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  • RoadKill im Gamezone-Test

    Midway setzt bei diesem Spiel in erster Linie auf brachiale Gewalt und übertriebene "Political Incorrectness"

    Gut geklaut ist fast gewonnen

    Seit dem überwältigen Erfolg von Rockstars "GTA"-Reihe versuchen immer wieder andere Entwicklerstudios, sich mit neuen Projekten eine dicke Scheibe vom Hype abzuschneiden. So auch "Roadkill" von Midway, welches sich neben zahlreichen verwandten Elementen aus "Grand Theft Auto" auch kräftig bei Carcombat-Titeln wie "Twisted Metal Black" oder "Carmageddon" bedient. Dazu gesellt sich noch eine kräftige Portion politischer Incorrectness und heftigster Gewalt, welche in ihrer Intensität zu Teilen sogar das insgesamt vergleichbare "GTA 3" in den Schatten stellt. Besonders in den zahlreichen Renderfilmchen wird ein Maß an Brutalität an den Tag gelegt, wie man es nur aus wenigen Spielen kennt. Was man davon letztlich halten kann, soll jedem selbst überlassen sein; Fakt ist jedoch, dass sich hinter der radikalen Verpackung ein überraschend ausgereiftes Spiel verbirgt, welches jedoch - soviel sei schon gesagt - nicht ganz mit der übermächtigen Konkurrenz mithalten kann.

    Die Handlung ist angesiedelt in einem postapokalyptischen Amerika des 21.Jahrhunderts. Nach einer schweren Seuche wurde fast die gesamte Bevölkerung des Landes ausgelöscht, und die wenigen Überlebenden kämpfen ums nackte Überleben. Anarchie ist ausgebrochen: Organisiert in vielen rivalisierenden Gangs kämpft der Rest der Bevölkerung mit modifizierten und bis an die Zähne bewaffneten Fahrzeugen in wüsten Autoschlachten um die Vorherrschaft. Der Protagonist der Geschichte ist der Ausgestoßene Mason Strong, welcher zusammen mit seinem Freund Spike in die Wüstenmetropole Hell County zurückkehrt, um blutige Rache an seinem ehemaligen Boss zu üben. Dieser hat inzwischen die Kontrolle über den Hauptbezirk Paradise City übernommen. Mason wird sich im Verlaufe des Spiels verschiedenen Gangs anschließen, bis er genug Einfluss erworben hat, um schließlich seinem gefährlichen Widersacher von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen zu können...

    Schon ab der ersten Spielminute lässt sich die höchst offensichtliche Verwandtschaft zu "GTA 3" nicht abstreiten: Der Spieler bewegt sich mit seinem Kampfvehikel völlig frei durch die Stadt, wobei zunächst nur ein Bezirk offen steht. Auf einer ständig eingeblendeten Karte werden mittels verschiedener Symbole die relevanten Orte des Stadtteils angezeigt. Neben den anstehenden Missionen sind hierbei vor allem die Garage und der Upgrade-Shop von Bedeutung. In der Garage hat der Spieler die Möglichkeit, den Wagen zu wechseln sowie zu speichern; im Upgrade-Shop lassen sich neue Bauteile für die eigenen Autos ergattern. Während die Hauptmissionen die zentrale Story des Spiels vorantreiben, lässt sich in diversen Nebenaufgaben der für den Erwerb von Upgrades benötigte Zaster ansammeln. Daneben darf der Spieler in der Stadt tun und lassen, was er will. So kann man Fußgänger skrupellos über den Haufen fahren, Drive-By-Shootings durchführen oder Gefechte mit verfeindeten Gangs anzetteln. Viele versteckte Pick-Ups und Secrets wie spezielle Minispiele sorgen zudem für ausgedehnte Suchaktionen in den verwinkelten Straßen und Gassen von Hell County. Der triftige Unterschied zu den Genrekollegen ist dabei letztlich die Tatsache, dass man sein Fahrzeug nie verlässt. Diese zunächst unbequem wirkende Einschränkung wird jedoch durch die überzeugende Missionsvielfalt wieder wettgemacht.

