zu selten eingesetzt. Auch auf Dialoge o.ä. wurde weitgehend verzichtet. Die Angaben erfolgen meist in Form von Textbotschaften. Die Hauptfigur (Chris) bleibt stumm und dem Spieler somit auch irgendwie fremd. Von wenigen Ausnahmen (Telefonnachrichen, gelegentliche Geisterstimmen) abgesehen gibt es praktisch keine Sprecher. Hier hätte man sich mehr Abwechselung gewünscht. Absolut verkehrt ist das Fehlen von Nebencharakteren andererseits nicht. Verstärkt es doch im Spieler das Gefühl, verlassen und völlig auf sich allein gestellt zu sein...

    Negative Aspekte:
    Bestimmte Abläufe (Reihenfolgen) häufig nicht ersichtlich; keine Hotspot-Anzeige; Sound wird zu sparsam eingesetzt.

    Positive Aspekte:
    Spannende Hintergrundgeschichte (keltische Mythologie); interessante Rätsel; gute Atmosphäre.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Rhiannon: Der Fluch der vier Zweige

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    6.8
    Multiplayer
    -
    Grafik
    6/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    7/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Rhiannon: Der Fluch der vier Zweige
    Rhiannon: Der Fluch der vier Zweige
    Publisher
    dtp
    Developer
    Arberth Studios
    Release
    01.04.2009

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Rhiannon: Der Fluch der vier Zweige
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http://www.gamezone.de/Rhiannon-Der-Fluch-der-vier-Zweige-Spiel-30041/Lesertests/Rhiannon-Der-Fluch-der-vier-Zweige-Unheil-liegt-ueber-Ty-Pryderi-Leser-Test-von-BigJim-1009831/
23.05.2010
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