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Risen (PC)

Release:
02.10.2009
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Deep Silver (DE)

Risen im Gamezone-Test

05.10.2009 17:55 Uhr
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Neu
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Kann der Titel an selige Gothic-Zeiten anknüpfen, oder steckte mal wieder zu viel Hype um ein RPG-Mammutwerk dahinter?

Zusammen mit dem ehrwürdigen Entwickler Piranha Byte schickt Publisher Deep Silver ein neues, mittelalterliches RPG-Mammutwerk im Stile der traditionellen Gothic-Reihe ins Rennen und möchte mit Risen - so der offizielle Titel des Spiels - an alte Erfolge anknüpfen. Aus rein rechtlichen Gründen bleibt den Entwicklern der alte Markennamen verwehrt und nach den letzten Ablegern der "Gothic" Reihe wird wohl auch kaum entsprechender Wunsch gehegt. Doch die Wurzeln von Risen sind unverkennbar und sorgten schon im Vorfeld für recht hohen Erwartungen. Gefreut haben sich vor allem auch Xbox 360 Spieler, die mit Risen ein seltenes Meisterwerk für ihre Konsole erhalten sollten. Wir verbrachten sowohl am heimischen Computer, als auch an der Xbox 360 etliche Stunden und streunten durch die schicksalhafte Welt einer Vulkaninsel. Der passende Urlaubsbericht aus dem Paradies wird nun im Folgenden präsentiert!

Risen Risen [Quelle: Siehe Bildergalerie] Als namenloser Schiffbrüchiger werdet ihr in Risen euren Weg auf eine abgelegene und mysteriöse Vulkaninsel finden. Völlig benommen wacht der noch farblose und wenig markante Held im Dreck eines palmenumsäumten Strandes auf und entdeckt zu seiner Überraschung noch eine weitere Person, eine verängstigte Frau, die euch mal wieder die komplette Drecksarbeit überlässt: Gefährliche Erkundungen, vertreiben von aggressiven Tieren und Überlebenssicherung. Zumindest scheint ihr gerettet, doch es stellt sich unweigerlich die Fragen, ob diese Insel wirklich eine Rettung darstellt! Ein mächtiger Vulkan tobt in der Mitte vor sich hin, mysteriöse Ruinen erheben sich aus den Tiefen, lassen die Erde beben und zahlreiche unangenehme Biester daraus entfleuchen. Die Bewohner der Insel, die zuweilen sogar unter Hausarrest gestellt werden und nicht frei herumlaufen dürfen, werden von blutigen Monstern angefallen und zu allem Überfluss wacht seit Kurzem die Inquisition über das ganze Gebiet, damit sich auch ja niemand an den glitzernden Artefakten der mystischen Ruinen vergreifen kann. Für den Spieler heißt das: Willkommen in der Welt von Risen, in der ihr euch nach Herzenslust austoben könnt.

Von Erzählungen geleitet

Risen Risen [Quelle: Siehe Bildergalerie] Storytechnisch überwiegt anfänglich dank des stimmigen Eingangsvideos die Informationsflut, doch mit der Zeit verläuft die Geschichte fast gar im Sand. Kaum die ersten Schritte vom Strand ins Landesinnere gewagt, wird manch einer sicherlich aufwendig inszenierte Sequenzen und einen konkreten roten Faden missen, der euch durch das unwegsame Terrain führt. Risen lebt aber aufgrund eines hohen spielerischen Freiraums und maßgeblich vom Kontakt mit den zahllosen Inselbewohnern. Im Smalltalk inklusive reichlich Antwortmöglichkeiten erfahrt ihr vieles über die Insel, deren Bewohner und den schicksalhaften Tempelanlagen, die sich seit einiger Zeit aus der Erde geschoben haben. Ganz nebenbei sorgen zahlreiche kleine Geschichten über wundersame Piraten, unbeugsame Banditen und den einschüchternden Templern für einen hohen Unterhaltungswert, deren Gerüchte man überall auf der Insel aufschnappen kann.

Risen Risen [Quelle: Siehe Bildergalerie] Vorraussetzung ist natürlich, dass ihr den zahlreichen Bewohnern auch wirklich ein Ohr schenkt und ihren unbändigen Redefluss nicht rücksichtslos per Tastendruck unterbrecht. Doch das sollte uns nicht sonderlich schwerfallen. Die Herkunft von Risen ist unverkennbar und zumindest was sie Texte betrifft, hat "Made in Germany" durchaus Gewicht. Eine derartig gute Übersetzung würde es wohl kaum geben. So überraschen die Bewohner mit ausfallenden Kommentaren und extrem gelungenen mittelalterlichem Deutsch. Schwingen bestimmte Emotionen mit, so werden die Wörter in Großbuchstaben auf dem Bildschirm abgedruckt, doch eigentlich lauscht man nur den Synchronsprechern. Selten bekommt man eine derart gelungene Sprachausgabe aufs Ohr, aus der jegliche Gemütslage hervorgeht und man jeden unterschwelligen Ton wie Hohn, Verachtung, Ärger oder auch Sympathie entnehmen kann. Die Sprecher liefern schlicht eine emotionale und superbe Arbeit ab - daher an dieser Stelle den Verantwortlichen ein großes Lob.

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05.10.2009 17:55 Uhr
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