    Die Storymissionen des Spiels bieten einiges an Abwechslung. Mal muss ein Fahrzeug unauffällig beschattet werden, müssen bestimmte Gegenstände geborgen oder einfach ein paar gegnerische Fahrzeuge zerstört werden. Selbst Sniper-Aufträge gibt es: In diesem Fall stellt man einfach sein Auto ab und nimmt die Gegner vom Fahrersitz aus aufs Korn. In einigen Abschnitten übernimmt Kumpel Spike die Steuerung der Kampfmaschine, während der Spieler selbst die frei drehbare Bordkanone auf der Ladefläche bedient. In den Nebenmissionen hingegen gilt es beispielsweise, Straßenrennen zu bestreiten, Lieferungen unter Zeitdruck von einem Ort zu anderen zu bringen oder einfach zehn feindliche Gangmitglieder zu überrollen. Um weitere Fahrzeuge oder Waffen freischalten zu können, müssen zunächst die in der Stadt verteilten Einzelteile eines Objekts eingesammelt werden. Hat man diese, benötigt man noch den Blueprint, damit die neue Waffe oder der neue Wagen überhaupt gebaut werden kann. Diese Baupläne sind besonders gut versteckt und befinden sich größtenteils an schwer erreichbaren Orten. Im Ernstfall erhält man im Shop gegen ein kleines Entgeld einen eindeutigen Hinweis, wo sich der nächste Blueprint befindet. Im übersichtlichen Menü des Spiels werden sämtliche Statistiken angezeigt, hier ist auch einsehbar, welche Einzelteile und Baupläne schon gefunden wurden. So simpel das Upgrade-Konzept auch ist, erweist es sich doch im späteren Verlauf des Spiels als sehr motivierend. Die Bedienung der verschiedenen Fahrzeuge und Waffenfunktionen geht sehr gut von der Hand und sorgt für ein intuitives Spielgefühl. Der Multiplayer-Modus für bis zu vier Spieler umfasst rund zehn Deathmatch-Maps und wurde recht brauchbar umgesetzt.

    Auf der technischen Seite kann "Roadkill" vor allem im Soundbereich punkten: Ähnlich der "GTA"-Reihe gibt es mehrere Radiosender, die mit Musik und Talk-Programmen vollends überzeugen können. Neben einer Handvoll von lizensierten Songs gibt es zudem eine Menge Stücke, die eigens für das Spiel geschrieben und produziert wurden. Vertreten sind dabei die Stilrichtungen Metal, Rap und Rock. Die drei Chatsender warten mit mehr als zwei Stunden wirklich witzig inszenierter Interviews, Reportagen und Anrufersendungen auf. Grafisch wirkt das Spiel auf den ersten Blick eher nur solide, die zahlreichen Effekte jedoch sind recht gut gelungen. Besonders die verschiedenen Wetterbedingungen und Lichtbedingungen wurden sehr gut umgesetzt; hin und wieder zieht ein Tornado oder ein Gewitter über der Stadt auf und sorgt für die grafischen Höhepunkte des Spiels. Die Stadt ist groß und optisch sehr abwechslungsreich, warum jedoch auch auf der Xbox ein leichtes Kantenflimmern vorhanden ist, bleibt ein Rätsel. Da das Spiel auf Grundlage der PS2-Hardware entwickelt wurde, ist zu unterstellen, dass hier nur wenig Aufwand für die Xbox-Konvertierung betrieben wurde.

    Kommen wir zur bereits angesprochenen Brisanz des Titels: "Roadkill" ist brutal, verstörend und stellenweise schon von perverser Natur. Überfährt man hier einen Fußgänger mit dem Auto, taucht er nicht einfach wie in "GTA 3" unter dem Auto ab, sondern wird noch meterweit mitgeschleift oder durch die Luft geschleudert. Es sind aber gerade auch die Inhalte einiger Missionen, die zu denken geben: So muss beispielsweise ein zuvor mehrfach mit einer Pumpgun angeschossener, kurz vor dem Tode stehender Gefangener an der Frontstoßstange befestigt quer durch die Stadt gefahren werden, damit alle auch sehen, was passiert, wenn man sich mit dem Boss anlegt. In einer anderen Mission müssen auf den Spieler zustürmende und mit Sprengstoff beladene Selbstmordattentäter mit dem Sturmgewehr umgemäht werden, die dabei in Explosionen regelrecht zerfetzt werden. Die Videosequenzen sind aber der Höhepunkt der extremen Gewalt; hier nur ein Beispiel: Ein auf dem Boden liegender Verräter wird mittels eines Golfschlägers enthauptet, nachdem dieser zu allem Überfluss noch einen Golfball als Knebel in den Mund gesteckt bekommen hat. Diese Radikalität ist inhaltlich fest im Spiel verwurzelt und besitzt Schockpotenzial. Ansonsten geizt das Spiel nicht mit diskriminierenden und massiv gewaltverherrlichenden Inhalten, aus denen man zwar mit etwas Wohlwollen eine gewisse Selbstironie und Sozialkritik herauslesen kann, wobei die Art und Weise der Inszenierung dieser als sehr provokant einzustufen ist.

    RoadKill (PS2)

    Singleplayer
    8 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    9/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Großes Spielareal
    abwechslungsreiche Missionen
    gute Steuerung
    exzellenter Soundtrack
    Gewaltdarstellung hart am Limit
    leichtes Kantenflimmern (PS2)
  • RoadKill
    RoadKill
    Publisher
    Midway Games
    Developer
    Midway Games
    Release
    24.11.2003

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RoadKill
RoadKill im Gamezone-Test
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http://www.gamezone.de/RoadKill-Spiel-30350/Tests/RoadKill-im-Gamezone-Test-989608/
01.12.2003
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2003/12/TV2003120115063600.jpg
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